
MATANZAS – Nach mehreren Monaten ohne Sichtung eines Öltankers in kubanischen Gewässern traf am Dienstagmorgen ein russisches Schiff mit 100.000 Tonnen Rohöl in der Bucht von Matanzas ein.
Laut einer Pressemitteilung ermöglicht die Ladung den Betrieb das nationale Stromnetz und andere Wirtschaftszweige für etwa zehn Tage aufrechtzuerhaten.
Die ersten Fertigprodukte, die nach der Raffination dieser Menge gewonnen werden, sollen in der zweiten Aprilhälfte ausgeliefert werden.
Irenaldo Pérez Cardozo, stellvertretender Direktor von Cuba Petróleo, gab bekannt, dass bei der Raffination des Rohöls folgende Produkte entstehen:
- Dieselkraftstoff für die dezentrale Stromerzeugung und wichtige Wirtschaftszweige
- Heizöl für schwimmende Kraftwerke und die Zentralen Mariel und Moa.
- Flüssiggas (LPG) zum Kochen von Nahrungsmitteln in kritischen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen.
- Eine bestimmte Menge von Benzin um die aktuelle Nachfrage nach dem Produkt etwas zu erleichern
Der Text stellt klar, dass die Ankunft dieses Rohöls zwar eine erhebliche Erleichterung in der kritischen Lage des Landes mit Stromausfällen und Transportstörungen darstellt, die Menge der gelieferten Fertigprodukte jedoch den Treibstoffbedarf nicht deckt.
„Die Ankunft der ‚Anatoly Kolodkin‘ ist eine große Hilfe für das kubanische Volk und vor allem ein beredtes Zeichen der tiefen Freundschaft und Brüderlichkeit zwischen den Regierungen und Völkern beider Nationen.“
Die Erklärung bekräftigt Kubas Recht auf Treibstoffimporte, um Wirtschaft, Transportwesen, Krankenhäuser und Industrie aufrechtzuerhalten. Weiter heißt es, dass dieser Bedarf unter den gegenwärtigen Bedingungen aufgrund der anhaltenden einseitigen Zwangsmaßnahmen der US-Regierung nicht gedeckt werden kann. Diese Maßnahmen behindern die Beschaffung, Finanzierung und den Transport von Rohöl und Fertigprodukten auf internationalen Märkten in den erforderlichen Mengen.
„Solange diese Belagerung andauert, wird jede Lieferung wie die der ‚Anatoly Kolodkin‘ mit Dankbarkeit entgegengenommen, aber auch mit dem klaren Verständnis, dass das Energiedefizit des Landes nicht ohne die Aufhebung der verbrecherischen Blockade gegen das kubanische Volk behoben werden kann.“
Ein langjähriger Mitarbeiter des Erdöltanklagers bezeichnete dies als eine sehr gute Nachricht ,da es ihnen nun möglich ist, „in diesem äußerst schwierigen Moment etwas aufzuatmen“.
Manche hatten sogar befürchtet, dass dieses Ereignis nicht stattfinden würde, angesichts der feindseligen und unnachgiebigen Haltung der US-Regierung, die sogar so weit ging, jegliche Einfuhr von Treibstoff auf die Insel zu verhindern, um das kubanische Volk zu strangulieren.
Doch trotz aller Zweifel ankerte das nach dem renommierten Juristen Anatoly Kolodkin benannte Schiff mit der Spende in der Bucht von Matanzas. Auch wenn sie in Zeiten solcher Not nur eine kleine Erleichterung darstellt, liefert sie eine große Botschaft der Solidarität.
Unterstützt von Schleppern steuerte der Tanker das Tiefwasserdock an und begann kurz darauf mit dem Annäherungsmanöver, um die notwendigen Protokolle und die Umladung seiner Ladung abzuwarten.
Experten heben die für den Schiffsbetrieb günstigen Eigenschaften der Bucht von Matanzas sowie die Lagerkapazität des Supertankerstützpunkts hervor, wo die Instandsetzung der vier im August 2022 bei dem Unfall beschädigten Tanks des Lagers sich in der Endphase befindet.








