
Das Schreiben dieser Zeilen ließ mich, als wäre keine Zeit vergangen, jeden Augenblick mit dem Mann wieder aufleben, der für mich ein Bruder war, den ich stets als Vorbild verehrte, und der sich durch sein Beispiel, indem er in jeder Schlacht voranging, die Anerkennung unseres Volkes als unbestrittener Anführer verdiente.
Ich betrachte es als höchste Ehre, dieses Vorwort zu schreiben, und verspüre gleichzeitig das Bedürfnis, Beobachtungen und Schlussfolgerungen zum Denken, Leben und Werk Fidels – wie ihn seine Landsleute und viele andere weltweit nennen – hervorzuheben, für den allein sein Vorname genügt, um ihn zu identifizieren.
Er war mein engster Lehrer. Ich werde nie vergessen, wie er mir mein erstes Buch zu politischen Themen schenkte: *Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates* von Friedrich Engels. Danach empfahl er mir weitere, die mir halfen, das zu verstehen, was ich noch nicht verstanden hatte.
Als Kinder besuchten wir gemeinsam die La Salle Schule in Santiago de Cuba. Jahre später, als er sein Jurastudium abgeschlossen hatte, schlug er unseren Eltern vor, dass ich mit ihm nach Havanna gehen sollte, um mein Studium fortzusetzen und mich an der Universität einzuschreiben.
Anfang der 1950er Jahre kandidierte Fidel für das Amt des Abgeordneten für den Havannaer Stadtteil Cayo Hueso, in der Hoffnung, die düstere Realität des Landes auf verfassungsmäßigem Wege zu verändern. Kurz darauf überzeugte ihn der Staatsstreich vom 10. März 1952, dass nur noch ein Weg blieb, dieses Ziel zu erreichen: der bewaffnete Kampf.
Als Reaktion auf dieses beschämende Ereignis reichte er beim Notstandsgericht in Havanna eine Verfassungsbeschwerde ein und prangerte in der Presse, insbesondere in seinem Artikel „Revolution kein Putsch“, den kriminellen Charakter des Putsches an, der die Lage in Kuba gewaltsam verschärfen würde.

Monate später, am 28. Januar 1953, dem hundertsten Geburtstag von José Martí, marschierte eine Massendemonstration von Arbeitern, Angestellten, Studenten und des Volkes von den Stufen der Universität zur Fragua Martiana (dem Steinbruch, in dem Martí Zwangsarbeit verrichtet hatte)). So entstand der Fackelmarsch, und Fidel stand an der Spitze von mehr als tausend disziplinierten und leidenschaftlichen jungen Menschen.
Fast ein Jahr war vergangen, seit er damit begonnen hatte, die besten orthodoxen Jugendlichen in einer einzigen Bewegung zu vereinen, um eine militärische Aktion zu organisieren. Damals sagte er: „Wir müssen einen kleinen Motor in Gang setzen, um den großen in Bewegung zu bringen.“ Der kleine Motor sollte der Angriff auf die Moncada-Kaserne sein, der große, die Kämpfer mit den dort erbeuteten Waffen.
Wie ich bereits sagte: Wenn Karl Marx behauptet hatte, die Protagonisten der Pariser Kommune seien „bereit, den Himmel zu stürmen“, dann könnte man den Angriff einiger Dutzend junger, mit Schrotflinten bewaffneter Männer auf Moncada als Versuch beschreiben, „den Himmel im Überraschungsangriff einzunehmen“.
Die Batista-Diktatur entfesselte ihren Zorn gegen alle, die an Aktionen der Bewegung des 26. Juli teilgenommen hatten. Wir Überlebenden wurden in einem Prozess ohne jegliche verfassungsmäßige Garantien verurteilt. Fidel hingegen wurde allein in einem kleinen Raum des Saturnino-Lora-Krankenhauses in Santiago de Cuba vor Gericht gestellt. Dort verteidigte er sich und wurde zu einem unerbittlichen Ankläger des Regimes.
Sein Plädoyer„Die Geschichte wird mich freisprechen“ wurde zum politischen Programm der Revolution. Wie weit von der Absicht jener Richter und Soldaten entfernt, die sich nicht vorstellen konnten, dass die Worte eines Gefangenen, der im Geheimen vor Gericht stand, als wolle man sicherstellen, dass niemand erfuhr, was er gesagt hatte, einmal Gesetze des Landes zum Wohle des Volkes werden würden!
