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Fotogramm von „Mitten in Deutschland: NSU“ – einer Trilogie, die aus „Die Täter“, die Opfer“ und „die Ermittler“ besteht. Ersterer ist von Regisseur Christian Schwochow und eröffnet die Woche (Photo: Fotogramm des Films)

Das Kino 23 y 12 der Hauptstadt zeigt auf der zum 14. Mal ausgetragenen Woche des Deutschen Films vom 4. bis 8. Juli sieben Filme und ein Dokumentarwerk dieses Landes. Sechs davon sind Premieren in Kuba.

So kündete es Andreas Schiekofer, Kulturattaché der deutschen Botschaft in Kuba, auf einer Pressekonferenz an, die im kinematografischen Kulturzentrum „Fresa y Chocolate“ abgehalten wurde, und fügte hinzu, dass die gezeigten Filme transzendentales Gewicht hätten.

Schiekofer sagte, die Werke seien an der Jugend ausgerichtet, vier von ihnen sprächen das Thema Emigration an und in allen werde der Terrorismus in Deutschland behandelt.

Am heutigen Eröffnungstag werde um 20 Uhr der Film „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ des Regisseurs Christian Schwochow vorgeführt als Teil der Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“, die in den Jahren 2015 und 2016 produziert wurde. Der Film erzählt die Geschichte dreier perspektivloser junger Leute, die sich zu einer Bande am rechten Rand zusammenschließen, die mörderische Pläne in die Tat umsetzt.

Die Arbeiten, die diesen Block vervollständigen, sind „Die Opfer – Vergesst mich nicht“ und „Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch“ von Züli Alada und Florian Cossen respektive. Es ist insgesamt eine Bilanz von fehlgeleiteten Untersuchungen und dem Versagen der Polizei in einem der größten Fälle der deutschen Geschichte der Nachkriegszeit.

Ein weiteres Angebot ist der Dokumentarfilm „Ich bin Malú“ über Maria Luz Pérez Iser, Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen für Behinderte in Rio de Janeiro 2016, wo sie nach nur sechsmonatigem Training mit einer deutschen Prothese angetreten war.

Nicht weniger attraktiv: „Tod den Hippies! Es lebe der Punk!“ von Oskar Roehler, eine Tragik-Komödie, die auf dem autobiografischen Roman des Regisseurs selbst basiert und die Geschichte eines 19jährigen erzählt, welcher, der Hippie-Heuchelei müde, nach Westberlin flieht und dort ein Paradies voller Sex, Drogen, Liebe und Punk entdeckt.

„Der traumhafte Weg“ von Angela Schanelec ist der Film, der am kommenden Sonntag die Woche des Deutschen Films in Kuba beendet. Eine Produktion von 2016, ist er ein Lebensbild der Entzauberung und des Endes der Liebe, aufgezeigt an zwei Paaren, „die einen gemeinsamen Weg gegangen sind und ihn nicht weiter gehen“.

Diese neue Kostprobe des deutschen Kinos zeigt dem kubanischen Publikum einmal mehr eine aktualisierte Filmographie dieses Landes, privilegiert auch im Rahmen des erst kürzlich beendeten Festivals des Europäischen Kinos in Havanna.