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Die Bronzemedaille am Reck sicherte Manrique Larduet die Olympiateilnahme Photo: Ricardo López Hevia

Wenn ein Event in Glasgows Sportarena “The Hydro” angekündigt wird, füllen sich die Zuschauerränge für gewöhnlich bis auf den letzten Platz. 2014 war sie mit 1.05 Millionen die zweitmeist besuchte Stätte dieser Art, übertroffen nur noch vom mythischen „The O2“ in London mit 1.82 Millionen.

An allen zehn Wettkampftagen der am Sonntag zu Ende gegangenen WM im Kunstturnen wurde die Kapazität der Halle von 13.000 Sitzplätzen voll ausgeschöpft.

„Es kam mir vor, als wäre ich in einem Stadion bei der Partie Real Madrid gegen Barcelona“, erfuhr die Granma von Manrique Larduet, der kubanischen Offenbarung, die am Schlusstag ihre zweite Medaille gewann, diesmal die bronzene am Reck, was das direkte Ticket für die Olympischen Spiele bedeutete.

Anders als in unserer Ausgabe vom letzten Samstag dargestellt, hatte Manrique da seinen Pass für Rio de Janeiro 2016 noch nicht in der Tasche, denn die Silbermedaille im „all around” garantierte ihm gar nichts. Der Santiagero musste eine Medaille in den Gerätefinals vorweisen, um der vorolympischen Prüfung in Brasilien im April nächsten Jahres aus dem Weg zu gehen, an der Randy Lerú und Marcia Videaux teilnehmen werden.   

Mit dieser Last auf den Schultern ging der 19jährige seine Reckübung an, lieferte eine brillante Vorstellung von hohem Schwierigkeitsgrad ab und blieb mit 15.600 Punkten nur hinter dem Japaner Kohei Uchimura (15.833) und dem US-Amerikaner Dalell Leyva (15.700) zurück.

Im Gespräch mit Granma gestand Larduet, dass er sich gerade an diesem Gerät weniger ausgerechnet habe als am Barren und am Boden, wo er zwar auch ein hohes Niveau zeigte, es aber nicht aufs Podium schaffte.

Vor ihm waren bei Kunstturnweltmeisterschaften Ania Portuondo (Bronze im Pferdsprung in San Juan, Puerto Rico, 1996), Erick López (Silber am Barren) sowie Carles León (Bronze im Pferdsprung), beide in Gent, Belgien, 2001 die einzigen Vertreter Kubas gewesen, die Zählbares erreicht hatten.

Der Erfolg stelle zweifellos eine Großtat im Turnen und im kubanischen Sport überhaupt dar, sagte der Cheftrainer der kubanischen Delegation Carlos Rafael Gil, der sich für die Unterstützung bedankte.

Larduet seinerseits sagte, dass er sehr stolz auf das Ergebnis sei. „Ich möchte dem Comandante en Jefe dafür danken, dass er eine so wertvolle Sportschule wie unsere ins Leben gerufen hat. Von hier gehen Siege aus. Ich bin jetzt voller Emotion und verrückt vor Sehnsucht, nach Kuba, zu meiner Familie und meinen Leuten zurückzukehren. Ich halte so viel Kälte nicht aus. Ich brauche Wärme“, sagte der junge Athlet.

Manrique brachte Kuba nicht nur unter die 15 Länder, die bei dieser WM Medaillen holten, sondern setzte die Insel in der Nationenwertung auf den 8. Platz, den Kuba mit Rumänien teilt. Es gewannen die USA vor Japan, Russland, China, Großbritannien, Volksrepublik Korea und Griechenland.