Zweiundzwanzig Monate später wurde aufgrund des öffentlichen Drucks eine Amnestie verkündet, und der Diktator deutete an, uns einzubeziehen, falls wir dem bewaffneten Kampf abschwören würden. Fidel erklärte aus dem Gefängnis: „Wir wollen keine Amnestie um den Preis der Schande.“

Nach der bedingungslosen Begnadigung im Mai 1955 konzentrierte Fidel seine Bemühungen darauf, der Bevölkerung die Unvermeidbarkeit eines revolutionären Krieges zu verdeutlichen und den Grundstein für die Organisation der Untergrundbewegung zu legen.
Mexiko nahm uns damals auf. Wir lebten in provisorischen Lagern unter strengen Regeln, wo wir neben der militärischen Ausbildung die kubanische Realität und Werke der Weltkultur studierten.
Nach Fidels Versprechen von 1956, „frei zu sein oder Märtyrer zu werden“, erreichten wir am 2. Dezember an Bord der Granma die kubanische Küste. Wenige Tage später, nach der Einkesselung, Verfolgung und der Niederlage bei Alegría de Pío, trafen wir uns mit dem Führer der Revolution in Cinco Palmas, einem Ort am Fuße der Sierra Maestra, wieder. Wir waren acht Kämpfer mit nur sieben Gewehren, doch Fidel, mit dem unerschütterlichen Siegeswillen, den er nie aufgab, erklärte: „Jetzt werden wir den Krieg gewinnen!“ Sein Genie als Revolutionsführer war entscheidend dafür, diese erschöpfte Einheit, die später noch schwerste Situationen durchstehen sollte, in die siegreiche Rebellenarmee zu verwandeln.
Ich bewunderte seine Furchtlosigkeit und seine Fähigkeit, die Pläne des Feindes vorherzusehen, seinen kühnen Plan, neue Guerillafronten zu errichten und in den zentralen und westlichen Teil der Insel einzumarschieren. Diesen Plan teilte er mir im Dezember 1957 in Balcón de La Habanita mit, nach der Rückkehr der Truppen unter meinem Kommando, die zwischen Pilón und Manzanillo gekämpft hatten. Er schien eine prophetische Gabe zu besitzen; seine Intelligenz und sein analytisches Denkvermögen ermöglichten es ihm, Ereignisse vorauszusehen.
Ebenso waren seine Sensibilität und sein Humanismus Vorbilder für mich und die anderen Kämpfer. Nichts traf ihn härter als ein Leben, das durch die Grausamkeit der Mörder unseres Volkes vorzeitig beendet wurde. Jeder gefallene Kamerad war ein schwerer Schlag für ihn; als er von der niederträchtigen Ermordung Frank País Garcías erfuhr, rief er aus: „Welche Monster! Sie wissen nicht, welche Intelligenz, welchen Charakter, welche Integrität sie ermordet haben!“
In Fidel vereinten sich die Eigenschaften und Tugenden eines Militärführers und einer politischen Persönlichkeit und hinterließen einen tiefen Eindruck bei uns allen: absolute Identifikation mit den Interessen des Volkes; profunde militärische Kenntnisse; ein hohes Maß an Bildung, das nicht nur auf einer umfassenden Berufsausbildung, sondern auch auf seinem politischen, militärischen und ideologischen Verständnis beruhte; Bescheidenheit und Einfachheit im Umgang mit anderen; die Fähigkeit, seine Ideen präzise zu formulieren; und die Gabe, sie mit solcher Leidenschaft zu vermitteln, dass alle Zuhörer sie begeistert aufnahmen.
Es ist unmöglich, den siegreichen Feldzug der Rebellenarmee zu erklären, ohne die Rolle ihres Comandante en Jefe hervorzuheben. Die militärische Leistung gegen die Sommeroffensive der Tyrannei ist beispiellos in der kubanischen und vielleicht sogar in der Weltgeschichte.
Eine kleine, nicht-ausgebildete Armee mit spärlichen und minderwertigen Waffen, schlecht ausgerüstet und praktisch ohne Überlebenschance, besiegte Streitkräfte, die zahlenmäßig, waffentechnisch und in ihren Ressourcen 30- bis 50-mal überlegen waren. Der entscheidende Faktor für diesen Sieg war Fidels weise Führung und seine Überzeugung, dass die Ideen der Menschen die bestimmende moralische Kraft sind.
