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Am 13. Juli nehmen die neuen Wagons aus China ihren Betrieb auf, die während der Probefahrten auf große Akzeptanz stießen Foto: Archiv Granma

Die Überprüfung der Lage der öffentlichen Verkehrsmittel und der Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen in den nicht-staatlichen Zweigen dieses Sektors standen im Mittelpunkt der Debatten des ersten Tages, die der für Dienstleistungen zuständige Ausschuss der Nationalversammlung analysierte.

In Anwesenheit des Vizepräsidenten des Ministerrats Ricardo Cabrisas und des Ministers für Transport Eduardo Rodríguez Dávila analysierten die Abgeordneten dieses für die Bevölkerung so sensible Thema.

„ Im Beförderungswesen haben sich auf allen vier Zweigen die Probleme angehäuft: auf dem Seeweg, auf dem Luftweg, bei Bussen und KFZ und bei der Eisenbahn. Was letztere angeht, habe man große Anstrengungen unternommen und die Ergebnisse seien offensichtlich, sagte Cabrisas.

Er führte aus, dass die Regierung diesem Sektor, wegen der Dienstleistung, die der für die Bevölkerung und die Wirtschaft bedeute, Priorität einräume.

Was den Treibstoff angeht, sagte er, dass es heutzutage kein Problem der Zuteilung sondern eines der Verfügbarkeit sei, was ein größeres Gespür für Rationalität und Priorität mit sich bringe, wenn es um die Zuteilung geht.

Der dafür zuständige Minister Eduardo Rodríguez Dávila betonte, dass inmitten der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die das Land durchlaufe, einen nichts davon abhalten würde, der Bevölkerung eine bessere Dienstleistung zu bieten.

Im Blickpunkt

Bei der Überprüfung wurde bekannt, dass es in allen Provinzen Unzufriedenheit über das unzureichende Angebot und die Qualität der Beförderung gibt. Man beklage die Unpünktlichkeit und die Nichteinhaltung der Routen, nicht vorgesehene Stopps, schlechte Behandlung der Passagiere, nicht angemessene Zustände an verschiedenen Bus Terminals, unrechtmäßiger Verkauf von Fahrkarten und Aneignung des Geldes sowie den Umstand, dass der Preis nicht der Qualität der angebotenen Dienstleistung entspreche.

Die im Plan vorgesehene Beförderung von Passagieren wurde zu 95 % erfüllt, obwohl sie um etwa 9 % gefallen sei. Das liege hauptsächlich an der nicht Verfügbarkeit der Mittel, daran, dass Ersatzteile nicht rechtzeitig eingetroffen sind, an Problemen der Disziplin und der Organisation beim Betrieb sowie dem Mangel an Benzin.

Die Abgeordneten äußerten auch ihre Besorgnis darüber, dass in der Mehrzahl der Provinzen eine erhöhte Zahl der Diana Omnibusse nicht funktionierten, weil es Probleme mit den Reifen, den Batterien und anderer Teile gebe, eine Angelegenheit, die, wie sich im Nachhinein herausstellte, besser geworden sei.

Ein in früheren Überprüfungen bereits aufgetretenes Problem, das in der Mehrzahl der besuchten Orte aufgetreten war, ist der Zustand der Straßen, vor allem in den Gemeinden und dort war kein Fortschritt festzustellen.

Der Abgeordnete für Holguín Pavel Rodríguez sagte, dass es gelingen müsse, die Nachhaltigkeit bei den Arbeiten zu gewährleisten und man der weiteren Verschlechterung des gealterten Netzes Einhalt gebieten müsse.

Die Abgeordnete für Mayabeque, Leyanis Mesa führte aus, dass ein weiterer Faktor, der zur Verschlechterung der Straßenzustände führe, die Überladung der Transportmittel von privaten Anbietern sei, was außerdem auch zu einer Häufung der Unfälle beitrage.

Beförderung in der Hauptstadt

Als Teil der Aktionen zur 500 Jahrfeier von Havanna wird man in großem Rahmen die Omnibus Terminals, die Haltestellen, die Werkstätten und andere Einrichtungen überholen, was sich auf die Dienstleistung für die Bevölkerung und auf die Arbeitsbedingungen, derer, die dort arbeiten, positiv auswirkt.

Der Abgeordnete für den Stadtteil La Lisa José Castañeda Martínez sagte, dass die vom Transportministerium durchgeführten Maßnahmen zu einer Verbesserung bei den öffentlichen Dienstleistungen geführt hätten. Gleichzeitig drückte er seine Besorgnis über die Verschlechterung der Transportmittel aus, die zusammenfällt mit der zu geringen Anzahl an Fahrern. Man verfüge nur über 70 % der erforderlichen Fahrer, was zum großen Teil daran liege, dass andere Beförderungssysteme höhere Gewinne erbringen würden.

Dazu sagte der Generaldirektor für die Beförderung in Havanna José Conesa González, dass das Fehlen von 150 Fahrern dazu führe, dass 125.000 Passagiere nicht befördert werden könnten; man halte trotzdem ein internes Schulungssystem aufrecht, um die Lage besonders bei den Gelenkbussen zu lösen.

