OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: José Manuel Correa

(Übersetzung der stenoraphischen Version der Präsidentschaft der Republik)

Compañeras und Compañeros der Präsidentschaft,
liebe Einwohner und Einwohnerinnen Pinar del Rios,
Freunde der Solidarität:
Heute früh erhielt ich einen Anruf von General Raúl Castro Ruz, dem Führer unserer Revolution, der mich bat, Ihnen folgende Botschaft zu übermitteln: „Liebe Einwohner von Pinar del Río, bitte nehmen Sie an diesem 26. Juli meine herzliche Anerkennung und Wertschätzung entgegen. Durch Ihren Einsatz, Ihre Hingabe für die revolutionäre Sache und Ihre kreative Arbeit haben Sie sich die große Ehre erworben, die Zentrale Veranstaltung zum 73. Jahrestag der Angriffe auf die Moncada- und Carlos-Manuel-de-Céspedes-Kaserne, dem Tag des Nationalen Aufstands, auszurichten. 
Herzliche Grüße an alle, 
Raúl Castro Ruz (Beifall)
Liebe Lansleute:
Heute führt Kuba einen historischen Kampf. Eine neue Moncada! Wie die Generation des 100.Geburtstags von Martí, die vor 73 Jahren mit nichts als Gewehren die Mauern zweier Kasernen der Batista-Diktatur stürmte, erheben wir, die heutigen Generationen, uns gegen eine völkermörderische Politik, die die gesamte Bevölkerung ersticken will, um die Kontrolle über das Land zu erlangen. Sie werden sagen, der Angriff auf die Moncada und die Carlos-Manuel-de-Céspedes-Kaserne im Jahr 1953 sei gescheitert. Wir werden sie daran erinnern, dass diese Aktion den kleinen Motor entzündete, der den großen Motor der Kubanischen Revolution in Gang setzte.


Dies sind die Worte Fidels, der uns von diesem Moment an lehrte, selbst angesichts größter Rückschläge nach dem Sieg zu streben. In seinem historischen Plädoyer zur Selbstverteidigung erklärte er dies mit den Worten: „Es gibt einen Grund, der uns stärker stützt als alle anderen: Wir sind Kubaner, und Kubaner zu sein bedeutet eine Pflicht; diese nicht zu erfüllen, ist ein Verbrechen und es ist Verrat.“
 Aus diesem Grund kämpfen wir mit derselben Leidenschaft, mit der José Martí für wahre Gerechtigkeit kämpfte, unerbittlich und beharrlich für unsere Souveränität und unser Recht, frei über unsere Regierungsform  zu entscheiden.
Zum Gedenken an alle möchte ich darauf hinweisen, dass dies der erste 26. Juli seit dem Triumph von 1959 ist, an dem wir nicht vom Kommandanten der Revlution Ramiro Valdés Menéndez (Beifall), dem Helden dieser großen Tat und all jener, die das kubanische Volk seither errungen hat, begleitet werden.

