OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Sinaí gelang es, ihr schönes Experiment zu retten Photo: Ismael Batista

Die Spuren der Katastrophe sind besonders offensichtlich im Viertel Martí. An einer Seite der Avenida Boyeros sieht man die Baumreihe, bei der, wie viele versichern, der Tornado entstanden ist; diese Wind- und Wassermasse, die sich anhörte wie ein Flugzeugangriff und von der alle jetzt sprechen, als handle es sich um einen bösen Menschen.

Wir suchen nach der kleinen Grundschule, die kein Dach mehr hat. „Gehen sie die Straße entlang, wo all die Bäume auf dem Boden liegen; drei Häuserblocks“. Und wirklich: Die entwurzelten Bäume weisen uns einen unsagbar traurigen Weg. Eine blaues Halstuch. Zwei. Die Schule.

Erste Antworten: „Ich wohne im Martí, in einem grünen Haus“; ich auch, in einem weißen Gebäude“, „meine Wohnung ist die da, mit dem Gitter“; „wir drei sind im zweiten Schuljahr“.

Die Pioniere sind dabei einen Umzug ins technologische Institut Blas Roca zu organisieren, das ein paar Straßen weiter liegt.

Alle sind mit etwas beladen: Bücher, Hefte, Arbeitshefte, Kreide, Farben, Pflanzen, Schaubilder, Kalender. Alles, was man aus dem Chaos retten konnte, das Wind und Wasser hinterlassen haben. Eine Mutter bringt ein paar Kinder und ich folge ihr: „Das war meine Schule und die meiner Mutter und jetzt geht meine Tochter dorthin“, sagt sie, „ du hättest sehen müssen, wie die Direktorin und die Lehrerinnen an dem Tag geweint haben“.

Die Pioniere bringen das Lerrnmaterial zu der neuen vorläufigen Lernstätte Photo: Ismael Batista

Das Innere der Schule Osvaldo Sánchez Cabrera sieht aus wie nach einem Bombenangriff. Im Hof liegen weggefegte Spielzeuge, Papier und einige Bücher vollgesogen mit Wasser. Am Fuß der Treppe, die zu den Klassenräumen führt, macht der Direktor Pedro Pablo Rojas Ramírez eine Pause bei seiner Arbeit und spricht mit uns. Er wirkt besorgt und traurig.

„Sieh mal, er hat das ganze Dach weggetragen. Wir haben alle Fernseher verloren und die Bücher der Kinder sind aufgeweicht. Es war alles schwer“, sagt er und versucht seinen Kummer zu überspielen, was ihm aber nicht gelingt. „Wir haben mit den Aufräumungsarbeiten noch nachts am Sonntag begonnen. Wir haben versucht, die Verbrauchsmaterialien der Kinder zu retten, Bücher und Arbeitshefte, die unerlässlich sind, wenn der Lehrbetrieb weiter gehen soll.

„Früh am Morgen ist die Gemeinde dann hinzugekommen; da kamen die Eltern begannen, sauber zu machen. Sie haben uns auch darüber informiert, dass man in der nächsten Woche mit einer kapitalen Überholung der Schule beginnen werde. Bis dahin sind wir im Technologieinstitut untergebracht.“

Die Büste Martís ist verschont geblieben Photo: Ismael Batista

Draußen haben die Lehrerinnen des zweiten Schuljahres Haydée Veitía Coto und Alina Casaña Marrero nicht aufgehört, zu lehren. „Maikel, ich habe dich gebeten den Müll vom Boden aufzuheben. Und sammle die Hefte auf“. Beide erzählen mit Schrecken über den Tornado: „Mal gut, dass er nachts war und die Kinder nicht in der Schule saßen, sonst wäre es furchtbar gewesen:“

Dann gehen wir auf den Hof und wir sehen, dass die Büste Martí und der Sockel, auf dem sie steht, vom Tornado verschont wurden;

Ich frage die Lehrerinnen, ob Martí, die ganze Zeit so da gestanden habe oder ob sie ihn nach dem Sturm dort wieder hingestellt hätten. Sie sagten mir, es sei unglaublich, aber er habe sich nicht bewegt.

Ich bemerke ein Mädchen, das keine Bücher trägt. Ganz vorsichtig hält es Glas mit einem Keimling in der Hand, diese Art von Keimlingen, die man erhält, wenn man Bohnen auf feuchte Watte legt. „Hast du den Keimling retten können?“, fragte ich sie. „Wie heißt du?

„Sinaí“, antwortete sie.


GENAUERE ANGABEN

Nur im Bezirk Diez de Octubre wurden beschädigt:

  • 37 Bildungszentren
  • 9 Kitas
  • 15 Grundschulen
  • 3 Zentren für Kinder mir besonderem Förderungsbedarf
  • 7 Sekundarschulen
  • 2 Abiturvorbereitungsschulen
  • 1 Lehrerwohnheim

- Das Wohnheim, in dem die Lehrer aus anderen Provinzen untergebracht sind, erlitt schwere Schäden in seiner Infrastruktur.Die dort Untergebrachten wurden zu anderen Wohnheimen gebracht.

Fuente: Yanet Dyce Díaz, Direktorin für Bildung Diez de Octubre.