OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: José Manuel Correa

(Übersetzung der stenografischen Version des Staatsrats)

Liebe Schriftsteller, Künstler, Schöpfer,

Compañeras und Compañeros des Vorstands

anwesende Minister und stellvertretende Minister,

zunächst einmal nehmen Sie den herzlichen Gruß des Armeegenerals entgegen, dessen Übermittler ich bin.

Der IX. Kongress ist beendet. Ich meine nicht diese Tage der Analyse und Debatte im Kongresscenter, sondern die langen Monate des Austauschs und der Beiträge von der Basis aus. Wie viel Intelligenz und Talent, wie viel man von Ihnen lernt!

Es ist ein Prozess, den wir in häufigen Treffen mit dem Organisationskomitee aus der Nähe verfolgt haben, wobei wir versucht haben, uns so weit wie möglich Lösungen zu den am weitesten verbreiteten Unzufriedenheiten anzunähern, und in dem sich erneut der Mut bestätigt hat, in die Tiefen des außergewöhnlichen kreativen Flusses des kubanischen Volkes vorzudringen. Dort erwartet uns immer die Wahrheit.

Lassen Sie mich als Einen von Ihnen fühlen: in der Unzufriedenheit und auch in der Verpflichtung. Ich bin begeistert von Kunst und Kultur in ihren verschiedenen Ausdrucksformen, sei es der kubanischen oder der universalen.

Die Themen, die hier diskutiert wurden, sind täglich Brot in unserer Familie und unter Freunden. Aufgrund der Berufe meiner drei Kinder und meiner Frau ist die Kultur fast permanent in unserem Leben. Wegen des gebieterischen Bedürfnisses des Geistes würden wir nicht wissen, wie wir ohne Zugang zu den Künsten leben sollten.

Die tiefste Emotion wird, zusammen mit dem patriotischen Ruhm, ständig durch den Kontakt mit dem künstlerischen Schaffen hervorgerufen. Ich persönlich kann das Gefühl der Vollkommenheit, und sogar des Glücks, nicht von dem eines bestimmten ästhetischen Genusses trennen. Und wenn es um kubanische Kultur geht, vervielfacht sich der Genuss.

Was ich Ihnen sagen möchte, ist, dass wir uns in diesen Monaten, diesen Tagen, diesen Stunden mehr als einmal unter Ihnen gespürt haben, mit Ihnen teilend, was Sie ausdrücken, und dem verpflichtet, was Sie tun.

Und wegen dem, was Sie sagen und was Sie tun, weiß ich, dass viele von Ihnen sich zu irgendeinem Zeitpunkt an unserem Platz gefühlt haben, vor die Herausforderung gestellt, einem einzigen historischen Prozess Kontinuität zu geben, der von universellem Einschlag und universeller Reichweite ist, und einer Führung, die nur mit der Größe der Revolution selbst vergleichbar ist, ein höchstes Kulturereignis, das eine kleine und rückständige Nation von den Wurzeln aus in eine Nation verwandelte, die eine unbestrittene Stellung in der Welt einnimmt, nicht wegen ihrer materiellen Ressourcen, sondern wegen ihrer menschlichen und gefühlsmäßigen Ressourcen.

Photo: José Manuel Correa

Wenn wir uns die Welt anschauen und die Geschichte betrachten, können wir sagen: Was für ein Wunder von Land, was für ein großartiges Volk sind wir geworden! Das passiert uns, wenn wir eine Ballett- oder Tanzvorstellung besuchen, Musikkonzerte, die genauso in einem großen Theater stattfinden wie in einem Wohnviertel, Theaterstücke, Filmpremieren, Buchmessen, Kunsthandwerkmessen, Galerien, eine Rumba-Session oder Kunstschulen.

