OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Granma-Archiv

Wer waren Sie? Wer waren Alicia, Deborah, Mónica, Mariela? Sie, die so wenig und doch so viel sagte und mit ihrer Stimme einnahm. Sie: die mit nur einer einzigen Liebe, die mit allen Lieben.
 Auf welchem ​​Boden, so sagt man, setzte sie sich und nähte eine zerrissene Uniform für eine Milizionärin, die keine Schuhe hatte? Wer hörte sie jemals sagen: „Ich bin müde“? 
Wie lässt sich die Bedeutung einer Frau messen, die in ihrer Ingenieurskarriere hätte bleiben können, in ihrem Santiago, in dem wohlhabenden Familienheim, und stattdessen die Berge, das Gewehr, die ewige Nacht des Untergrunds wählte? Mit welchem Gewicht misst den Mut einer Frau, die in der Rebellenarmee kämpfte und nach dem Sieg nicht ruhte, bis Frauen ihre eigene Stimme hatten?
 Hat dich die Müdigkeit zermürbt, als du Kinderbetreuungseinrichtungen gründetest, damit berufstätige Frauen nicht zwischen Brot und Stillen wählen mussten? Wurde dir schwindlig, als du mit dem Mann vom Land sprachst, der Frauen für seinen Besitz hielt? Oder lernte er, wie Flüsse lernen, dass Geduld selbst den härtesten Berg erodiert?

Foto: Enrique Meneses

Woher nahm sie die Zärtlichkeit, gleichzeitig die strenge Anführerin zu sein, die beim Scheidungsgesetz keine Rückschritte zuließ, und die Freundin, die frühmorgens kam, um den Trauernden Kaffee zu bringen? Wie vereinte sie in sich die Guerillakämpferin, die Kameraden in der Sierra Maestra begrub, und die Mutter, die für jedes kubanische Kind litt, das unter der grausamen Blockade litt? 

Photo: Granma-Archiv

Kein Rang, keine Auszeichnung kann Vilma erklären. Sie definierte sich nicht über Titel: Sie war zwar „Präsidentin der Frauen“, aber sie war auch diejenige, die darauf bestand, ohne Titel angesprochen zu werden, diejenige, die wütend wurde, wenn man ihr Blumen auf den Tisch stellte, diejenige, die eine Sitzung unterbrach, um eine Bäuerin nach dem Namen ihrer Tochter zu fragen.

 Welche Macht hat ein Gesetz, wenn es nicht von einer Hand unterzeichnet und dann in jedem Viertel, in jeder Fabrik, in jeder Schule mit allen Mitteln verteidigt wird? Vilma erließ keine Gesetze hinter einem Schreibtisch; Sie saß auf dem Lehmboden der Bateyes, roch den Kerzenrauch in den Holzzimmern und weinte mit denen, die im Krieg ihre Kinder verloren hatten...

Photo: Liborio Noval

Wo sollen wir, die wir nach ihr kamen, ihr Beispiel und ihren Verlust einordnen? Wir müssen weiterweben, wie sie es tat, ohne Applaus zu erwarten. Wir müssen genauso hart gegen Ungerechtigkeit vorgehen wie sie und den Leidenden mitfühlend begegnen. Wir müssen diese schwierige Kunst erlernen: revolutionär zu sein, ohne unsere Menschlichkeit zu verlieren, für alle da zu sein, ohne die Umarmung des Einzelnen zu vergessen. Was konnte die Zeit gegen Vilma ausrichten? Wenn sie nicht die Zeit war, so war sie doch die Wurzel. Und Wurzeln sterben nicht: Sie nähren.

Photo: Granma-Archiv