OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Wir müssen erreichen effizient zu produzieren und den Boden gut zu nutzen  Photo: Ricardo López Hevia

Der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und Präsident der Republik, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, bekräftigte sein volles Vertrauen, dass die Landwirtschaft der Sektor sei, der in naher Zukunft Ergebnisse liefern werden müsse. „Wir sind uns nun bewusster denn je, dass wir mit den Möglichkeiten, die uns die Transformationen bieten, noch mehr erreichen können.“

Dies erklärte er gegenüber Vertretern der kubanischen Landwirtschaft und Viehzucht, mit denen er sich im Kongresspalast traf, um die Umsetzung der wirtschaftlichen und sozialen Transformationen in diesem Sektor zu erörtern.

An dem Treffen nahmen außerdem Roberto Morales Ojeda, Mitglied des Politbüros und Organisationssekretär des Zentralkomitees der Partei, José Ramón Monteagudo Ruiz, Mitglied des Sekretariats des Zentralkomitees und Leiter der Abteilung für Agrar- und Ernährungswirtschaft, sowie Vizepremierminister Jorge Luis Tapia Fonseca teil. Der Präsident sprach mit den Teilnehmern darüber, wie die Transformationen genutzt werden können, um die Nahrungsmittelproduktion zu beschleunigen.

VON GUTEN ERFAHRUNGEN ,FRAGEN UND HINDERNISSEN 
Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Telce Abdel González Morera erklärte, dass 162 der 176 Wirtschafts- und Sozialreformen Auswirkungen auf den nationalen Agrarsektor haben.

Er merkte an, dass der Sektor bereits von der Aktualisierung von rund zwanzig Rechtsvorschriften profitiere. „Wir stehen vor einem umfassenden Gesetzespaket“, sagte er, „das alle Komponenten der landwirtschaftlichen Produktion abdeckt: Boden, Genetik, Pflanzen- und Tiergesundheit, Technologie, Produktion, Vermarktung, Betriebsmittel und vieles mehr.“

„Wir haben nun“, betonte er, „einen Rechtsrahmen, der den Erzeugern mehr Rechtssicherheit bietet.“


Yoandris Beltrán Pérez, Präsident der Geflügel Unternehmensgruppe, sprach über die positiven Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen. Die Unternehmensgruppe, reduzierte ihre Belegschaft in der Zentrale drastisch und gründete mehrere Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe (KKMU) zur Erbringung von Dienstleistungen.

Diese Transformationen ermöglichen es dem Unternehmen, über Handelsgesellschaften und nationale sowie regionale Wertschöpfungsketten zu agieren, seinen Energiemix durch den Einsatz erneuerbarer Energien umzustellen, das genetische Potenzial seines Geflügelbestands zu stärken und die Vermarktung seines Saatguts auszuweiten. Er betonte, dass bei all diesen Initiativen die Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen und nun motivierter seien.

Das Unternehmen hatte für 2025 Verluste von rund 2 Milliarden Pesos prognostiziert. In diesem Jahr konnte sie jedoch bereits einen Gewinn von 56 Millionen Pesos erwirtschaften. 
Dianelis Saborido Pérez, Generaldirektorin der Emilio Córdova Agro-industriellen Getreidegesellschaft in Villa Clara, hob hervor, wie die Kombination der vor Jahren beschlossenen 63 Maßnahmen für die Landwirtschaft und der wirtschaftlichen und sozialen Transformationen sich sehr positiv auf das Unternehmen auswirkt, das einen Zuwachs von mehr als 2.000 Hektar Reisanbaufläche verzeichnen konnte.
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In dieser Saison wurden von den geplanten 10.880 Hektar Anbaufläche 11.068 Hektar bestellt. Besonders hervorzuheben sind die fast 1.000 Hektar, die von einem nichtstaatlichen Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieb (KKMU) bewirtschaftet werden und Erträge von 4,5 Tonnen Nassreis pro Hektar erzielen.