Zur Zeit besteht bei 2,2 Millionen Personen in Havanna Beförderungsbedarf, aber davon kann man noch nicht einmal nur 50 % erfüllen. Deswegen habe man die Alternativen verstärkt.

Er führte aus, dass man die öffentlichen Verkehrsmittel um 187 Transmetro Busse erweitert habe, die zu festgesetzten Stunden verkehren, mit einem Express Dienst für Alamar und es gebe die Autos und die Mikrobusse die Passagiere auf bestimmten Routen befördern.

Es wurde außerdem bekannt, dass 38.000 Passagiere von nicht-landwirtschaftlichen Kooperativen transportiert würden und man fördere das System der öffentlichen Fahrräder im historischen Zentrum von Havanna. Das soll für kurze Wege auf alle Gemeinden übertragen werden.

Der Generaldirektor wies daraufhin, dass man eine Neuordnung der Routen durchführen müsse, denn es gebe noch sieben Gemeinden, in denen dieser öffentliche Dienst nicht gewährleistet werde.

Zu dem Experiment in der Hauptstadt informierte er, dass man die vorgesehenen Ziele nicht erreicht habe, denn die Fahrer lehnen den Routenservice ab, der von den Passagieren am meisten verlangt wird, weil er der preiswerteste ist.

Dazu sagte die stellvertretende Ministerin für Transport Marta Oramas Rivero, dass 26 % der Passagiere durch den nicht-staatlichen Sektor befördert würden.

Sie führte aus, dass demnächst dazu eine Reihe von rechtlichen Normen in Kraft träten, die unter anderem mit der Perfektionierung der Beförderung von Fracht und Passagieren zu tun hätten, die private Beförderer durchführten.

Oramas Rivero sagte außerdem, dass man auch den Verkauf von Benzin an die privaten Beförderer zu einem differenzierten Preis überlege.

Zu den Omnibus Terminals sagte der Generaldirektor der Unternehmensgruppe KFZ Beförderungsdienstleistungen Eddy Raúl Cárdenas Alfonso, dass man die Terminals in Holguín und Sancti Spíritus wiederhergestellt habe und man an denen von Las Tunas und Havanna arbeite und man in Bayamo damit beginnen werde.

Es finde auch ein Investitionsprozess für die Terminals zur Beförderung von Passagieren zur Insel der Jugend statt.

Cárdenas Alfonso fügte hinzu, dass das Unternehmen Ómnibus Nacionales zur Zeit über 860 Busse verfügt, die Hälfte davon mehr als zehn Jahre im Dienst. „Seit 2014 bis heute konnte man über 400 ersetzen aber man habe immer noch einige, die ohne die notwendigen Voraussetzungen in Betrieb seien, was sich natürlich auf die Qualität der Dienstleistungen auswirke.

ERLÄUTERUNGEN ÜBER DIE BEFÖRDERUNG VON PASSAGIEREN AUF DEM SCHIENENWEG

Der Minister für Transport gab bekannt, dass am 13. Juli die neuen chinesischen Züge ihren Betrieb aufnehmen würden. Damit erhöhe sich die Beförderungskapazität und die aufgegebenen Schienenstrecken würden wiederbelebt.

Der Betrieb der nationalen Passagierzüge wird mit einer gemischten Anordnung von 12 Waggons ( vier mit Klimaanlage, sieben mit Ventilatoren und eine Lok) wieder aufgenommen.

Es fährt täglich ein Zug von Havanna aus in den Osten des Landes.

Jeder Passagier kann eine Handtasche und zwei Gepäckstücke mitnehmen, die nicht über 70cm x 50cm x 40 cm hinausgehen dürfen.

Der Verkauf der Fahrkarten beginnt bei allen Verkaufsstellen ab dem 10. Juli.

Der Zugbetrieb wird am 13. Juli mit der Strecke Havanna-Santiago de Cuba wiederaufgenommen. Am 14. - Havanna – Holguín, am 15. Havanna-Guantánamo und am 16. Havanna- Bayamo-Manzanillo.

VORSCHRIFTEN FÜR DEN BETRIEB

Die Fahrkarte ist nur für den Tag und die Zeit gültig, die auf der Fahrkarte steht.

Die Passagiere müssen sich zwei Stunden vor Abfahrt des Zuges an den Bahnhöfen einfinden, um ihre Reise zu bestätigen.

Alle Passagiere ohne Ausnahme müssen sich mit gültigem Ausweis oder Pass ausweisen.

Musik aus eigenen Geräten, die die übrigen Passagiere belästigt, ist verboten.

In den Waggons muss Ordnung und Sauberkeit und Sorgfalt herrschen.

Betrunkenen Personen wird der Zutritt verweigert und der Verkauf von alkoholischen Getränken im Zug und in den Bahnhöfen ist nicht gestattet.

Im Zug darf nicht geraucht werden.

Das Mitführen von spitzen Gegenständen, Messern, chemischen und entzündbaren Substanzen und lebenden Tieren ist strengstens verboten.