OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Der Naturtourismus ist ein Potential für die Zukunft Photo: Julio Martínez Molina

Der Minister für Tourismus Manuel Marrero Cruz hob in seinem aktualisierten Bericht für die Abgeordneten, der die Leistungen und die Defizite aufzeigte, die Notwendigkeit hervor, diesen Sektor weiter zu entwickeln, da er eine direkte Devisenquelle für das Land bedeute und wegen der wachsenden Nachfrage auf dem kubanischen Markt.

Kuba beabsichtigt weiterhin die Anzahl der Zimmer zu erhöhen und Hotels zu bauen, denn bis zum Ende des Jahres erwarte man über 4,3 Millionen Touristen, auch wenn dies im Vergleich zu 2018 eine Abnahme von 10 % darstelle.

Dieser Rückgang ist die Folge der wirtschaftlichen Maßnahmen, mit denen das Weiße Haus die seit fast 60 Jahren andauernde Wirtschafts,- Handels- und Finanzblockade weiter verschärft, die Präsident Donald Trump zusätzlich im Mai durch die Aktivierung des Titels III des Helms Burton Gesetzes verstärkt hat.

Trotz der Auswirkungen der von der Regierung Trump verschärften Blockademaßnahmen rechnet man in diesem Jahr mit über 4.300.000 ausländischen Besuchern Photo: Jose M. Correa

Diese Maßnahmen haben große Auswirkungen auf den Tourismus in Kuba, da es jetzt privaten Flugzeugen, Kreuzfahrtschiffen, Segelschiffen, Fischerbooten etc. verboten ist, die Insel anzulaufen. Außerdem wurde der akademische Austausch mit Universitäten und wissenschaftlichen Zentren eingeschränkt.

Die Anwendung des Titels III verlangsame die Verhandlungen mit ausländischem Kapital, erklärte der Minister.

Trotzdem seien verschiedene Maßnahmen unternommen worden, um die Situation abzuschwächen; sie zielten darauf, die Geschäftspolitik zu flexibilisieren und den Fluss der Besucher aus dem Ausland zu fördern. Außerdem arbeite man intensiv an der Nutzung lokaler Produkte, um die Einfuhr von Verbrauchsmaterial zu vermindern, eine größere Nachhaltigkeit zu erzielen und eine produktive Verzahnung zu schaffen.

Bei diesen Bemühungen spielten auch die kulturellen Produkte eine herausragende Rolle, die Optionen außerhalb der Hotels bieten; damit solle erreicht werden, dass der Tourist komme, um Festivals, Messen, volkstümliche Feste, Ausstellungen und andere Events zu besuchen. Darin sei auch das Angebot enthalten, das innerhalb der Hotels, in den Shows und anderen Freizeitaktivitäten gemacht werde.

Aber ganz ohne Zweifel sei die Qualität der Dienstleistungen ein Schlüsselfaktor, wenn man wolle, dass der Sektor wachse und da gebe es noch viele Reserven. Er nannte als Beispiele die Nicht-Einhaltung von Reservierungen, Mängel beim Verkauf von optionalen Exkursionen, bei der Auswahl des Angebots von Waren in den Läden und der noch anhängigen Nutzung des E-Commerce und der neuen Technologien als Werkzeuge für die Vermarktung und für den Komfort der Zimmer mit der Möglichkeit des Zugangs zum Internet.

Die kulturellen Angebote erweitern, die mit unserem historischen Erbe verbunden sind, das sind Optionen, mit denen man das Produkt des kubanischen Tourismus bereichern kann Photo: Sotolongo, Carlos Luis

In diesem Zusammenhang erwähnte Marrero Cruz, dass man Vereinbarungen mit dem Ministerium für Kommunikation getroffen habe, um in den Unterkünften die Internetverbindungen einzurichten, die bis jetzt bereits im Bereich der Rezeption und einigen Gemeinschaftsbereichen vorhanden seien; man wünsche sie nun in den Zimmern und in den Transportmitteln, weil dies der ausländische Tourist gerne habe und man dies bei den Angeboten als zusätzlichen Wertsteigerung einsetzen könne.

Aufgrund von Befragungen von 5.000 Besuchern am Ende ihres Aufenthalts in Kuba bis Mai 2019, erfuhr man die Gründe, warum sie Kuba als Reiseziel gewählt hatten. Dabei wurden genannt: die Strände (28,8 %), das Volk (23 %) Kultur und Erbe (22,4 %), Sicherheit (12, 9 %) um Freunde und Familienangehörige zu besuchen (5,4 %).

Diese Zahlen machten deutlich, dass es noch Potential innerhalb der kubanischen Gesellschaft gebe, das man nutzen könne, die über die Naturschönheiten hinausgingen und sich innerhalb der Gemeinde selbst befinden könnten, in dem man attraktive kulturelle und soziale Projekte anbiete, führte der Minister vor den Abgeordneten aus und er rief sie dazu auf, dazu Ideen zu entwickeln.

Er sagte, dass die Empfehlung für den Touristen, Kuba für seinen Urlaub auszuwählen zu 30,9 % von Familienangehörigen und Freunden ausgesprochen worden seien, die schon einmal auf der Insel waren; dies gehe aus allen Umfragen hervor. Über das Internet informierten sich 29,6 % und über Reisebüros und Reiseveranstalter 20,9 % aller Befragten.

