OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Ricardo López Hevia

Einige Gedanken des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der Partei und Präsidenten der Republik, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, in seiner heutigen Rede an der Ecke der 23. und 12. Straße anlässlich des 65. Jahrestages der Verkündung des sozialistischen Charakters der Revolution. 
- Vor 65 Jahren versammelten sich hier Frauen und Männer, die so jung oder sogar jünger waren als wir alle, die wir heute diese Straßen füllen – vielleicht viele Großmütter, Großväter, Mütter oder Väter von uns –, um ein wahrhaft epochales Kapitel in der Geschichte der modernen Welt zu schreiben.
Dieser Tag veränderte die Geschichte, nicht nur für Kuba. Angesichts einer drohenden  vor unseren Küsten, bei der noch immer Ungewissheit darüber bestand, wo sie landen würden, aber im Bewusstsein, dass hinter den Invasoren die volle Unterstützung der mächtigen Regierung der Vereinigten Staaten stand, erhob sich die Stimme des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, der man die  Anstrengung stundenlanger Schlaflosigkeit und Anspannung anmerkte, über die Menge, die diese historische Ecke füllte, um zu verkünden, dass wir waren, was wir weiterhin sein würden: eine sozialistische Revolution, direkt vor der Nase des Imperiums!
Diese Erklärung ist ein Wendepunkt in der kubanischen Geschichte und markiert den endgültigen Kurs des revolutionären Prozesses, der mit dem Sieg von 1959 seinen Anfang nahm. 

Das kubanische Volk zog von hier aus in den Kampf und zum Sieg. Eine kleine Nation, noch vom erst vor kurzem beendeten Krieg gezeichnet, sollte in weniger als 72 Stunden dem Imperialismus in Amerika  die erste große Niederlage zufügen. 
Diese Revolution der einfachen Menschen, mit den einfachen Menschen und für die einfachen Menschen sollte so weit gehen, dass  jemand, der im Kapitalismus ein Schuhputzerjunge war, zum ersten Kosmonauten Lateinamerikas wurde. Dass junge Menschen aus Afrika und der gesamten Dritten Welt in kubanischen Schulen ihr Studium absolvierten. Dass wir unser Blut und unser Schicksal mit denen teilten, die seit jeher gehasst und verleumdet wurden. Und wir besiegten Apartheid und Analphabetismus sowie heilbare Krankheiten in anderen Teilen der Welt, in die wir Ärzte statt Bomben und Lehrer statt Bomben brachten. Das ist Sozialismus.

Während andere sogar Friedhöfe und Parks privatisierten, blind dem Mythos des Marktes als dem allmächtigem Herrscher über einen Reichtum vertrauten, der sich nie erreichte, schuf dieses Land mit der Wissenschaft, der menschlichen Arbeitskraft und dem wissenschaftlichen Potenzial, die in der Revolution geschmiedet wurden, sowie mit dem Heldenmut und der kreativen Widerstandsfähigkeit des kubanischen Volkes ein monumentales Werk.
 Und unsere  Armee des Volkes zog aus, um zu säen und zu bauen, um zu beweisen, wie Raúl sagte: „Ja, wir können es schaffen! Wir können es immer schaffen!“ Und wir haben es geschafft. Das ist Sozialismus! 
Jede stille Bombe, die auf unsere Entwicklungsprojekte fiel, hat eine Wunde in der kubanischen Gesellschaft hinterlassen. Eine besonders schmerzhafte Wunde war die Abwanderung vielversprechender junger Menschen, die in unseren Schulen und Universitäten kostenlos ausgebildet wurden und deren Fähigkeiten und Talente der Kapitalismus kauft, ohne jemals darin investiert zu haben-, während er der Gesellschaft, die sie hervorgebracht hat, vorwirft, ihnen nicht das zu garantieren, was ihr räuberischer Markt ihnen bieten kann. Die Wahrheit ist, dass dieses menschliche Potenzial, in jedem Land, in das es kommt und dort beeindruckt und Bedeutendes leistet, vom Sozialismus ausgebildet worden ist. Nur der Sozialismus hat die Kinder von Arbeitern und Bauern zu hochqualifizierten Fachkräften gemacht.


- Um den völkermörderischen und vielschichtigen Charakter der seit sechs Jahrzehnten andauernden Blockade zu verschleiern, die die gesamte Bevölkerung erstickt und von ihren Verfechtern auf den Papieren, die sie verbreiten nur als Embargo bezeichnet werden darf,  wurde eine trügerische und zynische Erzählung konstruiert: Kuba als gescheiterter Staat.
- Auch unsere eigenen Fehler in diesem Prozess der gesellschaftlichen Konstruktion sind offensichtlich – ein Prozess mit besonderen und dezidiert kubanischen Merkmalen, in dem wir gegen den Strom schwimmen und unzählige Hindernisse überwinden.
- Solange die Blockade jedoch wie eine um den Hals gelegte Schlinge unsere Wirtschaft zuschnürt, kann niemand abstreiten – und ich wiederhole, niemand kann abstreiten – ihre absolute Schuld am Leid kubanischer Familien leugnen. Die Hauptursache unserer Probleme ist die völkermörderische Blockade, die die Regierung der Vereinigten Staaten gegen unser Volk verhängt hat.