Ewiger Ruhm den Erstürmern der Moncada! Dem Expeditionsteilnehmer, dem Eroberer, dem, der die Kämpfer geschmiedet hat für die Sicherheit des Vaterlandes, dem Berater, der Anleitungen gab, demjenigen, der sich für die Armen der Erde einsetzte und bis zu seinem letzten Atemzug arbeitete, überzeugt wie sein Comandante en Jefe , dass der ganze Ruhm der Welt in ein Maiskorn passt! (Beifall.) 
 Compañeras un Compañeros:
Wir feiern den Tag des Nationalen Aufstands in Pinar del Río wegen die bereits erwähnten und anerkannten Erfolge dieser Provinz. Doch ich möchte betonen, dass dies in Zeiten wie diesen nicht nur Errungenschaften sind, sondern ein Beweis für alltäglichen Heldenmut. 
Eine einzige Statistik genügt, um dies zu verdeutlichen: Die Säuglingssterblichkeitsrate von 4,8 pro 1.000 Lebendgeburten und die Müttersterblichkeitsrate von null – trotz Stromausfällen und Versorgungsengpässen jeglicher Art – das ist wahrer Heldenmut! 
Wie das Politbüro bestätigt hat, erzielt Pinar del Río Erfolge bei der Erfüllung seiner wichtigsten Aufgaben im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich, dank des maßgeblichen Engagements von Produktions- und Dienstleistungsarbeitern, Landwirten, Intellektuellen, Jugendlichen und anderen gesellschaftlichen Gruppen.
Die Provinz legt besonderen Wert auf die Einhaltung des Wirtschafts- und Sozialprogramms der Regierung, des Wirtschaftsplans und des Staatshaushalts, was sich auf die Deviseneinnahmen aus Exporten auswirkt.Es ist eine Provinz, die Überschuss erzielt und die Zahl der Unternehmen mit Verlusten vermindert hat.. 
Ich möchte außerdem, beispielhaft für andere Provinzen, die kontinuierlichen Bemühungen hervorheben, die es ermöglicht haben, die Nahrungsmittelproduktion in enger Zusammenarbeit mit den Erzeugern zu steigern, sowie die Effizienz bei der Vergabe von Landnutzungsrechten – ein Thema von heute höchster Priorität.
 Natürlich ist es unerlässlich, die Tabakproduktion zu erwähnen, ein Symbol der Region und ein Exportgut von außerordentlichem Wert, sowie die Lebensmittelproduktion mit ihren neuen Verbindungen zu nichtstaatlichen Managementmodellen.
Durch Wissenschaft und Innovation fördert die Universität Hermanos Saíz Montes de Oca von Pinar del Rio  die regionale Entwicklung und setzt damit Maßstäbe für das ganze Land. 
Trotz aller Widrigkeiten ist in dieser Region mit ihrer reichen literarischen und künstlerischen Tradition, der Geburtsstätte von Luis und Sergio Saíz Montes de Oca, Pedro Junco und Nersys Felipe, die Flamme der Kultur lebendig geblieben.
 Die lobenswerte Arbeit zum Schutz des Kulturerbes, die kontinuierliche kulturelle Förderung in den Gemeinden und die im vergangenen Jahr in der Kunsterziehung erzielten Erfolge zeugen eindrucksvoll vom gemeinsamen Engagement der Institutionen und Künstler von Pinar del Río, ihre Kultur und Identität zu bewahren und das kulturelle Angebot für die Bevölkerung aufrechtzuerhalten.



Die Provinz hat gemeinsam mit ihren Gemeinden und Einrichtungen ein funktionierendes System etabliert, das die Verbindung zwischen Partei- und Regierungsstrukturen und den Gemeinden, insbesondere den am stärksten gefährdeten Personengruppen, gestärkt hat. Wir konnten uns bei unseren häufigen Besuchen in dieser großartigen Provinz selbst davon überzeugen. 
Herzlichen Glückwunsch, Pinar del Río, zu eurem Heldenmut und eurenErfolgen! (Beifall)
Unsere Grüße gehen auch nach Villa Clara und Matanzas, zwei herausragende Provinzen, und wir würdigen die Leistungen von Guantánamo und Sancti Spíritus. 
Wir appellieren an sie, weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen und ein Beispiel dafür zu sein, was getan und verändert werden kann, um die gegenwärtigen, äußerst schwierigen Lebensbedingungen zu verbessern. 
Liebe Landsleute: 
Die historischen Widersacher der kubanischen Nation, berauscht vom Vormarsch der Rechten und der extremen Rechten in der Region und blind im Glauben an die Macht des Geldes, Gewissen zu kaufen und Willen zu brechen zu können, bedrohen die Revolution Tag für Tag und Woche, indem sie neue Strafen für kubanische Unternehmen und Beamte ankündigen, ja sogar für all jene, ob Kubaner oder Ausländer, die es wagen, einen Öltanker nach Kuba zu schicken oder dort zu investieren.
Die jüngsten Sanktionen brechen alle Rekorde des Infamen, indem sie kubanische Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens und medizinische Einrichtungen ins Visier nehmen. Ich frage mich, mit welchem ​​absurden Argument diese Fachkräfte, deren Arbeit in entlegenen Gebieten, angesichts gefährlicher Situationen, Naturkatastrophen und ansteckender Krankheiten, von Regierungen unterschiedlichster politischer Richtungen als herausragend anerkannt wird, herausgegriffen werden können. 
Beamte des US-Außenministeriums, Experten im Verfassen von Sanktionen, Erstellen von Listen und Erfinden von Vorwänden, sind eine moderne Version jener Verfasser militärischer Erlasse und Proklamationen, die in den finsteren Zeiten des Mittelalters oder während der Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg so gefürchtet und gehasst wurden. Als wäre der Rest der Welt ihre Kolonie, diktieren sie unter Androhung von Strafen oder Aggressionen, wie die Dinge zu laufen haben.