Nicht an jenem Julimorgen 1953, sondern fünf Jahre, fünf Monate und fünf Tage später, am 1. Januar 1959, begannen wir die Eroberung des Himmels, was für einen Revolutionär den Fortschritt, das Wohlergehen und das Glück des Volkes bedeutet. In seiner Verteidigung im Moncada-Prozess machte Fidel deutlich, dass die Revolution von Anfang an einzig und allein dem Wohl des Volkes verpflichtet war.
Wie im zweiten Band dieser Sammlung dargelegt, erlangte die Revolutionsregierung entschlossen und endgültig die nationale Souveränität zurück, die ihr seit 1898 durch die US-Intervention verweigert worden war. Sie ergriff umgehend radikale Maßnahmen zum Wohle der Bevölkerung, darunter Miet-, Telefon- und Strompreissenkungen, ein Wohnungs- und Sparprogramm und vor allem das Agrarreformgesetz, das Großgrundbesitz enteignete und das Land an die verteilte, die es bebauten. Diese Maßnahmen, zusammen mit der Verstaatlichung ausländischer Unternehmen, ermöglichten es, die sozialistische Vision der Revolution unter Fidels Führung in einem entscheidenden historischen Prozess voranzutreiben.
Ganz im Sinne der Umsetzung des Moncada-Programms wurden die Ziele des revolutionären Prozesses in der Ersten Erklärung von Havanna dargelegt. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wurde aus unserem Land verbannt, eine auf Arbeit und kollektiver Leistung basierende Gesellschaft gegründet und der Weg des antiimperialistischen Kampfes eingeschlagen. Die Revolution der einfachen Menschen, mit den einfachen Menschen und für die einfachen Menschen hatte begonnen, Früchte zu tragen. Als der Comandante en Jefe im April 1961 ihren sozialistischen Charakter verkündete, tat er nichts anderes, als einer bereits bestehenden Realität einen Namen zu geben.
In den folgenden Tagen fügten das Volk, die Kämpfer der Rebellenarmee, die Nationale Revolutionspolizei und die entstehenden Milizen unter seiner persönlichen Führung in Playa Girón dem US-Imperialismus die erste große militärische Niederlage Lateinamerikas zu. Im selben Jahr wurde Kuba zum Land ohne Analphabetismus erklärt – ein Erfolg, den unsere Jugend auf den Aufruf des Comandante en Jefe hin errungen hatte.
Im darauffolgenden Jahr erlebten wir die Oktoberkrise, in der Fidel seine staatsmännische Weitsicht bei der Verteidigung der Prinzipien der Revolution eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Kurz darauf, 1965, wurde auf dem Weg zur Festigung der revolutionären Einheit das erste Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kubas gegründet. Der Revolutionsführer, der aufgrund seiner Verdienste zum Ersten Sekretär gewählt wurde, bekräftigte, dass wir nun eine Partei mit einer einheitlichen, wahren und wissenschaftlich fundierten Ideologie hätten, Erbe der Unabhängigkeitspartei von José Martí. In jener Nacht las er uns den unvergesslichen Abschiedsbrief von Che vor, dem heldenhaften Guerillakämpfer, der für Fidel und uns alle ein Symbol der höchsten menschlichen Werte, ein außergewöhnliches Beispiel und ein Paradigma eines Revolutionärs war.
Der Comandante en Jefe widmete sein Leben der Solidarität und dem Internationalismus, dem Kampf gegen Kolonialismus, Apartheid und Imperialismus, für die Befreiung und Würde der Völker. Seinem Beispiel folgend, wird unsere Treue zum Marxismus-Leninismus und zum proletarischen Internationalismus unerschütterlich bleiben.
Es gibt wohl kein anderes Beispiel in der Geschichte, in dem die Führung einer Revolution eine so überwältigende Unterstützung, so großes Vertrauen und so viel bewusste Begeisterung der Massen genossen hat wie jene, die unser Volk seiner Revolution, seinen Führern und insbesondere Fidel, seinem geliebten und unbestrittenen Anführer, entgegenbrachte.
