OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Miguel Mario Díaz Canel Photo: Endrys Correa Vaillant

Rede von Miguel Díaz-Canel Bermúdez, Präsident des Staats- und des Ministerrates, anlässlich des Abschlusses des X. Kongresses des Journalistenverbandes Kubas im Kongresspalast am 14. Juli 2018, „60. Jahr der Revolution“

Nun, um damit zu beginnen, die Mandate des Kongresses zu erfüllen und Ronquillo und die neue Leitung zu unterstützen, bin ich noch vor Dezember auf Twitter (Applause und Ausrufe).

Compañeros der Führung der Partei, des Staates und der Regierung, die hier anwesend sind,

Sehr geehrte Nationalpreisträger im Journalismus,

Sehr geehrte Journalisten:

Nach unseren letzten Reisen durch mehrere Provinzen und den Tagen dieses Kongresses, beides Szenarien, die es uns erlauben, Erfahrungen und Betrachtungen in näherem Kontakt mit der nationalen Presse zu teilen, habe ich besser verstanden, warum Fidel Euch einmal gebeten hat, ihn als einen von Euch zu betrachten.

Die kubanischen Journalisten haben das unbestreitbare Verdienst, die Stimme der Nation unter den widrigsten Umständen und Zeiten aufrecht erhalten zu haben, mit bewundernswerter Loyalität, einem hohen Verantwortungsbewusstsein, Talent, Intelligenz und ansteckender Begeisterung, die immer interessante Vorschläge hervorbringt.

Es wurde und wird nicht weniger erwartet von jenen, die stolz darauf sind, einem Gremium anzugehören, das von Intellektuellen wie José Martí, Fidel Castro und den brillantesten Führern der Revolution von 1868 an bis heute bereichert worden ist.

Heute, nach langen und anstrengenden Jahren unter der gleichzeitigen Belagerung der schwersten Materialknappheit und dem inakzeptablen Unverständnis einiger unserer eigenen Quellen, ist es legitim, anzuerkennen, dass die meisten von euch sehr schwer zu kämpfen gehabt haben, um in Würde einen Beruf auszuüben, der nicht nur Talent und Anstrengung erfordert, sondern auch sehr hohe Ideale, um inmitten großer wirtschaftlicher Opfer die Angebote relativ „großzügiger“ Zahlungen abzulehnen, die die lukrative Industrie der Kampagnen gegen Kuba, opportunistisch und zynisch, jenen darbieten, die einen Preis haben oder naiv an den lügnerischen libertären Diskurs der Markt Apologeten glauben.

Man könnte sagen, dass die Medienlandschaft nie so provozierend und herausfordernd war, aber das wäre nicht fair gegenüber der Geschichte einer Revolution, die keine Erholungspause gekannt hat in ihrer harten Anstrengung, die ganze Gerechtigkeit zu erobern und die vom ersten Tag an, wie uns der Ausspruch Fidels erinnert, der das Motto des Kongresses bildet, die zentrale Rolle des Journalismus in der Verteidigung der belagerten Festung verstanden hat.

Wie könnte man sich den raschen Vormarsch der Rebellenarmee ohne die große Untergrund- und Guerillapresse oder ohne Radio Rebelde vorstellen? Was wäre mit der neu geborenen Revolution ohne die brillante „Operation Wahrheit“ passiert? Wurde der Medienkrieg, der den Namen des Apostels gestohlen hat, um von einem Flugzeug aus zu übertragen, etwa nicht mit der Technik und neuen Journalismusprojekten überwunden, die das Radio und Fernsehen in jenem Moment und noch heute revolutionieren?

Dank des Verständnisses, dass seine Wahrheit den Journalismus braucht, war Kuba in der Lage, ein öffentliches Mediensystem aufzubauen, dessen Hauptstärke Ihr, die Journalisten, seid. Je authentischer, origineller und kreativer, umso effektiver seid Ihr, indem Ihr der Welt, die Euch braucht, die Wahrheit erzählt.

Was wir jetzt sagen können, ist, dass wenn auch die IKT-Revolution, das Internetzeitalter und die Tyrannei der Unternehmen, die sich mit dem Kommunikationsgeschäft beschäftigen, uns in unserem Zustand als unterentwickelte Wirtschaft vor immer größere Herausforderungen stellen, sich das Land weder den Regeln seines Gegners unterworfen hat noch hat es im Namen der schnellen Modernität Souveränität abgegeben.

Und dass, egal wie sehr versucht wird, uns unter neuen Masken in die Vergangenheit der Sensationsgier und der privaten Presse zurückzuführen, weder die kubanischen öffentlichen Medien noch ihre Journalisten zum Verkauf stehen.

