„Es ist Zeit zur Zählung und für den gemeinsamen Marsch. Wir müssen in geschlossener Formation gehen, so dicht gefrängt, wie das Silber in den Wurzeln der Anden.“ Es scheint, als wären diese Worte des kubanischen Nationalhelden José Martí in seinem Essay „Unser Amerika“ wie geschaffen für diese Zeit.
In jenem Amerika, dem Amerika, von dem unser Apostel träumte, fehlt es zwar vielen an Anstand, doch andere schließen sich zusammen, um Kuba zu verteidigen und einem Volk, das unter der feindseligen und völkermörderischen Politik der US-Regierung leidet – einer Politik, die durch die Energieblockade noch verschärft wird –, menschliche und materielle Unterstützung zu leisten.
Ein Solidaritätskonvoi mit Hilfsgütern aus Brasilien, Kolumbien, den USA, Uruguay und Mexiko, der dank des Einsatzes von politischen Parteien, Gewerkschaftsführern und anderen engagierten Menschen zusammengeführt wurde, trifft derzeit in Havanna ein. Medikamente, Lebensmittel, medizinische Ausrüstung, Schulmaterialien und andere lebensnotwendige Güter gehören zur Ladung des Konvois „Unser Amerika“, der am 19. März seine dritte Lieferung in unser Land brachte.
David Adler, Gründer der Initiative und Teilnehmer der Sumud-Global-Flottille, die humanitäre Hilfe nach Palästina bringen wollte, erklärte gegenüber Granma: „Dieser Konvoi will das Gewissen der Millionen Menschen mobilisieren, die sich mit der kubanischen Sache identifizieren.“ „Wir wissen, dass unsere Hilfslieferungen nicht ausreichen, um den aktuellen Bedarf des kubanischen Volkes zu decken. Kuba braucht Energieressourcen und muss sich von dieser brutalen Blockade der US-Regierung befreien. Wir hoffen jedoch, dass dies der Funke für eine neue internationale Solidaritätsbewegung sein wird, die Regierungen dazu bewegen kann und sollte, dieses Öl bereitzustellen und die Blockade zu brechen. Es wäre ein klares Nein zur Blockade und ein Ja zur wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenarbeit“, sagte er.
Die Idee für diese Solidaritätshilfe entstand im vergangenen Februar nach den neuen Maßnahmen gegen unser Land und erfuhr so viel Unterstützung, dass sie auf Luft- und Seetransporte ausgeweitet wurde.
„Tausende Menschen haben sich an uns gewandt, Vertreter politischer Kräfte wie Gewerkschaften, Arbeiter, sozialer Bewegungen und indigener Gemeinschaften; auch die politischen Parteien, die uns in Parlamenten und Regierungen weltweit vertreten. Angesichts dieses großen Engagements haben wir uns entschlossen, einen Konvoi zu bilden“, erklärte Adler.
„Wir sind nicht nur aus persönlichem Einsatz hier, sondern tragen die Hoffnung und Solidarität von Millionen Menschen auf allen Kontinenten in uns, um zu zeigen, dass wir an der Seite Kubas stehen“, schloss er.
“EIN VOLK OHNE SEELE HAT WENIG ZUKUNFT”
Gegen Mittag des 19. März, als der erste Flug des Tages landete, überbrachte er eine klare Botschaft, die später von Fernando Pereira, dem damaligen Präsidenten der uruguayischen Frente Amplio, bestätigt wurde: „Ein Volk ohne Seele hat wenig Zukunft.“
Und wenn man von der Seele einer Nation spricht, muss man sich daran erinnern, wie viel Kuba der Welt geholfen hat. Es ist diese Menschlichkeit, die auf allen Kontinenten gewirkt hat, die das Wesen des Landes ausmacht.
„Wir sind auch dankbar für die Unterstützung, die wir nach dem Sieg der Frente Amplio in Uruguay erfahren haben und die die Operation Milagro ermöglichte. Im Rahmen dieser Operation wurden fast 100.000 Bürgerinnen und Bürger wegen Katarakten und Glaukomen operiert, wodurch ältere Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ihr Augenlicht wiedererlangten. Das wird nicht vergessen, und diejenigen, die dankbar sind, müssen gerade dann hier sein, wenn die Dinge schlimm“, erklärte Pereira.
„Ein Volk durch Hunger oder Treibstoffmangel zu strangulieren, ist eine der schlimmsten Praktiken und sollte von allen Staaten verurteilt werden. Selbstverständlich ist ein solch unmenschliches Verhalten für uns verdammenswert. Wir sind hier an der Seite eines Volkes, das seit sechs Jahrzehnten großen Mut bewiesen und ihn auch jetzt wieder unter Beweis stellt, während es versucht, aus dieser schwierigen Situation herauszukommen.“
„Wir empfinden Bewunderung für den Prozess des nationalen Aufbaus, der trotz aller Schwierigkeiten eingeschlagen worden ist. Die Linke in der Region kann nicht so tun, als gäbe es nichts zu tun“, betonte er.