1989 warnte er uns vorausschauend vor einem möglichen Zusammenbruch der UdSSR und des Ostblocks und versicherte der Welt, dass Kuba und die Kubanische Revolution in diesem Fall weiterhin die Fahnen des Sozialismus verteidigen würden. Als viele weltweit nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch seinen Sturz voraussagten, erwiesen sich seine Führungsqualitäten und seine enge Beziehung zum Volk als entscheidend dafür, dass das Land in der schwierigen Zeit der Sonderperiode die erreichten grundlegenden Errungenschaften bewahren konnte. Ein Jahrzehnt später, angesichts einer rücksichtslosen Offensive des Feindes, startete er eine strategische Gegenoffensive.
Zwei große Tugenden vereinten sich in ihm: sein exzellentes taktisches Denken und seine Fähigkeit, gleichzeitig Militär- und Politikstratege zu sein. Getreu Martís Grundsatz, dass Ideen mehr wert sind als Schützengräben, perfektionierte er unser strategisches Konzept des Krieges des gesamten Volkes, das für die Verteidigung des Landes unerlässlich war. Damit vertiefte und prägte er die kubanische Militärkunst wie nie zuvor. Ebenso zeugen die Kämpfe, zu denen er uns für die Rückkehr des Kindes Elián und der Fünf Helden aufrief – in der Gewissheit, dass sie in die Heimat zurückkehren würden und dass wir dies durch Einigkeit erreichen könnten –, von seiner herausragenden politischen strategischen Kompetenz.
Fidel lehrte uns, dass Fortschritte in Bildung, Gesundheit, Kultur und den entscheidenden Bereichen der Gentechnik und Biotechnologie tatsächlich möglich sind; dass wir dies trotz der völkermörderischen Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade erreichen können, die die US-Regierung über sechs Jahrzehnte lang verhängt hat.
Sowohl in Kuba als auch bei der Erfüllung seiner ruhmreichen internationalistischen Missionen vermittelte er uns sein unerschütterliches Vertrauen in den Triumph und seinen Glauben an den Sieg. Er war ein Experte im Umgang mit begrenzten Ressourcen und wusste, wie man jeden Einzelnen zur richtigen Zeit am richtigen Ort einsetzt. Er lehrte uns, dem Großen mit dem Wenigen, dem Starken mit dem Schwachen und der technologischen Überlegenheit mit Intelligenz entgegenzutreten.
In dieser Ausgabe lässt sich die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und den anderen kapitalistischen Ländern nachvollziehen, seine Fähigkeit zum Dialog und zur Zusammenarbeit, die auf Respekt und Prinzipien beruht. Obwohl er ein überzeugter Antiimperialist war, hinderte ihn dies nicht daran, die Verdienste des Volkes der USA anzuerkennen und ihm in schwierigen Zeiten Solidarität zu bekunden.
Auf internationalen Foren erhob er seine Stimme für die Völker der Dritten Welt, verteidigte den Frieden und ihr Recht auf Entwicklung, prangerte Imperialismus und Wettrüsten an und warnte vor der wirtschaftlichen, politischen und moralischen Unmöglichkeit der Rückzahlung der Auslandsschulden. Er schloss sich mit anderen zusammen, um die Bewegung der Blockfreien Staaten zu stärken und sie zu einem wirksamen Vermittler in Konflikten zu machen, die von Kriegsgefahren bedroht waren. In ähnlichen Situationen warnte er vor den Folgen der Vernachlässigung des Umweltschutzes für das Überleben der Menschheit.
Mit seinem Beispiel als revolutionärer Humanist, der sich von materiellem Besitz löste, widmete er sich globalen wie alltäglichen Problemen. Er zögerte nicht, sein eigenes Leben zu geben, um Opfern von Überschwemmungen, Hurrikanen, Erdbeben und anderen Katastrophen Hilfe und medizinische Versorgung zu leisten. Er lehrte uns die wahre Bedeutung von Solidarität: das Wenige, das wir haben, zu teilen, nicht das, was wir im Überfluss besitzen.
Er förderte die Einheit Lateinamerikas und der Karibik sowie den Grundsatz der Gleichheit aller Menschen. In diesem Bestreben war Chávez sein Weggefährte. Schon früh erkannte er in ihm einen Anführer und sah seine politische Zukunft voraus, selbst als viele ihn noch nicht kannten. Gemeinsam arbeiteten sie unermüdlich daran, ihre Träume zu verwirklichen.
