OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Estudios Revolución

Ein Universum, bereit zum Wandel und intelligent, das heute sogar Kinder und Jugendliche in einer neuen Schulform willkommen heißt und den Gründungsprinzipien des Comandante en Jefe Ruz treu bleibt. Das ist die Kubanische Universität für Informatik (UCI) heute, die der Präsident der Republik Kuba, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, am Mittwochmorgen besuchte.

Nach mehreren Gesprächen und einem Rundgang durch die Schule und Labore, in denen Talente gedeihen, sagte der Präsident vor einer Gruppe junger Menschen: „Angesichts der vielen schlechten Nachrichten, die uns täglich erreichen, und des Drucks der US-Politik gegen Kuba, erfüllt es mich mit Freude und vor allem mit Zuversicht, heute hier an der UCI zu sein – an der Schule, mit dem neuen Schulmodell und mit dieser Entwicklung, die ihr (junge Menschen) gerade erlebt.“
„Und wenn wir diese Situation überwinden können, was ist dann in Zukunft in anderen Situationen nicht alles möglich?“, fragte der Präsident und erinnerte daran, dass das was an diesem Morgen hier geschehe Teil eines kreativen Widerstands sei, „bei dem es nicht nur ums Durchhalten geht“, sondern auch darum, sich im Akt des Widerstands weiterzuentwickeln: „Das zeugt von Willen, von einer Priorität von Ihnen allen und von Talent.“

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„Herzlichen Glückwunsch, wir erwarten noch viel von Ihnen“, sagte der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas bei einem Besuch, bei dem er von Vizepremierminister Eduardo Martínez Díaz, den Ministern für Bildung und Hochschulbildung, Naima Ariatne Trujillo Barreto und Walter Baluja García, sowie dem Rektor der Universität für Informatik (UCI), Raydel Montesino Perurena, begleitet wurde.

Der erste Teil des Rundgangs fand in einem zentralen Gebäude der UCI statt, wo Rektor Montesino erklärte: „Unsere Mission war es schon immer, auf vielfältige Weise zur digitalen Transformation Kubas beizutragen.“ Die primäre Aufgabe sei die Ausbildung von Bachelor- und Masterstudierenden sowie die Durchführung wissenschaftlicher Forschung. Der Rektor erwähnte auch die Softwareentwicklung als eine Aktivität, die Teil des UCI-Modells sei und internationale Bedeutung habe.

Der Rektor erinnerte daran, dass die UCI mit einem Studiengang begann und heute vier Bachelor- und einen Associate-Studiengang anbietet. Er erklärte: „In 23 Jahren haben wir bereits über 18.000 Absolventen hervorgebracht“ und betonte den Einfluss, den die UCI-Absolventen auf die digitale Transformation des Landes hatten.

Dort kann man Informatik, Bioinformatik, Cybersicherheit und Netzwerkadministration studieren – eine Spezialisierung, die, wie Montesino betonte, „das Land dringend benötigt“.

Der Rektor erklärte unter anderem, man habe „vorgeschlagen, die Doktorandenausbildung deutlich zu beschleunigen“. Die UCI verfüge über sechs Fakultäten und sieben Entwicklungszentren sowie 2.554 Bachelorstudierende – eine Zahl, die man, so Montesino, noch erhöhen könne. Angesichts der aktuellen Energiekrise betonte er, dass die UCI ihren Grundsatz verfolge, keinen Studierenden zurückzulassen.

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Der Professor sprach in diesem Zusammenhang über die Bemühungen, Präsenzunterricht wieder aufzunehmen, und erläuterte die Anpassungen der Curricula. In diesem Jahr, so Montesino, würden 554 Studierende ihren Abschluss machen – hundert mehr als im Vorjahr.
Laut dem Rektor war die größte Herausforderung für die Universität für Informatik (UCI) die Verkehrssituation. Doch es gibt dort Erfahrungen, die zeigen, wie Flexibilität und Mut selbst unter schwierigsten Bedingungen zum Erfolg führen können.

