OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Estudios Revolución

Rede von Miguel Mario Díaz-Canel Bermúdez, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas und Präsident der Republik, anlässlich des 95. Geburtstags von Armeegeneral Raúl Castro Ruz und des 65. Jahrestages der Gründung des Innenministeriums im Karl-Marx-Theater, 5. Juni 2026, “Jahr des Hundertsten Geburtstags des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz”.
(Übersetzung der stenografischen Version der Präsidentschaft der Republik)
Lieber Armeegeneral Raúl Castro Ruz, Führer der Kubanischen Revolution, 
Liebe Angehörige der Innenministeriums,
Compañeras und Compañeros:
Zwei für die Nation bedeutsame Jahrestage führen uns heute, am Tag der Nationalen Verteidigung, zusammen: der kürzlich begangene 95. Geburtstag unseres geliebten Generals Raúl Castro Ruz, des Führers der Kubanischen Revolution, und der 65. Jahrestag der Gründung unseres ruhmreichen und heldenhaften Innenministeriums (Beifall).

Im Namen der Partei, der Regierung, der Massen- und sozialen Organisationen, im Namen des kubanischen Volkes: Herzlichen Glückwunsch! (Beifall.) 
Was wir feiern, ist nicht bloß ein zufälliges Zusammentreffen von Daten im Revolutionskalender. Es ist auch die enge Verbindung zwischen einem Vermächtnis und einem Revolutionsführer.

Nach der historischen Auffassung wurzelt die Gründung des Innenministeriums am 6. Juni 1961 in den Organisationsstrukturen des Guerillakampfes, insbesondere im Geheimdienstkorps des Generalstabs der Revolutionären Armee des 26. Juli in den von der Zweiten Front im  Osten Frank País befreiten Gebieten. Der Befehl zur Aufstellung dieses Rebellenkorps wurde vom damaligen Oberbefehlshaber der Zweiten Front, Raúl Castro Ruz, unterzeichnet.

Das Dokument, das heute unter den Hunderten wertvollen Dokumenten seiner Ausgewählten Werke zugänglich ist, offenbart die Weitsicht des jungen Kommandanten dieser Guerillafront. Bereits mit 27 Jahren erkannte er die Bedeutung einer Struktur, die es ihm ermöglichen würde, „alles zu identifizieren und zu bekämpfen, was die Sicherheit unserer Rebellenkräfte beeinträchtigen, gefährden oder bedrohen könnte“.

Diese frühe Auffassung von defensiver Wachsamkeit, niemals in der Wachsamkeit nachzulassen, die Pläne des Feindes zu studieren, vorherzusehen und Konfrontationen mit ihnen zu entwerfen, sie mit Entschlossenheit und List zu antizipieren, sowie das ausgeprägte Gefühl der Aufteilung in verschiedene Bereiche, haben ihn sein ganzes revolutionäres Leben lang begleitet, im Dienste eines vorrangigen Ziels und einer Pflicht: das Volk vor Risiken und Bedrohungen zu schützen und zu verteidigen, die Revolution zu verteidigen!
Gemäß diesen Prinzipien und an der Seite Fidels war Raúl Lehrer, Wegweiser und Inspiration für die Kämpfer unserer Revolutionären Streitkräfte und des Innenministeriums.

Angesichts der niederträchtigen Verleumdungen und sinnlosen, illegalen Aktionen, die aus dem  Hort der Mafia in Florida gegen unseren Armeegeneral geführt werden, hat sich der Ausspruch „Raúl ist Raúl“ (Beifall) in den sozialen Medien und weit darüber hinaus verbreitet. Dieser Ausspruch, inspiriert von einem, den er selbst lange zuvor in Bezug auf den Comandante en Jefe geäußert hatte, um so die außergewöhnlichen Verdienste seines Bruders, mit dem er durch sein Blut, seine Ideale und seinen Kampfgeist verbunden ist, zu unterstreichen

Raúl, wie wir, das Volk, ihn liebevoll nennen, ist wie Fidel unersetzlich und nimmt aufgrund seiner beispielhaften Karriere, der Konsequenz seiner Ideen und seines Kampfes einen ganz besonderen Platz im Herzen dieser Nation ein. Auch er ist eine Säule dieser Bastion der Würde und Gerechtigkeit, die Kuba bis heute darstellt, indem es sich dem gierigsten und rücksichtslosesten aller Imperien entgegenstellt, ohne unsere Flaggen zu senken, ohne unsere Träume aufzugeben und ohne zu kapitulieren (Beifall).