Ich mache keine ungerechten Anschuldigungen. Ich verweise auf den offenen Krieg, der von Medien aus gegen uns geführt wird. Unter dem Schirm besserer Zeiten in den stets fragilen Beziehungen zum mächtigen Nachbarn, der uns verachtet, sind sie dazu übergegangen, das anzugreifen, was uns vereint, die Partei, und was uns verteidigt, unsere Presse, indem sie beide ständig disqualifizieren und versuchen, das zu zerbrechen und zu trennen, was aus derselben Wurzel kommt und am gleichen Stamm wächst.

In Anspielung auf die Art der Mission, die die Medien versuchen mit erstaunlicher Artikulation zu erfüllen, was deren vermeintliche Freiheit widerlegt, hat M. H. Lagarde mit Ironie, aber ohne Euphemismen, die neue Klasse der Führer beschrieben, die uns von dort verkauft werden. Ich empfehle die komplette Lektüre von „Die neuen Revolutionäre“, von denen Lagarde sagt:

„... Die neuen Revolutionäre schwören und beteuern, keine Söldner des offiziellen Denkens zu sein, aber sie akzeptieren Stipendien an US-Universitäten oder belegen Journalismus Kurse in den Niederlanden, wo man ihnen sicherlich beibringen wird, den Sozialismus in Kuba zu verteidigen. Wir müssen davon ausgehen, dass solche Kurse und Stipendien kostenlos sind.“

Photo: Endrys Correa Vaillant

„Die neuen Revolutionäre rufen zum Ungehorsam auf, wenn wir die Einheit brauchen. Für sie, die auch Politik Experten sind, haben die „gerichtliche“ Verfolgung der linken Führer in Lateinamerika, die Versuche sanfter Staatsstreiche und Invasionen in Venezuela und Nicaragua nichts mit Kuba zu tun.“

„Die neuen Revolutionäre sind demokratisch und respektieren die gegenteiligen Meinungen, deshalb sind jene, die ihre Positionen nicht teilen: Unterwürfige, Lämmer, Gehorsame, Mittelmäßige, Talibane, Rote Khmer, Stalinisten, Regierungstreue und Unterdrücker.“

„Die Hauptaufgabe der neuen Revolutionäre ist es daher, etwas zu teilen, was ihnen zweifellos manchmal gelingt.“

Lagardes Text ist nur ein wenig länger, aber diese Ideen sind ausreichend, weil sie die drängendste Herausforderung dieser Ära in diesem Teil der Welt definieren.

Ich weiß, dass die theoretischen Dokumente und die Debatten des Kongresses, ohne die internen Dringlichkeiten zu ignorieren, zu vergessen oder zu verwerfen, die letztlich auch strategisch sind, auf die Zentralität dieses Kampfes hingewiesen haben, der nie aufhören wird zwischen der Logik des Kapitals, selbstsüchtig und ausschließend, und unserer Logik im Geiste Martis, Fidels, sozialistisch, solidarisch und großzügig.

Denn obwohl sie uns eine andere Version der Fakten verkaufen, ist die hartnäckige Realität zu offensichtlich und jenen, die glaubten, der Wolf sei ein Schaf, wird die schmerzhafte Rechnung vorgelegt.

Sein oder nicht sein, das ist seit den Zeiten von Shakespeare die Frage.

Natürlich war dieser Kongress viel mehr als diese zentrale Debatte und wir sind froh darüber. An erster Stelle ist es zu würdigen, dass wir diese zehnte Ausgabe mit der Politik der Sozialkommunikation erreicht haben. Dieses Dokument definiert letztlich den Zugang zu Information, Kommunikation und Wissen als Bürgerrecht und als öffentliches Gut. Es verleiht den Presseführern höhere Autorität. Es durchzieht die Gesellschaft und stellt Verpflichtungen in diesem Sinne für Institutionen, Organismen und Behörden auf. Es verteidigt die Werte und Symbole der Nation und ordnet Respekt für die Vielfalt an, die wir bilden. Es erklärt die Kommunikation zu einem strategischen Mittel der Leitung des Staates und der Regierung und legt den öffentlichen Charakter der Rundfunk- und Kommunikationsdienste fest und erkennt nur zwei Arten von Eigentum für die Massenmedien an: das staatliche und das gesellschaftliche.

Der UPEC und die Fakultät für Kommunikation der Universität von Havanna waren aktiv an der Ausarbeitung der Politik und ihrer Anpassung an die aktuellen Zeiten beteiligt. Nahezu das gesamte Gremium hat an grundlegenden Diskussionen für ihre nachfolgende Anwendung teilgenommen. Der Kongress zeigt sich begeistert von den Türen, die den historischen und aktuellen Anliegen des Sektors nun offenstehen, wie zum Beispiel die Managementsysteme, die den Medien eine größere Autonomie einräumen und deren Stärkung, Ordnung und technologische Erneuerung. Ich nehme an, dass jene wütend sind, die nicht zur Analyse eingeladen wurden, weil sie nicht Teil der UPEC und auch nicht der kubanischen Gesellschaft sind, die mit Opfer und Anstrengungen das exklusive Recht erlangt hat, darüber zu diskutieren, wie die Zukunft gestaltet werden sollte.