Ein seit sechs Jahrzehnten blockiertes Land, bösartig und heimtückisch verfolgt sogar bei der Versorgung mit pädiatrischen Arzneimitteln, medial durch die einflussreichsten Medien der Welt durchlöchert, hat sich nicht damit begnügt, zu widerstehen und zu überleben. Wie ich schon einmal sagte: „Wir sind eine Revolution, die von sich sagen kann, dass sie seit ihren Anfängen mit dem Talent und der Originalität ihrer Künstler und Schöpfer erzählt und besungen wurde, echten Interpreten der populären Weisheit und auch der Unzufriedenheiten und Hoffnungen der kubanischen Seele.

Und so wird es auch weiterhin sein. Intellektuelle, Künstler, Journalisten, Schöpfer werden uns immer in dem Bemühen begleiten, dass diese Inselgruppe, die die Revolution auf die politische Karte der Welt gesetzt hat, auch weiterhin für ihre einzigartige Art und Weise, singend, tanzend, lachend und siegend zu kämpfen, anerkannt bleibt.“

Vielleicht haben wir noch nicht gelernt, und in einigen Fällen haben wir es verlernt, dieses Großartige zu erzählen, aber niemand kann uns mehr den Stolz nehmen, eine Nation zu sein, die man respektiert, dank einer Revolution, die den Menschen stets in den Mittelpunkt gestellt hat.

Es ist etwas, das unsere Generation an erster Stelle den Gründern von Cespedes bis Martí verdankt. Den Schöpfern, die ihre Kämpfe fortsetzten und vor allem Fidel, dem unumstrittenen Intellektuellen und Führer der historischen Generation, die, außer dass sie das Land den Bauern und die Fabriken den Arbeitern übergab, das Volk alphabetisierte, die Bildung erweiterte, mächtige kulturelle Institutionen schuf und uns in den schwierigsten Momenten gelehrt hat, dass „die Kultur das Erste ist, das gerettet werden muss“.

Photo: José Manuel Correa

Warum bestand Fidel auf dieser Idee, die er so oft wiederholte? Sie wissen es sicher, aber es lohnt, daran zu erinnern. Weil „es keinen Bug gibt, der eine Wolke von Ideen zerhackt“, würde Martí sagen.

Und Fidel verstand es, vor dem Risiko zu warnen, unsere größte Stärke zu verlieren: die Einheit, die Identität, die Kultur, angesichts der kolonisatorischen Lawine, die in den Zeiten der Globalisierung voranschreitet, mit massivem Zugang zu neuen Technologien, die von den modernen Händlern beworben werden, nicht, um das kritische Denkvermögen und das befreiende Gedankengut zu bereichern, sondern um es zu verarmen.

Im Bewusstsein, dass diese Technologien in beschleunigter Entwicklung eine mächtige Waffe der Bildung und Vermehrung des Wissens sein würde, auf die die Revolution nicht verzichten und zu denen sie nicht zu spät Zugang haben dürfte, schuf Fidel die Universität der Informatikwissenschaften (UCI), und parallel dazu wies er die kubanische Gesellschaft auf die Wichtigkeit hin, die Kultur zu retten.

Wie auch schon früher wandte sich Fidel in jenen Treffen in der Nationalbibliothek, die auch zu seiner Rede Worte an die Intellektuellen und kurz danach zur Gründung des UNEAC geführt haben, an die intellektuelle und künstlerische Avantgarde, damit man sich Herausforderungen stellen könne, die nur ein Erleuchteter wahrnehmen konnten, wie ihn Barnet einmal bezeichnete.

Wenn vor 60 Jahren der Versuch vereitelt wurde, die viszerale Einheit zwischen jener Avantgarde und ihrer Revolution zu brechen, das heißt, zwischen ihr und ihrem Volk, so hat sich der Gegner im Laufe der Jahre viele Male unnütz bemüht, dies zu tun. Zur Jahrhundertwende nahm der Kampf größere Ausmaße an und schlug auf die progressiven Kräfte in der Region und der Welt ein.

Bewegungen wie das Netzwerk in Verteidigung der Menschheit und kulturelle Projekte, die im ganzen Land aufblühten, zeigten die außerordentliche Stärke der Avantgarde, um die Spiritualität der Nation zu nähren und zu erhalten.