Das Ergebnis ist eine Institution, die den Worten ihres Gründers Fidel treu bleibt: „Diese Universität muss sich auszeichnen“, hatte der Comandante en Jefe  erklärt – diese Worte prangen an einer Wand der UCI – „durch die große Vielfalt an Lehrmethoden, durch die Ausbildung … ein experimentelles Lehrzentrum, ein Zentrum für Lehre und Praxis.“

Dort hört man Kinderlärm 
Die Universität für Informatik (UCI) hat sich zu einem wunderbaren Experiment entwickelt: Kinder und Jugendliche lernen dort; die universitäre Atmosphäre inspiriert diese neuen Generationen, die davon profitieren und sich gleichzeitig Wissen in Fächern wie Englisch, Kunstpädagogik und anderen Bereichen der Naturwissenschaften aneignen.

Umgeben von den jüngsten Kindern fragte Präsident Díaz-Canel Bermúdez, ob sich die Schüler dort wohlfühlten. „Wir Zweitklässler, die Pioniere, fühlen uns hier sehr wohl“, sagte ein Kind. Zum Abschied sagte der Präsident zu den Kindern: „Vielen Dank und viel Erfolg im Studium. Bereitet euch gut vor, damit ihr dem Land nützöich sein könnt.“ 
Als die Besucher gingen, rief ein Kind: „Auf Wiedersehen, Ministerin …“ Es wandte sich an Naima Ariatne Trujillo Barreto, die es offensichtlich schon öfter getroffen hatte. Es war die Ministerin selbst, die den Reportern die Einzelheiten der einzigartigen Schule mitteilte, die an der Universität (UCI) eingerichtet wurde, als die Zeiten aufgrund der verschärften Blockade sehr schwierig wurden und viele Kinder wegen Treibstoffmangel nicht mehr ihre gewohnten Schulen besuchen konnten.
 „Das ist eine Erfahrung“, sagte sie, „die es derzeit in diesem Land nur einmal gibt. Als der Schulbesuch  dezentralisiert werden sollte, gingen die Kinder, die mi Bereich der UCI wohnen, deren Eltern hier als Lehrkräfte und Mitarbeiter tätig sind, in verschiedenen Schulen im Stadtteil La Lisa (von Havanna) und hatten keine Möglichkeit, dorthin zu kommen. Wir haben zwischen  17.000 und 23.000 Kinder und Jugendliche hier, die durch die zu große Entfernung isoliert waren .“ „Hier bot sich die einmalige Gelegenheit, da wir ja über einen Universitätslehrkörper verfügen  “, erklärte die Ministerin und führte weiter aus: „Wir konnten daraufhin das sogenannte ‚Proyecto Pioneros.uci.cu‘ (Pionierprojekt.uci.cu) ins Leben rufen, eine vollwertige Schule, in der die Kinder vom Vorschulalter bis zur neunten Klasse durch die verschiedenen Jahrgangsstufen gehen und sogar Prüfungen ablegen können.“

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Naima sprach von Klassenzimmern, in denen „Kinder aus drei verschiedenen Schulen sitzen“; von einem „einzigartigen Kollegium mit enormem Potenzial“. Ihrer Ansicht nach ist es wichtig, „das vorhandene Potenzial genutzt zu haben“.

Die Ministerin erinnerte sich, dass „die Kinder und Jugendlichen bei ihrer Ankunft aus unterschiedlichen Verhältnissen kamen und sich an ihre Lehrer erinnerten“, die übrigens weiterhin Kontakt zur neuen Schule halten: „Die Gemeinde La Lisa, die dortigen Pädagogen, die für Bildung zuständige Stellen in der Provinz  und Kollegen des Bildungsministeriums haben sich alle darauf konzentriert, diese pädagogische Erfahrung zu dokumentieren.“ Naima sagt dem Rektor oft, dass es an einer Universität eher ruhig sei, aber an der UCI „herrscht reges Treiben, es gibt Jugendliche, die wir begleitet haben, sie halten ihre Morgenversammlungen ab; mit anderen Worten, hinter diesem Experiment steckt viel Herzblut.“

Vielleicht, sagte sie Reportern, „können wir eine solche Schule nicht an jeder Universität in Kuba nachbilden, aber wir können ihr Potenzial sicherlich an anderen Orten nutzen.“ Die Ministerin  betonte: „Wir wissen nicht, wie lange diese uns aufgezwungene Situation andauern wird – sie bezog sich dabei auf die  Situation, die durch die verschärfte Blockade entstanden ist – und sehen Sie, wie lange sie schon andauert, und trotzdem werden alle ihren Abschluss machen. Das ist einer der größten Erfolge, die wir in dieser Phase an diesem Ort erzielt haben.“
Es ist kein Wunder, dass Präsident Díaz-Canel Bermúdez am Mittwoch an der Universität für Informatik (UCI) erklärte, die Erfahrungen der neuen Schule seien „ein vorbildliches Modell, das es zu verteidigen und nachzuahmen gilt“. Sie belegen, dass „wir nicht stillstehen. Ich wünschte, wir hätten so etwas an allen Universitäten.“

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„Das ist äußerst lobensert“, bemerkte der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas.