Es lebe das freie Kuba! Viva Cuba libre -Dieser historische Ruf, geboren in der kubanischen Wildnis, kennzeichnet Raúls politische Rhetorik wie kein anderer Ausdruck und verkörpert sein leidenschaftliches Engagement für die Verteidigung der nationalen Identität und der wahren Geschichte Kubas.
¡Viva Cuba libre!„Es lebe das freie Kuba!“, skandierten die Menschen von den Tribünen, versammelt, um die unverschämten Anschuldigungen gegen Raúl und die verbrecherische Kollektivstrafe, die über die gesamte Nation verhängt wird – diesen Völkermord in Form einer Energieblockade, die das Land zu ersticken droht –, zurückzuweisen.

Die historischen Feinde der Nation wollten Kuba durch die Anschuldigungen gegen seinen Führer demütigen, und alles, was sie erreicht haben, ist, den legendären Aufstand dieses Volkes zu entfesseln, das sie zurückweist und verurteilt, während es dem General der Armee an einem der feierlichsten Geburtstage der Geschichte ein Lied singt, um ihn zu beglückwünschen.

Da kommen einem die unvergesslichen Verse von Cintio Vitier in den Sinn: „Sie haben uns für immer vereint, sie wissen nicht, was sie getan haben.“

„Raúl ist Raúl!“, schallt es von allen Tribünen. Dieser Gedanke unterstreicht die Einzigartigkeit dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit, die neben Fidel bereits einen herausragenden Platz in der ruhmreichen und erhebenden Geschichte der kubanischen Nation einnimmt – aufgrund der Summe der menschlichen Werte, die ihn auszeichnen.

Er steht für Heldentum, Würde und ist ein moralisches Vorbild.

Er steht dafür, mehrere Attentatsversuche überstanden zu haben, denn sein Mut und seine Loyalität machten ihn von klein auf zur Zielscheibe feindlicher Geheimdienste und der von ihnen ausgebildeten und finanzierten Söldner.

Raúl ist Kuba, und Kuba ist unantastbar! (Applaus.) Es ist unantastbar, solange es auch nur einen würdigen Kubaner oder eine würdige Kubanerin gibt, die sich schützend vor das stellen, worauf der Feind seine Kugeln richten will.

Raúl steht auch für Unser Amerika und den Globalen Süden. Dies wird durch sein Ansehen als Staatsmann bestätigt, der wegweisende Leitlinien für die internationalen Beziehungen setzte. Eine davon war zweifellos sein wirksamer Beitrag zum internationalen Frieden, da er der Architekt der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik zur Friedenszone war, die heute unter der interventionistischen und kriegstreiberischen Politik der aktuellen US-Regierung leidet, die die Monroe-Doktrin und die verächtliche Sichtweise unserer Länder als Hinterhof des Imperiums wiederherstellt.

Raúl war ein aktiver und erfolgreicher Vermittler in den kolumbianischen Friedensgesprächen, die zur Unterzeichnung des Abkommens zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung führten. Er ermöglichte auch das beispiellose und versöhnliche Treffen zwischen der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche nach Jahrhunderten der Entfremdung.

Seine Überzeugung, dass ein zivilisiertes Zusammenleben trotz aller Unterschiede möglich ist, veranlasste ihn, geduldig, weise und diskret den Beginn eines Weges zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten zu lenken. Dieser Weg wurde 2017 durch unglaubwürdige Vorwände anti-kubanischer Gruppen unterbrochen, die sich stets gegen jede Verständigung zwischen unseren beiden Nationen ausgesprochen haben und heute auf eine militärische Konfrontation drängen, die für beide Völker verheerende Folgen hätte.
 Zu dem kühnen Guerillakämpfer, dem Revolutionsführer und dem intelligenten Staatsmann müssen wir seine unbestreitbaren Qualitäten als sensibler und gerechter Mensch hinzufügen. Er hat sich in allen Lebensbereichen als hingebungsvoller Sohn, loyaler Bruder und liebevoller Ehemann, Vater, Großvater, Urgroßvater, Freund und Chef bewährt und dabei dennoch anspruchsvoll geblieben (Applaus). Ein echter Kubaner durch und durch!, wie ich in meiner Glückwunschbotschaft schrieb.

