OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
José Mojíca (19:57:00 Stunden) Photo: Ricardo López Hevia

TOPES DE COLLANTES – Wenn man sich die Streckenführung des Dritten Radklassikers anschaut, gibt es keine Etappe, die vom Schwierigkeitsgrad her auch nur entfernt an die siebte heranreicht, die am Dienstag über 169 mit Adrenalin beladene Kilometer ging – mit langen Geraden, buckligen, schwer zu fahrenden Landstraßen und einem schwindelerregenden Anstieg zum letzten Bergpass.

Vom Augenblick des Starts in Ciego de Àvila an sah man Beunruhigung in den Gesichtern der Fahrer, die sich des enormen Energieaufwands bewusst waren, den es kosten würde, lebend bis Topes de Collantes zu kommen (800 m über Meeresniveau), kein so grimmiger Aufstieg wie am Gran Piedra von Santiago, aber wegen der Beschaffenheit des Terrains technisch viel komplizierter.

Die Todeskurve, die ständigen Unebenheiten, die schroffen Talfahrten und die steilen Hänge kennzeichneten die letzten 12 Kilometer des Tagesabschnitts. „Die Hölle“, hörte man manche sagen, und sie hatten Recht, denn die Müdigkeit der Fahrer wurde umso stärker, wenn man bedachte, welche Strecke sie da schon in den Beinen hatten.

Wie man sich vorstellen kann, ist es kein Spiel, lebendig in Topes anzukommen. Allein schon den Schlussanstieg zu bewältigen, ist ein unverkennbares Zeichen für Stärke. Wer sich bei dieser Gelegenheit mit dem Gala-Anzug schmückte, war José Mojíca, dessen leichte Anatomie für Kletterfahrten wie geschaffen scheint.

In 4:31:23 Stunden beendete er sein Rennen fast eine Minute vor Sanabria, dem Zweiten in 4:32:12, was ihn auch auf den ersten Platz in der Gesamtwertung brachte. Zum ersten Mal konnte er das Gelbe Trikot des Führenden anziehen.

“Ich beschleunigte, sah, dass er hinter mir zurückblieb und gab alles, was ich in mir hatte. Ich bin nicht in meiner besten Form, hatte schon einige Rennen zuvor wie die Titan Tropic und die Tour de San Luis. Deswegen war ich nicht in optimaler Verfassung zum Klassiker gekommen. Ich nahm mein Herz in beide Hände und versuchte zu gewinnen. Ich habe nie aufgegeben und Gott sei Dank konnte ich Jans Carlos Arias etwas Zeit abnehmen“, führte Mojíca nach dem Aufstieg aus.

Photo: Ricardo López Hevia

“Topes kenne ich auswendig. La Piedra fuhr ich mit verschiedenen Übersetzungen hoch. Ich kam dort nicht besonders gut klar. Heute fuhr ich mit konstant hoher Übersetzung und erreichte ein gutes Ergebnis. Ich dachte nicht an Vicente. Mir ging es mehr darum, gegenüber Jans Carlos und Portuondo Zeit zu gewinnen angesichts dessen, was noch kommt, vor allem beim Einzelzeitfahren am Samstag, in dem beide sehr stark sein werden“, erklärte er.

“Es war eine schwierige Etappe, lang, mit vielen Anstiegen und Abfahrten. Zusätzlich anstrengend durch die Sonne. Die Fahrer waren am Ende sehr müde. Wenn es zu keiner schlechten Teamstrategie kommt, ich keinen Radbruch und keine Reifenpanne habe und das Einzelzeitfahren im gleichen Rhythmus bestreite wie das Mannschaftszeitfahren, kann ich Havanna als Sieger erreichen“, sagte Mojíca.

Den Zwischensprint von Jatibonico gewann Serguey Viamontes aus Holguin, bei denen von Sancti Spíritus und Trinidad siegte der Guantanamero Onel Santa Clara, der seinen Vorsprung in der Punktwertung erhöhte.

Vicente Sanabria gewann die Wertung am Bergpass des Mirador und kam als Zweiter in Topes an, womit er bereits in der Bergwertung siegte, da es keine weitere Etappe mit einer solchen gibt. „Ich bin ein Athlet, der sich für den Sport aufopfert. Ich habe die Philosophie, dass alles, was ich mache, gut ausgeht. Und ich kann meiner Familie und allen, die mir folgen, garantieren, dass ich noch eine Menge Rennen vor mir habe“, meinte der Fahrer aus Matanzas.