
(Übersetzung der stenografische Version der Präsidentschaft der Republik)
Es lebe das freie Kuba! (Rufe: „Viva!“)
Nieder mit der Blockade! (Rufe: „Nieder!“)
Hier anwesende heldenhafte Kämpfer von Girón,
liebe Freunde der Solidarität mit Kuba, Teilnehmer des V. Internationalen Kolloquiums „Patria“,
liebes und heldenhaftes kubanisches Volk,
liebe Landsleute (Beifall):
Vor 65 Jahren versammelten sich hier Frauen und Männer, die genauso jung oder sogar jünger waren als wir alle, die wir heute diese Straßen füllen – möglicherweise viele Großmütter, Großväter, Mütter oder Väter von einigen von uns –, um ein wahrhaft episches Kapitel der Zeitgeschichte zu schreiben.
Dieser Tag veränderte die Geschichte, und nicht nur für Kuba. Angesichts einer bevorstehenden Invasion vor unseren Küsten, ohne dass wir schon wussten, wo genau sie landen würden, aber im Bewusstsein, dass hinter den Invasoren die volle Unterstützung der mächtigen Regierung der Vereinigten Staaten stand, erhob sich die Stimme des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, fast gebrochen von der Anstrengung stundenlanger Schlaflosigkeit und Anspannung, über die Menge, die diesen historischen Ort überflutete, um zu verkünden, dass wir das waren, was wir weiterhin sein würden: eine sozialistische Revolution direkt vor der Nase des Imperiums! (Beifall.)
Diese Erklärung ist von entscheidender Bedeutung für die Geschichte Kubas, da sie den endgültigen Kurs des revolutionären Prozesses vorgab, der mit dem Sieg von 1959 begonnen hatte und sich bis 1961 tiefgreifend zugunsten der seit jeher Entrechteten radikalisiert hatte.
Die Söldner machten sich bereit, gegen das Land zu ziehen, in dem sie geboren wurden, in der Überzeugung, dass nichts dem Schutz gewachsen sei, den ihnen das Imperium garantierte. Doch die Geschichte sollte unerbittlich mit ihnen verfahren.
Sie erwarteten Angst und fanden Mut. Sie setzten auf Verrat und standen einem geeinten Volk gegenüber. Sie glaubten ihren Lügen, doch die Wahrheit erwartete sie, mit Gewehren im Anschlag und und der angestimmten Hymne von Bayamo .
Das kubanische Volk marschierte von hier in den Kampf und vom Kampf zum Sieg! Eine kleine Nation, die gerade erst den Krieg hinter sich hatte, würde dem Imperialismus in Amerika weniger als 72 Stunden später die erste große Niederlage zufügen (Beifall).
Seit jenem April der Milizen waren alle Völker der Region ein Stückchen freier.
Kuba veränderte sich für immer. Das Volk, das im Sand von Girón für den Sozialismus kämpfte, hatte bereits damals seine kulturelle Transformation mit einer Alphabetisierungskampagne begonnen, die die Träume der einfachen Menschen bis in die Hörsäle der Universitäten emporhob.
Die menschliche Entwicklung würde Höhen erreichen, die nur eine gerechte Gesellschaft garantieren kann. Diese Revolution der einfachen Menschen, mit den einfachen Menschen und für die einfachen würde so weit gehen, dass ein Junge, der im Kapitalismus ein Schuhputzer war, zum ersten Kosmonauten Lateinamerikas werden würde, dass junge Menschen aus Afrika und der gesamten Dritten Welt an kubanischen Schulen eine Ausbildung absolvieren würden und dass wir unser Blut und unser Schicksal mit den seit jeher Vergessenen und Verachteten teilen würden (Beifall).
Und wir besiegten die Apartheid, den Analphabetismus und die heilbaren Krankheiten in anderen Teilen der Welt, in die wir Ärzte und keine Bomben, Lehrer und keine Bomben schicken würden. Das ist Sozialismus: eine Gesellschaft, in der der Mensch des Menschen Bruder und nicht des Menschen Wolf ist! (Beifall.)
Als sich die sozialistische Praxis in den unheilvollen 90er Jahren in Europa durch heimtückische Verschwörungen ihrer imperialistischen Gegner selbst zerstörte, hielt Kuba stand und wandelte sich, bis es sich aus eigener Kraft und mit der Unterstützung internationaler Solidarität wieder aufrichtete.
