
Der erweiterte Nationale Verteidigungsrat setzte am Montag seine systematische Überwachung der Fortschritte bei den Wiederaufbauarbeiten nach Hurrikan Melissa in Guantánamo, Santiago de Cuba, Granma und Holguín fort, wo die Wiederherstellung der Strom-, Wasser- und Telekommunikationsversorgung sowie anderer grundlegender Dienstleistungen voranschreitet, aber noch viel zu tun bleibt, damit die Bewohner wieder in den Alltag zurückkehren können.
Das Treffen, das per Videokonferenz mit den Behörden der betroffenen Gebiete stattfand, wurde von Miguel Díaz-Canel Bermúdez, dem Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und Präsidenten der Republik sowie Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrats, geleitet. Die Moderation übernahm Premierminister Manuel Marrero Cruz.
Die Wiederherstellung der Stromversorgung in der östlichen Region war eines der ausführlich besprochenen Themen. Der Minister für Energie un Bergbau Vicente de la O Levy berichtete, dass in Las Tunas 99,95 % der Kunden wieder mit Strom versorgt seien, und in Guantánamo 96,45 %. In Holguín lag die Quote bei 79,76 % und in Granma bei 73,44 %.
Die Stromversorgung in Santiago de Cuba ist zu 29,23 % wiederhergestellt. Dieser Wert ist aufgrund der umfangreichen Schäden an den Stromleitungen und der Komplexität ihrer Reparatur noch immer niedrig. Daher konzentrieren sich die größten Anstrengungen auf diese Provinz.
Laut offiziellen Angaben sollen alle Umspannwerke der Provinz innerhalb der nächsten Stunden vom Nationalen Stromversorger (SEN) wieder in Betrieb genommen werden, was die Versorgung deutlich verbessern wird.
Priorität hat für das Team des Stromversorgers die Stadt Santiago de Cuba mit ihren 187.000 Kunden. Dort sind die Stromleitungen durch umgestürzte Bäume stark beschädigt, was zu erheblichen Schäden an Masten, Leitungen und anderer Infrastruktur geführt hat.
Auf eine Frage des kubanischen Präsidenten erklärte der Minister für Energie und Bergbau, dass die Stromversorgung für alle Kunden in Santiago de Cuba in dieser Woche wiederhergestellt sein sollte. Auch in anderen Gemeinden sei die Lage komplex, doch werde ab diesem Dienstag dank der Inbetriebnahme der Umspannwerke überall zumindest ein gewisser Versorgungsstandard erreicht.
Santiago de Cuba hat für die Elektriker Priorität; Hilfskräfte aus anderen Provinzen werden weiterhin eintreffen, um die Arbeiten zu unterstützen. Derzeit sind 3.746 Arbeiter an den Stromleitungen in der östlichen Region im Einsatz, und weitere Einsatzkräfte werden in die Provinz entsandt. In der Gemeinde Guamá erklärte Vicente de la O Levy, dass die dorthin verlegte dezentrale Stromerzeugungseinheit bereits installiert und in Betrieb sei.
Die Arbeiten an der Stromleitung Báguanos-Bayamo, wo der Hurrikan sechs Hochspannungsmasten zerstörte, werden unermüdlich fortgesetzt. Aufgrund der durch Melissa verursachten Schäden ist der Zugang selbst mit Ausrüstung der Revolutionären Streitkräfte erschwert.
In Holguín wird erwartet, dass Anfang nächster Woche nur noch wenige Haushalte ohne Strom sein werden. In Granma sind die sieben überfluteten Umspannwerke repariert, und das Umspannwerk Río Cauto wird bereits wieder ans Netz angeschlossen.
In dieser Provinz wird in den kommenden Stunden mit einer Verbesserung der Stromversorgung um etwa 6 % gerechnet. In Guantánamo bestehen die größten Einschränkungen weiterhin in den Bergen und abgelegenen Gebieten.
WASSERVERSORGUNG UND ANDERE DIENSTLEISTUNGEN
Bezüglich der Wasserversorgung erklärte Antonio Rodríguez Rodríguez, Präsident des Nationalen Instituts für Wasserressourcen, dass die gesamte Infrastruktur in Las Tunas wiederhergestellt sei.
In Holguín werden 83 % der Bevölkerung über die üblichen Kanäle mit Wasser versorgt; in Guantánamo sind es 96 %, in Granma 55 % und in Santiago de Cuba 57 %. 45 % der Versorgung erfolgt über das Leitungsnetz, der Rest per Tankwagen.
In Holguín werden derzeit Arbeiten an den Rohrleitungen durchgeführt, darunter der Bau einer neuen, 9,5 km langen Leitung. Andere Leitungen werden repariert. Zudem werden Anlagen installiert, die eine erhöhte Wasserversorgung ermöglichen, sowohl hier als auch in den übrigen Provinzen.
In Santiago de Cuba beispielsweise ermöglicht die Instandsetzung der Leitungen Quintero 1 und 2 eine Steigerung des Wasserdurchflusses um mehr als 1.500 Liter pro Sekunde – mehr als vor Hurrikan Melissa.
Bei der Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates am Montag berichteten auch die Unterausschüsse des Wirtschafts- und Sozialausschusses. Im Bereich Ernährung erklärte die Ministerin für Binnenhandel, Betsy Díaz Velázquez, dass die Versorgung der Bewohner der am stärksten vom Hurrikan betroffenen Provinzen mit Reis, einem Grundnahrungsmittel, und anderen Produkten sichergestellt werde.
Es wurde außerdem berichtet, dass 21 Traktoren und weitere Geräte zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Landwirtschaft in Santiago de Cuba entsandt wurden. Zudem werden Kettensägenaufsätze zum Fällen umgestürzter Bäume eingesetzt.
In den betroffenen Gebieten konnten rund 13.000 Hektar Anbaufläche für Feldfrüchte wie Bananen, Maniok und Kaffee wiederhergestellt werden.
Bei dem Treffen, an dem unter anderem Vertreter der Provinzverteidigungsräte von Guantánamo, Santiago de Cuba, Granma und Holguín sowie der Bereiche Verkehr, Industrie, Gesundheit, Bildung und Internationale Zusammenarbeit teilnahmen, wurden auch aktuelle Informationen bekannt.
Es wurde außerdem berichtet, dass zehntausende Einheiten Dachmaterialien, darunter Asbestzement und Zinkziegel, sowie weitere Baumaterialien für die betroffenen Gebiete zur Verfügung stehen.
MITTEILUNG NR. 8 DES NATIONALEN ZIVLSCHUTZSTABS DER ZIVILVERTEIDIGUNG ZU HURRIKAN MELISSA
Es wurde beschlossen ab 10. November 17:00 Uhr für die Gemeinden Río Cauto und Cauto Cristo in der Provinz Granma die Wiederaufbauphase einzuleiten und für die Provinz Las Tunas, die Gemeinden Pilón, Niquero, Media Luna und Campechuela in Granma, die Gemeinden Maisí, Baracoa und Imías in Guantánamo sowie Calixto García in der Provinz Holguín die Rückkehr zur Normalität zu erklären.
Die übrigen vom Hurrikan Melissa betroffenen Gemeinden befinden sich weiterhin in der Wiederaufbauphase unter der Leitung ihrer jeweiligen Katastrophenschutzräte.
Die Arbeit der Behörden, der Medien und der Bevölkerung wird für die Disziplin und Solidarität bei der Einhaltung der Maßnahmen während der Vorbereitungen und der Reaktion auf dieses Ereignis wird Anerkennung ausgesprochen.
Generalstab des Nationalen Zivilschutzes








