OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Endrys Correa Vaillant

Die jüngst im Land verabschiedete Kommunikationspolitik zeigt die qualitative Veränderung zwischen dem X. Kongress des kubanischen Journalistenverbandes (UPEC), der am Freitag in Havanna begann und dem, der vor fünf Jahren im Oktober 2013 stattfand, wie Mitglieder der Organisation am Freitag versicherten.

„Zu jenem Zeitpunkt konzentrierte sich die Debatte im Umfeld der Diagnostik und der Wünsche. Heute haben wir eine praktische Politik, eine strategische Karte der Kommunikation, die die ganze Gesellschaft umfasst und ein elementares Prinzip anerkennt: dass die Kommunikation und die Information ein Bürgerrecht und ein öffentliches Gut sind“, sagte die Vizepräsidentin der Organisation Dr. Rosa Miriam Elizalde.

Dies ist keine Politik, die sich selbst gefallen will, sie ist nicht in Schubladen versunken. Vom Tag ihrer Verabschiedung an, begann sie sich zu etablieren.

Aber wir müssen trotzdem realistisch sein. Die Tatsache, dass wir eine Kommunikationspolitik haben, bedeutet nicht, dass wir alle Probleme von heute auf morgen lösen können. Andere politische Maßnahmen wie das Gesetz über den sorfältigen Umgang mit der Umwelt haben auch nicht alle Kubaner in militante Umweltschützer verwandelt.

Wir leben mit vielen Problemem und dieses Instrument in unserer Hand ist ein Schritt, den wir alle begleiten müssen, was wir ja auch tun“, sagte sie.

„Dieser Kongress ruft uns dazu auf, zu analysieren, wie die Kommunikationspolitik umgesetzt werden kann“, sagte der Dekan für Kommunikation der Universität von Havanna Dr. Raúl Garcés Corra.

„Seien wir so realistisch zu sehen, dass ein Korpus von Zielen und Prinzipien, so vollkommen er auch sein mag, nicht auf wunderbare Weise unsere Probleme löst, die außerdem noch mit einem kulturellen Sediment und einem Beharrungsmoment von Traditionen behaftet sind.

Eine Politik ist eine Geisteshaltung, ein regulativer Schirm, ein Werkzeug um die Zukunft deutlich zu sehen. Und im Falle Kubas, inmitten der historischen und gegenwärtigen Bedrohungen, ist sie die Chance, den Sozialismus mit einem symbolisch modernen, partizipativen, innovativen und unwiderruflich demokratischen Antlitz neu zu entdecken“, sagte der Dekan.

„Dabei helfen uns einige Stärken, von denen wir ausgehen können, wie der politische Willen und das Bewusstsein, dass es notwendig ist, den Staat zu modernisieren und dass man dieses Ziel nur über die effizientere Nutzung der Information, der Kommunikation und der Technologie erreichen kann.

„Aber seien wir uns klar darüber“, warnte er. „Je mehr Kanäle, Stützen und Sprachen wir haben, um den Leuten zu einer Stimme zu verhelfen, so offensichtlicher zeigt sich die Notwendigkeit, die Kommunikation mit einer strategischen Vision auszustatten. Dafür gibt es diese Politik, aber wie machen wir es, dass sie sich in eine lebendige Bewegung verwandelt? Welche Herausforderungen haben wir vor uns?“, fragte er sich.

“Zu den wichtigsten Herausforderungen gehört das Management, die Institutionalisierung und die Glaubwürdigkeit.“, betonte er.

“Die Zukunft der kubanischen Revolution spielt sich auf dem wirtschaftlichen und politischen Terrain ab, aber auch und mit großer Kraft auf dem Gebiet der Symbole, geizen wir nicht mit der Zeit, um das zu tun, was man tun muss, um starke Symbole zu schaffen, die die Nation einen und attraktiv für die jüngsten Generationen sind“, sagte Raúl Garcés.

Randy Alonso Falcón, der Direktor der Website Cubadebate und der Fernsehsendung Mesa Redonda vertrat die Auffassung, es sei unerlässlich, dass die Führung der Pressemedien die Kreativität in den Redaktionen fördern und die Kommunikationspolitik vorantreiben.

„Lasst uns diese Politik in Wirklichkeit verwandeln, sie auf die spezifischen Besonderheiten der Medien übertragen, Auch wenn sie nicht vollkommen ist, ermöglicht uns ihre Anwendung messbare, auswertbare Ergebnisse zu erzielen. So sehe ich das, was wir vor uns haben“, sagte der Journalist Hugo Rius, Träger des Nationalen Journalismuspreises José Martí.

Das Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas Marino Murillo meinte dazu, dass dies keine leichte Aufgabe sei. Auch wenn noch viel zu tun bleibe, müsse man mit der Herstellung von Normen beginnen und definieren, wie sie eingesetzt werden sollen.

Einigkeit bestand nach diesem Dialog zwischen dem Leiter der Ideologischen Abteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kuba Joel Suárez und dem Mitglied des Sekretariats des Zentralkomitees Victor Gaute: „ Die Kommunikationspolitik ist die wichtigste Waffe, um die Umwandlung zu erreichen, die wir in unserer Gesellschaft wünschen“.

Am ersten Tag des Kongresses kamen neben den 2160 Delegierten auch Minister, Vizeminister und Beamte der zentralen Verwaltungsorgane des Staates im Kongresspalast zusammen.