OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Granma

Morgen jährt sich der Jahrestag der Gründung  der Zeitung Granma zum 60. Mal. Wie das glorreiche Schiff, dem sie ihren Namen verdankt, hat die Zeitung Reisen durch schlechtes Wetter und unerwartete Situationen gemeistert, aber es immer geschafft, einen sicheren Hafen zu erreichen, ohne vom Kurs abzuweichen. 
Es ist seit 1965 unmöglich von der Nation zu sprechen, ohne die grundlegende Rolle anzuerkennen, die unsere Zeitung gespielt hat. Die Ideen und die Kulturpolitik der kubanischen Revolution wurden auf ihren Seiten geprägt, und das Beste der  Kunst  Kubas wurde im ständigen Kampf gegen die kulturelle Kolonisierung verteidigt.
In diesem Bestreben hat auch  die Literatur  in der Granma einen Weggefährten gefunden, denn nicht wenige Redakteure haben sich auf dieses weite Feld gewagt. Man sollte beachten, dass „man manchmal einen Journalisten und einen Schriftsteller verwechseln kann“, so der Dichter Rubén Darío.
 „Agil und talentiert (...) mit einer tiefen Berufung, einem scharfen Blick, einem direkten und präzisen Stil, der Gabe, vieles in wenigen Worten auszudrücken.“ Der Schriftsteller Alejo Carpentier hatte nicht Unrecht, als er sich auf seine Freundin Marta Rojas bezog; die Kolumnistin, die im Moncada- Prozess  debütierte und eine außergewöhnliche Zeugin von Fidels Selbstverteidigungsplädoyer „Die Geschichte wird mich freisprechen“ war.
Marta Rojas, die Mitbegründerung unserer Zeitung,  die vor vier Jahren, an einem 3. Oktober  verstarb – erhielt ebenfalls vielfältige Anerkennung für ihre literarische Karriere. Sie war mit der Gabe ausgestattet,  hervorragende Geschichten erzählen zu können. Die Lektüre ihrer Werke (wie El columpio de Rey Spencer, Santa Lujuria und El harén de Oviedo), die von intelligenter journalistischer Recherche auf der Grundlage historischer Fiktion geprägt sind, ist eine Einladung, in die Sicht unserer Identität und Zukunft einzutauchen. Was können wir über Rolando Pérez Betancourt sagen, einen weiteren unserer Mitbegründer, einen ewigen Verbündeten der Kultur und Autor von Romanen, Chroniken und Kunstkritiken von exquisiter Qualität. Er hat die höchsten Auszeichnungen der Journalistenbranche gewonnen und mit einem tiefgründigen, „ausgewogenen, überzeugenden und einfühlsamen“ Ton eroberte er über 25 Jahre lang das kubanische Fernsehen in unvergesslichen Sendungen wie La séptima puerta auf dem Kanal Cubavisión.
Zu seinen herausragenden Werken zählen „Mujer que vuelve“ (Die Frau, die zurückkehrt) (1986) und „La última mascarada de la cumbancha“ (Die letzte Maskerade der Cumbancha) (1999), Romane, die mit lebendiger Erzählweise komplexe Probleme des kubanischen Lebens seiner Zeit behandeln. Unvergesslich ist seine renommierte Rubrik „Crónica de un Espectador“, in der er sich über 40 Jahre lang für kubanische und ausländische Filmemacher einsetzte.

Schriftsteller wie Alejo Carpentier, Nicolás Guillén und Isabel Allende besuchten die Zeitung Photo: Granma-Archiv

 Sein Freund Pedro de la Hoz, ein geschätzter Kollege, veredelte die Seiten dieser Zeitung über drei Jahrzehnte lang mit seiner Feder. Ihm verdankte die Granma erlesene und ergreifende Texte, durchdrungen von einer umfassenden Vision von Kultur und Geschichte. Nicht umsonst bezeichneten ihn seine Kollegen als jemanden, der „kritisch, scharfsinnig und mutig“ war und „niemals Angst hatte, neben dem Licht auch auf die Schattenseiten hinzuweisen“.
Er war leidenschaftlich an kulturellen Essenzen interessiert und hinterließ die Monographie „Africa en La Revolución Cubana “ (2004), ein Handbuch mit allen Informationen über diesen Kontinent und die Insel selbst; sowie die Bücher „Como el primer día“ (2009), eine Interviewsammlung, und den Essay „Durban, Zehn Jahre später"  (2011), beides Fortsetzungen seiner journalistischen Tätigkeit.
 Sie alle werden, eingebettet in die Geschichte der Zeitung, weiterhin in unseren Räumen präsent sein. Wir werden immer wieder auf sein Werk zurückkommen, wann immer seine Meisterhaftigkeit und sein Engagement gefragt sind. Ebenso ist es wichtig, kurz an einige der Schriftsteller zu erinnern, die die Granma im Laufe der Jahrzehnte mit ihrer Anwesenheit beehrten. Besucher aus aller Welt fehlten nicht, wie der Dichter Winston Orillo (Nationaler Kulturpreisträger in Peru), die chilenische Schriftstellerin und Journalistin Isabel Allende – begleitet von ihrer Tochter – sowie die Journalisten Jacques Fauvet und Claudie Julien, zu verschiedenen Zeiten Herausgeber der französischen Zeitung Le Monde.
Ein besonderer Ort war dem Treffen mit Alejo Carpentier vorbehalten, der, umgeben von Linotype-Setzen, Druckmaschinen und Tinte, den Mitarbeitern der Zeitung ein Gespräch anbot. Bei dieser Gelegenheit wandte sich der Autor von „Das Jahrhundert der Aufklärung“ mit den Worten an sie: „Sie werden mit Ihrer täglichen Arbeit den großen Roman der Zukunft schreiben.“ Nicolás Guillén, der Nationaldichter, veröffentlichte seine Artikel auf unseren Seiten und besuchte uns ebenfalls auf Einladung des Kollektivs, um ihm anlässlich seines 80. Geburtstags seine Verehrung zu bekunden. Er beschrieb diesen Nachmittag als einen der schönsten seines Lebens.
Nicht zuletzt möchten wir uns für die wertvollen Beiträge derjenigen bedanken, die Granma mit ihren besten Werken zu einem kulturellen Zentrum machen, wie den Nationalen Literaturpreisträgern Miguel Barnet und Nancy Morejón sowie den Intellektuellen Víctor Fowler und Abel Prieto. 
Ihnen und allen, die den Kulturteil dieser Zeitung weiterhin bereichern, gilt unser aufrichtiger Dank. Der 60. Jahrestag ist nur noch wenige Stunden entfernt, und viele weitere werden folgen. Es war Fidel, der uns lehrte, dass „die Kultur das Erste ist, was gerettet werden muss“. Das war und wird immer unser Motto sein.