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Der Schriftsteller Miguel Mejides bei der Feier zur Entgegennahme des Italo Calvino Preises für sein Werk „La saga del tigre“ (Die Sage des Tigers) Photo: Archivo

Der Schriftsteller Miguel Mejides aus Camagüey, ein angesehener zeitgenössischer Literat Kubas, starb am Mittwoch in Havanna im Alter von 68 Jahren an Krebs.

Er wurde am 8. Mai 1950 in Nuevitas geboren und betrat 1977 mit „Tiempo de hombres“ die literarische Szene, ein Buch mit dem er den Premio David erhielt.

Von da an fiel der durch die Tiefe und Schönheit seiner Prosa und die Kraft seiner Figuren auf, die ihn zu den besten Schriftstellern seiner Generation machten.

Seine Meisterschaft der Erzählkunst zeigte sich auch in „El jardín de las flores silvestres“ (Der Garten der Wiesenblumen), das den Uneac Preis 1981 erhielt und in „Rumba Palace“. Das letzte Buch brachte ihm 1994 den internationalen Juan Rulfo Preis von Radio France ein.

Mejides lieferte auch Werke von beachtenswerter Bedeutung wie „La habitación terrestre“ und „Perversiones en el Prado“. Sein Buch „La sage del tigre“ wurde 2016 mit dem Romanpreis Italo Calvino ausgezeichnet.

Seine Erzählungen haben Eingang in zahlreiche Anthologien gefunden und wurden in englisch, französisch, russisch, italienisch, portugiesisch, deutsch, arabisch und polnisch übersetzt. Seine Texte waren im Katalog des angesehenen Hauses Feltrinelli zu finden und seine intensive Arbeit zugunsten der kulturellen Beziehungen zwischen diesem Land und Kuba führten dazu, dass er mit dem Verdienstorden der Republik Italien ausgezeichnet wurde.

Er war aktives Mitglied der Uneac, gehörte deren Nationalem Rat an und fungierte als Vizepräsident des Schriftstellerverbandes. Das Ministerium für Kultur ehrte ihn mit der Auszeichnung für die Nationale Kultur.

Über die Rolle des Schriftstellers sagte er in einem 2008 veröffentlichten Interview: „ Der Schriftsteller hat immer die Aufgabe, die Gesellschaft zu kritisieren; der Schriftsteller ist ein kritischer Kern innerhalb des Gesellschaftsgefüges. Der Schriftsteller ist nicht jemand, der leicht Beifall spendet, unmöglich, denn das Leben und nicht nur die sozialen Umstände, die Psychologie, die individuellen Eigenarten all das bringt einen Diskurs mit sich; der Schriftsteller schreibt für niemand Bestimmten, man schreibt wie man kann, nicht wie man möchte und ich kenne meine Grenzen. Was ich möchte ist, Geschichten zu erzählen“. (R.C.)