Raúl wird 95 Jahre alt und begleitet und leitet uns mit seiner sprichwörtlichen Weisheit – ein Segen, den alle Revolutionäre jeden Tag feiern und wertschätzen.

In seinem Namen und auf seinen Wunsch hin möchte ich unseren Landsleuten seinen unendlichen Dank für die unzähligen und bewegenden Bekundungen der Solidarität, Zuneigung und des Respekts übermitteln, die er in den letzten Tagen als Reaktion der Bevölkerung auf imperialistische Ungerechtigkeiten und anlässlich seines Geburtstags erfahren hat. Sein Dank gilt all den Freunden in aller Welt, die in Zeiten von Bedrohungen und Repressalien gegen jede Geste des Engagements für Kuba öffentlich ihre Zuneigung zum Ausdruck gebracht haben.

Kein Hass, keine Lüge kann jemals gegen seine moralische Stärke und den hohen symbolischen Wert der revolutionären Arbeit bestehen, die es mit beispielhafter Entschlossenheit geführt hat (Beifall).

Liebe Kämpferinnen und Kämpfer des Innenministeriums,
 es ist mir eine große Freude, Sie anlässlich Ihres 65. Jahrestages in diesem schwierigen Umfeld, in dem wir uns befinden, unter der Schikane skrupelloser und prinzipienloser Feinde zu begrüßen und Ihnen diese Worte zu widmen.

Unsere erste Anerkennung gilt dem Kommandanten der Revolution Ramiro Valdés Menéndez (lang anhaltender Beifall), Gründungsmitglied und Anführer, einem Vorbild dieser Institution, dessen Vermächtnis die Zeit überdauert hat.

Es wäre endlos und unmöglich, die Aufgaben aufzuzählen, die dieses wichtige Verteidigungsorgan in all den Jahren erfüllt hat. In diesen mehr als sechs Jahrzehnten hat es glorreiche Kapitel geschrieben und schreibt sie weiterhin, manche davon aus der absoluten und bescheidensten Anonymität heraus.

Das Ministerium, wie wir es im Volksmund nennen, hatte zusammen mit den Revolutionären Streitkräften die Aufgabe, den finstersten Plänen des US-Imperialismus während der über sechs Jahrzehnte andauernden Kubanischen Revolution entgegenzutreten.

Der Feind hat gegen Kuba alle erdenklichen Taktiken angewendet: die Einführung und Aufstellung bewaffneter Gruppen in den Bergen, Sabotage, Terrorismus, biologische Kriegsführung, Attentate, wirtschaftliche und ideologische Subversion sowie psychologische und mediale Kriegsführung – allesamt gelenkt und finanziert von mächtigen US-Geheimdiensten.
Trotz unerbittlicher Intrigen aller Art, der ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen und technischen Ressourcen und der skrupellosen Aktionen in ihrem schmutzigen und nicht erklärten Krieg gegen Kuba konnten sie die Revolution nicht vernichten, weil wir unter anderem auf Sie als unermüdliche Wächter des Vaterlandes zählen konnten (Beifall). Angesichts jeder Herausforderung haben Sie sich immer wieder neu erfunden und uns deutlich vor Augen geführt, dass kein Gegner, so mächtig er auch sein mag, unbesiegbar ist. Sie sind der beste Ausdruck dessen, was es bedeutet, Widerstand zu leisten und den Ansturm des Imperiums kreativ zu überwinden.

Von den Gründergenerationen bis zur jüngsten Generation haben Sie sich durch Loyalität, Standhaftigkeit und Mut ausgezeichnet und selbst angesichts härtester Umstände und heimtückischster Pläne keinen Augenblick gezögert.