Dies zeige, dass einzig und allein die Zufriedenheit mit den Dienstleistungen, die eine Person erhalte, dazu führe, dass sie noch einmal zurückkehrt und anderen diesen Urlaub als etwas für sie Beeindruckendes schildere. Diese Herzlichkeit in der Aufnahme könne einen Einfluss für das Scheitern der Blockademaßnahmen haben und trotz der Sanktionen der USA dem Land zu größeren Einkünften verhelfen.

Die Arbeit in den sozialen Netzen um die kubanische Realität darzustellen, sei eine andere der unterbreiteten Aktionen und obwohl das Ministerium über eine Strategie im offiziellen Portal CubaTravel verfüge, über das man Angebote und Dienstleistungen bewerbe, könne man in diesem Bereich der Technologien viel mehr tun, um das Reiseziel Kuba zu promoten.

PROJEKTIONEN FÜR DEN BEREICH

„Für 2020 besteht die Absicht über 20 Hotels mit mehr als 4.200 Zimmer fertigzustellen“, sagte Manuel Marrero und er erwähnte das Portfolio der Geschäftsmöglichkeiten, in dem 176 Projekte aufgeführt sind, unter anderem mit Parzellen um Gebäude zu errichten, Wiederbelebung von Einrichtungen und die Unterzeichnung gemeinsamer Managementverträge.

Als Beispiel für bereits Erreichtes nannte er einige kürzlich fertiggestellte Hotels oder solche, die sich in der Endphase befinden wie Paseo del Prado, eine große Schönheit des Malecóns von Havanna und andere, die sich an historischen Stätten oder in Naturgebieten befinden wie der Palacio de Cueto im historischen Zentrum Havannas und das Hotel Segundo Frente in der Gemeinde gleichen Namens in Santiago de Cuba für den Naturtourismus.

Der Minister hob vor den Abgeordneten die Attribute Kubas hervor, die unser Archipel zu einem ersehnten Reiseziel machen. Dazu gehören, dass Kuba ein gebildetes und gastfreundliches Volk hat, eines der sichersten Orte der Welt ist und über ein reiches kulturelles und historisches Erbe verfügt. Zu diesem Bild müsse man auch den Beitrag herausheben, den der nicht staatliche Sektor leiste, der in den letzten Jahren gewachsen ist und mit dem sich die Arbeitsbeziehungen perfektioniert haben.

Mehr al 27.800 Arbeiter auf eigene Rechnung widmen sich heute der Vermietung, eine wichtige Zahl, wenn man berücksichtige, dass sie 26. 224 Zimmer zur Verfügung stellten und 858.702 Touristen empfangen hätten. In einigen Städten mit historischem Erbe gebe es mehr Häuser, die vermieten als Hotels. Deswegen sei es auch wichtig, auf diese Betriebsformen besonders einzugehen.

Campingtourismus sei nicht nur eine Option für den nationalen Tourismus, sondern auch für ausländische Besucher, sagte der Minister. Im Land gebe es 19.400 Kapazitäten,die im Jahr angeboten werden könnten und bei denen man ein umfassendes Wartungsprogramm durchgeführt habe.

In den Einrichtungen, die lange Zeit geschlossen gewesen seien, habe man die Strategie verfolgt, ausländische Investitionen anzuziehen und sie mit dieser Finanzierung vom Verfall zu retten, sagte der Minister.

Er führte aus, dass es bei einigen manchmal noch zu Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung komme, aber man arbeite weiter an einer Verbesserung der Qualität des Angebots.

EIN NACHHALTIGER TOURISMUS

Die Abgeordneten hatten verschiedene Fragen zu der Nutzung der Thermalbäder, zu Camping und der Umsetzung von Tarea Vida (Aufgabe Leben) und zum Bau und Management der Hotels.

Dazu sagte Manuel Marrero , dass man die Hoteleinrichtungen, die sich bei den Thermalbädern befinden, wiederherstelle und man ein Programm für den Gesundheitstourismus entwickele, um sie als Urlaubsoption anzubieten.Er nannte als Beispiel Corralillo in der Provinz Villa Clara und er räumte ein, dass man auf der Suche nach ausländischer Finanzierung sei, um einige Hotels an diesen Orten zu reparieren.

Was Camping (Campismo Popular) angehe, habe man viele Unterkünfte für den Sommer repariert und die Anzahl verfügbarer Kapazitäten erhöht. Er sagte, dass man weiter Tagesausflüge anbiete, die von der Bevölkerung gerne wahrgenommen würden.Außerdem würden Maßnahmen ergriffen, um dem Freizeitprogramm kulturelle Optionen einzugliedern, indem man Künstlern und Musikgruppen unter Vertrag nehme, die für unsere kulturelle Identität stehen.

Man beobachtet mit großer Aufmerksamkeit die vom Land unternommenen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Das sei ein Aspekt, so sagte der Minister, der nicht nur in den neuen Investitionen berücksichtigt werde, was unter anderem die Dünen der Strände und das Einsparen von Energie und Wasser angehe, sondern man werde auch die Institutionen und Personen mit umweltfreundlichem Verhalten anspornen, andere dazu zu bringen, auf die gleiche Weise zu handeln.

Er ging auch darauf ein, dass man die kulturellen Elemente innerhalb des Sektors vervielfachen müsse, sowohl bei der Verschönerung der Einrichtung und bei den Aufführungen innerhalb des Hotels als auch dabei, die Touristen anzulocken, sich an dem Programm der Aktivitäten für das kubanische Publikum einzugliedern.

Man habe in dieser Richtung gemeinsame Anstrengungen mit anderen Organen der Zentralen Staatsverwaltung und Organisationen wie der UNEAC unternommen, die gerade ihren Kongress beendet habe, auf dem dieses Thema intensiv behandelt worden sei.