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Miguel Díaz Canel nahm am Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich teil Photo: Estudios Revolución

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez nahm am Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich teil, bei dem auch Lord David Triesman, Co-Präsident der Kuba-Initiative des europäischen Landes, anwesend war.

Laut Radio Havana Cuba hat der Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen Rodrigo Malmierca während des Treffens mitgeteilt, dass das Projekt zur Förderung der wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen neu aufgelegt wird.

„Angesichts der aktuellen Situation, in der sich die Blockade der Vereinigten Staaten für unser Land verschärft, ist dies ein bedeutsamer Moment", sagte der Minister, der hinzufügte, das beste Beispiel dafür sei die Präsenz britischen Unternehmertums auf diesem Forum.

Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich Photo: Dunia Álvarez Palacios

Malmierca hob die Präsenz britischer Geschäftsleute in Schwerpunktbereichen wie Tourismus und erneuerbare Energien hervor. Er zeigte sich auch optimistisch, dass das Treffen die Ermittlung neuer Produkte und Dienstleistungen ermöglichen werde, die die Zunahme der Handelsströme zwischen beiden Nationen stimulieren.

Während des Forums gab es einen Vortrag über die Entwicklung erneuerbarer Energien und Geschäftsmöglichkeiten in der Branche, überdies in den Bereichen Biotechnologie, Pharmaindustrie, Landwirtschaft, Bankwesen, und eine Auswahl der Erfahrungen aus dem britischen Investitionsprojekt Biopower und Mariel Solar.

Auch der britische Botschafter in Kuba, Antony Stokes, nahm am Forum teil.

IM KONTEXT

  • Die Initiative Kuba im Vereinigten Königreich ist eine der drei Organisationen, die den Karibischen Rat bilden.
  • Sie wurde 1995 als Antwort auf einen Aufruf beider Regierungen geschaffen, ein unabhängiges Nichtregierungsgremium zur Unterstützung, Entwicklung und Stärkung der bilateralen Beziehungen zu installieren.      
  • Die kubanische Seite wird vom Minister für Außenhandel und Ausländische Investition Rodrigo Malmierca geleitet.

 

Kuba ist ein sicherer Ort für Investitionen

Kuba sei ein sicherer Ort für Geschäftsabschlüsse, teilten Vertreter von 18 Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich mit, die am Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich teilnehmen, das seit gestern im Hotel Nacional de Cuba stattfindet.

Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich Photo: Dunia Álvarez Palacios

Am Eröffnungstag nahmen der Präsident des Staats- und des Ministerrats, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, der Vizepräsident des Ministerrates, Ricardo Cabrisas Ruiz, und der Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Rodrigo Malmierca, teil. Cabrisas begrüßte offiziell Lord David Triesman, den Co-Präsidenten der Kuba-Initiative, und die begleitende Delegation von Geschäftsleuten aus dem Vereinigten Königreich Großbritanniens und Nordirlands.

Während des Forums wurden kubanische Erfahrungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, der Herstellung und des Verkaufs von Arzneimitteln und in der Landwirtschaft vorgestellt. Die britische Seite berichtete über die Ergebnisse ihrer geschäftlichen Präsenz im Land.

Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich Photo: Dunia Álvarez Palacios

Andrew MacDonald aus dem Bereich Erneuerbare Energien; Alfonso Segura von Castrol S.A. und Gregory Biniowsky von Gowling WLG waren sich einig, dass Kuba Bedingungen hat, die Handelsbeziehungen begünstigen, wie Stabilität in der politischen Richtung, niedrige Korruptionsraten verglichen mit anderen Ländern und Vielfalt im Wirtschaftsspektrum, noch ohne alle seine Möglichkeiten genutzt zu haben.

Sie verwiesen auch auf die Hindernisse, die durch die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade verursacht werden, die durch die Aktivierung von Titel III des Helms-Burton-Gesetzes noch verstärkt worden ist und die diejenigen abschrecken soll, die auf der Insel investieren möchten.

CABRISAS HAT EIN TREFFEN MIT LORD DAVID TRIESMAN, DEM CO-PRÄSIDENTEN DER INITIATIVE KUBA

Ricardo Cabrisas Ruiz, Vizepräsident des Ministerrates, empfing am gestrigen Montag Lord David Triesman, den Co-Präsidenten der Kuba-Initiative, der unser Land an der Spitze einer großen Delegation von Geschäftsleuten aus Großbritannien und Nordirland besucht.

Wirtschaftsforum Kuba-Vereinigtes Königreich Photo: Dunia Álvarez Palacios

Vizepräsident Cabrisas verwies auf den guten Stand der Beziehungen zwischen Kuba und dem Vereinigten Königreich, einem Land, das beabsichtigt, seine wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen über durchdachte Pläne und die Wiederaufnahme der Kuba-Initiative zu vertiefen. Cabrisas begrüßte die Position der britischen Regierung zur Anwendung von Titel III des Helms-Burton-Gesetzes in Ländern, die diese Maßnahme im Rahmen der Europäischen Union ablehnen.

Auf dem Treffen wurde der gegenseitige Wille zur weiteren Stärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen bekräftigt. Im Rahmen der Maßnahmen, die zwischen beiden Regierungen entwickelt werden sollen, ist ein Aktionsplan vorgesehen, der die Erfüllung der während des Besuchs eingegangenen Verpflichtungen finanziert.