Die UNEAC, gegründet von Nicolás Guillén und anderen universellen Kubanerinnen und Kubanern, entstand mit einer immerwährenden Verpflichtung gegenüber dem Schicksal der nationalen Kultur, die sich in diesen Tagen bestätigt hat. Und es ist beeindruckend, die Kontinuität dieses Werkes in einer Organisation zu sehen, die bis heute von einem der jüngsten Teilnehmer jenes Treffens vor 58 Jahren, dem Dichter, Essayisten, Ethnologen, Intellektuellen, kurz gesagt, Miguel Barnet, geleitet wurde.

Hier wurde mehrmals über die Worte an die Intellektuellen gesprochen. Ich kann mir keinen kubanischen Künstler, Intellektuellen oder Schöpfer vorstellen, der jene Rede nicht kennt, die die Kulturpolitik der Revolution geprägt hat. Ich kann mir keinen politischen Führer, keinen Funktionsträger oder Leitenden im Kulturbereich vorstellen, der auf ihre Definition von Prinzipien verzichtet kann, um seine Verantwortung wahrzunehmen.

Photo: José Manuel Correa

Aber ich habe mir immer Sorgen gemacht, dass aus dieser Rede ein paar Sätze herausgenommen und als Slogan benutzt würden. Unsere Pflicht ist es, sie in dem Bewusstsein zu lesen, dass sie als Dokument für alle Zeiten wegen der Grundsätze, die sie für die Kulturpolitik festlegt, auch eine kontextualisierte Interpretation erfordert.

Deutlich schlug Fidel einen Ausgangspunkt vor: das Verhältnis zwischen der Revolution, der intellektuellen und künstlerischen Avantgarde und dem Volk. Damals waren sich nicht alle so klar darüber wie Fidel, was Künstler und Intellektuelle in der Entwicklung ihrer Arbeit verstehen würden: dass die Revolution sie waren, ihre Werke waren und das Volk war.

Deshalb ist es reduktionistisch, sich darauf zu beschränken, ihren Schlüsselsatz zu zitieren: „Innerhalb der Revolution alles, gegen die Revolution nichts“. Denn man umgeht dabei die Tatsache, dass die Revolution mehr ist als der Staat, mehr als Partei, als Regierung, denn Revolution sind all wir, die sie in Leben und Werk möglich machen.

Und es würde auch der Originalität und Kraft dieses Textes widersprechen, so zu tun, als würde sie in einzig möglicher und unverrückbarer Form die Kulturpolitik der Revolution festlegen. Das würde bedeuten, ihr die Flügel ihres Gründungsflugs und ihres Geistes der Einberufung zu stutzen.

Heute haben wir die Pflicht, ihre Konzepte in die heutige Zeit zu übertragen und ihre unbestrittene Gültigkeit zu verteidigen, dabei die Zeit zu bewerten, in der wir leben, die neuen Szenarien, die neokolonisatorischen und banalisierenden Plattformen, die sie uns aufzuzwingen versuchen, und die Bedürfnisse, aber auch die Möglichkeiten, die sich im Laufe der Jahre mit den technologischen Fortschritten eröffnet haben.

Wir müssen jene Rede auf neue und bereichernde Weise lesen. Die Kulturpolitik, die nicht jenseits jener Worte geschrieben wurde, wachsen lassen und stärken ... und ihr den Inhalt geben, den die Gegenwart von uns fordert.

Sie haben viel getan. Wie wir gesehen haben, haben Sie dort am besten gearbeitet und sind am weitesten vorangekommen, wo Sie am besten koordiniert mit anderen intellektuellen Kräfte gehandelt haben, wie denen, die in Universitäten und anderen Forschungszentren der Sozial- und Geisteswissenschaften wirken.

Offensichtlich gibt es dort mehr und bessere Ergebnisse, wo das kreative Schaffen sich auf neue technologische Träger stützt, die die Arbeit erleichtern.

