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Studenten der kubanischen Schule für Medizin Foto: aus dem Internet

Die Frauen und Männer, die in Kuba Medizin studieren, machen dies nicht, wie es im Rest der Welt üblich ist, indem sie sich auf das Heilen von Krankheiten konzentrieren, sondern um die Gesundheit der Person, der Familie, der Gemeinde ja der Umwelt zu erhalten; durch ihren Humanismus gewinnen sie, wo immer sie hinkommen, die Achtung der Menschen.

Das betonte der für die Lehre zuständige nationale Direktor des Gesundheitsministeriums (Minsap) Dr. Jorge González Pérez am Mittwoch Abend in einer vom kubanischen Fernsehen ausgestrahlten Sondersendung.

Der anerkannte Spezialist fügte hinzu, dass die große Wirkung der medizinischen Missionen im Ausland gerade von dieser unterschiedlichen Sichtweise der Behandlung herrührt, die ihren Schwerpunkt in der Vorsorge hat und nicht im Krankenhaus verankert ist. Dies ermöglicht die allgemeinen Probleme des Ortes zu erkennen, wie z.B. die Qualität des Wassers, die Einfluss auf die Gesundheit der Bewohner haben kann.

González Pérez erinnerte daran, dass diese Sichtweise Fidels Konzept von der Medizin entspreche. Es ist dasselbe Konzept, dass die Existenz eines Netzes der Universitäten garantiert, welches für die jungen Leute auf der ganzen Insel zugänglich ist, mit demselben Lehrprogramm, mit denselben Schlussexamina und derselben Rigorosität.

EINE TRADITION VON FAST DREI JAHRHUNDERTEN

„Die hiesigen Studenten erhalten in den sechs Jahren außer der theoretischen Ausbildung einen starken Bezug zur Praxis“, erklärte der Rektor der Universität für Medizin von Havanna Dr. Luis Alberto Pichs García in besagter Fernsehsendung.

Die Arbeit unter realen Bedingungen von Beginn der Laufbahn an ist für Dr. Pichs eine Garantie , die auf der Tradition von 290 Jahren medizinischer Ausbildung basiert. „Das gesamte Gesundheitssystem ist Schauplatz der Ausbildung. Allein in der Hauptstadt sind 54 Krankenhäuser, 82 Polikliniken, 17 Forschungszentren und allen Einrichtungen der medizinischen Grundversorgung beteiligt und wir haben 12.600 Studenten“, führte der Rektor aus.

Er sagte außerdem, dass der Anstieg bei der Immatrikulation mit der Entwicklung der Studienzentren zusammenhänge – es gibt nicht mehr nur ein einziges, wie dies der Zustand beim Sieg der Revolution war. Aber wenn auch alle das Recht und die Chance haben, sich für das Studium der Medizin zu entscheiden, erreichen dies nur 70% derer, die es anstreben. Sie müssen Aufnahmeprüfungen bestehen und die Provinzen legen ihren Bedarf an menschlichen Ressourcen fest. Und anschließend erfordert es große Opferbereitschaft das Studium zu beenden.

Gibt es etwas, das man auf der Welt, aber nicht in Kuba macht ?– das war eine Frage, auf die Dr. González Pérez einging, weil sie ihm vom Minsap oft gestellt wird, um die hohen Standards der Medizin im Land zu garantieren. So wurden in den letzten Jahren 44 Technologien eingeführt, deren Benutzung vorher im Ausland gelernt werden musste; einige davon betreffen Herz-Kreislauf Erkrankungen oder In-vitro Fertilisationsverfahren. Wenn nötig, greift man für die Schulung des Personals auf die besten internationalen Experten zurück.

Diese Vorgehensweise, bei der unter den Bedingungen einer mörderischen Blockade, Forschung mit Opferbereitschaft verknüpft wird, ist ein weiterer Grund, warum Kuba über Ärzte von der Qualität der Ersten Welt im Gewand der Empfindsamkeit verfügt.