Das Programm des Kuba-Besuchs von Lord David Triesman umfasst Treffen mit Führungskräften der Ministerien für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Außenpolitik, Energie und Bergbau, Verkehr, Landwirtschaft, Tourismus, Finanzen und Preise, Wissenschaft, Technologie und Umwelt, Ökonomie und Planung sowie der Zentralbank von Kuba. Er wird auch Einrichtungen der BioCubaFarma Business Group und die Sonderentwicklungszone Mariel besuchen.

Lord David Triesman, Co-Präsident der Initiative Kuba, auf dem Forum Photo: Dunia Álvarez Palacios

Lord David Triesman wurde von Chris Bennet, Koordinator der Cuba-Initiative in London, Antony Stokes, Botschafter des Vereinigten Königreichs in Kuba, und einer Gruppe von Vertretern von Unternehmen mit Sitz in Havanna begleitet.

Auf kubanischer Seite nahmen außerdem Inalvis Bonachea González, Direktorin für Handelspolitik des Ministeriums für Außenhandel und Auslandsinvestitionen in Europa, und Olena Estela Navas Pérez, Handelsberaterin der kubanischen Botschaft im Vereinigten Königreich, teil.

Die Möglichkeiten, die Kuba bietet

Bei ihrem Beitrag auf dem Forum sagte Tatiana Amaran Bogachova, Generaldirektorin für Elektrizität des Ministeriums für Energie und Bergbau, dass seit 2005 eine Änderung der Energiematrix im Land durchgeführt werde, um die Finanzierungskosten zu senken und Energie mit anderen saubereren, umweltfreundlicheren und weniger die fossilen Ressourcen erschöpfenden Quellen zu erzeugen.

Photo: Emilio Herrera

„Heute haben wir im Land 57 Zuckerproduktionsanlagen mit 470 Megawatt installiert, die sich selbst mit Zuckerrohrbiomasse versorgen und die über ihre Stromerzeugung hinausgehende Energie an das Nationale Elektrische System liefern. Wir haben vier Windparks mit einer Leistung von 11,8 MW; 65 Photovoltaik-Solarparks mit einer Gesamtleistung von 152 MW sowie Solarmodule, die in schwer zugänglichen ländlichen Gebieten installiert sind, hauptsächlich in Schulen, Kliniken und Gemeindehäusern.“

Sie versicherte, dass 100 % der Bevölkerung Zugang zu Elektrizitätsdienstleistungen haben, der größte Teil davon über das nationale Elektrizitätssystem, und dass einige Gemeinden mit Dieselmotoren, andere mit Gruppen von Generatoren und die isoliertesten mit Photovoltaik-Solarmodulen betrieben werden. Hinzu kommen 147 Wasserkraftwerke, fünf Biogasanlagen, 2288 Biodigester und vier Rohrbiomasseanlagen.

Die Projektion bis 2030 sieht vor, diese Quellen zu erhöhen, um 1,75 Millionen Tonnen fossiler Brennstoffe pro Jahr zu ersetzen und mehr als 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid nicht mehr in die Atmosphäre zu emittieren. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Erzeugung beträgt derzeit 6% und soll laut Studien und Bewertungen des territorialen Potenzials auf 24 % gesteigert werden.

Normando Iznaga Escobar, Geschäftsführer von BioCubaFarma, erklärte, dass die OSDE mit 32 Unternehmen mehr als 160 Patente besitze und ihre Produkte in 43 Ländern vertreibe. Die Möglichkeiten, Joint Ventures einzugehen, seien vielfältig, und es gebe 450 ermittelte Projekte in ihrem Portfolio.

Er betonte auch, dass mehr als 20.000 Beschäftigte Generika zur Heilung von Krankheiten, Diagnosegeräte und High-Tech-Dienstleistungen zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit, Lebensmittelproduktion mit fortschrittlichen Technologien sowie solche für Nutzpflanzen und Viehwirtschaft hergestellt haben

Er erwähnte verschiedene Impfstoffe wie das therapeutische und prophylaktische Mittel gegen Hepatitis B, die entwickelt wurden, um die Tumormasse bei verschiedenen Krebsarten zu verringern, darunter hauptsächlich solche, die in der Lunge erzeugt werden und schnell fortschreiten. Auch das Heberprot-P zur Heilung komplexer Wunden und diabetischer Fußgeschwüre, das Heberferon gegen Hautkrebs und andere, die kubanischen Patienten zugutekommen.

Ydael Pérez Brito, stellvertretender Landwirtschaftsminister, beschrieb die Situation Kubas in diesem Sektor und die von ihnen durchgeführten Projekte und Programme, in denen die verschiedenen bestehenden Produktionsformen die Aufgabe haben, Lebensmittel für das Land zu produzieren und auch Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.

 Die britische Seite präsentierte die Erfahrungen ihrer dauerhaften Präsenz in Kuba und wies zusammen mit den Vorteilen, die das Land für den Aufbau von Wirtschafts- und Handelsbeziehungen hat, auf einige Aspekte hin, die verbessert werden sollten, wie die Flexibilität bei der Genehmigung der neuen Investitionen und die erforderlichen Verfahren für diese.