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Dutzende Fernsehgeräte für die Betroffenen des Tornado wurden in der Cuidad Libertad entgegengenommen Photo: Ariel Cecilio Lemus

Nachdem ein Tornado großen Ausmaßes Havanna heimgesucht hatte, der sechs Tote forderte, Tausende Wohnungen beschädigte und hauptsächlich in den Bezirken Diez de Octubre, Regla und Guanabacoa zu schweren Verwüstungen und materiellen Verlusten geführt hatte, kamen zwei Tage später zwei junge Leute mit Säcken über ihren Schultern in der Cuidad Libertad in Havanna an. Sie stammten aus Cojímar, ein Stadtteil am anderen Ende der Stadt und sie legten die weite Strecke mit Bussen zurück.

In ihren Säcken brachten sie Spielzeug, Kleidung, Schuhe und Konserven, die sie am Morgen nach dem Tornado unter Kindern und Erwachsenen ihrer Gemeinde sammeln konnten. Aus der Presse hatten sie erfahren, dass die Spenden für die Familien, die vom Tornado heimgesucht wurden, in einem Lager der Provinzversammlung der Volksmacht in der Schulstadt Libertad abgegeben werden könnten.

Dort wurden die beiden jungen Leute auch von Beamten der Provinzversammlung empfangen und der Verwalter des Lagers Reinaldo Remigio kann bereits auf Erfahrungen zurückgreifen, denn auch beim Hurrikan Irma im Jahr 2017 diente dieser Ort als Sammelstelle.

„Es war sehr bewegend, zu sehen, wie unser Volk bei einer solchen Katastrophe reagiert hat und besonders die jungen Leute. Seit letzten Montag haben wir Spenden aus allen Ecken des Landes erhalten“, fügte er hinzu.

„Das Lager öffnet um 9 Uhr. Obwohl wir eigentlich um 16 Uhr schließen, haben wir mehr als einmal bis Mitternacht gearbeitet. Die Spendenwilligen kommen zu jeder Tageszeit an“, sagte León.

„Zu den Waren, die in der Cuidad Libertad gelagert werden gehören über 500 Kisten mit vitaminreichem Reis, ein Behälter mit Marmelade und Lebensmittel in Konserven, Dutzende von Fernsehgeräten, Matratzen, Kleidung ...“, zählte der Verwalter Reinado Remigio auf.

„Diese Produkte, senden wir, nachdem wir sie organisiert haben, an die Bezirksregierungen der am stärksten betroffenen Gebiete, Sie wissen, wer diese Dinge am nötigsten hat. Es ist wichtig, dass es die die lokalen Behörden sind, die die Verteilung kanalisieren, denn sie kennen die Probleme jeder Familie am besten.“

Warum ist es wichtig, den Spendenprozess zu organisieren?

Keine Familie ist auf einen Tornado vorbereitet. Es ist ein meteorologisches Phänomen mit verheerenden Auswirkungen, das schwer vorherzusagen ist.

„Das ungewöhnliche dieses Phänomens und die Konzentrierung der Schäden, mit 3000 beschädigten Wohnungen, wovon 308 total zerstört wurden, haben den Prozess des Empfangs der Spenden, die Organisation und die Verteilung sehr erschwert“, sagte die Vizepräsidentin der Provinzversammlung der Volksmacht in Havanna Tatiana Vierea.

„Auch wenn die Spendenbereitschaft des kubanischen Volkes im Fall von Katastrophen allgemein groß ist, haben wir noch keine Erfahrung gemacht, die an diese herankommt. Als 2017 Irma das Land heimgesucht hat, gab es überall auf der Insel Schäden. Die erhaltenen Spenden konnte man einfacher schnell an die entsprechenden Orte schicken, wo sie gebraucht wurden.

Dieses Mal reichen die Orte nicht aus, wo man die Spenden, die aus allen Provinzen des Landes, von allen Sektoren, Privatpersonen und Betrieben kommen zu lagern. Der Prozess der Organisation und Verteilung gestaltet sich viel schwieriger.

Zu spenden ist etwas Menschliches, etwas, das man nicht zurückweisen darf. Jedoch wenn man bei in diesem Fall 4.100 betroffenen Personen keine Ordnung hereinbringt, läuft man Gefahr, dass es zu Ungerechtigkeiten konmt und die Spenden nicht die Personen erreichen, die sie wirklich benötigen.

