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Die Thermokonversion ist seit einigen Jahren ein Forschungsschwerpunkt bei Ceinpet Photo: Ricardo López Hevia

In Zeiten, in denen jeder Tropfen Treibstoff zählt und die verschärfte Blockade darauf aus ist, jeden einzelnen Motor lahmzulegen, kursieren im ganzen Land Nachrichten, dass dank eines von kubanischen Wissenschaftlern am Zentrum für Erdölforschung (Ceinpet) entwickelten Thermokonversionsverfahrens die Eigenschaften des aus dem Norden geförderten schweren kubanischen Rohöls verbessert werden können, indem seine Viskosität und, in geringerem Maße, sein Schwefelgehalt reduziert werden.

Um das Ausmaß dieses Qualitätssprungs zu verstehen, sprach Granma mit Rafael López Cordero, leitendem Forscher und Berater der Ceinpet-Leitung. Er stellte klar, dass man zunächst bedenken müsse, dass Kuba verschiedene Rohölsorten mit jeweils eigenen Eigenschaften fördert.

„Wir haben leichte, schwere und extra-schwere Rohöle.“ Die größte Produktion des Landes, die im nördlichen Streifen des Landes stattfindet, besteht jedoch aus schweren Rohölen, die einen hohes Maß an Bestandteilen wie den sogenannten Asphaltenen aufweisen, welche die Ursache für ihre hohe Dichte und Viskosität sowie ihren hohen Schwefelgehalt sind.

Welche spezifischen Schwierigkeiten verursacht diese Zusammensetzung?

Diese Verbindungen erschweren nicht nur die Raffinerieprozesse, sondern auch Transport, Pumpen und Förderung. Da sie bei der Förderung aus den Bohrlöchern mit Wasser vermischt sind, müssen Tenside eingesetzt werden, um diese Emulsionen aufzubrechen und das Rohöl zu gewinnen.

„Darüber hinaus sind sie so viskos, dass sie schwer zu handhaben sind. Lösungsmittel müssen verwendet werden, um die Viskosität zu senken, damit sie durch Pipelines gepumpt und den Kesseln zugeführt werden können.“

López Cordero fügte hinzu, dass diese Produkte aus zwei Quellen stammen: der Sergio-Soto-Raffinerie in Cabaiguán, die heimisches Rohöl verarbeitet und Asphalt sowie eine Fraktion von Destillaten produziert, die als Lösungsmittel dienen; der Rest wird aus importierten Rohölen hergestellt, wodurch Schwerbenzin entsteht, derselbe Rohstoff, der zur Benzinherstellung verwendet wird.

–Was macht also die Thermokonversion?
Zunächst einmal muss klar sein: Thermische Umwandlung ist ein Veredelungsverfahren, keine Raffination. Raffination bezeichnet die Gewinnung verschiedener Kraftstoffe aus Rohöl – Flüssiggas, Benzin, Kerosin, Diesel, Heizöl, Asphalt –, die den marktüblichen Qualitätsstandards entsprechen. Die thermische Umwandlung hingegen verbessert die physikalischen Eigenschaften von Rohöl. Sie reduziert die Viskosität, wodurch der Einsatz von Lösungsmitteln entfällt. Das zuvor zur Verdünnung verwendete Naphtha wird nun zur Benzinherstellung genutzt, was den Wert des Rohöls deutlich steigert.

„Darüber hinaus wird die Umweltbelastung durch eine leichte Reduzierung des Schwefelgehalts verringert. Gelangt der verbesserte Kraftstoff in Kraftwerke, sparen wir Ressourcen und verlängern die Lebensdauer der Anlagen.“

Anders ausgedrückt: In ihrer nicht-katalytischen Form verbessert sie den Kraftstoff für einen effizienteren Transport und eine effizientere Verbrennung, erzeugt aber nicht direkt Derivate, die die erforderlichen Standards erfüllen.

López Cordero wies darauf hin, dass diese neue Technologie, die sich in der Pilotphase in der Raffinerie Sergio Soto in Cabaiguán befindet, darin besteht, eine Emulsion aus Rohöl in Wasser herzustellen, die bei kontrollierter Erwärmung die Transferprozesse begünstigt und es ermöglicht, den Rohölveredelungsprozess mit größerer Stabilität durchzuführen.–

-Warum wurde die Raffinerie Sergio Soto für das Pilotprojekt ausgewählt?
Die Raffinerie Sergio Soto verarbeitet heimisches Rohöl und verfügt über Hilfseinrichtungen wie Dampf-, Trinkwasser- und Stromversorgung sowie über geschultes Fachpersonal mit Erfahrung im Umgang mit Schweröl. Der Standort ist ideal, da kein Neubau erforderlich ist. Die Anlage wird in ein bestehendes System integriert. Zudem befindet sich das Rohöl bereits in den Tanks; ein separater Transport entfällt.

–Was wird in dieser Anlage konkret gemacht?
„Die Pilotanlage dient nicht der Ölförderung, sondern der Datenerfassung. Ziel ist es, technische Parameter zu ermitteln: Temperaturbereiche, Einspritzraten und deren Einfluss auf die Produktqualität. Mit diesen Parametern können wir dann größere, modulare Anlagen entwickeln, die an den Sammelstellen der Ölfelder installiert werden sollen.“

López Cordero merkte dazu an, dass diese Innovation zu den Forschungsschwerpunkten des Zentrums gehöre, „die seit mehreren Jahren laufen und aus verschiedenen Gründen vorübergehend ausgesetzt wurden. Doch die verschärfte Blockade und der Mangel an Lösungsmitteln und Naphtha sind real, und wir müssen auf unsere eigenen Ressourcen zurückgreifen.“

Obwohl diese Fortschritte nicht alle Probleme sofort lösen, stellen sie einen wichtigen Schritt dar, um das Beste aus unseren Möglichkeiten zu machen. Und das allein ist ein Fortschritt hin zur Energieunabhängigkeit.

Die größte Erdölproduktion, die in der nördlichen Region des Landes erfolgt, ist Schweröl mit einem hohen Gehalt an Asphalten, der ihm seine hohe Dichte und Viskosität verleiht Photo: Jorge Luis González