OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die HBO Manager Michael Lombardi (r) und Richard Plepler (l) Photo: Yander Zamora

Die Manager der US-Kette HBO gaben gestern im Hotel Nacional einen Einblick in die kreativen Prozesse dieses US-Kanals. Sie sagten, dass sie nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten begonnen hätten, davon zu „träumen“ in Kuba zu filmen.

„Diese neue Situation hat sofort die Perspektive verändert und wir begannen von all dem zu träumen, was man hier machen könnte. Es ist wirklich sehr erregend für uns. Deswegen habe ich sichergestellt, dass von nun an die HBO Manager jedes Jahr zum Festival des Lateinamerikanischen Films kommen, denn das ist ein vitales Ereignis für uns und wir haben außerdem großes Interesse daran mit kubanischen Filmschaffenden zusammenzuarbeiten“, sagte der Programmpräsident der US-Kette, Michael Lombardi.

Zusammen mit dem HBO Exekutivpräsidenten Richard Pepler, mit dem er an der Ausstrahlung von so berühmten Fernsehserien wie True Detective and Games of Thrones gearbeitet hat, die auch in Kuba gesendet wurden, leitete er im Hotel Nacional eine Konferenz.

Dort äußerte Plepler die Auffassung, dass die Qualität und die Andersartigkeit der Inhalte die Schlüsselpunkte seien, die die von ihnen gesendeten Programme von den anderen unterschieden. „Die Qualität und die Differenzierung, wenn es darum geht eine Geschichte zu erzählen, ist unser wichtigstes Ziel. Um das zu erreichen, arbeiten wir mit den besten Schriftstellern, Produzenten und Regisseuren zusammen, die es auf diesem Gebiet gibt“, sagte er.

Er führte weiter aus, dass es zu ihren Plänen gehöre, mit Filmschaffenden aus Lateinamerika zusammenzuarbeiten, um andere kreative Stimmen in das Programm miteinzubeziehen. „Wir sind uns bewusst, wie wichtig Lateinamerika für unsere Zukunft und unser Geschäft ist, wir möchten auch andere kreative Stimmen haben, die uns vielleicht dabei helfen können, eine größere Diversität zu erreichen. Die Herausforderung, der sich unsere Arbeit gegenübersieht ist es, die Menschen in einem sehr vollgestopften Markt zu überraschen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, eine große Anzahl verschiedener Themen anzubieten und die Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen Filmemachern kann dazu beitragen, dies zu erreichen.“

Lombardi seinerseits betonte wie wichtig es sei, sehr enge Beziehungen mit den Filmemachern aufzubauen. „Wir waren immer bestrebt, eine sehr enge Beziehung mit den Filmschaffenden zu entwickeln. Wir arbeiten wie Verleger, die Hilfestelltung leisten, aber wir ersetzen nie die Meinung der Filmemacher durch unsere. Wir bauen so eine Beziehung auf, in der Qualität vorherrscht und bei der wir helfen, dass die Arbeit die bestmögliche Lösung findet.“

Richard Plepler und Michael Lom­bardi sind nicht die einzigen HBOVertreter, die zum Filmfestival nach Havanna gekommen sind. In der letzten Woche war eine Gruppe von Produzenten dieser Kette hier, unter denen sich unter anderem Duncan Muggoch befand, der in Games of Thrones aufgetreten war, um sich mit dem Publikum und der Presse in der „Fabrica de Arte Cubano“ auszutauschen, wo sie sagten, dass sie in Havanna ein großes Potenzial sähen, um in der nahen Zukunft Filme aufzunehmen.