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Die Japanerin Yoko Ono, die in den 60er Jahren zur künstlerischen Avantgarde gehörte, möchte nach Kuba kommen, um ihre Werke hier auszustellen. Diese Nachricht verbreitete der Kunstkritiker, Kurator und Direktor des Nationalen Museums der Schönen Künste Jorge Fernández.

„Yoko Ono will nach Kuba kommen; sie ist sehr angetan von der Idee, hier eine Ausstellung zu veranstalten“, sagte Fernández bei einem kürzlich durchgeführten Treffen mit der Presse.

Die Witwe des mythischen Beatles John Lennon ist aus naheliegenden Gründen seit den 60ern der Musikgeschichte und der Blüte der konzeptuellen Kunst verbunden.

Die Japanerin hatte seinerzeit Einfluss mit der Gruppe Flexus, mit der sie anfing, Werke auszustellen, die sich mit Klangexperimenten in der menschlichen Existenz befassten in Interaktion mit der Gesellschaft auf der Grundlage fester ästhetischer und ethischer Kriterien.

Yoko wurde weithin bekannt durch ihre Beziehung und spätere Ehe mit Lennon, den sie in seinen Zeiten als sozialer Aktivist und seinen nachhaltigen Kampagnen gegen den Vietnamkrieg begleitete.

Ihr gemeinsames Foto mit Lennon im Bett, umgeben von pazifistischen Plakaten, ist eines der ikonenhaften Bilder der 60er Jahre.

SETSUKO ONO: „KUBA WAR MEIN PARIS“

Die Schwester Yokos, die Bildhauerin Setsuko Ono, hat bereits mehrmals in Kuba ausgestellt und erinnert sich „mit großer Zärtlichkeit“ an ihre Installationen auf der Insel und ihre Teilnahme an den Biennalen Havannas.

„Ich liebe Kuba sehr und es gab viele Momente, an die ich mich mit Liebe zurückerinnere. Dennoch, der bewegendste Augenblick war der, als wir in der Casa de Asia die sechs großen Skulpturen ausstellten, die ich unter Mithilfe der Stahlarbeiter von Cubana de Acero geschaffen hatte, mit denen ich anderthalb Monate lang tagtäglich daran gearbeitet hatte“, teilte sie Granma via E-Mail mit.

Die Künstlerin äußert die Meinung, dass die Blockade durch die Vereinigten Staaten eine größere Zusammenarbeit unter Künstlern verhindere und dass „die USA dieser kriminellen Politik ein Ende machen müssen“.

Über die in der Casa de Asia installierten Werke sagte Setsuko: „Ich bin allen sechs Skulpturen in Liebe zugetan. Jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte. Die Arbeiter von Cubana de Acero waren fantastisch – als Menschen wie auch wegen der Qualität ihrer Arbeit.“

Die Japanerin betrachtet die Biennale von Havanna als radikalen Referenzpunkt ihrer Karriere. „Havannas achte Biennale war für mich der Beginn meiner Laufbahn als ernsthafte Bildhauerin. Nachdem Fotos der Skulpturen, die ich in Havanna geschaffen hatte, veröffentlicht waren, bat mich die Stadt Baltimore, weitere sechs Skulpturen zu erstellen, die nun dort dauerhaft ausgestellt sind. Später kamen zwei weitere hinzu, eine im Zentrum von Tokio und eine im Hara Contemporary Museum, dem bedeutendsten Museum für zeitgenössische Kunst in ganz Japan. Die Werdegänge vieler Künstler begannen in Paris. Mein „Paris“ ist Havanna.“