Chávez hatte in Venezuela noch nicht gesiegt, und das Jahrzehnt der Integration, das die Bolivarische Revolution einleitete, stand noch am Anfang.
Fidel, wieder einmal Fidel, wie schon in Girón, als er die Kämpfe anführte und als Avantgarde mit einem Panzer an die Spitze vorgerückt war; führte er auch diesen übermenschlichen Kampf an, um den kubanischen Sozialismus in einer Ära des rasanten neoliberalen Vormarsches und der Unipolarität zu bewahren.
Während andere sogar Friedhöfe und Parks privatisierten und blind an das Märchen vom Markt als allmächtigen Herrscher über einen Reichtum glaubten, den es nie gab, schuf dieses Land ein monumentales Werk – mit der Wissenschaft und dem in der Revolution ausgebildeten Arbeits- und Wissenschaftspotenzial sowie mit dem Heldentum und dem kreativen Widerstand des kubanischen Volkes (Beifall).
Und unsere Armee des Volkes machte sich daran, zu säen und zu bauen, um zu beweisen, wie Raúl sagte: „Ja, wir können es schaffen!“, „Wir können es immer schaffen!“ Und wir konnten es! Das ist Sozialismus! (Beifall.)
Im Laufe dieser Jahre, während das Land sich bemühte, die von der Blockade gebeutelte Wirtschaft zu sanieren, zu verbessern und anzupassen, kam es immer wieder zu unzähligen stillen Angriffen: Gesetze zur Verankerung der Blockade, Terroranschläge, Verleumdungskampagnen, ständige Sabotageakte gegen alle Projekte der Integration, Solidarität und Zusammenarbeit.
Jede stille Bombe, die auf die Entwicklungsprojekte fiel, hat eine Wunde in der kubanischen Gesellschaft hinterlassen. Besonders schmerzhaft war die Abwanderung vielversprechender junger Menschen, die gratis an unseren Schulen und Universitäten ausgebildet wurden und denen der Kapitalismus die Fähigkeiten und Talente raubt, in die er nicht investiert hat, während er der Gesellschaft, die sie ausgebildet hat, vorwirft, ihnen nicht das garantieren zu können, was der räuberische Markt ihnen bietet.
Aber die Die Wahrheit muss ausgesprochen werden: Dieses menschliche Potenzial, das beeindruckt und in jedem Land, in das es gelangt, an Bedeutung und Einfluss gewinnt, wurde vom Sozialismus geformt! (Beifall.) Nur der Sozialismus hat die Kinder von Arbeitern und Bauern zu Spitzenfachkräften gemacht, und zwar nicht als Ausnahme wie im Kapitalismus, sondern massenhaft (Beifall).
Um den genozidalen und vielschichtigen Charakter der sechs Jahrzehnte währenden Blockade zu verschleiern, die das gesamte Volk erstickt und die in den Unterlagen derjenigen, die sie verhängen, nur als Embargo bezeichnet werden darf, wurde eine lügnerische und äußerst zynische Erzählung konstruiert: Kuba als gescheiterter Staat.
Die Auswirkungen jahrzehntelanger Blockade und finanzieller Verfolgung sind in unseren Haushalten und in der Industrie deutlich zu spüren: im Mangel an Gütern, selbst an lebensnotwendigen, im Fehlen fast aller Dinge, bis hin zu den elementarsten für das Leben und unverzichtbarsten.
Sichtbar sind auch unsere eigenen Fehler in diesem Prozess des sozialen Aufbaus mit seinen besonderen und sehr kubanischen Merkmalen, in dem wir uns gegen den Strom schwimmend unzähligen Hindernissen ausweichen; doch solange die Blockade wie eine Schlinge um den Hals der Wirtschaft liegt, kann niemand leugnen – und ich wiederhole: niemand kann dies leugnen –, dass sie die alleinige Schuld am Leid der kubanischen Familien trägt! Die Hauptursache unserer Probleme ist die völkermörderische Blockade der Regierung der Vereinigten Staaten gegen unser Volk! (Beifall und Rufe: „Nieder mit der Blockade!“)
Die Lügner setzen auch auf die Betäübung, die sie in die Köpfe einer Welt eingeflößt haben, die von Vorurteilen verseucht und vom Antikommunismus vergiftet ist, seit die Oktoberrevolution die wahren Schöpfer des Reichtums an die Macht gebracht hat.