Sie haben dem linken Spektrum und Kuba, der Hauptstadt des Kommunismus im 21. Jahrhundert, den Weltkrieg erklärt. Gemäß der Philosophie dieses neuen Regimes ist es im Land der vermeintlichen Freiheiten verboten, gegen staatliche Maßnahmen zu protestieren, die die Mehrheit verarmen lassen, während die Machteliten obszön reich werden. 
Indem sie Kuba beschuldigen, suchen sie nicht nur einen Sündenbock, einen externen Akteur; sie suchen jemanden, dem sie die Proteste der am stärksten von einer Wirtschaft betroffenen Bevölkerungsgruppen anlasten können, die die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht – bis hin zu einem unerträglichen Ausmaß. 
Sie kriminalisieren Proteste, ohne deren Ursachen zu analysieren, und suchen opportunistisch nach einer neuen Ausrede, um ihre völkermörderische Politik gegen Kuba, die die Welt verurteilt, aufrechtzuerhalten. 
Lasst Kuba in Frieden leben! Und lasst auch die noblen US- Amerikaner in Frieden leben, jene, die sich historisch für die Menschenrechte anderer Völker eingesetzt haben, ohne Anerkennung zu erwarten und oft Verfolgung, Gefängnis und Lebensgefahr in Kauf genommen haben.. 

Kuba ist keine Bedrohung, weder für die Vereinigten Staaten noch für irgendein anderes Land der Erde! Wir sind ein edles Volk, das Leben rettet, wo andere zerstören, das Ärzte und Lehrer dorthin schickt, wo andere Bomben hinschicken, und das hochqualifizierte Fachkräfte aus verschiedenen Nationen in Kooperationsprojekten ausbildet, die trotz größter Engpässe aufrechterhalten werden!
 In diesen letzten Tagen des akademischen Jahres, die so angespannt und schwierig sind, wie nur dieses Volk es verstehen kann, haben kubanische Universitäten 30.185 junge Akademiker rfolgreich verabschiedet, 735 von ihnen  srammen aus 62 Ländern. Und eine Tatsache, die wir mit Stolz verkünden: 23 neue palästinensische Ärzte und fünf aus den Vereinigten Staaten. Ist das etwa Terrorismus? Nennt man so etwas eine Bedrohung?! (Beifall.) 
Alles, was Kuba tut, alles, was die Kubanische Revolution in ihren Programmen und Aktionen vorweisen kann, zeugt von 67 Jahren unermüdlicher Verteidigung ihrer Souveränität, Solidarität und internationalen Zusammenarbeit für Leben, Gesundheit, Bildung und Wissenschaft. 

