OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Der Hurrikan Irma setzte die Tribuna Antiimperialista, die sich zurzeit in einem Umgestaltungsprozess befindet, vollständig unter Wasser. Photo: Cubadebate entnommen

Anfangs schenkte niemand ihm die nötige Aufmerksamkeit, aber der Klimawandel ist kein Spiel. Er ist eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit und für die Zukunft der Menschheit. Der Kampf für eine ökologischere Welt kennt keine Grenzen und erfordert das koordinierte Bemühen aller Nationen.

Kuba stellte sich dieser Notwendigkeit mit allem Ernst und legte einen Staatsplan von großer Tragweite auf, um dieser Konfrontation zu begegnen, die durch die Insellage noch verschärft wird.

Angesichts der widrigen Umstände wurde „Tarea Vida“ (Aufgabe Leben) initiiert, ein Projekt, das ein umfassendes Programm mit dem Ziel umfasst, die Auswirkungen in den am stärksten gefährdeten Gebieten einzudämmen.

Die Maßnahmen, die für die Umweltpolitik des Landes von höchster Priorität sind, zielen auf Prävention, Bereitschaft, Reaktion und Wiederherstellung ab, um Risiken und Schwachstellen entgegenzuwirken und diese zu verringern, und darauf, dass wir uns diesem Phänomen anpassen, das nach Beobachtungen kubanischer Experten alle betrifft.

PRIORISIERTE AREALE

Die städtebaulich und landschaftlich wertvolle Nordküste Havannas ist eine der Zonen des Landes, die als am anfälligsten für den Klimawandel eingestuft wurden. Der Hurrikan Irma bestätigte diese Meinung, als er am 9. September 2017 die Küste Havannas heftig beutelte.

Wenn man den Seiten dieser Zeitung glaubt, drangen Wellen von über 10 m Höhe ins Landesinnere vor und überfluteten die meisten Küstengemeinden der kubanischen Hauptstadt. Diese und andere meteorologische Ereignisse haben die Notwendigkeit verstärkt, besser vorbereitet zu sein, um die negativen Auswirkungen so gut wie möglich zu kontrollieren.

Unter Berücksichtigung dieser Realität und des zunehmenden Klimawandels gibt es einen Plan, an dem mehrere Organismen beteiligt sind und dessen Ziel es ist, den Malecón zu retten und Lösungen zu finden, die in Form von städtischen Maßnahmen mit dem Erhalt architektonischer Werte in Einklang stehen.

Das Projekt erstreckt sich auf die Koordinierung einer Reihe von Maßnahmen, die natürlich die exponiertesten Bereiche betreffen und gewisse Investitionen erforderlich machen, ohne dass das Image dieser emblematischen Gegend Schaden nehmen soll.

Die Statue von Calixto García wurde auf eine der Rotunden der 5ta. Avenida umquartiert. Photo: Espinosa, Maykel

DIE STATUE VON CALIXTO GARCÍA

Entschlossen, sich von der Kraft des Klimawandels nicht unterkriegen zu lassen, entschieden sich die Behörden der Hauptstadt dafür, die Statue des Generalmajors der Befreiungsarmee Calixto García, die sich seit Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhundert an der Ecke Avenida de los Presidentes und Malecón befunden hatte, auf eine der Rotunden der 5ta. Avenida umzusetzen.     

Die edle Absicht, Denkmäler und Bildnisse zu erhalten, die für die historische Entwicklung des Landes von Bedeutung sind, machte den Abbau des Reiterdenkmals, das durch seine Nähe zum Meer irreparablen Schaden zu nehmen drohte, zwingend erforderlich.

Der Verschleiß an dem Standbild war mit dem Eindringen des Meeres und durch die unmittelbare Wirkung der letzten Wirbelstürme immer anhaltender und heftiger geworden. Daher die Entscheidung, die Statue an oben genannten Ort zu verlegen, wo sie nach Ansicht der Fachleute von Beleuchtung, Pflasterung und Beschilderung profitiert.

DER PLATZ GEGEN DEN IMPERIALISMUS

In einem weiteren Fall geht es um die Wiederherstellung der Antiimperialistischen Tribüne, die bereits ein Wahrzeichen der Hauptstadt und Kubas ist, und die aus unleugbaren Gründen einen stärkeren Schutz gegen die Auswirkungen des nahen Meeres braucht.

Bei den Arbeiten auf der Esplanade sei unter keinen Umständen davon auszugehen, dass die Tribüne demoliert werde, so die Erklärungen von Orestes Llanes Mestres, Vizepräsident des Rates der Provinzverwaltung (GAP), an Cubadebate.

Er sagte, es sei unausweichlich, jetzt diese Arbeit anzugehen, weil die Tribüne von Hurrikan Irma hart gestraft worden sei. Die Überschwemmung habe sich auf alle Einrichtungen der Plaza ausgewirkt. Auch erklärte er, dass sich die Metallstrukturen aufgrund des Salpeters verschlechtert hätten.

Llanes Mestres sagte, dass die Renovierung der Tribüne ein anderes Format und eine andere Struktur umfasse, die eine längere Lebensdauer und einen besseren Schutz gegen die Geißel jedes meteorologischen Phänomens gewährleisten werde, und dass das Projekt koordiniert mit Agenturen, Institutionen und verschiedenen Ministerien zusammenarbeite.

Die erste Phase der Durchführung, präzisierte er, solle vor dem 26. Juli des Jahres 2019 abgeschlossen sein.

Der Vizepräsident des GAP fügte hinzu, dass sie auch Mittel für die Renovierung der Gebäude rund um die Tribüne bereitstellten und dass dieser weiterhin ein Ort par excellence für den Kampf gegen den Imperialismus sein werde, ein Szenario großer Kämpfe und Siege, hervorgegangen aus der Mobilisierung der Massen zur Befreiung des Kindes Elián González.

Er versicherte, dass das Denkmal für José Martí, die symbolische Säule innerhalb der Tribüne, unangetastet bleibe und man von dort aus das Werk und Denken Fidels weiter verteidigen werden.

Alle diese Vereinbarungen und Entscheidungen sind Ausdruck der Dringlichkeit, die uns der Klimawandel aufoktroyiert und unterstreichen die Notwendigkeit, ihn zu bekämpfen, seine Auswirkungen zu verringern und die Arbeit an den am stärksten gefährdeten Orten zu beschleunigen.

STÄDTISCHE REGULATIONEN FÜR DIE TRADITIONSZONE DES MALECÓN

Die neuen Gebäude werden unter Verwendung wetterfester Materialien konstruiert.

15 % der Parzelle gelten als Freifläche, und das traditionelle städtische Profil wird beibehalten, mit Ausnahme einiger Ecken, in denen höhere Bauwerke errichtet werden können.

Die Nutzung von Wohnungen im Erdgeschoss ist untersagt und muss für gewerbliche Tätigkeiten und Dienstleistungen reserviert werden. Keller können nur als Parkplätze genutzt werden.

Es wird obligatorisch sein, die Höhe des Fußbodens in Bezug auf die Höhe des Bürgersteigs zwischen 15 und 45 cm in den Portalen und 1,20 m innerhalb der Gebäude anzuheben.

Man wird die originale städtische Struktur erhalten, besonders die Formen und Ausmaße der Blöcke, Grundstücke und Arkaden.