Und natürlich überrascht es uns nicht, dass Flüsse der Intrige gegen die Partei und das Mediensystem des Landes entfesselt worden sind vonseiten der Söldner der weltweit einzigen Denkweise in ihrer kreolischen oder ausländischen Version. Was haben sie erwartet? Was schlagen sie vor? Dass wir etwa zum Beispiel unsere Nachrichtenagenturen den Tentakeln des Marktes überlassen und ihre Journalisten auf die Straße setzen sollen? Nichts dergleichen. Unser Telam wird nicht ausbluten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bestimmt nicht in Kuba.
Den Nachrichten zufolge, die ich von den ersten Tagen des Kongresses erhielt, war dies eine erfolgreiche Veranstaltung, mit sparsamen Berichten und soliden und beitragenden Ansätzen, ausgehend von der Erfahrung der Basis der Organisation in den Medien und in der Lehre. Ich denke, das liegt daran, dass der UPEC in den letzten Jahren nicht aufgehört hat zu funktionieren, auch nicht in den verwirrendsten und härtesten, als er seinen natürlichen und formalen Führer verlor, den Bruder Moltó, wie ich weiß, dass sie ihn gerne nennen, wegen des Kameradschaftsgeistes, den er als Arbeitsstil hinterließ und seiner besonderen Beziehung zu den Basen auf jeder Ebene.

Seine brillante Definition dessen, wofür der UPEC steht, sein Kampf um die Einbeziehung junger Menschen in jeglichen Kampf Kubas und seine Fähigkeit, sogar den Impuls zur Einführung der Informationstechnik, zur Nutzung der sozialen Netzwerke und zur intensiven Nutzung der Beiträge der Fakultät zu fördern, lassen einen Weg erkennen, auf dem ab heute ein erneuertes Nationalkomitee voranschreiten wird, ohne die Kontinuität zu unterbrechen.
Die Zusammenfassungen der Kommissionen werden ein nützliches Arbeitsinstrument sein, um die neuen Medienräume ohne Ängste kreativ in die Offensive zu bringen. Die technologischen Vorteile der kolonisierenden Plattformen gilt es, mit dem Talent und der Kreativität zu erobern, die aus unserer kämpferischen Natur und unserem kulturellen und politischen Erbe erwachsen, das uns Fidel hinterlassen hat und das uns Raúl und seine Gefährten der historischen Generation weiterhin vermitteln werden.

Ich vergesse auch nicht die stärksten Forderungen, die Ihr an uns gestellt habt: das Gehalt, ungenügend und in alten Resolutionen verankert, die verworfen werden müssen; die prekäre materielle Situation der Medien und der Journalisten, ein Thema, bei dem bereits Licht am Ende des Tunnels unserer ewigen Knappheit zu sehen ist, zumindest in den Provinzen, wo die Bedürfnisse der Journalisten und ihrer Medien berücksichtigt wurden bei der Anwendung von 1% der territorialen Abgaben (lokales Einkommen).
Niemand ist besser vorbereitet als Ihr, um zu verstehen, dass das, was anhängig ist, viel mehr ist als die Bedürfnisse eines Gremiums. Es ist das Bedürfnis eines edlen und fleißigen Volkes, dessen menschliche, heroische und bewegende Geschichten noch nicht vollständig erzählt sind. So wie auch das Land, das unsere Medien zeigen, mehr dem Land ähneln muss, das wir sind. Materielle Ressourcen mögen fehlen, aber die moralische Ressource und die revolutionäre Ethik, die Ihr täglich beitragt, jene, die Víctor Joaquín und Aroldo verteidigen, dürfen niemals fehlen. 

Weil wir diese Werte verteidigen, sind wir Kuba!

Da ich Euch darum gebeten habe, mich als einen von Euch zu betrachten, empfinde ich auch eine hohe Verantwortung in der großen Aufgabe, die vor Euch und uns, der Partei, dem Staat und der Regierung, steht, um unsere zahlreichen Schulden gegenüber der Vergangenheit und der kürzlichen Geschichte zu begleichen, die gleichzeitig gegenüber der Zukunft bestehen.

Ja, die Wahrheit braucht Euch. Und die Revolution, das haben uns Martí und Fidel gelehrt, ist diese Wahrheit, die größer ist als wir selbst.

Wir werden uns auf dem Weg zu diesem Horizont wiedersehen, den wir uns schuldig sind.


Vielen Dank (Ovation).