Vor ein paar Tagen habe ich im Austausch mit dem Organisationskomitee eines der Themen kommentiert, das auf den Veranstaltungen der UNEAC die meisten Diskussionen hervorruft: die Beziehung zum Tourismus. Ein weiteres aktuelles Thema ist die Kulturpolitik in den Räumen der staatlichen und der nicht-staatlichen Wirtschaft.

Ich möchte heute wiederholen, dass wir von der Verwaltung die Pflicht haben, kohärent zu sein. Es gibt keine Kulturpolitik für den staatlichen Sektor und eine für den privaten Sektor. In beiden Bereichen müssen diejenigen gefördert, verteidigt, muss denen Raum gegeben werden, die wahre Kunst machen.

Photo: Juvenal Balán

Und im spezifischen Fall des Tourismus habe ich immer betont, dass die Kultur ein entscheidendes Glied bei der produktiven Verkettung ist, die zu fördern wir großes Interesse haben. Aber ich vertrete auch die Auffassung, dass der Tourismus nicht nur die Künstler in seine Einrichtungen führt, sondern dass wir eine sehr intensive kulturelle Aktivität in allen unseren Städten und touristischen Gebieten vorantreiben müssen, die sowohl das kulturelle Leben des Volkes bereichert und gleichzeitig den Besucher anzieht und für sich erobert. Wir müssen authentisch sein und damit aufhören „Konserven Shows“, Produkte der Pseudokultur, zu verkaufen, die mehr darauf aus sind, Gewinne zu machen, als darauf, stolz das zu zeigen, was wir wirklich sind.

Kuba stellt ein Macht dar, was die Kultur betrifft, und heute ist es einfach so, dass der Tourismus, der ein Wirtschaftsfaktor ist, der täglich zum Staatshaushalt beiträgt, in Wirklichkeit viel weniger beiträgt, als er könnte, wenn die Touristen aus den Einrichtungen herauskämen, um Waren und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, nicht nur kulturelle, aber vor allem kulturelle (Beifall).

Das System der Schulen, die künstlerisch ausbilden, verfügt mit dem Export von Dienstleistungen über eine Einkommensquelle, die noch nicht genügend ausgeschöpft wird, bei der Gestaltung von Kursen in Bereichen der künstlerischen Ausbildung, in denen wir unsere Stärken haben und bei denen wir Modalitäten und eine Preisgestaltung etablieren sollten, die dem Niveau der kubanischen Akademie entspricht.  

In dieselbe Richtung geht die Denkweise, dass es der UNEAC zukommt, eine Art mobilisierende Elektrode der Kräfte und Aktionen zur internationalen Projektion unserer Kulturindustrien zu sein. Hier darf man nicht vergessen, dass, als sich für Kuba wegen seines mutigen Kampfes um Souveränität und Freiheit alle Türen verschlossen hatten, sogar im Imperium sich noch zumindest kleine Fensterchen öffneten, durch die kubanische Musik, plastische Kunst, Ballett, Tanz, Theater und andere künstlerische Ausdrucksformen eintreten konnten.

Die Brücken, die in so vielen Jahren, in denen es wenige oder überhaupt keine Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten gab, von der kubanischen Kultur mit Unterstützung von treuen Freunden aufgebaut wurden, haben es uns ermöglicht, einen lebendigen Austausch von so großer Kraft zwischen unseren Völkern aufrechtzuerhalten, dass die aktuelle Regierung sich vorgenommen hat, diesem definitiv ein Ende zu setzen.

Aber auch gegenüber Europa, Asien und Afrika haben die Intellektuellen und Künstler als kulturelle Botschafter fungiert, haben Türen geöffnet und eine Verständigung gefördert, die ohne diese schwieriger, ja vielleicht sogar unmöglich gewesen wäre.

In dieser Richtung gibt es noch viel, sehr viel zu tun. Und Sie haben das Talent, die Kraft und das Wissen, dies wachsen zu lassen und für die Entwicklung des Landes unerlässliche Ressourcen beizutragen.