Die einzige Bedrohung für die Sicherheit in der Region, die wahre Bedrohung für den Weltfrieden und das menschliche Leben, ist die Aggressionspolitik, die Hungersnot, Verarmung, unkontrollierte Migration, Chaos, Instabilität und Zehntausende Tote weltweit verursacht. Kuba ist nicht das erste und wird auch nicht das letzte Opfer dieser Art von Kriegführung sein, die blockiert, erstickt und soziale Unruhen schürt, um Regierungen zu installieren, die imperialen Interessen dienen. 
Deshalb verurteile ich von diesem Ort aus, dass Kuba Opfer eines kaltblütig geplanten Völkermords ist! Die Regierung der Vereinigten Staaten hat bewusst eine Politik maximaler wirtschaftlicher Strangulierung gegen das kubanische Volk entworfen und umgesetzt. Sie hat ihre sechs Jahrzehnte andauernde Blockadepolitik verschärft, ein Energie- und Finanzbelagerung verhängt, eine tiefgreifende Krise im Stromnetz ausgelöst, die zu Stromausfällen von mehr als einem Tag Dauer, zur Lähmung von Industrien und zu Beeinträchtigungen von Zehntausenden von Arbeitern geführt hat.
Das immense Leid kubanischer Familien wird durch Statistiken belegt: Todesfälle aufgrund fehlender Medikamente, die das Land jahrzehntelang kostenlos oder subventioniert produzierte und verteilte, deren Versorgung es nun aber nicht mehr gewährleisten kann; über 100.000 Operationen, die nicht geplant oder durchgeführt werden können, weil Krankenhäuser nicht vor den unerwarteten Stromausfällen geschützt werden können, die durch die mittlerweile häufigen Störungen des nationalen Stromnetzes und den Mangel an Treibstoff für Notstromaggregate verursacht werden; über 118.000 Krebspatienten, darunter 1.200 Kinder, die keine eigentlich notwendige Behandlung erhalten und auf alternative Zweit- und Drittklassige angewiesen sind; und was ebenso, wenn nicht noch schmerzlicher ist: Die Säuglingssterblichkeitsrate ist auf 9,3 pro 1.000 Lebendgeburten gestiegen, verglichen mit 4 oder 5 in den Vorjahren. Diese Zahlen stehen für die Gesichter von Kindern, die aufgrund der Blockade und ihres völkermörderischen Charakters nie das Licht der Welt  erblickt haben!

Die einseitigen Zwangsmaßnahmen – von den Vereinigten Staaten als „Sanktionen“ bezeichnet, also Maßnahmen einer Regierung, die sich das Recht herausnimmt, den Rest der Welt mit Sanktionen zu belegen – werden jedes Jahr von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als völkerrechtswidrig verurteilt. Es ist illegal und verbrecherisch, ein Volk zu foltern, nur um es zu einer Rebellion gegen seine Regierung zu provozieren; dies kann nicht einmal als Instrument der Außenpolitik bezeichnet werden.
Die Blockade ist eine Kriegswaffe und verursacht Tote. Angesichts der internationalen Verurteilung und der wachsenden Solidarität, die uns von Völkern entgegengebracht wird,  haben die neuen Hardliner an der Spitze des US-Außenministeriums einen verleumderischen Bericht über Kubas angeblichen subversiven Einfluss gegen die USA  verbreitet. Wie es in unserer Erklärung des Außenministeriums heißt, handelt es sich dabei um eine mittelmäßige Propagandaschrift, die durch die Konstruktion anklagender Narrative versucht, Unterstützung für eine mögliche militärische Aggression zu schüren. 
Wir verurteilen diejenigen, die diese Politik der Erstickung entworfen, umgesetzt und aufrechterhalten haben, als verantwortlich für das Leid des kubanischen Volkes! Sie sind verantwortlich für die Todesfälle, die durch den Mangel an lebensnotwendigen Gütern verursacht werden! Sie sind verantwortlich für die Hungersnot, die sie herbeiführen wollen, und die Geschichte wird ihnen nicht vergeben! Wir verurteilen auch jene, die schweigen und die Exzesse der erstarkten, faschistischen und rechtsextremen Kräfte in den Vereinigten Staaten dulden, die lügen, stehlen, morden und sich zum Herrscher über alle Schicksale aufspielen. Die US-Blockade funktioniert nur dank der Komplizenschaft jener, die Washingtons Macht mehr fürchten als das Urteil der Geschichte. Dies ist ein erneuter Appell an das Gewissen der Welt: Werdet nicht Komplizen eines weiteren Völkermords.