Kubas Talent 
Die Software-Exportlabore waren die letzte Station der UCI-Tour. In einer der Einrichtungen erklärte Dr. Reynaldo Rosado Roselló dem Präsidenten, dass die Universität über eine große und bedeutende Anzahl produktiver Fachkräfte verfüge.

Dort, so führte er aus, seien mehr als 600 Softwareentwicklungsspezialisten tätig. Diese Gruppe setze sich aus Studierenden, Professoren und Fachkräften zusammen, die sich dieser Arbeit widmen. Roselló erklärte später in einem separaten Gespräch mit Journalisten, dass diese „Fachkräfte bereit sind, weiterhin zur digitalen Transformation des Landes beizutragen.“ Später teilte er der Presse mit, dass sie, die bereits zuvor zum Export von Software beigetragen hatten, diese Aktivität in der jüngsten Phase intensiviert hätten und dass ihnen dies ermöglicht habe, ihre Erlöse aus dem Export zu steigern.
„In einem Modell, in dem das Land gewinnt,  gewinnt auch die Institution und die Menschen“, erklärte der Doktor der Naturwissenschaften und sagte Reportern, dass „ alle, die am Softwareexport beteiligt sind und arbeiten von hier, von der Universität aus arbeiten, eine Bezahlung in Devisen erhalten.“
Reynaldo sprach während des Treffens mit dem Präsidenten über die Stärke eines erst vor etwa drei Jahren gegründeten Unternehmens, das bereits einen Umsatz von über 150 Millionen Pesos in Landeswährung erwirtschaftet und im vergangenen Jahr über eine halbe Million an Devisen einnahm: „Und das ist der Weg, den wir gehen“, sagte er Reportern, „um die Entwicklung zu beschleunigen, das gesamte Wissen weiterzugeben und den Vermarktungszyklus mit allen in der Institution entwickelten Softwareprodukten abzuschließen.“ Gegen Ende seiner Ausführungen resümierte Reynaldo: „Ich glaube, wenn es einen Bereich gibt, in dem die Universität für Informatik (UCI) heute aggressiver agieren und überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen sollte, dann sind es die Softwareexporte. Und genau darauf konzentrieren wir uns jetzt: die Transformation der Softwareexporte. Wir glauben, dass wir die notwendigen Voraussetzungen haben und dass die Zahlen steigen können, denn Fidel Castro hatte die UCI als Ausbildungsstätte für Fachkräfte, als Beitrag zur digitalen Transformation des Landes und als wichtige Devisenquelle vorgesehen.“ Während seines Besuchs erklärte Präsident Díaz-Canel den Professoren und Studenten: „Ihre Beiträge sind entscheidend für unser Ziel, die Künstliche Intelligenz (KI) im Land voranzutreiben und sie in alle Lebensbereiche zu integrieren.“ Er teilte seine Vision mit: „Die Universität für Informatik (UCI) soll die erste ‚Smart University‘ des Landes werden; und wir müssen diesen Prozess beschleunigen.“
Am Ende des Rundgangs ging der Präsident zu einer Gedenktafel mit folgender Inschrift: „An dieser Stelle sprach am 12. Dezember 2002 der historische Führer der Kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz, zu den Arbeitern und Studenten der Universität für Informatik (UCI). An diesem Tag sagte er: ‚Dies ist eine neu gegründete Schule.‘“

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Jemand erklärte Reportern, dass der Unterricht an der UCI am 23. September 2002 begonnen hatte, Fidel aber, obwohl er die Baustellen besucht hatte, noch nicht mit den Studenten an der Universität zusammengetroffen war. Daher war der 12. Dezember 2002 das Datum seines ersten Besuchs an der UCI, das später als Gründungsdatum der Institution galt.

Als der Comandante en Jefe zu den Studenten sprach, nannte er sie die „Truppen der Zukunft“; und diese Formulierung gab Anlass zu einem Motto, das die Institution bis heute prägt und ihrer Strategie stets treu bleibt: „Verbunden mit der Zukunft, verbunden mit der Revolution.“