Ich teile mit jenen die Sorge, die das Gefühl haben, dass einige Kultureinrichtungen hinter den Kulturschaffenden zurückgeblieben sind. Es ist inakzeptabel, dass man nicht versteht, dass alle kulturellen Einrichtungen wegen der Künstler und für die Künstler und ihre Arbeit existieren (Ausrufe und Beifall) und nicht umgekehrt und dass die Bürokratie und der Mangel an Fachkompetenz den schöpferischen Akt ersticken.

Im Kampf gegen diese Windmühlen, die genauso alt wie schädlich sind, sehen wir eine Hauptaufgabe der UNEAC. Es ist dringend erforderlich, in der Basis der Organisation proaktiver zu agieren: zu untersuchen, welche Aufgabe jeder Einzelne für diejenigen erfüllt, die er vertritt, und welche Diskussionsbereiche überwiegen. Von welchen Positionen aus? Unter welcher Leitung?

Ich sehe die UNEAC gleichermaßen im Kampf, die Rolle der Kulturkritik zu retten und ihr mehr Gewicht zu verleihen. Die Dürftigkeit, was die ernsthaften und auf den realen Werten der Werke und kulturellen Räume gut begründeten Analysen angeht, entmutigt die Kulturschaffenden und entzieht dem Publikum, besonders dem jüngsten, die Kriterien für eine Orientierung, die künstlerischen Hierarchien rechtzeitig festlegen.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass die im Land lebenden kubanischen Kulturschaffenden über Werke verfügen, mit denen sie mit dem Besten konkurrieren können, das ihre Zeitgenossen hervorbringen, die in Ländern der Ersten Welt unter materiellen Bedingungen und Anreizen leben, die manchmal viel höher sind, was ihnen den Zugang zu anspruchsvollen Märkten ermöglicht hat.

Photo: José Manuel Correa

Warum gelingt es uns von Kuba aus nicht, das Werk derer dort einzubringen, zu verbreiten und zu exportieren, die innerhalb des Landes arbeiten, und fördern und replizieren stattdessen das, was schon vom Markt geprägt wurde und er uns in seine Regeln eingewickelt zurückgibt? (Ausrufe und lang anhaltender Beifall) Was benötigen unsere Einrichtungen, damit unsere authentischsten kulturellen Schöpfungen zum Erblühen gebracht werden?

Man hört oft die Klage – und was das angeht, müssen die Künstlerorganisationen unbedingt tätig werden –, dass das Unternehmenssystem oder die sogenannten Kulturindustrien gegenüber dem künstlerischen Schaffen, was dessen Produktion, Bewerbung und Kommerzialisierung angeht, zurückgeblieben sind.

Die Kultur kann und muss zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beitragen und dafür gibt es ihre Unternehmen. Es gibt sehr viel Unzufriedenheit bei den Künstlern und Kunstschaffenden, die absolut alles selbst tun müssen, um ihre Arbeit zu verbreiten und zu bewerben, während diejenigen, die eigentlich die Aufgabe hätten, dies zu tun, parasitär von ihrer Inaktivität leben. (Ausrufe und anhaltender Beifall)

Die Künstler haben die Pflicht, ihre Steuern zu zahlen, aber sie sollten nicht die Unternehmen bezahlen müssen, wenn diese nichts mit ihren Arbeitsverträgen, ihrer Promotion und auch nichts mit ihrem juristischen Schutz zu tun haben (Ausrufe und anhaltender Beifall)

Es ist ein offenes Geheimnis, dass dieses Schmarotzertum die Korruption begünstigt (Ausrufe und Beifall) und verschleiert, dass die Funktion als Vertreter des Künstlers, die den Künstler und sein Werk managen soll, nicht erfüllt wird. Es ist unnütz und irreführend, dass das wenige Geld, über das das Land verfügt, zwischen Firmen recycelt wird, die absolut keinerlei Auswirkung auf die reale Wirtschaft haben (Ausrufe und Beifall).

