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Die Klausur der 40. Auflage des Internationalen Festivals des Neuen Lateinamerikanischen Kinos fand am Freitagabend in Havannas Theater Mella im Beisein von Kulturminister Alpidio Alonso und Festivalpräsident Iván Giraud statt. Der Event endete mit der Gewissheit, dem Publikum ein Panorama des besten zeitgenössischen Kinos der Region und anderer Breiten geboten zu haben.

Während der Zeremonie wurden Korallen an jede am Wettbewerb teilnehmende Kategorie verliehen (Fiktion, Debüt, Dokumentation, Animation, Unveröffentlichtes Skript und Plakat). Im Genre Fiktion wurde die Spielfilm-Koralle an den Film Pájaros de verano (Vögel des Sommers) von Ciro Guerra und Cristina Gallego vergeben. In dieser Kategorie wurden die Regisseure der drei kubanischen Beiträge Inocencia (Unschuld) Alejandro Gil, Nido de Mantis (Nest der Gottesanbeterin) Arturo Sotto und Insumisas (Widerspenstigkeit) Fernando Pèrez und Laura Cazador mit der Sonderkoralle der Jury ausgezeichnet. In der Kategorie Kurzfilm ging der Preis an Arcángel (Erzengel, Àngeles Cruz, Mexiko). Carlos Reygadas, Regisseur von Nuestro Tiempo (Unsere Zeit), erhielt die Koralle für die Regie in diesem Film, der von der Kritik als „ebenso visionär wie problematisch“ bezeichnet wurde. Diego García, verantwortlich für Bild und Fotografie in diesem Film, erhielt für seine Leistung ebenfalls eine Koralle.

Der Skriptpreis ging an Carlos Sorín für Joel. Die Koralle für die beste weibliche Darstellung in der Kategorie Fiktion erhielt Ilse Salas in Las niñas bien (Den Mädchen geht’s gut) Als beste männliche Darstellung wurde die Lorenzo Ferros in El angel (Der Engel, argentinische Produktion) angesehen. Ebenfalls gekürt wurde für ihre künstlerische Regie in Sangre Blanca (Weißes Blut, Argentinien) Mariela Ripodas und für die Filmmusik in Pájaros de verano Leonardo Heiblum. Prämiert wurden außerdem Irene Blecua und Nacho Ruiz Capillas als Herausgeber des uruguayischen Films La noche de 12 años (Die Nacht von zwölf Jahren) sowie Nacho Royo-Villanova, Martin Touron und Eduardo Esquide, verantwortlich für den Ton in derselben Produktion.

In der Kategorie Debüt wurde der peruanische Film Retablo (Altarbild, Álvaro Delgado Aparicio) prämiert. La camarista (Die Kammerzofe, Lila Avilés, Mexiko) erhielt eine Sonderkoralle der Jury und Los Silencios (Die Stille, Beatriz Seigner, Kolumbien) wurde für seinen künstlerischen Gehalt mit der Koralle ausgezeichnet. In der Kategorie Dokumentation in Spielfilmlänge gewann Ciro y yo (Ciro und ich, Miguel Salazar, Kolumbien) eine Koralle und im Bereich Doku als Kurzfilm bzw. Film mittlerer Länge der kubanische Beitrag Los viejos heraldos (Die alten Herolde, Luis Alejandro Yero). Eine Sonderkoralle der Jury erhielt El camino de Santiago. Desaparición y muerte de Santiago Maldonado (Der Weg von Santiago. Verschwinden und Tod Santiago Maldonados, Tristan Bauer, Argentinien). In der Kategorie Animation wurde der brasilianische Film Tito y los pajaros (Tito und die Vögel) prämiert. Die Kurzfilmkoralle ging an Un oscuro día de injusticia (Ein dunkler Tag des Unrechts, Julio Azamor, Argentinien) während La casa lobo (Das Wolfshaus, Cristóbal León und Joaquín Cociña, Chile) mit einer Sonderkoralle der Jury geehrt wurde.

Panamá al Brown von Manuel Rodriguez (Kuba) wurde in der Kategorie Unveröffentlichtes Skript prämiert. Die Koralle für das Plakat, das den meisten Beifall hervorrief, gewann der Kubaner Claudio Sotolongo für Ultimos dias de una casa (Die letzten Tage eines Hauses). Die Auszeichnung für die beste Postproduktion bekam der Kubaner Fabien Pisani für En la caliente (In der Hitze). Den Popularitätspreis erhielt Inocencia von Alejandro Gil, dem auch schon die Signis Auszeichnung verliehen worden war.

Während des Festivals wurden Bertha Navarro und Rosita Fornés mit Ehrenkorallen prämiert. Das Sundance Institut gewann eine Sonderkoralle.