Jedes Mal, wenn ein Teil der Welt angesichts der Aggression gegen Kuba schweigt, wird das Völkerrecht geschwächt. Jedes Mal, wenn eine Regierung die unrechtmäßigen Sanktionen der Vereinigten Staaten akzeptiert, wird das Prinzip der Nichteinmischung untergraben. Jedes Mal, wenn ein Unternehmen unter Druck gesetzt wird, seine Investitionen in Kuba aufzugeben, und andere aus Angst vor Repressalien zögern, zu investieren, wird die wirtschaftliche Diktatur einer einzelnen Macht gestärkt. Früher waren es Gaza, Libanon, Iran; heute ist es Kuba. Morgen könnte es jedes andere Land treffen. 
Vergessen wir nicht, dass die weltweite Solidarität mit Gaza für mehr als 70.000 Palästinenser, darunter etwa 21.000 Kinder, zu spät kam. Ihre Asche ist Teil der schrecklichen Trümmerberge, in die das zionistische Völkermordregime diesen Landstrich verwandelt hat. Deshalb sage ich heute: Kuba vor der Grausamkeit seiner Vollstrecker zu verteidigen, ist keine Angelegenheit, die aufgeschoben werden kann! Kuba mit aller Kraft und Dringlichkeit zu verteidigen bedeutet, den Vormarsch von überheblichen, rassistischen, fremdenfeindlichen, elitären und ausgrenzenden Ideen zu stoppen, die Feinde der wahren Freiheit und der menschlichen Emanzipation sind!
Kuba zu verteidigen bedeutet, gegen den Kolonialismus des 21. Jahrhunderts, gegen Hegemonie und gegen das Vorhaben zu kämpfen, ein einzelnes Land solle über das Schicksal aller entscheiden! Es gibt keine überlegenen oder unterlegenen Nationen. Die Welt, die in Herrscher und Untertanen gespalten war, wurde nach Jahrhunderten des Kampfes besiegt und kann nicht wiederkehren. 

Gegen die Versuche, die Menschheit in die dunkelsten Kapitel ihrer Vergangenheit zurückzuwerfen, erheben sich weltweit Kräfte und Stimmen. 

Kuba kennt, erkennt an und weiß welche Völker und Regierungen im freundschaftlich zugetan sind, einschließlich der Vertreter des noblen Volkes der Vereinigten Staaten, die alles riskieren, um der Insel ihre Solidarität und Unterstützung zuzusichern.

Den Frauen und Männern wie denen der Open Arms-Flottille und des Nuestra América-Konvois, den sozialen Bewegungen Lateinamerikas und der Karibik, die trotz des Drucks aus Washington ihre Solidarität mit Kuba bewahrt haben. 
Den Menschenrechtsorganisationen, die die Verbrechen der Blockade vor internationalen Foren anprangern. Den Parlamentsfraktionen und Abgeordneten verschiedener Länder, die sich unermüdlich gegen die unrechtmäßigen Sanktionen einsetzen. 

Den europäischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die trotz der Drohungen die Beziehungen zu Kuba aufrechterhalten haben. 

Den sozialen, pazifistischen und antiimperialistischen Bewegungen weltweit, die verstehen, dass der Kampf gegen Hegemonie ein Kampf für den Frieden ist, und den Staaten des Globalen Südens, die die Überzeugung teilen, dass Souveränität nicht verhandelbar ist.

Ein besonderer Dank gilt allen Regierungen, die in der Generalversammlung der Vereinten Nationen für die kubanische Resolution gegen die Blockade und das Energieblockade gestimmt haben, trotz des unglaublichen Drucks der US-Regierung. 
Ein besonderer Dank gilt auch den Solidaritätsgruppen mit Kuba, die uns besuchen und an dieser Veranstaltung teilnehmen: Pastors for Peace; Carlota’s Warriors of New York; die Australian Cuba Solidarity Association; die José Martí Cultural Association of Miami; und das Projekt Marcapasos (Applaus). Ihre Anwesenheit ist der lebende Beweis dafür, dass wir nicht allein sind.


Ihre Anwesenheit heute hier ist ein Akt des Mutes, denn Kuba in Zeiten maximalen Drucks zu verteidigen bedeutet, Risiken einzugehen, Kritik zu ertragen und die Heuchelei derer zu entlarven, die Menschenrechte predigen, aber angesichts des Völkermords schweigen. 
Wir danken Ihnen für Ihre Solidarität! Wir danken Ihnen für Ihren Mut! Wir danken Ihnen für Ihr Engagement für Gerechtigkeit! 
Seien Sie versichert, wir werden nicht kapitulieren!