In der Reismühle Emilio Córdova betreiben nichtstaatliche Träger neben den Anbauflächen auch Mühlen und Trocknungsanlagen. Dies hat zu einem genossenschaftlichen Reisproduktionsmodell geführt, in dem die Branche den Kreislauf schließt und alle Beteiligten – sowohl das staatliche Unternehmen als auch die nichtstaatlichen KKMU – profitieren. Sie leisten einen Beitrag für sich selbst und für die Gemeinden und sozialen Einrichtungen, die sie im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung versorgen. Zudem werden neue Arbeitsplätze geschaffen.

Yoisel Pereda Milián, Präsident des Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebs Don Pereda in Artemisa, berichtete über die Erfahrungen eines nichtstaatlichen Unternehmens, das sich auf die Ferkelaufzucht spezialisiert hat und nun eine Wirtschaftspartnerschaft mit der Schweinegesellschaft Artemisa für den Verkauf von Mastschweinen eingeht. Diese Partnerschaft basiert auf dem intensiven Einsatz künstlicher Besamung, der Nutzung erneuerbarer Energien im gesamten Produktionsprozess und weiteren Vorteilen.

Fernando Ravelo Hernández, Präsident der Agrarproduktionsgenossenschaft (CPA) Kuba- Mexiko in Artemisa, räumte ein, dass es ihm schwerfiel, die in den letzten Jahren vorgeschlagenen Veränderungen zu akzeptieren.

Er gab zu, sich anfangs geweigert zu haben, die Genossenschaft mit Landnutzern und anderen Landbesitzern außerhalb der Genossenschaft zu verbinden. Mittlerweile hätten er und der Vorstand ihre Haltung jedoch gelockert und pflegten weiterhin Beziehungen zu Landnutzern in der Nähe der Genossenschaft, denen sie Bewässerungs- und Maschinendienstleistungen anbieten.

Abelardo Álvarez Silva, Präsident der Agrarproduktionsgenossenschaft Antero Regalado (CCS) in Güira de Melena, bezeichnete die Veränderungen als sehr positiv. Er betonte jedoch die Notwendigkeit von Schulungen, da nicht alle Landwirte diese Veränderungen verstünden; es gäbe viele Unklarheiten, und man dürfe nicht müde werden, diese zu erklären.

Er bat die Staatsführung, diese Kontakte aufrechtzuerhalten, „um die Ergebnisse zu sehen, aber auch um zu sehen, wo wir stecken bleiben.” 
SIE HABEN BEWIESEN,  DASS ES EINEN AUSWEG GIBT 
Präsident Díaz-Canel erklärte, ihm sei bewusst, dass „dies zwar ein Treffen war, bei dem positive Ideen und Interpretationen der Transformationen sowie Beispiele Ihrer bereits umgesetzten Maßnahmen vorgestellt wurden, dies aber nicht der Realität im ganzen Land entspricht. Mit anderen Worten: Vieles kommt nicht voran, vieles stagniert noch immer.“

„Bei unseren Besuchen auf Ihren landwirtschaftlichen Betrieben und in staatlichen Unternehmen haben wir oft gesehen, dass Sie in schwierigeren Zeiten bessere Ergebnisse erzielt haben.“

Dies sei ihnen gelungen, so seine Einschätzung, weil sie „sich anpassen konnten, weil sie Wissenschaft und Innovation anwandten, weil sie die Produktionsprozesse optimierten und weil sie die Arbeit mit ihren Genossenschaftsmitgliedern und Mitarbeitern gut organisierten.“

„Viele von Ihnen haben Maßnahmen ergriffen, die über das hinausgingen, was wir als Transformationen genehmigt haben.“ Damit haben Sie gezeigt, dass es einen Ausweg gibt, selbst in schwierigen Zeiten. Die Frage ist nun, wie wir diese positiven Erfahrungen verallgemeinern können“, betonte er.

