OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Werk Susos, einer der Künstler, die an dem Projekt „Hinter der Mauer“ der 13. Biennale in Havanna teilnehmen werden Photo: Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Die 13. Biennale von Havanna hat bereits einen Zeitpan und eine Plattform. Sie wird vom 12. April bis zum 12. Mai des kommenden Jahres stattfinden und unter dem Motto stehen: Die Gestaltung des Möglichen. Sie wurde wegen der wirtschaftlichen Notsituation, die durch den Hurrikan Irma entstanden war, auf dieses Datum verlegt. Ursprünglich sollte sie dem Zyklus entsprechend 2018 stattfinden. Das Kulturministerium, der Nationale Rat der Bildenden Künste und das Zentrum Wilfredo Lam haben jetzt alle Anstrengungen daran gesetzt, dazu aufzurufen und sich vorgenommen, dass dieses wichtigste Event der visuellen Künste im Land alle Erwartungen übertreffen soll.

Von der Möglichkeit zur Wirklichkeit ist die Herausforderung, der sich die Veranstalter gegenübersehen. Es geht darum ästhetische Wirklichkeiten zu bewirken, die sehr klar definierten konzeptuellen Grundlagen gehorchen, im Einklang nicht nur mit der Rolle, die dieses seit 1984 bestehende Treffen eingenommen hat, sondern auch mit dem, was man von einer künstlerischen Konzertation erwartet, die sich dem Schicksal der Menschen verpflichtet fühlt.

So kam es, dass bei einem Treffen mit Kritikern und Kommunikatoren, an dem die Leiterin des Nationalen Rats für Bildende Künste Norma Rodríguez Derivet und die Präsidentin der Verinigung der Bildenden Künstler der Uneac, Lesbia Vent Dumois, teilnahmen, die stellvertretende Direktorin des Wilfredo Lam Zentrums, Margarita González, bei der Vorstellung der Plattform der Biennale als partizipatives Prinzip „die Interaktion der Schaffenden, Kuratoren, Experten und Institutionen“ aufstellte, um anzustreben, dass „die Kunst neue Wege des kollektiven Denkens aufzeigt und ihre Realisierung, ausgehend von der Konfrontation mit unterschiedlichen kreativen Modellen und Modellen der Zirkulation, eine größere Annäherung zwischen Publikum, Örtlichkeiten und Erfahrungsebenen ermöglicht.“

Dies soll, nach Auffassung des Dichters, Kritikers und Architekten Nelson Herrera Ysla, der zum kuratorischen Team des Zentrums Wilfredo lam gehört, dadurch erreicht werden, dass öffentliche Räume der Stadt besetzt werden, wo zu den Werken der visuellen Künstler Tänzer, Schauspieler, Musiker und Architekten hinzukommen, die alle gemeinsam daran arbeiten, dass die Stadt von Wellen ständiger kuktureller Bewegung durchdrungen wird.

Das betreffe die Straße Línea von der 18. bis in die Nähe des Hotels Nacional, die von dem Projekt „Espacios“ (Räume) ausgefüllt werden soll, das von der Architektin Vilma Bartolomé geleitet wird: Dreieinhalb Kilometer mit ständiger Aktion, die Theater, Kulturzentren, Galerien, Parks und Plätze aktivieren wird und der Bevölkerung eine Darbietung ermöglicht, die gratis ist.

Zum dritten Mall kehrt „Hinter der Mauer“ zurück, eines der attraktivsten und innovativsten Projekte des kubanischen Kulturlebens in diesem Jahrzehnt, das von dem unermüdlichen Kurator Juan Delgado Calzadilla konzipiert wurde. Mit der Uferstraße Malecón als Bühne für das Aufstellen der Kunstwerke, betrachtet der anerkannte Kurator Kunst als eine Chance, die Art und Weise zu verändern, in der die Menschen miteinander agieren. Dabei kamen Namen ins Spiel wie: José Dávila, Javier Marín und die Gruppe Tezontle aus Mexiko, Grimanesa Amorós aus Peru, Laurent Grasso aus Frankreich, Okuda San Miguel, der Bildhauer David Magán und der Airbrusher SUSO33 aus Spanien, der Kubano-Amerikaner Emilio Pérez und die Kubaner Roberto Fabelo, Rachel Valdés, Alex Hernández, Ariadna Contino, Adrián Fernández, Juan Milanés, Jorge Otero und Arlés del Río. Die Liste ist noch nicht geschlossen.

Pie de Foto: Modell des Werks vonWilfredo Prieto in der Provinz Sancti Spíritus. Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Im Moment steht noch nicht auf dem Plan, dass die Festung la Cabaña miteinbezogen wird, auch wenn nicht ausgeschlossen wird, einige Werke in ihrer Umgebung aufzustellen. Die öffentliche Projektion der Biennale beinhaltet außerdem die Mehrzahl der wichtigsten Ausstellungsorte der Stadt wie das Nationalmuseum, das Zentrum für die Entwicklung der Visuellen Künste, das Provinzentrum, die Fotothek Kubas, das Zentrum Wilfredo Lam selbst und das System der Galerien des Historikers der Stadt.

In den nächsten Monaten werden die Kuratoren die Liste der ausländischen Künstler und der einheimischen Gäste bekanntgeben. Man geht davon aus, dass etwa 200 Künstler, Kuratoren und Kritiker aus über 15 Ländern teilnehmen werden.