Selbst in den schwierigsten Momenten, als er gesundheitlich geschwächt war, teilte er unermüdlich seine Weisheit und Erfahrung mit uns, angesichts jedes Problems und jeder wichtigen Entscheidung. Bis zuletzt erlebten wir ihn als einen „Kämpfer der Ideen“, einen Forscher und Förderer nachhaltiger Nahrungsquellen für Mensch und Tier.
Fidel ist Fidel. Getreu Martís Motto, dass „alle Herrlichkeit der Welt in ein Maiskorn passt“, bestand er darauf, dass sein Andenken keinesfalls als Personenkult missverstanden werden dürfe. Das beste Denkmal für seine Ideale und sein Werk ist, sein Denken gemeinsam unter der Führung der Partei weiter zu verwirklichen.
Er brachte sein Vertrauen in die Jugend und seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die Ideen der kubanischen Kommunisten fortbestehen werden. Er hinterließ den kommenden Generationen ein Vermächtnis, das auf seinem persönlichen Beispiel und seinem unerschütterlichen Willen, das Unmögliche zu erreichen, beruht. Sein Vermächtnis stärkt uns, eint uns und ist ein uneinnehmbares Bollwerk gegen alle Versuche, die Revolution zu zerstören.
Einmal brachte ich zum Ausdruck, dass Fidels bleibende Lehre darin besteht, dass es möglich ist, dass die Menschheit selbst die härtesten Bedingungen überwinden kann, wenn ihr Siegeswille nicht nachlässt, wenn sie jede Situation richtig einschätzt und wenn sie ihre gerechten und edlen Prinzipien nicht verleugnet.
Vor den Mitgliedern der Nationalversammlung wiederholte ich Ches treffende Aussage und ergänzte sie um meine eigene: „Und wenn wir heute hier sind und die Kubanische Revolution hier ist, dann nur, weil Fidel als Erster die Moncada-Kaserne betrat, als Erster von der Granma ging, als Erster die Sierra Maestra erreichte, als Er in einem Panzer nach Playa Girón fuhr, das wenn es Überschwemmungen gab, er vorOrt war und er musste darum kämpfen, weil man ihn nicht dorthin lassen wollte. Deshalb hat unser Volk so großes Vertrauen in seinen Comandante en Jefe, denn er besitzt wie kein anderer in Kuba die moralische Autorität, im Namen der Revolution jedes erdenkliche Opfer zu fordern.“
Fidels Bruder zu sein, ist für mich nicht nur eine Ehre, sondern auch ein Privileg. Ich bin Kommunist, weil er es mich gelehrt hat. Schon in jungen Jahren beschloss ich, mich ihm beim Aufbau dieses wunderbaren Werkes, der Kubanischen Revolution, anzuschließen.
In diese Gedanken versunken, durchfluteten mich Ereignisse, die Fidels facettenreiche Persönlichkeit offenbarten. Da sie für zukünftige Generationen von Bedeutung sind, werde ich versuchen, sie in wenigen Zeilen zusammenzufassen, wohl wissend, dass dies seiner sprichwörtlichen Bescheidenheit, von ihm, der noch unter uns weilt, schaden könnte.
Er war Martís bester Schüler: Erfüllt von dessen Ideen und Überzeugungen des Kampfes, konnte er das unvollendete Werk des Meisters vollenden.
Er gründete den ersten sozialistischen Staat der westlichen Hemisphäre und schuf im Zuge dessen eine marxistisch-leninistische Partei, die Kommunistische Partei Kubas, deren Grundprinzipien sich in über sechs Jahrzehnten sozialistischen Aufbaus bewährt haben. Seine konzeptionellen Beiträge zur Partei garantieren ihr Funktionieren und ihre führende Rolle in der kubanischen Gesellschaft.
Ich bekräftige meine Aussage vom 14. Juni 2006: „Es gibt nur einen Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution, und nur die Kommunistische Partei, als Institution, die die revolutionäre Avantgarde vereint und die Einheit der Kubaner zu jeder Zeit sichert, kann die würdige Erbin des Vertrauens sein, das das Volk in seinen Führer gesetzt hat. Darauf arbeiten wir hin, und so wird es auch sein; alles andere ist, gelinde gesagt, reine Spekulation.”