Wie an jenem frühen Morgen des 26. Juli stellen wir uns jeden Tag den harten Realitäten des Alltags und schreiben so die Geschichte dieser Ära. 
Was tun wir inmitten dieser großen Schwierigkeiten? Wir arbeiten, wir schaffen, wir entwickeln Innovationen. In allen Wirtschaftszweigen entwickeln, leisten und modifizieren Arbeiter, Bauern, Wissenschaftler, Intellektuelle, Künstler und Studenten Technologien, um weiterhin zu produzieren und uns – wenn auch nur minimal – mit Licht zu versorgen; während unsere Widersacher ihre eigene Perversität übertreffen und versuchen, uns ohne Licht, ohne Wasser, ohne Energie und ohne Hoffnung zurückzulassen.

Unsere Antwort auf die erdrückende Lage ist Einfallsreichtum, Kreativität und – so sehr es sie auch stören mag – die Freude des kubanischen Volkes! (Beifall). 
Die Antwort auf die Blockade ist intelligentes und effizientes Handeln. Die Antwort auf die nie aufgegebenen Versuche, uns zu isolieren und zu spalten, ist Einheit. 
„Die Einheit ist unsere wichtigste strategische Waffe“, sagte uns General Raúl Castro Ruz am Jahrestag der Revolution im Januar 2024 und er bat uns, sie mehr zu hüten als unseren Augapfel.

 Einheit bedeutet nicht Gleichförmigkeit. Sie bedeutet, dass wir trotz unterschiedlicher Herangehensweisen, Dynamiken und Strategien im Umgang mit Herausforderungen alle dasselbe Ziel verfolgen: Kuba soll ein sozialistisches, souveränes, unabhängiges, würdevolles und letztlich prosperierendes Land sein, das niemanden zurücklässt. Alles, was dieses Ziel untergräbt, würde der Revolution ihren Sinn rauben, denn jedes Mal, wenn die Einheit in unserer langen Geschichte des Kampfes als Volk zerbrach, geriet die Revolution vom rechten Weg ab.

 Landsleute:
 Kreativität und Anstrengung allein, so heldenhaft sie auch sein mögen, reichen nicht aus, um die Strukturen der Belagerung zu überwinden. Diese Überzeugung macht die Umsetzung der laufenden wirtschaftlichen und sozialen Transformationen zu einer strategischen Priorität. Es handelt sich um tiefgreifende und notwendige Veränderungen, die seit Jahren vorgeschlagen und diskutiert werden.

Wir haben einen Prozess der makroökonomischen Stabilisierung eingeleitet und stärken alle Formen des Managements, unterstützen Arbeiter und Landwirte und schaffen Raum für verantwortungsvolle Investitionen – stets unter dem unumstößlichen Grundsatz, dass Wandel untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden ist. Dies ist der wirtschaftliche und soziale Kampf unserer Generation. 
Die Aufgabe ist äußerst komplex und mit Risiken behaftet, die wir zum Wohle derer, die sich in prekären Lagen befinden, minimieren müssen. 

Die Kühnheit, die uns der Anschlag auf die Moncada-Kaserne hinterlassen hat, gebietet uns, den Wandel nicht zu scheuen. Im Namen des höchsten Ideals derer, die damals ihr Leben verloren, und all jener, die in den vergangenen Jahren alles gegeben haben, müssen wirtschaftliche Transformationen von einem fundamentalen Prinzip geleitet werden: größtmöglicher sozialer Gerechtigkeit.

Wir bekräftigen, dass Kuba ein souveränes Land ist und bleiben wird, dass niemand unter keinen Umständen das Recht hat, für uns zu entscheiden, und dass wirtschaftliche, politische und soziale Entscheidungen unsere sind und bleiben! 
Dieses Jahr, 2026, hat eine besondere Bedeutung, und zwar nicht nur für Kubaner. Das hundertste Jahrestag der Geburt des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz findet weltweite Beachtung. 