Am Tag nach dem Tornado gingen Hunderte in die betroffenen Gebiete und verteilten ganz spontan Sachen an die betroffenen Leute. Es war dies eine sehr menschliche Verhaltensweise, aber es war dabei unmöglich einen Überblick zu bekommen, ob diejenigen, die die Spenden erhalten haben auch wirklich geschädigt waren. In Situationen wie diese kann die Verteilung nicht gerecht sein. Um Gerechtigkeit zu bekommen, ist es unerlässlich den Prozess zu organisieren.

Aus diesem Grund haben ab dem zweiten Tag nach dem Tornado die Behörden verfügt, dass die Bezirksregierungen jede freiwillige Spende entgegennehmen sollte, sei es von Unternehmen, Schulen, Arbeitern auf eigene Rechnung, Kooperativen oder Privatpersonen.

Sie sind am nächsten an denjenigen dran, die Schäden erlitten haben. Sie wissen, wer alles verloren hat oder wer nur bestimmte Produkte nötig hat.

Wer wirklich die Absicht hat, den Geschädigten zu helfen und nicht nur auf öffentliche Anerkennung aus ist, wird diese Entscheidung verstehen. Die Mehrheit der Bevölkerung war damit einverstanden“, sagte die Beamtin.

 
Bezirksregierungen, näher an den Betroffenen

Der Bezirk Regla, auf der anderen Seite der Bucht von Havanna, war einer der Bezirke, die die Wut des Tornado am heftigsten zu spüren bekam. Zwei seiner Volksräte wurden verwüstet und eine Woche nach dem Tornado erhält man dort weiter Spenden aus allen Teilen der Insel.

Der Vizepräsident der dortigen Bezirksversammlung Juan Carlos Naranjo sagte, dass man bis jetzt an diesem Ort 150 Spenden entgegengenommen und verteilt habe.

Man verfügt dort über eine Büro zur Registrierung von Spenden, wo die Privatpersonen und die Betriebe betreut werden, die erfahren möchten, welche Familien in dem Gebiet am schwersten betroffen wurden, damit man ihnen Kleidung und Nahrungsmittel zukommen lassen könne, um das zu teilen, was man unter Freunden, Arbeitern und Nachbarn sammeln konnte.

„In dem Büro, in den sich der Regierungssitz befindet, nehmen wir von allen Spendern die Daten auf, mit Unterschrift, Art des Produkts, das gespendet werden soll und die Menge. Dann übergeben wir die Spenden an die Posten, die in jedem betroffenen Gebiet geschaffen wurden, wo Regierungsbeamte und Massenorganisationen die Liste mit den Namen der geschädigten Familien haben.

Danach begleitet einer von ihnen den Spender, damit er seine Spende diesen bedürftigen Familien übergeben kann. Für uns ist es wichtig, dass die Personen den Empänger ihrer Spenden erfahren und an der Verteilung teilnehmen. Bis jetzt wurde noch kein Fall von Korruption im diesem Prozess entdeckt und es hat auch noch keine Spende den falschen Weg eingeschlagen.

Die Regierungen unternehmen große Anstrengungen, damit dieser Vorgang organisiert und gerecht vonstatten geht und das haben wir erreicht. Er dauert nur einige Minuten.

Jeder kleine Beitrag ist ein Beitrag und die Familien sind dankbar dafür und es lässt sie spüren, dass sie nicht allein sind“, sagte Naranjo.

Hauptsächliche Dinge, die bis jetzt vom Volk gespendet wurden

Nahrungsmittel wie Reis, Kekse, Gewürze, Kaffee, Erfrischungsgetränke, Wasser, Tunfisch, Spaghetti, Würste, tiefgefrorene Produkte, Instant Suppen...

Tausende von Kleidungsstücken

Hunderte Paar Schuhe

Toilettenpapier, Waschmittel, Seife, Betttücher, Matratzen, Fernsehgeräte.

Ab diesen Montag begannen die Spenden aus dem Ausland einzutreffen


Man erhielt auch finanzielle Spenden

Nachdem die Bankkonten zur Unterstützung der betroffenen Familien und Örtlichkeiten für Zahlungen in CUP (No. 0598770002953216) und in anderen von der Zentralbank Kubas, hat man
11 202 in CUC
183 in CUP