Andere Punkte, die meiner bescheidenen Meinung nach zu Aktionen und Reaktionen unserer in der UNEAC vereinten Kulturschaffenden führen sollten, haben mit dem zu tun, was einige von uns „kulturelle Söldner“ nennen, diejenigen, die bereit sind, jeden Künstler und Kulturschaffenden zu lynchen, der gut über die Revolution spricht oder der über die schwierigste und gleichzeitig edelste Sache singt, in der die progressiven Kräfte unserer Region und der Welt befasst sind (Beifall).

Erinnern wir uns an die Botschaft von Armeegeneral Raúl Castro Ruz anlässlich des 55. Jahrestags der UNEAC:„Heute werden wir auf dem Gebiet der Kultur doppelt bedroht: durch die subversiven Projekte, mit denen man uns spalten will und durch die weltweite kolonisierende Welle. Die UNEAC der Gegenwart wird weiter mit Mut, revolutionärem Engagement und Intelligenz diese schwierigen Herausforderungen meistern.“

Die kolonisierende Plattform fördert die am meisten neoliberalen Paradigmen: möglichst wenig Staat, soviel Markt wie möglich, alles wird verkauft und gekauft, der angeblich einzige Erfolg des privaten Unternehmens. Vorsichtig mit denen, die den Markt und nicht die Kultur voranstellen, den Egoismus und die persönliche Eitelkeit und nicht die soziale Verpflichtung der Kultur (Ausrufe und Beifall).

Es wurde bereits angezeigt, dass die aktuelle Regierung der Vereinigten Staaten neue und größere Fonds für die Subversion zur Verfügung stellt und dass jene, die an diese Privilegien des Imperiums herankommen möchten, darüber Rechenschaft abzulegen haben, was sie in den sozialen Netzen tun und sagen. Aus dem, was manche verschweigen, und dem, was einige über ihre eigenen Landsleute sagen, ist einfach zu schließen, wer darauf aus ist, diesen peinlichen Bonus zu gewinnen. Abtrünnige würde Martí sie nennen. Ich frage mich, ob jemand glaubt, dass ihm, wenn er demjenigen zu Diensten ist, der uns blockiert, angreift und unsere Entwicklung behindert, die kleine Tür auf lange Zeit geöffnet wird, die denen Zutritt gewährt, die ihre Wurzeln verleugnen.

Wir werden das kreative Schaffen nicht einschränken. Aber die Revolution, die 60 Jahre standgehalten hat, weil sie es verstanden hat, sich zu verteidigen, wird jetzt nicht ihre institutionellen Räume in die Hände jener legen, die ihren Feinden dienen, sei es dadurch, indem sie jede Anstrengung, die wir unternehmen, um die wirtschaftliche Belagerung zu überwinden, schlechtmachen, oder weil sie ihren Vorteil aus den Fonds zur Zerstörung der Revolution ziehen (Beifall).

Die Grenzen beginnen dort, wo man den Symbolen und den unantastbaren Werten des Vaterlandes respektlos begegnet (Beifall).

Die Verfassung, der wir gerade zugestimmt haben, wird nun ihre entsprechenden Gesetze ergänzt werden. Zu den ersten gehört das über nationale Symbole.

Die Naiven richten genau so viel Schaden an wie die Perversen. Es sind keine Zeiten, um abzustreiten, dass es Ideologien gibt und auch nicht um zu dekontextualisieren. Nichts davon bedeutet, die Freiheit des Schaffens zu verweigern oder Konzessionen an die Ästhetik zu machen. Es bedeutet, ein Gespür für den historischen Moment zu haben, zu wissen, dass über Kuba hinaus die Welt eine Zeit großer Risiken und Ungewissheiten erlebt, in der die Mächtigen über das Völkerrecht hinweggehen, Kriege unter dem Schutz der sogenannten Fake News oder Falschmeldungen beginnen und tausendjährige Zivilisationen im Namen der humanitären Intervention zerstören. Ein sozialistisches Projekt aufzubauen und zu verteidigen bedeutet, den revolutionären Humanismus zu verteidigen.

