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Die Schauspielerin Jada Pinkett Smith: „Sollen farbige Leute von einer Teilnahme Abstand nehmen ?“ Foto aus revistacuore.com

Zwei aufeinanderfolgene Jahre ohne einen einzigen schwarzen Schauspieler, der in den diversen Kategorien für einen Oscar nominiert wurde, war zuviel für eine Gemeinschaft von Künstlern, die weiß was sie wert ist, aber auch was in Hollywood schief läuft, dessen Akademie aus 93% Weißen, und 76% Männern mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren besteht.

Von daher drohen schwarze Schauspieler die Überreichung der kleinen Statuen, die am 28. Februar stattfinden soll, zu boykottieren.

Das letzte Mal kam es 1997 und 1998 es zu einer ähnlichen Situation, aber der Erfolg von „Zwölf Jahre Sklaverei“ vor zwei Jahren – ein Film im klassischen Stil, ganz nach dem Geschmack der Akademiemitglieder – ließ einem zu dem Schluss kommen, dass eine lange Vergangenheit der Ungerechtigkeit ( 49 Jahre, in denen nur weiße Schauspieler nominiert wurden) zu Ende sei.

Jetzt, zu einem Zeitpunkt, inmitten der Ehrungen zum Gedenken an Martin Luther King, kündigte Spike Lee an, dass weder er noch seine Frau an der Gala teilnehmen würden. Und er fragte sich : „Wie ist es möglich, dass in zwei aufeinanderfolgenden Jahren alle nominierten Schauspieler weiß sind? Von den anderen Kategorien ganz zu schweigen. Vierzig weiße Schauspieler in zwei Jahren ? Können wir da nichts machen?

Die Schauspielerin Jada Pinkett Smith, Ehefrau von Will Smith, schrieb verschiedene Protestbotschaften in Facebook, in denen sie vorschlug, den Oscar zu boykottieren: „ Bei den Oscars sind die farbigen Leute immer sehr willkommen, wenn es darum geht, die Prämien zu überreichen, auch beim Showteil, aber sehr selten erkennt man unsere künstlerische Leistungen an. Sollten sie massenhaft von einer Teilnahme Abstand nehmen?“

Die Proteste werden durch die Tatsache gestützt, dass nicht wenige schwarze Künstler in diesem Jahr brilliante schauspielerische Leistungen erbracht haben, darunter Michael B. Jordan, Will Smith, Idris Elba und Samuel L. Jackson.

Bereits in einer ähnlichen Situation im Jahr 2015 kam in den sozialen Netzen die Bezeichnung „Oscar so White“ auf, was sich jetzt zu „Oscars Still So White“ verdichtet hat.

Der Protagonist des wunderbaren Filmes Selma, David Oyelowo gab im vergangenen Jahr seiner Unzufriedenheit wegen des Fehlens von Schwarzen bei der Oscarnominierung 2015 Ausdruck. Dem Darsteller von Martin Luther King jr. dem nicht wenige für seine Rolle als Führer im Kampf um die Bürgerrechte Beifall gezollt hatten, sagte damals „ die schwarzen werden in der Regel mehr gefeiert, wenn sie in einer untergeordneten Rolle spielen, als wenn sie Führer oder Könige darstellen oder im Mittelpunkt unserer eigenen Geschichte stehen.“

Wenn es auch zutrifft, dass die Geschichte der Akademie von einigen Polemiken heimgesucht wurde, so war doch keine so real wie die des Vorwurfs des Rassismus, der in verschiedener Form seit den Anfängen des Kinos präsent war.

Du Vernay (Selma) hätte die erste schwarze Frau sein sollen, die einen Oscar für die Regie erhalten sollte, aber die Akademie überging sie spektakulär und überließ den entsprechenden Oscar einer weißen Regisseurin, Kathryn Bigelow für „ Tödliches Kommando“ eine Lobeshymne an die US-Invasion im Irak.

In 88 Jahren Oscar haben nur 15 schwarze Schauspieler ihn erhalten, davon fünf in der Kategorie bester Schauspieler – beste Schauspielerin. Die übrigen zehn bekamen ihn für Nebenrollen. Einzig und allein drei schwarze Regisseure wurden in der Kategorie bester Regisseur nominiert, aber keinem von ihnen gelang es, mit dem Oscar nach Hause zu gehen.

Angesichts des drohenden Oscar –Boykotts 2016 versprach die Vorsitzende der Hollywood Akademie, Cheryl Boone Isaacs „große Veränderungen“. Sie beglückwünschte die Nominierten, aber sagte gleichzeitig, dass ihr „die fehlende Inklusion“ Angst und Sorge bereite.

Isaacs versicherte, dass man „drastische Maßnahmen ergreifen wird, um die Zusammensetzung der Mitgliederschaft zu verändern“ und sie sagte, dass bei den Einladungen, die die Gruppe in den nächsten Jahren aussprechen werde, es „die so notwendige Vielfalt“ geben werde.

Währenddessen gehen die Botschaften zum Boykott weiter.