Gegen alle sozialistischen Erfahrungen wurden brutale Angriffe und Blockaden inszeniert, und dennoch wird es unmöglich sein, all das zu leugnen, was sie zur Ausgewogenheit und zum Wohlergehen der Menschheit beigetragen haben. Weder lässt sich der kolossale Beitrag der UdSSR zur Niederlage des Faschismus und zur Eroberung des Weltraums aus der Geschichte tilgen, noch kann man die blendende Entwicklung einer gigantischen Nation ignorieren, die aus Hungersnot und allgemeiner Armut hervorging, wie die Volksrepublik China, und eines kleinen Landes, , das drei Kriege überstanden hat und heute durch sein dynamisches Wachstum die Bewunderung der ganzen Welt erntet: das heldenhafte und brüderliche Vietnam (Beifall).
Der Sozialismus ist die einzige Garantie für soziale Gerechtigkeit, der einzige Weg zur wirklichen Emanzipation aller Menschen, und in unserem Fall war und ist er zudem die reale Möglichkeit, gemeinsam auf die kollektive Bestrafung zu reagieren, die uns all die Jahre auferlegt wurde.
Nein, ihr Herren der Manipulation und der Lüge, Kuba ist kein gescheiterter Staat; Kuba ist ein eingekesselter Staat, Kuba ist ein Staat, der einer multidimensionalen Aggression ausgesetzt ist: Wirtschaftskrieg, verschärfte Blockade und Energieblockade. Kuba ist ein bedrohter Staat, der nicht kapituliert! (Beifall.) Und trotz allem und dank des Sozialismus ist Kuba ein Staat, der Widerstand leistet, der etwas schafft und – daran besteht kein Zweifel – ein Staat, der siegen wird! (Beifall.)
Compañeras und Compañeros:
Heute, am 16. April, gedenken wir grundlegender Meilensteine unserer jüngeren Geschichte: der heldenhaften und massiven Reaktion des Volkes auf den Auftakt der Söldnerinvasion mit den verbrecherischen Bombardements vom 15. April und der Erklärung des sozialistischen Charakters der Revolution, die Fidel bei der Beerdigung der ersten Opfer der beginnenden Aggression abgab, und am selben Tag, auch wenn viele es damals noch nicht wussten, wurde, wie hier bereits erläutert, unsere Kommunistische Partei gegründet.
Fidel hat es so formuliert: „In Girón wurde der sozialistische Charakter unserer Revolution verkündet, in Girón wurde unsere Partei praktisch geschmiedet.“ Deshalb betrachten wir den 16. April als Gründungsdatum der Partei, der Partei der Einheit, der Partei der kubanischen Nation, der Partei, die die Anstrengungen aller zum Wohle aller organisiert und leitet (Aus dem Publikum: Es lebe die Kommunistische Partei Kubas!) (Rufe: „Sie lebe!“) Doch die Geschichte wäre wenig wert, wenn wir ihre Lehren nicht beachten, wenn wir ihre Gesetzmäßigkeiten nicht zur Kenntnis nehmen und sie in endgültige Erkenntnisse umwandeln würden.
Die Angriffe auf die Flughäfen von Ciudad Libertad, Santiago de Cuba und San Antonio de los Baños im Vorfeld der Invasion, mit gezielten Schlägen unter Einsatz von Flugzeugen mit gefälschten kubanischen Kennzeichen; der anhaltende Einsatz von Desinformation und Täuschung durch Medien, die darauf abzielen, die Bevölkerung zu verwirren, zusammen mit dem Wirtschaftskrieg, dem diplomatischen Druck zur Isolierung der Revolution und den ständigen Drohungen zeigen hinterhältige Praktiken und Methoden, die von den Angreifern nie aufgegeben wurden und die sie heute weltweit immer wieder anwenden.
Sie haben ihre aggressive und interventionistische Vorgehensweise so oft wiederholt, und es gibt so viele Nationen und Prozesse, die im Laufe dieser Jahre bedroht und angegriffen wurden, dass sich trotz des technologischen, militärischen und medialen Aufwands, den sie nach allen Seiten verbreiten, weiterhin eine Welle der Solidarität mit Kuba erhebt – ein Beweis für die Isolation der imperialistischen Politik, die uns durch Ersticken zum Aufgeben zwingen will.
