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Das Ministerium für Tourismus hat einen umfassenden Investitionsplan aufgelegt, um den Tourismussektor in Kuba noch weiter voranzutreiben Photo: Germán Veloz Placencia

Ausländische Investitionen in Kuba gelten heute als Schlüsselfaktor für die Entwicklung Kubas. Rodrigo Malmierca, Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen (MINCEX), erklärte gegenüber der Presse, dass die Haupthindernisse für diese Politik in der Blockade, der Präsenz der Währungsdualität und der finanziellen Liquidität lägen. Hinzu kämen Probleme, die auf mangelnde Schulung des Personals und auf Unzulänglichkeiten bei Durchführbarkeitsstudien zurückzuführen seien.

Er versicherte, dass Auslandsinvestitionen wesentlich seien, um die kubanische Wirtschaft anzukurbeln. Daher sollte es keine Ängste oder Vorurteile vor der Öffnung gegenüber ausländischem Kapital geben. Was dies betreffe, forderte er eine Mentalitätsänderung ein.

Seit der Verabschiedung des Gesetzes 118 für Auslandsinvestitionen im Jahr 2014 wurde Kapital von 5.500 Millionen Dollar gebunden. Gegenwärtig befinden sich mehr als 30 Projekte (Energie, Industrie, Bauwesen, Bergbau, Lebensmittel und Biopharmazeutika) in einem fortgeschrittenen Verhandlungsstadium mit einem Betrag von mehr als 1,5 Milliarden Dollar.

SONDERENTWICKLUNGSZONE MARIEL

Die Sonderentwicklungszone (ZED) Mariel zeigt fünf Jahre nach ihrer Gründung die geplanten Ergebnisse, so Generaldirektorin Ana Teresa Igarza Martínez. Im Bereich der Infrastruktur wurden im Jahr 2018 mehr als 200 Hektar Land geschaffen, um Investoren unterzubringen, Straßen und Kommunikationsnetze einzurichten.

Ebenso ist das Bahnhofsterminal für den Transport der dort Beschäftigten in Betrieb und das Lebensmittelverarbeitungszentrum zur Versorgung von mehr als 5.000 Arbeitern befindet sich in der Anlaufphase.

Die neuen zu entwickelnden Sektoren sind: Sektor B (Aktivitäten im Industrie- und Logistikbereich), Sektor G (Industrien für Baustoffe und andere Produktionsstätten) und Sektor H (Tourismusentwicklung). 2018 war das Jahr, in dem mehr ausländische Investitionen getätigt wurden: 474 Millionen. Insgesamt hat die ZED Mariel 2.130 Millionen ausländische Investitionen angezogen und 17 Projekte in Betrieb.

GROSSES GELEGENHEITSPORTFOLIO IN KUBA

Das Portfolio an Möglichkeiten für ausländische Investitionen umfasst derzeit 525 Projekte, die aus dem Nationalen Entwicklungsplan hervorgehen.

Laut Déborah Rivas Saavedra, Generaldirektorin für Auslandsinvestition des MINCEX, wird angestrebt, den teilweise umständlichen Genehmigungsprozess für Investitionsprojekte zu verkürzen, ohne dabei die in den Verhandlungen geforderten Anforderungen aus den Augen zu verlieren.

Obwohl im Jahr 2018 die ausländischen Investitionen im Land gewachsen sind, müssen subjektive und organisatorische Probleme, die diesen Sektor negativ beeinflussen, noch gelöst werden. Für 2019 wird ein größeres Gewicht ausländischer Investitionen gegenüber den Gesamtinvestitionen des Landes erwartet.

WEITERER EINSATZ IM TOURISTISCHEN SEKTOR

Der Tourismus in Kuba wächst und konsolidiert sich. Obwohl in der Wintersaison 2017/2018 der Durchzug des Hurrikans Irma und andere meteorologische Phänomene auf der Insel einen Rückgang um 7% bewirkten, wurde in den darauffolgenden Sommermonaten und in der Wintersaison (der November stieg um 18,5 %) das Soll wieder erreicht.

Michel Bernal, dem Handelsdirektor von MINTUR, zufolge zeigten die Statistiken für 2018 einen Rückgang der Ankünfte per Flugzeug von 6 %. Die Anzahl der Ankünfte auf dem Seeweg stieg jedoch um 48 %. Man geht davon aus, dass rund 850.000 Kreuzfahrtpassagiere bis Ende 2018 die Insel besuchten.

Für das laufende Jahr 2019 werden 5.100.000 internationale Besucher erwartet, was einem Wachstum von 7 % gegenüber den Schätzungen von Ende 2018 entspräche.

Das Tourismusministerium hat einen umfassenden Investitionsplan vorgelegt, der 610 aufgeschlüsselte Projekte umfasst.

Wie von José Daniel Alonso, Direktor für Entwicklung und Investition des MINTUR, erläutert, rechnet man mit der Fertigstellung von 332 neuen Unterkünften, 51 Erholungsräumen, 30 mit dem Tourismus verbundenen Immobilien, 50 für die Natur bestimmten Plätzen, 55 Campingplätzen, 22 Erholungsorten der nautischen Industrie und 70 Einrichtungen zur Unterstützung des Tourismus.

Von diesen Projekten sind bereits 45% in der Ausführung begriffen, was den ersten Monaten dieses Jahres 3.841 Zimmer zum Hotelbestand des Landes hinzufügt, der im November 2018 bereits bei 70.879 Zimmern lag. In diesem Jahr gibt es im Zuge der 500-Jahr-Feier Havannas in der Stadt 136 Projekte, 60 ausländische und 76 eigene.