Wie in den Zeiten der Worte an die Intellektuellen besteht die Revolution auf ihrem Recht, ihre Existenz zu verteidigen, was auch die Existenz eines Volkes und seiner Kulturschaffenden und Intellektuellen bedeutet.

Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber ich weiß, dass sich neue Gelegenheiten ergeben werden, dies zu tun. Wir haben uns vorgenommen, mit dem gewählten Vorstand und Gruppen von Kulturschaffenden zusammen mit den Ministerien monatlich zusammenzukommen, um zu überprüfen, inwieweit wir zusammenarbeiten können, um ein immer größeres Stück der Probleme und Schwierigkeiten zu bewältigen (Beifall).

Dabei können Sie auf die Unterstützung der Regierung zählen, die hier mit sechs Ministern und Vizeministern der Organe der Zentralen Staatsverwaltung anwesend ist. Der Bericht der Ausschüsse bietet uns eine breite Auswahl an Themen, die wir jetzt gemeinsam in Angriff nehmen und für die wir eine Lösung finden sollten.

Lassen Sie den Kongress nicht sterben. Arbeiten Sie daran, all das umzusetzen, von dem Sie glauben, dass es zum Wohl der Nation, zu ihrer Spiritualität und der Zukunft beitragen wird, die diejenigen uns verweigern, die uns nicht zerstören konnten.

Unter Ihnen fühlen wir uns wohl, begeistert, optimistisch und bewusst darüber, dass, wie Raúl uns gelehrt hat: „Man kann es doch“, wenn man will. Und Sie und wir, das heißt die Revolution, wir wollen dasselbe:

Ein freies, unabhängiges und souveränes Land,

unserer Geschichte treu,

das soziale Gerechtigkeit und eine gerechte Verteilung des Reichtums garantiert,

mit Achtung vor der vollen Würde des Menschen, Frau und Mann,

mit einer festen kulturellen Identität,

in dem der Zugang zur Bildung gratis und universell bleibt,

das sich auf eine ausgeglichene und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung hinbewegt,

prosperierend, inklusiv, partizipativ,

militärisch, ideologisch, sozial und wirtschaftlich unverwundbar,

mit qualitativ hochwertigen gesundheitlichen Leistungen, die für alle gratis sind,

solidarisch, großzügig, humanistisch,

das alle Formen der Diskriminierung ablehnt,

in dem niemals das organisierte Verbrechen, der Menschenhandel oder der Terrorismus gedeihen,

Verteidiger der Menschenrechte aller, nicht nur der exklusiven und privilegierten Segmente,

frei von jeder Form von Gewalt, Sklaverei und menschlichen Ausbeutung,

mit einer vorbildlichen Ausübung der Demokratie des Volkes und nicht der antidemokratischen Macht des Kapitals,

fähig, in Frieden zu leben und sich in Harmonie mit der Natur zu entwickeln und die Quellen zu schützen, von denen das Leben auf unserem Planeten abhängt.

Compañeras und Compañeros,

unsere Anerkennung gilt der intensiven Arbeit, die von Barnet in diesen Jahren an der Spitze der UNEAC geleistet wurde.

Wir beglückwünschen die neue Führung der UNEAC und ihren gewählten Vorsitzenden Morlote in der Gewissheit, dass sie ihre wichtigste Mission darin sehen, einen unversöhnlichen Krieg gegen die Unkultur und den fehlenden Anstand zu führen (Beifall) und in diesem Kampf sollten die Kulturschaffenden, wie immer, wie Fidel in den Worten an die Intellektuellen forderte: nicht nur Zuschauer sondern Handlungsträger sein.

Eine bessere Welt ist möglich.

Diese Gewissheit haben wir von unseren Vätern geerbt und wir haben die Pflicht, sie für unsere Kinder zu erhalten.

Wir sind Kuba! Wir sind Kontinuität!

Patria o Muerte!

Venceremos!

(Ovationen)