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Photo: Notimex

Wenige Minuten bevor der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez in der mexikanischen Hauptstadt ankam, um an der Amtsübernahme von Andrés Manuel López Obrador teilzunehmen, schrieb er schnell auf seinem Twitter Konto: Ich komme gerade im geliebten Mexiko an. Hier litt, liebte und fand Martí seine besten Freunde. Hier kämpften und liebten sich Mella und Tina. Hier entwarfen Fidel, Raúl und ihre Kampfgefährten unsere Freiheit. Hier hat man uns immer respektiert und geliebt“.

24 Stunden später, bereits nach Kuba zurückgekehrt, schrieb er: „Am Vorabend eines weiteren Jahrestags der Landung der Jacht Granma in Las Coloradas, reisten wir von Mexiko mit dem Gefühl ab, an einer historischen Feier im Herzen der lateinamerikanischen Familie teilgenommen zu haben.“

Dieses Adjektiv, um die Amtsübernahme von López Obrador zu bezeichnen, wurde vom kubanischen Präsidenten nicht zufällig ausgewählt. Noch klingt die Botschaft nach die López Obrador seinem Volk übermittelt hat, das ihn mit über 30 Millionen Stimmen gewählt hat und so zum Präsidenten Mexikos, gemacht hat, der in der Geschichte des Landes die meisten Stimmen erhalten hat: „Von nun an wird es eine friedliche und geordnete, aber gleichzeitig tiefe und radikale Umwandlung geben, denn es wird Schluss gemacht werden mit der Korruption und der Straflosigkeit, die die Wiedergeburt Mexikos verhindern.“

Seine Amtsübernahme verwandelte sich auch in einen Raum für die Einheit Lateinamerikas und der Karibik. Nicht zufällig kamen ein Dutzend Staatschefs der Region in den Palast von San Lázaro. Ihnen sagte er: „Mexiko wird nicht aufhören an Simón Bolívar und José Martí zu denken, die gemeinsam mit Benito Juárez mit ihrem Beispiel an Patriotismus weiter den Weg zeigen, dem die Völker und die politischen Führer folgen sollen“.

Er hob besonders Díaz-Canel hervor, als er ihn bei der protokollarischen Vorstellungszeremonie als Präsidenten des Staats- und des Ministerrats des „Bruderlandes Kuba“ bezeichnete; ein Wort, das vor jener verschiedenenartigen Zuhörerschaft einen herzlichen Klang hatte und auch von einem Beifall begleitet wurde, der anders, vielleicht sogar warmherzig war.

Über diese Nähe zu der Insel sprach anschließend Granma mit dem Botschafter Kubas in Mexiko, dem erfahrenen Diplomaten Pedro Núñez Mosquera.

„Zwischen Kuba und Mexiko bestehen tiefe historischen und kulturelle Wurzeln, die sich mit dem Besuch unseres Präsidenten verstärken. Es ist kein Zufall, dass López Obrador in Bezug auf Kuba das Wort „Bruder“ verwandt hat.

Als sie Benito Juárez von Mexiko nach Frankreich deportierten, haben sie ihn nach Kuba geschickt, damit er dort auf das Schiff wartete, das ihn nach Europa bringen sollte. Weil das Schiff aber lange nicht eintraf, wurde er vom damaligen Capitán General nach New Orleans geschickt. Dort lernte er die Mitglieder der Junta Patriótica Cubana und Pedro Santacilia aus Santiago kennen, den er später, als er Präsident Mexikos war, zu seinem Privatsekretär machte.

Von dan an hielten sich alle Kubaner, die im Laufe des XIX. und auch des XX. Jahrhunderts ein Vaterland haben wollten, in diesem Land auf. José María Heredia, Martí, Mella und Fidel waren dort. Von dort legte die Granma mit ihren Expeditionsteilnehmern zur definitiven Befreiung Kubas ab.

Uns einen enge Bindungen, die in Jahrhunderten der Geschichte verwurzelt sind und die heute noch kräftiger werde. Zur Zeit ist Mexiko der zweitgrößte Handelspartner Kubas in Lateinamerika und der Karibik.“

Dies werde von nun an weiter vorangehen, sagte Núñez Mosquera. Ein Beispiel dafür sei die jüngste Registrierung des kubanischen Medikaments Heberprot-P zur Therapie des diabetischen Fußes, das in das Sortiment der medizinischen Grundversorgung Mexikos aufgenommen worden sei. Dort stelle Diabetes ein gravierendes Problem dar, mit der Folge, dass dort jedes Jahr über 70.000 Amputationen durchgeführt werden müssen.

Gleichzeitig sollte es zu größeren Investitionen Mexikos in Kuba kommen, sagte der Diplomat. Die erste Investition in der Sonderentwicklungszone sei mexikanisch und es gebe neun weitere Vorhaben. Auch der Tourismus sei bemerkenswert angestiegen. Ende des Jahres würden etwa 160.000 Mexikaner Kuba besucht haben; „Sie gehen in eine Bruderland, in dem sie nicht nur Sicherheit, sondern auch Gastfreundschaft und Brüderlichkeit finden.“

„Ich glaube, dass sich die historischen und kulturellen Wurzeln, diese brüderliche Beziehung mit der neuen Regieurng weiter verbessern werden. Ich habe keinen Zweifel daran, dass López Obrador einen Weg der Hoffnung für das mexikanische Volk und für Lateinamerika und die Karibik öffnen wird, für die Integration, für die Martí kämpfte, die Einheit in der Verschiedenheit und wir werden daran arbeiten, uns gegen die Mauern, die uns spalten sollen und die Blockaden, mit denen sie uns lähmen wollen, zu vereinen.“