OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die neuen Maßnahmen verändern die Rolle ausländischer Investitionen im Binnenhandel erheblich und werden sich positiv auf die Versorgungsprobleme auswirken, unter denen das Land leidet Photo: Freddy Pérez Cabrera

Nachdem verschiedene Regeln, Maßnahmen und Vorschriften für ausländische Investitionen im Handelssektor gelockert worden waren, sind bereits 16 ausländische Unternehmen von der Kommerzialisierungsgruppe für Industrieprodukte und Dienstleistungen betreut worden.

Dies bestätigte Raúl Delgado Rodríguez, Direktor für Technik und Entwicklung der OSDE, gegenüber Radio Rebelde. Er fügte hinzu, dass dieses Interesse durch die Verabschiedung der neuen Politik, die Einzelhandelkommerzialisierung in Form von Joint Ventures vorsieht und im Falle des Großhandels die Gründung von Joint Ventures mit hundert Prozent ausländischem Kapital erlaubt, deutlich wurde. Eine weitere Gruppe von Unternehmen ist registriert und wartet darauf, angesprochen zu werden, fügte er hinzu.

Delgado Rodriguez erläuterte, dass die Politik darauf abziele, Groß- und Einzelhandelsmärkte zu schaffen und zu fördern, und zwar nicht nur für Wirtschaftsgüter, die für die Bevölkerung bestimmt sind, sondern auch für Zwischenprodukte, die die Reaktivierung der Wirtschaft ermöglichen.

„Wir haben uns mit Investoren aus so unterschiedlichen Ländern wie Vietnam, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kanada, Russland, Spanien, Italien und Indien ausgetauscht. In Südamerika haben wir uns auch mit Geschäftsleuten aus Argentinien und Uruguay getroffen", sagte er.

Auf den vom Ministerium für Außenhandel und Auslandsinvestitionen gemeinsam mit der Handelskammer der Republik Kuba veranstalteten Wirtschaftsforen stellte das Unternehmen ALBUS S.A., das zur OSDE, einem Handelsunternehmen für Industrieprodukte und Dienstleistungen, gehört, sechs Projekte aus seinem Portfolio vor, berichtet Radio Rebelde.

Ziel ist u.a. die Einrichtung von Märkten für Textilien, Groß- und Einzelhandel mit Wirtschaftsgütern sowie die Logistik für trockene und gekühlte Lebensmittel.

Delgado Rodríguez kündigte an, dass es einige Projekte gibt, die unmittelbar in Angriff genommen werden: „Es wird eine Plattform mit elektronischem Verkauf eingerichtet, ähnlich der Katapulk- und Supermarkt23-Modalität, mit dem Vorteil, dass alle zu vermarktenden Lebensmittel und Produkte im Lande sind und somit keine Waren importiert werden müssen".

Er erläuterte, dass die Arbeiten an dem Großhandelsvermarktungsprojekt Gran Ferretero S.A., dem ersten vom Ministerium für Binnenhandel genehmigten Joint Venture, im Gange seien, das vor Ende 2022 betriebsbereit sein soll.

„Ein Unternehmen für die Vermarktung von Eisenwaren im weitesten Sinne und von Baumaterialien. Diese Einrichtung wird es den KKMU (Mipymes) ermöglichen, Ressourcen und Produkte für die Entwicklung ihrer Unternehmen zu erwerben", sagte er.

Delgado Rodríguez wies gegenüber dem nationalen Radiosender darauf hin, dass die Integration der nationalen Produktion seit der Konzeption der Politik immer geplant war und sogar die Modalität der Vorfinanzierung einiger Produktionen durch den ausländischen Teil beinhalte.

„Bei allen Verhandlungen haben wir das Interesse Kubas an der Einbeziehung der nationalen Industrie in diese Projekte deutlich gemacht, und das war überhaupt kein Streitpunkt. Alle Unternehmer haben sich bereit erklärt, nationale Produkte in ihre Projekte einzubeziehen, um die Kosten für den Warentransport zu senken.

Die neuen gesetzlichen Bestimmungen werden es den verschiedenen Wirtschaftsakteuren ermöglichen, sich mit ausländischen Unternehmen zusammenzuschließen. Dies wird eine weitere Gelegenheit für die kubanische Wirtschaft sein, sich zu reaktivieren, und in Zukunft wird es eine größere Präsenz einer Gruppe von Produkten auf dem kubanischen Markt geben, so die Schlussfolgerung des Berichts.