- Gegen alle sozialistischen Experimente wurden mit brutaler Aggression und Blockaden vorgegangen, doch  selbst so lässt sich nicht leugnen, welchen Beitrag sie zum Gleichgewicht und zum Wohlergehen der Menschheit geleistet haben.
 -Der Sozialismus ist die einzige Garantie für soziale Gerechtigkeit, der einzige Weg zur wahren Emanzipation aller Menschen, und in unserem Fall war und ist er die reale Möglichkeit, eine kollektive Antwort auf die kollektive Bestrafung zu geben, die uns all die Jahre aufgezwungen wurde. 
-Kuba ist kein gescheiterter Staat; Kuba ist ein belagerter Staat, ein Staat, der mit einer vielschichtigen Aggression, einem Wirtschaftskrieg, einer verschärften Blockade und einer Energieblockade zu kämpfen hat. Kuba ist ein bedrohter Staat, der nicht kapitulieren wird. Und trotz allem, und dank des Sozialismus, ist Kuba ein Staat, der Widerstand leistet, der Neues schafft und, da bin ich mir sicher, ein Staat ist, der siegen wird. 
 – Fidel sagte es, und ich zitiere: „In Girón wurde der sozialistische Charakter unserer Revolution verkündet, in Girón wurde unsere Partei praktisch gegründet.“ Deshalb betrachten wir den 16. April als Gründungsdatum der Partei, der Partei der Einheit, der Partei der kubanischen Nation, der Partei der Organisation und der Leitung aller Anstrengungen zum Wohle aller.
-So viele Nationen und Prozesse wurden über die Jahre bedroht und angegriffen, aber trotz der technologischen, militärischen und medialen Angriffe von links und rechts wächst die Welle der Solidarität mit Kuba weiter – ein Beweis für die Isolation der imperialistische Politik auferlegt wird, die uns ersticken will. 
-Von dieser historischen Plattform, wo Fidels Worte noch immer nachhallen und das Volk aufriefen, sich für den bevorstehenden Kampf in Stellung zu gehen, und wo wir heute den Helden und Märtyrern jenes Tages, als das Vaterland entschlossen die Uniform der Miliz anlegte, unseren verdienten Tribut zollen, rufen wir zu einer nationalen und internationalen Solidaritätsbewegung auf. Diese Bewegung wird die Wahrheit über Kuba, das Leid seiner Bevölkerung aufgrund der Blockade und des vielschichtigen Wirtschaftskrieges, verschärft durch die Energieblockade, in alle Winkel der Erde tragen. Dieser Krieg stellt angesichts der extremen Not, der alle Kubaner  und Kubanerinnen ausgesetzt sind, einen Völkermord dar.


-Liebe Landsleute, die aktuelle Situation ist äußerst herausfordernd und fordert uns – wie schon am 16. April 1961 – erneut auf, uns auf ernsthafte Bedrohungen, darunter eine  militärische Aggression, vorzubereiten. Wir wollen sie nicht, aber es ist unsere Pflicht, uns darauf vorzubereiten, sie zu vermeiden und, sollte sie unvermeidlich sein, siegreich daraus hervorzugehen.
.-Wir haben den Glauben an den Sieg, den Fidel in uns geweckt hat; wir glauben an den Dialog und an die außerordentliche Kraft des Friedens, das Leben auf unserem Planeten zu erhalten. Die Geschichte des Konflikts zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass dies möglich ist. Wir müssen all die Menschenleben bedenken, die in unseren beiden Nationen verloren gingen, wenn sie in einen sinnlosen, unlogischen Konflikt hineingezogen würden, für den es weder Vorwände noch Rechtfertigungen gibt, wo wir doch gemeinsam so viel erreichen können. 
-Dem Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, dessen hundertsten Geburtstag wir in diesem Jahr, 2026, feiern, zollen wir an diesem 65. Jahrestag dieses großen Heldenepos unseren höchsten Respekt. Fidel führte nicht nur die Schlacht von Playa Girón an, Fidel war und ist Girón! Fidel verkörpert die Überzeugung, dass ein geeintes Volk ein Imperium besiegen kann.
 -Dem Ansturm der täglichen Invasionen zu widerstehen, ist die Ethik, die wir heute hochhalten, das größte Vermächtnis an die Gefallenen, an jene, die im April 1961 ihr Leben für Unabhängigkeit und Sozialismus gaben. 
-Solange es auch nur eine Frau und einen Mann gibt, die bereit sind, ihr Leben für die Revolution zu geben, werden wir siegen. Der sozialistische Charakter unserer Revolution ist keine Phrase der Vergangenheit; er ist der Schild der Gegenwart und die Garantie der Zukunft. Girón ist heute, es ist immer. Kuba kapituliert nicht! Niemand hier kapituliert! Hier werden wir kämpfen, hier, wie es im Lied heißt, werden wir Feuer geben.