Wo immer es nötig war, gegen Ungerechtigkeit zu protestieren, eine gerechte Sache zu verteidigen, war Fidel zur Stelle. Durch Mut, Opferbereitschaft und sein Vorbild gewann er an Autorität. 1959 sagte ich: „Fidel ist überall dort, wo es Arbeit gibt (...), wo immer ein Kubaner ehrlich arbeitet, wo immer ein Kubaner, wer auch immer er sein mag, Gutes tut. Wo immer ein Kubaner, wer auch immer er sein mag, die Revolution verteidigt.“
Seinen Prinzipien treu, scheute Fidel keine Mühe und kein Opfer für seine Ziele, selbst nicht das Äußerste. Mit absoluter Offenheit gestand er: „Ich gehöre zu den Ungeduldigen.“ Ich gehöre zu denen, die immer drängen, Dinge zu erledigen, und die oft versuchen, mehr zu tun, als möglich ist.
Er war ein Mentor für Generationen, die ihn bewunderten und ihm folgten. Ihm nachzueifern, ist die Aufgabe der kubanischen Revolutionäre: seine Eigenschaften und sein Beispiel nachzuahmen und würdige Gestalter der Gesellschaft zu werden, die wir aufbauen.
Die Kader sehen in Fidel das höchste Vorbild eines Führers – aufgrund seiner Tugenden, seines Stils und seiner Arbeitsmethoden, die die Verbindung zur Bevölkerung zu einer der wichtigsten Quellen für Lernen, Forschung, Studium und Führung machten. Wenn wir unsicher sind, wenn wir Rat suchen, wenden wir uns an ihn, im sicheren Wissen, eine weise Antwort zu erhalten.
Als Schöpfer von Träumen und Heldentaten kämpfte er mit der unermüdlichen Kraft und dem edlen Charakter eines Don Quijote, jener berühmten Figur, die er so sehr bewunderte, gegen die unterschiedlichsten Hindernisse. Die Geschichte erkennt ihn an und wird ihn auch weiterhin wegen der Bedeutsamkeit seines Werkes anerkennen.
Umfangreiche Forschungsarbeit ermöglichte die Veröffentlichung dieser in 23 Bänden erschienenen Ausgewählten Werke von Fidel Castro Ruz. Sie umfassen 690 Texte verschiedenster Art: Reden, Interviews, Artikel, Reflexionen, Vorworte und andere Materialien, teils bisher unveröffentlicht oder wenig bekannt. Der letzte Band enthält ein Zeugnis seiner tiefen Freundschaft mit Hugo Chávez, den er als „den besten Freund des kubanischen Volkes“ bezeichnete.
Die Sammlung bestätigt, was wir alle wissen: Fidel besaß die Gabe eines außergewöhnlichen Kommunikators, eines tiefgründigen und mitreißenden Redners, der die Massen fesselte. Sie ist ein zentraler Bestandteil des nationalen Geschichtsbewusstseins; kein wichtiges Ereignis wird hier nicht behandelt, auch wenn es anmaßend wäre zu behaupten, sie enthalte alles, was er je gesagt hat. Gleichzeitig zeigt sie, wie viel noch über das Epos der Kubanischen Revolution und ihre Auswirkungen auf Geschichte und Zukunft erforscht und geschrieben werden muss. Es wird ein unverzichtbares Nachschlagewerk sein, um tiefer in das Denken, das Leben, das Werk und das Vorbild unseres ewigen Führers einzutauchen.
Für diejenigen, die mit Martí- und Fidel-inspiriertem Eifer an diesen großartigen und zeitgemäßen Ausgewählten Werken gearbeitet haben, wurden sie zu einer Schule und einer Quelle meisterhafter Lehren. Die Veröffentlichung der Gesamtwerke bleibt für das Fidel Castro Ruz Zentrum eine gewaltige Herausforderung – eine dringende Notwendigkeit für das historische Gedächtnis der Nation.
Gegenwärtige und zukünftige Generationen werden darin eine unerschöpfliche Quelle zum Verständnis unserer Zeit und eine gewaltige Waffe finden, um das Vaterland mit der Kraft Baraguás und im Geiste von Maceos unsterblichen Worten weiter zu verteidigen: „Wer versucht, Kuba zu erobern, wird den blutgetränkten Staub seiner Erde einatmen, wenn er nicht im Kampf umkommt.“
Unendlicher Dank, Fidel, für deine Lehren und dein Vorbild. Mit dir bekräftigen wir das Versprechen, das du uns eingepflanzt hast
¡Patria o Muerte!
¡Venceremos!
¡Hasta la Victoria, Siempre!