Auch Brasilien war bei der Veranstaltung vertreten. Laut Mónica Valente, Geschäftsführerin des São Paulo Forums, ist eines der Ziele auch der Kampf für ein Ende der Wirtschaftsblockade gegen Kuba. „Wir setzen alles daran, zu helfen und den Sieg zu erringen, auf den die Menschheit so viele Jahre gewartet hat. Jedes Jahr beschließen die Vereinten Nationen mit großer Mehrheit das Ende dieser Politik, und dennoch wird sie immer weiter verschärft“, prangerte sie an.
Sie sagte außerdem, dass man dabei sei, Spenden sammeln, um Solarpaneele zu kaufen und zu liefern, die zur Stromerzeugung beitragen sollen. „Ihr seid Kämpfer, sehr mutig, die uns über viele Jahre gelehrt haben, wie wichtig der Kampf für unsere Souveränität ist. Inspiriert von diesem Beispiel widerstehen auch wir dem Druck der Vereinigten Staaten in Brasilien“, sagte sie in einer Botschaft an das kubanische Volk.
Auch die Jugend war anwesend. Alexandre Pupo, Generalsekretär der Iberoamerikanischen Jugendorganisation (OIJ), ist ebenfalls Teil des Konvois und vertritt die 21 Mitgliedstaaten der Organisation. „Wir sind hier, um unsere Solidarität zu demonstrieren und erneut zu betonen, dass diese Blockadepolitik nur dem Leben der Menschen, insbesondere der jungen Menschen und der Kubaner, schadet. Wir wenden uns der Situation nicht ab und sehen Kuba aufgrund des Mutes, den es in all den Jahren bewiesen hat, als Leuchtfeuer der Hoffnung auf Gerechtigkeit“, sagte er.
ES GIBT WENIGE FEINDSELIGE
Die Tatsache, dass die Politik der US-Regierung gegenüber Kuba unfreundlich ist, bedeutet nicht, dass die Bevölkerung unfreundlich gegenüber Kuba ist. Der Beweis dafür ist die Gruppe „Pastors for Peace“, die seit Jahrzehnten für unsere Sache mit uns zusammenarbeitet.
Angesichts dieser neuen Herausforderung war ihre Unterstützung unerlässlich. Unter der Leitung von Claudia de La Cruz, der Geschäftsführerin der religiösen Organisation, traf am vergangenen Donnerstag eine Delegation mit Hilfsgütern ein.
„Es ist sehr bewegend, hier zu sein und das Vermächtnis von Reverend Lucius Walker und des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz fortzuführen, die aus Liebe und dem Wunsch etwas aufzubauen so viel Schönes geschaffen haben. Vor allem ist es eine historische Verantwortung, hier bei diesem Volk zu sein, das nicht allein ist und es niemals sein wird“, sagte sie.
Sie betonte außerdem, dass die derzeitige US-Regierung nicht die Gefühle des Volkes der USA vertrete. „Wir bringen die Liebe unseres Volkes zu Kuba mit und lehnen jede Aggression ab“, bekräftigte sie und unterstrich ihr Engagement für die Verteidigung Kubas.
„Wir sind hier als Menschen mit Glauben und Gewissen und verstehen, dass die US-Außenpolitik gegen das Leben selbst und somit gegen unsere Prinzipien und Werte verstößt“, sagte die Aktivistin, die 2023 für das Präsidentenamt kandidierte.
Mitglieder des Solidaritätskonvois werden in den kommenden Tagen weiterhin eintreffen und damit den Erfolg der Initiative und die internationale Unterstützung für diese Insel demonstrieren, die ein Beispiel für Liebe, Widerstandskraft, Widerstandsfähigkeit und Menschlichkeit war und ist.
„Die meisten Staaten erkennen die historische Schuld an, die sie Kuba für seinen Kampf um nationale und internationale Befreiung schulden. Wir wollen die Herzen der Menschen bewegen, diese Schuld anzuerkennen und darüber nachzudenken, wie wir sie begleichen können“, erklärte David Adler, einer der Anführer der Bewegung. Für diese Insel, ein Beispiel für Nächstenliebe und Hingabe und ein Schlüsselfaktor bei der Erklärung Lateinamerikas zur Friedenszone im Jahr 2014, vereinen sich alle Völker der Welt, ungeachtet ihrer Nationalitäten, Sprachen, Glaubensrichtungen oder Grenzen.
„Was uns nicht fehlt, sind Männer und Frauen, die für eine andere Gesellschaft arbeiten, denn eine andere Welt ist notwendig und möglich. In diesem Kampf geht es nicht um die Dauer eines Prozesses, sondern darum, wie sicher wir sind, dass die Linke das Leben der Menschen verändern kann“, sagte Fernando Pereira mit Blick auf den revolutionären Prozess, der 1959 in Kuba begann.










