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Gente de Zona in Viña del Mar. Photo: T13.cl

Das chilenische Festival Viña del Mar ging am letzten Sonntag zu Ende und sein großer Gewinner war das kubanische Duo Gente de Zona. Die aus Alexander Delgado und Randy Malcom bestehende Gruppe erreichte die Goldene und die Silberne Möwe, die höchsten Auszeichnungen, die dieser im chilenischen Badeort stattfindene Event vergibt.

Der Preis in Viña ist der Höhepunkt einer Epoche, in der Gente de Zona seine internationale Popularität zementiert hat, nachdem die Gruppe durch das große Tor der Industrie geschritten ist, dank der Unterstützung des Spaniers Enrique Iglesias, durch den sie mit dem Descemer Bueno Titel Bailando weltweit bekannt gemacht wurden. Das von Alejandro Pérez gemachte Video wurde über das soziale Netz YouTube über 1,3 Millionen Mal besucht.

Danach hat das Duo mit einigen der wichtigsten Vertreter der lateinamerikanischen Musik wie unter anderem Marc Anthony und Jennifer López zusammengearbeitet. Gente de Zona hat sich innerhalb der kubanischen Musik auf internationaler Ebene in ein wahrhaftes Phänomen verwandelt. Es hat fast alle Kontinente bereist, Konzerte auf zahlreichen Bühnen in den Vereinigten Staaten Konzerte gegeben und erreicht, dass ein Bereich der kubanischen Musik eine in den letzten fünf jahrzehnten nie dagewesene Medienpräsenz erreicht hat.

Die Gruppe ist mit einer Variante des stilisierten Reguetón in den Markt eingetreten, der in einem breiteren Sound mündete, der verschiedene Stilarten in der wachsenden Latina Musik vereint. Gente de Zona ist es dank des perfekten Getriebes der Transantionalen der Musik und Figuren wie Enrique Iglesias und Marc Anthony gelungen, sich in eine mediale Plattform einzugliedern, die historisch vielen Kubanern mit einem Werk mit anderen Attributen und wirklich bemerkenswertem Sound, verschlossen ist.

In ihrem Fall hat man optiert, eine Feiermusik zu machen, ohne Komplexität, mit der sich nicht nur ein wichtiger Teil des Latino Publikums identifiziert, sondern auch viele junge Kubaner, die außerdem ihre Idole unter den Exponenten des urbanen Genres wie Jacob Forever und anderen Künstlern haben, die unter dem Schirm dieser Szene geboren wurden, die ausgehend vom weltweiten Erfolg von Alexander Delgado und Randy Malcom Resonanz erhielt.

Es ist zum Wandel bei den Soundinteressen bei einer Generation der Insel gekommen und Gente de Zona haben sich in die Pioniere dieses Übergangs verwandelt, was auch mit der mangelnden Effektivität zu tun hat, die die nationalen Medien an den Tag legen, wenn es darum geht, dem Publikum verschiedene Optionen was das musikalische Universum im weiteren Sinne betrifft, zur Auswahl zu geben.

Man muss Gente de Zona das Verdienst zusprechen, die Aufmerksamkeit der Industrie und der Produzenten von internationalem Rang über einen Teil der kubanischen Musik erregt zu haben, die letztendlich auch die Exponenten einer weiter gefassten Szene der kubanischen Musik ganz allgemein zugute kommen kann. Es war, wie bei anderen Künstlern auch, die Brücke der Kommunikation zwischen vielen Kubanern, die außerhalb der Insel wohnen mit den spirituellen Koordinaten, mit denen sie ihr Land annehmen und die in deren Liedern ihre Identität erkannt haben, die Nostalgie für das, was sie zurückgelssen haben oder ihre eigene Interpretation der kubanischen Realität.

Meiner Meinung nach wird das Duo nie ein Phänomen sein, das die zeitgenössische kubanische Musik revolutionieren wird, wie dies seinerzeit Orishas getan hat, die nach Frankreich emigrierten und dort ein Schattendasein hatten, bevor sie wahnsinnig erfolgreiche CD „A lo cubano“ herausbrachten. Aber sie werden sehr wohl ein Beispiel für eine Epoche in Kuba sein, in der sich neue Paradigmen unter einem Teil der Jugendlichen etabliert haben, die die Art und Weise geändert haben, wie Erfolg anzustreben und zu interpretieren ist.