Von dieser historischen Tribüne aus, wo noch immer die Worte Fidels nachhallen, der das Volk aufrief, seinen Platz für den kommenden Kampf einzunehmen, und wo wir heute den Helden und Märtyrern jenes Tages, an dem das Vaterland entschlossen die Milizuniform anzog, den verdienten Tribut und die Ehrung zollen, rufen wir zu einer nationalen und internationalen Solidaritätsbewegung auf, die die Wahrheit über Kuba in jeden Winkel der Erde trägt, das Leiden des Volkes unter den Maßnahmen der Blockade und des multidimensionalen Wirtschaftskriegs, verschärft durch die Energieblockade, die aufgrund der extremen Entbehrungen, denen wir alle, Kubanerinnen und Kubaner, ausgesetzt sind, als Völkermord zu bezeichnen ist.
Der kubanische Alltag schmerzt, angefangen bei der lebenswichtigen Pause zum Ausruhen, die zuerst durch den Stromausfall und dann durch die Rückkehr des Stroms nach langen Stunden unterbrochen wird, was die Hausarbeit in die frühen Morgenstunden verlegt hat, bis hin zum Stillstand der Industrie, des Verkehrs, der lebenswichtigen Dienstleistungen und der Produktion, weil es absolut für fast alles an Treibstoff mangelt.
Die Liste ist sehr lang, und all dies geht auf eine einzige Exekutivanordnung zurück, die uns zu einer „außergewöhnlichen und außergewöhnlichen Bedrohung“ erklärte – genau das, was wir nicht sind.
Liebe Landsleute:
Die Zeit ist äußerst herausfordernd und ruft uns erneut dazu auf, wie damals am 16. April 1961, bereit zu sein, ernsthaften Bedrohungen zu begegnen, darunter auch militärischer Aggression. Wir wollen sie nicht, aber es ist unsere Pflicht, uns darauf vorzubereiten, sie zu verhindern, und, sollte sie unvermeidbar sein, sie zu gewinnen! (Beifall.) Wir haben den Glauben an den Sieg, den Fidel uns eingeimpft hat.
Wir glauben an den Dialog und an die außergewöhnliche Kraft des Friedens, um das Leben auf dem Planeten zu erhalten. Die Geschichte des Konflikts zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass dies möglich ist. Wir müssen an all das denken, was das Leben unserer beiden Völker beeinträchtigen würde, wenn sie in einen sinnlosen, unlogischen Konflikt hineingezogen würden, für den es weder Vorwände noch Rechtfertigungen gibt, wo es doch so viel gibt, was wir gemeinsam tun können.
Dem Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, dessen hundertsten Geburtstag wir 2026 feiern, erweisen wir an diesem 65. Jahrestag der großen Heldentat die größte Ehre (Beifall). (Aus dem Publikum rufen sie: Es lebe Fidel!) (Rufe: „Er lebe!“)
Fidel hat nicht nur die Schlacht von Playa Girón geleitet. Fidel war und ist Girón!! (Beifall.) Fidel ist diese Überzeugung, dass ein geeintes Volk ein Imperium besiegen kann! (Beifall.)
Den Angriffen der täglichen Invasionen zu widerstehen, ist das Epos, das wir heute schreiben, das beste Vermächtnis an die Gefallenen, an jene, die im April 1961 ihr Leben für die Unabhängigkeit und den Sozialismus opferten. Solange es eine Frau und einen Mann gibt, die bereit sind, ihr Leben für die Revolution zu geben, werden wir siegen! (Beifall.)
Der sozialistische Charakter unserer Revolution ist kein Satz aus der Vergangenheit, er ist der Schutzschild der Gegenwart und die Garantie für die Zukunft! (Beifall.)
Girón ist heute und für immer!
Kuba gibt nicht auf! (Beifall.)
Hier gibt niemand auf! (Beifall.)
Hier werden wir kämpfen!
Wie es in dem Lied heißt: Hier werden wir Feuer geben! (Beifall.)
Es lebe die rebellische Würde unseres Volkes! (Rufe: „ Viva“)
Es lebe der Sozialismus! (Rufe: „Viva!“)
Vaterland oder Tod!
Wir werden siegen!
(Beifall.)











