Es gibt kleine Gesten, die die Geschichte in Mauern verwandelt. Es gibt Tintenstriche, die mehr wiegen als Raketen. Kuba ist heute ein Strom von Händen, die sich nach dem Papier greifen, und jeder unterschriebene Name ist ein Schild des Bewusstseins gegen die stille durchgeführte Bestrafung, dmit der man uns zu brechen sucht.
Die Bewegung „Meine Unterschrift für das Vaterland“ ist keine bloße Verwaltungsformel und kein leeres Versprechen. Sie ist vor allem ein Akt staatsbürgerlicher Pflicht in ihrer reinsten Form. Denn die Belagerung, unter der unsere Nation leidet, kommt nicht nur von dem blockierten Meer, durch das man Öltanker nicht passieren lässt, sondern auch von dem Versuch, unser aller Seele zu ersticken.
Die Blockade ist die grausame Maschinerie der Bestrafung, die ein ganzes Volk trifft, eine Belagerung, die keinen Unterschied macht zwischen Kindern, Alten, Bauern und Arbeitern. Man spürt sie schmerzlich beim Brot, den Medikamenten, beim Mangel an Treibstoff und in der Herzlichkeit des Umgangs miteinander, die auch darunter leidet. Es gibt keine größere Unmenschlichkeit, so würde jemand mit Feingefühl sagen, als der Versuch, eine Familie unter Wasser zu drücken, damit sie schließlich ihre Würde aufgibt.
Doch hier, in diesem Land, das träumt und kämpft, antwortet das Volk mit einer Waffe, die mächtiger ist als Groll: Einigkeit. Zu unterschreiben ist kein passiver Akt. Es bedeutet, der Welt zu zeigen, dass wir lieber Brücken der Solidarität bauen, als der Angst zu erliegen. Es bedeutet, das Vaterland zu bewahren, jenes immaterielle Land des Herzens, zu dem die Geschichte Martís und das Opfer so vieler leben, deren Namen wir nicht kennen, die aber wussten, wie man auch ohne Regen erntet.
„Das Vaterland ist die Menschheit“, lehrte uns der Apostel. Und heute, da sich jede Unterschrift mit der vorherigen zu einem Glied in einer Kette wird, verteidigen wir den Frieden wie einen sicheren Hafen. Denn Kuba wünscht sich keinen Krieg, es akzeptiert aber auch nicht den langsamen Tod durch eine Belagerung. Wir wollen keine Rache, wir wollen atmen. Wir wollen leben dürfen, ohne den Schatten eines Gesetzes, das uns dafür bestraft, dass es uns gibt.
Diese Aktion vereint die Schönheit des Kollektivs und macht sie so persönlich. Man schreibt seinen Namen, doch dahinter steht eine Mutter, die auf Medikamente wartet, ein Ingenieur, der von Rohstoffen träumt, ein Kind, das es verdient, ohne Hass aufzuwachsen. Wir unterschreiben nicht aus Groll, sondern mit der Klarheit derer, die wissen, dass die Belagerung nur durch Wahrheit und aktiven Frieden durchbrochen werden kann.
Jede Unterschrift ist ein Stück unserer Heimat, die sich weigert, eine Kolonie zu sein. Jede beschriebene Seite ist ein Vers des zivilen Widerstands. Und solange es kubanische Hände gibt, die bereit sind, ihr Bekenntnis niederzuschreiben, wird die Blockade – diese Kollektivstrafe – niemals Gesetz in unseren Herzen sein.
Denn Kuba unterzeichnet nicht seine Kapitulation. Kuba unterzeichnet für das Leben, für den Frieden, für die Würde eines Volkes, das nicht weiß, wie man unter Unterdrückung leben kann. Und diese Unterschrift ist so kubanisch wie die Palmen.











