OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die Explosionen des Schiffes La Coubre und des Flugzeugs von Cubana in Barbados sind zwei der Dramen, die unser Volk als Opfer des Terrorismus erlitten hat. Foto: José Agraz

Vor dreißig Jahren fragte ich mich angesichts der Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten, die ihren Bürgern verbot, frei nach Kuba zu reisen: „Wenn diese Insel, wie sie sagen, die Hölle ist, warum organisieren die Vereinigten Staaten dann keine Ausflüge, damit ihre Bürger sind kennenlernen und enttäuscht sind?“

Jetzt frage ich mich dies weiter.

Vor zehn Jahren stellte ich eine weitere Frage über die Verteufelung Kubas: „Wieso sollte ich es jetzt mit der Hölle verwechseln, wenn ich es nie mit dem Paradies verwechselt habe?“

Und jetzt frage ich mich dies weiter.

Weder Hölle noch Paradies: Die Revolution, ein Werk dieser Welt, ist mit menschlichem Schlamm verschmutzt, und gerade deshalb, und nicht trotzdem, ist sie weiterhin ansteckend.

Sie sind nicht gerade sehr ehrenvoll, diese Zeiten, in denen wir leben. Es scheint, dass die Fußabtreter - Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Man hat den Eindruck, und ich hoffe, es ist ein falscher Eindruck, dass die Regierungen miteinander konkurrieren, um zu sehen, wer besser über den Boden kriecht und wer sich mit mehr Begeisterung treten lässt. Der Wettbewerb war schon früher entstanden, aber seit den Terroranschlägen vom 11. September herrscht fast Einstimmigkeit im offiziellen Gehorsam vor den Chefs der Welt.

Fast Einstimmigkeit, sage ich. Und ich sage, dass ich heute stolz darauf bin, diese Auszeichnung in dem Land zu erhalten, das am deutlichsten Stellung bezog, indem es nein sagte zur Straflosigkeit der Mächtigen, dem Land, das sich am entschiedensten und klarsten weigert, diese Art von universellem Passierschein zu akzeptieren, der den Kriegsherren verliehen wurde, die im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus soviel Terror anwenden können, wie sie wollen indem sie bombardieren, wen sie wollen und töten, wann sie wollen und wie viele sie wollen. In einer Welt, in der Servilität eine hohe Tugend ist; in einer Welt, wo diejenigen, die sich nicht verkaufen, sich vermieten, ist es seltsam, die Stimme der Würde zu hören. Einmal mehr ist Kuba der Mund dieser Stimme.

Diese Revolution, bestraft, blockiert, verleumdet, hat viel weniger getan, als sie wollte, aber viel mehr, als sie konnte. Und darin fährt sie fort. Sie begeht weiterhin den gefährlichen Wahnsinn, zu glauben, dass wir Menschen nicht zur Demütigung verurteilt sind.

 
* Fragmente der Worte von Eduardo Galeano bei seiner Ernennung als Doctor Honoris Causa von der Universität von Havanna im Dezember 2001.