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Bild des mit 67,2 Metern höchsten Stalagmiten der Welt Foto: Esteban Grau Cumanayagua, Cienfuegos – Wenn der Besucher den Haupteingang der Höhle betrachtet, glaubt er, sich vor dem Schlund der Hölle zu befinden.

Die Legende in Versform besingt den Mythos eines Sklaven mit Namen Martín, der von Viehzüchtern verfolgt, wie einige Quellen sagen oder vor Bienen ffüchtend, deren Bienenstock er plündern wollte, wie andere behaupten, von oben in den Abgrund dieser furchteinflößenden Höhle fiel.

Daher kommt es, dass die Höhle den Namen Martin Infierno (Hölle) bekommen hat. Sie gehört zu den außerordenlichsten und verführerischsten Naturerben und liegt in der Mitte Kubas.

Im in der Provinz Cienfuegos gelegenen Teil des Guamuhaya Massivs (oder Escambray Gebirges) liegt die Höhle, die auf einen Flusslauf zurückgeht, 57 km von der Stadt Cienfuegos und etwa 25 km von Trinidad entfernt. Sie blieb die ganze nachkolumbianische Periode bis zum Jahr 1967 vom Menschen unentdeckt.

Damals machte der aus Sancti Spiritus stammdene Höhlenforscher diesen Ort ausfindig, der noch im selben Jahr ein zweites Mal und sehr viel ausführlicher von Dr. Antonio Núñez Jiménez (dem sogenannten Dritten Entdecker Kubas) und Mitgliedern der Samá Gruppe der Speläologischen Gesellschaft des Landes erforscht wurde.

Die Studien enthüllten, dass die Höhle zwei Eingänge besitzt und ein Hohlraum mit Neigung von großer Ausdehnung mit fünf riesigen Sälen – Eingangssaal, Lagersaal, Baseballsaal, Saal des Schnees und „die Bodega der Hölle“ – die sich zusammen mit den übrigen Galerien auf 793 Meter erstrecken und ein Gefälle von 179 Metern aufweisen.

In der „Höllenbodega“ befindet sich der höchste Stalagmit des Planeten. Zu dieser Schlussfolgerung kamen die kubanischen Experten der Samá, der Speläologischen Gesellschaft Kubas und Fachleute die aus verschiedenen Ländern der Welt eintrafen.

Nachdem man eine Messung mit Fäden gemacht hatte, die an Trauben von mit Wasserstoff gefüllten Ballons befestigt waren, konnte man nach weiteren Überprüfungen bestimmen, dass diese Kalkformation von 67,2 Metern Höhe, 30 Metern Durchmesser und 100.000 Tonnen Gewicht fünf Millionen Jahre alt ist.

Besagter Stalagmit befindet sich in der Gesellschaft anderer, die ebenfalls wegen der Zersetzung des Eisenminerals und des Kalziumkarbonats eine rötliche Farbe haben. Von diesen sind auch noch einige 32 und 25 Meter hoch. Man findet dort auch zwei etwa 30 Meter große „Blumen“ aus Gips, die man zuvor nur noch in einer Höhle in Pinar del Rio gesehen hatte.

Im Jahr 2011 gelang es den Wissenschaftlern aus Cienfuegos und den Experten der Speläologischen Gesellschaft den berühmten weltweit größten Stalagmiten zu beleuchten, als er zum ersten Mal von einer Fernsehkamera aufgenommen wurde. Der erste, der 16 Jahre zuvor ein Farbfoto davon machen konnte, war der Fotograf aus Cienfuegos Omar García Valenti.

Die Höhle Martín Infierno –Nationales Denkmal– ist ein Ort mit einem hohen Grad an Konservierung, wo sich Reste von Tieren befinden, die bereits vor der spanischen Kolonisierung in Kuba ausgestorben waren, so z.B. die Nesophontes,eine nachtaktive Baumspitzmaus.

Der Eingang der Höhle befindet sich 650 Meter über dem Meeresspiegel und der Abfall zum unterirdischen Hohlraum verläuft über 10 Meter mit einem praktisch vertikalen Neigungswinkel. Dies macht den Zugang etwas schwierig.

- Die Höhle Martín Infierno liegt sieben Kilometer von der Siedlung Caleta de Muñoz entfernt..

- Es ist eine Höhle, deren Entstehung auf das Pleistozän zurückgeht.

- Der Fotograf Omar García Valenti aus Cienfuegos machte das erste Farbfoto des größten Stalagmiten der Welt. Dafür benötigte er die Beleuchtung von drei starken Magnesiumglühlampen, einen hochempfindlichen Film, einen starken Flash und Filter. Viele waren zuvor daran gescheitert.

- Den größten Stalagmiten der Welt kann man von einem natürlichen Balkon in dem in 93 Meter Tiefe gelegenen Saal mit den Namen „Bodega der Hölle“ bewundern.

- Im Hintergrund befindet sich der Saal des Schnees, in dem die Reinheit des Kalziumkarbonats den verschieden Formationen (Helictiten, Stalaktiten, Stalagmiten und andere) eine große Transparenz gibt. Hier sind auch „Blumen“ aus Gips und moon milks zu sehen - mineralische Kostbarkeiten von unschätzbarem Wert.


- Quelle: Ecured