Es ist trifft nicht genau auf Gente der Zona zu, aber man darf die musikalischen Formeln nicht verschweigen, die gerade jetzt im Schoß der kubanischen Gesellschaft schmoren. Egal ob sie Yomi y El Dany, El Chacal, Los Cuatro oder El Micha heißen, es sind Künstler, die die Macht haben, ein großes Publikum anzuziehen und sie sollten im Panorama der Insel nicht ignoriert werden und auch nicht in den Medien brüsk herabgesetzt werden, sondern das, was sie anbieten sollte in Betracht gezogen werden und ohne Furcht in kritischer Form in der ganzen Breite dieses Konzepts diskutiert werden; vor allem sollten die Gründe angegangen werden, warum diese, besonders unter Teenagern und Jugendlichen dieses Kubas des XXI. Jahrhunderts ,eine solche Popularität genießen.

Auf der anderen Seite ist es so, dass wenn auch das Werk dieser Musiker in den Medien nicht sehr verbreitet ist, so wird es doch in einigen staatlichen und privaten Einrichtungen im Unterhaltungsbereich überdimensioniert, wo viel häufiger die Künstler mit einem kreativeren Ansatz auftreten sollten, auch wenn in diesem Panorama bereits bedeutende Anstrengungen unternommen wurden.

Gente de Zona hat effektiv unter Beweis gestellt, dass die kubanische Musik Potenzial hat, um in viele Bereiche der Industrie vorzudringen, wegen ihrer Qualität und der Möglichkeiten, sich aus sich heraus neuen Tendenzen anzupassen, aber es gibt vieles Geschaffene, was nicht sichtbar gemacht wird und das auch nicht daran interessiert ist auf diese Weise auf den Markt zu kommen, etwas, was für die Einrichtungen und die kubanischen Musikverlage eine weitere Herausforderung darstellt, die sich nicht mit der Geschwindigkeit, die die Zeiten erfordern, aktualisiert haben und nicht in der Lage waren, die ganze musikalische und kulturelle Entwicklung eines breiten Universums zu fördern, von dem Gente de Zona nur ein Teil ist und wo auch Künstler des Jazz, der Rap und andere in Kuba kaum bekannte Stilrichtungen erscheinen und die trotzdem Interesse bei den internationalen Unternehmen hervorrufen.

Kuba muss sich in diesen Schaltkreis der Latino Musik einfügen, wie dies ja bereits geschieht, aber es muss sich auch diversifizieren.

Denn dies ist nicht dass einzig mögliche Terrain für die kubanische Musik und deswegen, weil es sich auch auf internationaler Ebene gesehen, um weniger sichtbare Räume handelt, weiß man auf der Insel kaum etwas über die individuellen Strategien der Musiker, die sich irgendwie dafür entschieden am Rande der Industrie zu bleiben, um ihr Werk in alternativen Zirkeln zu platzieren, die sie nicht dazu verpflichten, Konzessionen zu machen.

Was Gente de Zona angeht, so ist dies eine Gruppe, die immer ihre Bewunderung für Kuba erklärt hat, ihre Unterstützung für alle Kubaner, wo immer sie sich aufhalten und die immer wieder auf die insel zurückkehrt, um mit Künstlern verschiedener Genres zusammenzuarbeiten. Man muss ihre Karriere ohne Komplexe in den lokalen Medien verfolgen und sehen, wie weit man mit diesem mitreißenden Sound kommen kann, der die Welt zum Tanzen bringt.

Fakt ist, dass Kuba mit diesem Auftritten von Gente de Zona in Viña del Mar zum zweiten Mal in Folge die höchsten Auszeichnungen gewonnen hat. In der vorherigen Auflage machte Danay Suárez mit ihrer silbernen Möwe Geschichte, Wie auch immer, Viña ist der Schauplatz gewesen, wo man auch gesehen hat, was in einem Segment der kubanischen Musik geschieht.