Dies bewiesen die 32 Helden, die am 3. Januar in Venezuela gefallen sind. Sie ignorierten das Überraschungsmoment und die zahlenmäßige Überlegenheit und Bewaffnung des Feindes; Sie zogen in den Kampf, und sie taten es mit wilder Entschlossenheit! (Beifall.) Sie leisteten tapferen und standhaften Widerstand, der selbst den Invasoren Bewunderung einbrachte, die sie anerkennen mussten.
Unsere 32 gefallenen Brüder in Venezuela haben deutlich gezeigt, welch tapfere Kämpfer ihr seid, ihr, die bewundernswerte Kämpfer des Innenministeriums und eure Brüder der Revolutionären Streitkräfte. Vor allem aber haben sie eine klare Botschaft gesendet, wie Millionen Kubaner im Falle eines Angriffs auf ihr Vaterland handeln würden. (Beifall.)
Sollte noch jemand Zweifel an ihrer Tapferkeit gehabt haben, so bewiesen kurze Zeit später fünf weitere Mitglieder der Grenzschutztruppen ihren Mut erneut, als sie ohne eine Schrecksekunde den Versuch eines terroristischen Infiltrationsteams vereitelten, das mit einem beträchtlichen Waffenarsenal beabsichtigte, sich auf Staatsgebiet festzusetzen.

Fünf besiegten zehn! Und zu ihrer Ehre trug auch bei, dass der schwer verwundete Kommandant unseres Schiffes seine Mission – die Verteidigung des Vaterlandes – nie aufgab! (Beifall.) Ihnen allen gilt die tiefe Bewunderung und unendliche Dankbarkeit des kubanischen Volkes für die edle und selbstlose Arbeit, die sie in diesen 65 Jahren geleistet haben. Sie haben nicht nur das Vaterland geschützt, sondern auch die Bevölkerung in den schwierigsten Momenten begleitet, beschützt und gerettet: bei Hurrikanen, Bränden und Unfällen. Die Bilder, wie sie inmitten der Überschwemmungen durch Hurrikan Melissa mutig und mitfühlend Menschen retteten und dabei fast immer ihr eigenes Leben riskierten, sind uns noch immer lebhaft in Erinnerung. Unseren unendlichen Dank, ihr Kämpfer! (Applaus.)
Landsleute:
Unsere Nation durchlebt entscheidende Stunden und ist wie nie zuvor vom Imperialismus bedroht, der einmal mehr glaubt, uns unterwerfen und die Revolution vernichten zu können. Zu diesem Zweck begeht die US-Regierung vor den Augen der Welt und unter Verletzung aller Normen des Völkerrechts einen Völkermord, der das tägliche Leben unserer Bevölkerung massiv beeinträchtigt.

Die perfide Art und Weise, wie die Vereinigten Staaten einen Plan gegen Kuba umsetzen, der darauf abzielt, eine humanitäre Krise im ganzen Land auszulösen – mit gravierenden Folgen, die sich bereits bei Kindern, Alten, Schwangeren, Behinderten und generell bei allen unseren Bürgern ohne Ausnahme zeigen –, kann nur als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet werden.

Die Energieblockade, die sie am 29. Januar per Präsidialerlass verhängt haben, ist aufgrund ihrer humanitären Folgen ein Akt extremer Grausamkeit. Die Vereinigten Staaten drohten mit Zwangsmaßnahmen gegen jeden, der uns mit dieser Ressource beliefert.

In den ersten fünf Monaten des Jahres hat Kuba nur eine einzige von 40 Treibstofflieferungen erhalten, die es in diesem Zeitraum angefordert hatte. Ein einzelnes Schiff mit 100.000 Tonnen, das wir in der zweiten Aprilhälfte einsetzen konnten und das, obwohl es den Bedarf nicht vollständig deckte, ausreichte, um zu zeigen, wie sehr sich unsere Realität ohne dieses absonderliche Verbot verändern würde.
Nicht zufrieden mit der vollständigen Treibstoffblockade, verschärften sie sie am 1. Mai, nach einer überwältigenden Demonstration der Unterstützung für die Revolution, in einem Akt offenkundiger Wut und Frustration noch einmal. An diesem Tag verkündeten sie eine neue Exekutivverordnung, die mit Drohungen, Sanktionen, Beschlagnahmungen und Geldstrafen für jedes Unternehmen, jede Bank, jede Institution und jede Einzelperson gerichtet war, die mit Kuba Handel treibt, in Kuba investiert oder Kuba auch nur mit den grundlegendsten Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln beliefert.

Die jüngste Abwanderung mehrerer Unternehmen aus Kuba ist eine direkte Folge der Zwangsmaßnahmen der US-Regierung. Sie haben diesen globalen Terror auf der Grundlage einer weiteren eklatanten Lüge entfesselt: der Kriminalisierung eines kubanischen Wirtschaftssystems wie GAE. Ohne auch nur den geringsten Beweis vorzulegen, haben sie eine Geschichte von Korruption und millionenschwerer Vetternwirtschaft für einige wenige erfunden – eine Erzählung, die nur in ihren verdrehten Köpfen existiert.