In Kürze werden revolutionäre Freunde von allen fünf Kontinenten eintreffen. Mit ihren eigenen Mitteln und dem Willen, die komplexe und herausfordernde Realität, die wir erleben, zu teilen, haben sie sich entschieden, am Kolloquium und anderen Veranstaltungen und Aktivitäten anlässlich Fidels 100. Geburtstag teilzunehmen. 

Diese Tage werden der Analyse und Debatte der Ideen seines außergewöhnlichen Vermächtnisses dienen, der Bewertung der internationalen und nationalen Lage sowie der Rolle und des Stellenwerts der Kubanischen Revolution in einem der schwierigsten Momente ihrer Geschichte. Es wird auch eine Zeit sein, in der wir uns im Studium und in der Praxis der revolutionären Prinzipien, die uns der Comandante en Jefe hinterlassen hat, erproben können.

In diesem Gedenkjahr sind wir Kubaner aufgerufen, sein Andenken mit Worten und Taten zu ehren: mit Arbeit, mit Einigkeit, mit Würde und mit der nötigen Klarheit und Entschlossenheit, die Veränderungen, die der Augenblick und die Nation von uns fordern, so schnell wie möglich umzusetzen. 

Ich möchte mich insbesondere an die jungen Menschen Kubas wenden. Ihr seid die Gegenwart und die Zukunft. Seht euch als Erben des Mutes von Abel Santamaría, Melba, Haydée und jener ganzen Generation: der Generation von Martís Hundertsten Geburttag. Ihr seid die Jugend des Hundertsten Geburtsjahres von Fidel! Ihr seid aufgerufen, diesen Moment aus jedem Viertel und jedem Winkel dieser Insel heraus zu gestalten. Beteiligt euch und gestaltet die Welt zum Wohle aller, so wie  sie sie einst zu eurem Wohl gstalten wollten. (Beifall) 
José Martí, der geistige Urheber der Ereignisse, an die wir heute erinnern, sagte: „Ein Volk braucht nur eine Kraft: das Vertrauen in die eigene Stärke.“


Liebe Landsleute:
Jetzt ist Handeln gefragt! Nicht zögern, nicht klagen, sich nicht mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern als Nation denken, mutig und kreativ nach Alternativen suchen, jede Ressource sorgsam behandeln, als wäre sie die letzte, selbst produzieren, Importe ersetzen, unser Potenzial entfalten. Auf unsere eigene Stärke vertrauen! Möge jeder Kubaner – an seinem Arbeitsplatz, auf seinem Feld, in seiner Werkstatt, in seiner Schule, in seiner Nachbarschaft – sich als Protagonist des Wandels fühlen, den wir uns selbst schulden, um diesen Moment zu meistern. 
Heute ist Hoffnung gefragt! 
Wie an jenem Morgen des 26. Juli stellen wir uns gewaltigen Herausforderungen mit derselben Stärke, demselben Optimismus und der unerschütterlichen Überzeugung des Sieges.
 Wir Kubaner von heute sind auch die Bezwinger des Unmöglichen, und an diesem 26. Juli bekräftigen wir unser Bekenntnis zum Vaterland, zur Revolution, zu den Errungenschaften des Sozialismus und zur Aufgabe, eine Wirtschaft wiederaufzubauen, die von vier Jahrhunderten Kolonialismus, sechs Jahrzehnten Neokolonialismus und weiteren sechs Jahrzehnten einer Blockade, die sich zu einem Völkermordplan ausweitete, brutal zerstört wurde.
 Möge uns jeder Morgen  kampfbereit finden! 
Es lebe der 26. Juli! (Ausrufe: „Viva!“)
 Es lebe die Nationale Rebellion! (Ausrufe: „Viva!“) 
Es lebe das souveräne und unabhängige Kuba! (Ausrufe: „Viva“) 
Es lebe die internationale Solidarität mit Kuba! (Ausrufe: „Viva!“) 
Sozialismus oder Tod! 
Vaterland oder Tod!
 Wir werden siegen! (Beifall)