Und nun erklärte Díaz-Canel: „Es wäre sehr wünschenswert, wenn wir durch die zügige, gründliche und konsequente Umsetzung dieser Transformationen die Lebensmittelproduktion in kurzer Zeit deutlich steigern könnten, um den Bedarf unserer Bevölkerung besser zu decken, die Kaufkraft der Menschen zu verbessern und ihnen den Zugang zu den benötigten Lebensmitteln zu günstigeren Preisen zu ermöglichen.“

„Aber dafür müssen wir eine effiziente Produktion erreichen, das Land optimal nutzen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ausgaben, Kosten und Preisen herstellen“, betonte der Präsident.

Díaz-Canel erläuterte detailliert die verschiedenen Transformationsmaßnahmen für den Agrarsektor. Dazu gehören die Anpassung der Vorschriften zur Landnutzung und -bewirtschaftung, die Anerkennung von Allianzen zwischen Einzelpersonen, juristischen Personen, dem Staat, privaten oder gemischten Einrichtungen, die Transformation des Genossenschaftsmodells durch die Erweiterung seiner Befugnisse zum Import von Betriebsmitteln, Brennstoffen und anderen Ressourcen sowie zum Export und die Achtung der Autonomie der Genossenschaften.

Nun, so Díaz-Canel, bestehe echte Autonomie. Darüber hinaus werde der Landwirtschaftsentwicklungsfonds auf Provinzebene dezentralisiert, eine Entwicklungs- und Förderbank gegründet und ausländische Investitionen sowie Investitionen von im Ausland lebenden Kubanern gefördert.

Er erläuterte den Produzenten die Stärken, Risiken, Schwächen und Chancen des Sektors sowie die Zusammenhänge zwischen den 23 Achsen, die die 176 Transformationsmaßnahmen strukturieren.

Er erklärte, dass es trotz all dieser Entscheidungen weiterhin Hindernisse geben werde, und deshalb „müssen wir weiterhin Ideen austauschen, und Sie müssen uns darauf aufmerksam machen, was fehlt.“

In seiner Zusammenfassung des Gedankenaustauschs betonte Díaz-Canel, dass diese Transformationen „ihnen das Recht geben, selbst zu entscheiden, was, wie, in welchen Mengen und wie produziert und vermarktet wird. Das gibt ihnen Autonomie, aber auch eine enorme Verantwortung, denn wenn am Ende keine Lebensmittel auf den Tellern kubanischer Familien landen, werden die Menschen nicht an die Transformationen glauben.“ Gleichzeitig erinnerte er sie daran, dass „andere Kubaner aus anderen Sektoren weitere Transformationen vorantreiben müssen, von denen auch sie profitieren werden.“

An dieser Stelle betonte der Präsident, dass sich die Akteure im Agrarsektor als „Verantwortliche für die Umsetzung dieser Transformationen“ verstehen müssten, deren Implementierung uns „zu einem Wendepunkt in der landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes und damit zur Ernährungssouveränität“ führen könne. Er forderte sie auf, das Konzept zu verteidigen, dass „das Land auf den Ackerfurchen und nicht im Büro oder am Schreibtisch aufgebaut wird.“ Daher, so sagte er, „ist Ihr Beitrag für das Land entscheidend.“

Die 176 wirtschaftlichen und sozialen Transformationen, erklärte er, seien keine „einfache Regeländerung“, sondern vielmehr „ein Logikwechsel“. Es gehe darum, „vom Umsetzen von Plänen zum Gestalten der produktiven Zukunft der Nahrungsmittelversorgung des Landes überzugehen“.

„Heute“, so der Präsident abschließend, „sind Land, Betriebsmittel, Marketing und Finanzierung näher  an Ihnen dran als je zuvor. Das Gesetz öffnet Türen, aber es sind die Produzenten, die hindurchgehen; das Gesetz allein kann nichts lösen. Deshalb sind wir aufgerufen, uns dieser Herausforderung zu stellen und Erfolge zu erzielen.“