Der Angriff auf die GAE ist kein Zufall; es handelt sich nicht um eine weitere Medienkampagne. Man zielt auf ein Netzwerk von Unternehmen ab, weil man weiß, wie wirksam dieses angesichts der anhaltenden Wirtschaftsblockade der USA gegen das kubanische Volk ist. Die Beiträge dieser Unternehmen zur sozioökonomischen Entwicklung des Landes sind bemerkenswert.

Dieselbe Strategie wird auch gegen die kubanische medizinische Zusammenarbeit eingesetzt. Sie basiert auf berüchtigten Lügen, die darauf abzielen, uns eine lebenswichtige Finanzierungsquelle für das kostenlose und universelle öffentliche Gesundheitssystem zu nehmen und die Blockade auf ein unerträgliches Niveau zu verschärfen. Die Kosten dafür werden in Menschenleben gemessen.

Während dieser Völkermord am kubanischen Volk im Gange ist, belügen die Täter die Welt dreist und leugnen ihre Verbrechen.

Sie lügen mit solcher Dreistigkeit, dass sie nicht einmal in der Lage sind, ihre Lügen gegenüber den Kongressabgeordneten ihres Landes  zu rechtfertigen. Dort ist der betrügerische, unmoralische und korrupte Charakter der herrschenden Clique, die in die Plünderung finanzieller Ressourcen und Vermögenswerte anderer Nationen und sogar ihrer eigenen Steuerzahler verwickelt ist, offenkundig geworden. Da sie ihren Abgeordneten keine überzeugenden Erklärungen oder Antworten bieten können, versuchen sie, mit Anschuldigungen gegen Kuba von der eigentlichen Problematik abzulenken.
Unmengen von Hass und Lügen werden über die kubanische Führung und ihre Familien verbreitet. Sie werden verleumdet und bedroht, ganz nach den alten Nazi-Taktiken und den Methoden der hybriden Kriegsführung im Internetzeitalter: Verwirrung stiften, die Realität verzerren, diskreditieren, stigmatisieren und die Bevölkerung sowie die Weltöffentlichkeit desorientieren, um ihre ungerechtfertigten Plünderungskriege zu rechtfertigen.
Sie lassen die Menschen glauben, ihr Krieg richte sich nur gegen wenige; sie haben es so oft getan, dass sie niemanden mehr täuschen. Von Haiti bis Venezuela, über Hunderte von Interventionsabenteuern rund um den Globus – und vergessen wir nicht Irak, Afghanistan und Libyen – während der letzten zwei Jahrhunderte des US- Imperiums sehen wir nichts als einen Prolog voller Lügen und einen Epilog der Zerstörung und des Todes.
Mit Lügen begannen sie einen Krieg gegen den Iran, indem sie behaupteten, er stehe kurz vor der Herstellung von Atomwaffen, ohne den geringsten Beweis, obwohl die zuständigen internationalen Organisationen diese Möglichkeit ausgeschlossen hatten.
Und mit weiteren Lügen wollen sie einen Vorwand für einen Militärschlag gegen Kuba schaffen, basierend auf der lächerlichen und erbärmlichen Behauptung, dieser kleine Archipel, blockiert und durch einseitige Zwangsmaßnahmen verarmt, sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten.

So agiert das Imperium: Es zerstört nicht nur, sondern konstruiert auch die Erzählung, um die Zerstörung als verdient oder unvermeidlich erscheinen zu lassen. Zu diesem Zweck verbreiten sie falsche Bilder von chinesischen oder russischen Stützpunkten, die es in Kuba gar nicht gibt. Dies bestätigt die verzweifelte Erfindung von Angriffsplänen gegen uns.
Die größte Grausamkeit der Blockade ist ihre lange Dauer. Und die größte Beleidigung für Kuba, das darunter leidet, und für die Welt, die sie ablehnt, ist der zynische Versuch, eine umgekehrte Erzählung zu etablieren: die des gescheiterten Staates als Schuldigen.

Das Ziel, das Land durch wirtschaftliche Strangulierung zu destabilisieren, ist ebenso pervers wie die damit einhergehende falsche Darstellung, die die Ursachen der Probleme verdreht, um die wahren Schuldigen zu verschleiern.

