OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Hurrikan Irma beschädigte 211 Kultureinrichtungen im ganzen Land und verschiedene Zentren von patrimonialem Wert, unter ihnen das Lezama Lima Museumshaus in Havanna, wo die Überschwemmung eine Reihe von Dokumenten des Autors von „Paradiso“ einweichte.

In einer Pressekonferenz führte der Vizeminister für Kultur Guillermo Solenzal aus, dass die am meisten betroffenen Provinzen auf kulturellem Gebiet Villa Clara, Camagüey, Matanzas, Ciego de Ávila, Sancti Spiritus und Havanna seien, wo die Schäden von sehr leicht bis schwer reichten und es partielle bis totale Zerstörungen gegeben habe.

Unter die am stärksten geschädigten Installationen subsummierte Solenzal das Lager der Discografie Egrem in Cienfuegos und die Bibliothek des Ortes Falla im Bezirk Chambas von Ciego de Ávila, die 80 % ihrer Bestände einbüßte.

Der Kulturfunktionär hob desungeachtet hervor, dass trotz der Schäden die Vorlesungen in allen akademischen Zentren, die Zugang zu Ressourcen hätten, wiederaufgenommen worden seien.

In dem im Bezirk Centro Habana gelegenen Lezama Lima Haus überschwemmten die eindringenden Wassermassen im Archiv Lezamas unter anderen Dokumenten Diplome und Briefe.  

Um den Schäden entgegenzuwirken, intervenierten, wie Gladys Collazo, Präsidentin des Nationalrats des Patrimonialen Erbes, sagte, Konservatoren, die damit begonnen hätten, diese Dokumente von unschätzbarem Wert schnellsten zu entsalzen.

„Derzeit befinden diese sich schon in trockenem Zustand und sind gut geschützt. Es gab keine Verluste“, versicherte Collazo, die gleichermaßen die Arbeit betonte, die zum Schutz des Museums Ernest Hemingway geleistet worden sei, das sich in San Francisco de Paula, San Miguel de Padrón, befindet.

„Im Hemingway Museum ging gar nichts verloren. Man hatte die Fenster verstärkt und einen Aufwand betrieben, den es mit Ausnahme der Kapitalreparatur von 2006 zuvor noch nie gegeben hatte“, fügte sie hinzu.

Rolando Ortega Álvarez, Direktor des Nationalen Zentrums der Kunstschulen, sagte, dass es in keiner der 37 Schulen auf diesem Ausbildungsniveau zu schweren Schäden gekommen sei und dass in 14 von ihnen der Lehrbetrieb bereits wieder angefangen habe.

Die am meisten betroffenen, so deutete er an, seien die Kunstelementarschule in Camagüey sowie die Grundschule in Matanzas, bei denen die Abdeckungen beschädigt worden seien. Abgesehen von diesen Fällen müsse der Rest imstande sein, am kommenden Montag den Unterricht wiederaufzunehmen.  

Die Universität der Künste litt auch nicht übermäßig unter dem Zerstörungswerk Irmas. Der Rektor dieser Hochschule, Alexis Seijo, erklärte, dass weder beim Basismaterial noch beim Mobiliar Verluste zu beklagen seien.

Das einzige Zentrum, in dem man die Klassen noch nicht wieder habe herstellen können, sei die Fakultät der Audiovisuellen Medien, in der die Wasserschäden erheblich seien. Aber auch in dieser rechne man in den nächsten Tagen damit, wieder beginnen zu können, sagte er.

Die Hauptschäden in kulturellen Einrichtungen Havannas habe es im „Carpa Trompoloco“ und im „Mella“ Theater gegeben, wo man von bislang beispiellosen Überschwemmungen berichte.

Gladys Collazo hob die rasche Bewahrung der Kulturgüter vor dem Hurrikan hervor.

„Es gab dank der geleisteten Vorarbeit keine Beeinträchtigungen der Sammlungen in den 34 Museen. Alle waren vorsorglich demontiert und sorgsam behütet worden“, beteuerte sie.