Wir verschließen nicht die Augen vor unseren eigenen Mängeln, aber ein Staat, dem der Import von Lebensmitteln, Medikamenten, Treibstoff und Ersatzteilen verwehrt oder erschwert wird, dessen internationale Finanzen blockiert sind und der keinen Zugang zu Krediten oder freiem Handel hat und der von Dritten bedroht wird, kann niemals normal funktionieren.

Diese Hindernisse und Schwierigkeiten führen zu langen und unerträglichen Stromausfällen, Engpässen bei Medikamenten, Lebensmitteln und anderen Gütern, niedrigen Produktionsniveaus, einer tiefgreifenden Krise im Personenverkehr im In- und Ausland, einem Rückgang des Tourismus, hoher Migration und dem Chor des Imperiums, dessen lokale Sprecher den angeblichen „gescheiterten Staat“ und damit den Sozialismus für alles verantwortlich machen, was schiefgeht oder gar nicht funktioniert. Welch eine heuchlerische Haltung! 
Was das Imperium als gescheiterten Staat bezeichnet, ist in Wirklichkeit ein Staat, der angegriffen wird und sich weigert, zu kapitulieren! (Beifall.)
Die zunehmend unbestreitbare Realität ist, dass die US-Regierung alles daran setzt, das Land durch wirtschaftliche Ungleichgewichte, materielle Knappheit und die Vernachlässigung der grundlegendsten Bedürfnisse der Bevölkerung in eine Krise und zum Zusammenbruch zu treiben.

Es handelt sich um eine Kollektivstrafe, die darauf abzielt, eine ganze Nation zu unterwerfen und in die Knie zu zwingen, die trotz der schwierigen Zeiten weder ihre Unabhängigkeit aufgibt noch sich den Versuchen beugt, Kuba in einen Staat unter ihrer Vormundschaft zu verwandeln.

Das ist die unbequeme Wahrheit: Kuba kapituliert nicht! Kuba hält durch und leistet Widerstand! Und diese Beharrlichkeit ist dem Imperium unerträglich! (Beifall.)

Kuba will Frieden. Kuba provoziert nicht, greift nicht an und fordert niemanden heraus. Wir streben weiterhin nach einem Klima des Verständnisses mit den Vereinigten Staaten, das auf gegenseitigem Respekt beruht, trotz unserer Unterschiede. Wie sich gezeigt hat, ist dies möglich
.
Sollte das Vaterland jedoch angegriffen werden, werden wir uns in legitimer Selbstverteidigung verteidigen! (Beifall.) Und wenn sie versuchen einzudringen, täuschen Sie sich nicht: Es wird einen entschlossenen und erbitterten Kampf geben! (Beifall.)
Liebe Landsleute:
In diesen Tagen jährt sich zum 65. Mal eine von der CIA unterstützte Operation, die darauf abzielte, Raúl Castro in Santiago de Cuba zu ermorden und gleichzeitig, unterstützt von internen konterrevolutionären Gruppen, selbst einen Angriff auf den Marinestützpunkt Guantánamo zu inszenieren, um einen Militärschlag gegen Kuba zu rechtfertigen.

Die Zerschlagung dieser Operation, von der CIA „Patty“ genannt, wurde zu einem der ersten großen Erfolge des neu gegründeten Innenministeriums, das nur wenige Tage nach seiner Gründung einen effektiven Gegenplan namens „Candela“ umsetzte. Dessen Erfolg ermöglichte es, Raúl Castros Leben zu retten und die finsteren Absichten öffentlich zu entlarven.

Heute, da diese alten Methoden gegen die Revolution und ihren Anführer wiederaufleben, wird unsere Reaktion dieselbe sein, und unser Siegeswille bleibt ungebrochen! (Beifall.)
 Uns leitet weiterhin die festeÜberzeugung : 
Vaterland oder Tod!

Venceremos!  (Rufe: “Venceremos!”)
Es leben Fidel und Raúl! (Rufe: “Vivan!”)
Es lebe das Innenministerium an seinem 65. Jahrestag! (Rufe: “Viva!”)
Es lebe der Sozialismus!  (Rufe :”Viva!”)
Und es lebe das freie Kuba !  (Rufe: “Viva!”)
(Beifall)