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Der Rundgang schloss die Kindertagesstätte von Cayo Ramona ein Photo: Estudio Revolución

CAYO RAMONA, Ciénaga de Zapata– Alle Welt erwartete ihn. Die Bewohner von Matanzas stellten ihre Berechnungen an, wann er kommen würde. Und er kam.

Am frühen Morgen des Mittwoch, eines weiteren heißen Sommertages, begann der kubanische Präsident einen Arbeitsbesuch in Matanzas, um das, was in der Provinz geschieht, direkt zu erfahren und hauptsächlich, um die Lage in den Gebieten einzuschätzen, die den Auswirkungen des Hurrikans Irma und den Regenfällen ausgesetzt waren, die den subtropischen Sturm Alberto begleiteten.

Der Rundgang begann in der Ciénaga de Zapata, wo es kaum jemanden gab, der nicht von den jüngsten Überschwemmungen betroffen war, die die ganze Gemeinde umfassten und dazu zwangen, ein Drittel der Bevölkerung zu evakuieren.

Zweifellos ein einschneidendes Ereignis im Leben der Bewohner der Ciénaga, das bis jetzt in dieser Region nie vorgekommen war.

Díaz-Canel im Gespräch mit den Menschen der Ciénaga Photo: Estudio Revolución

GESPRÄCH MIT DEM VOLK

„Es ist wirklich wahr, dass es hier zu Überschwemmungen kam, die so nicht zu erwarten waren, wie sie nie zuvor aufgetreten sind, aber wir müssen aus der Erfahrung lernen. Die heftigen und andauernden Regenfälle sowie andere Naturphänomen können sich wiederholen.“

Mit diesen Betrachtungen zu den jüngsten Witterungsereignissen, die diverse Teile des Gebiets überschwemmt hatten, betonte der Präsident des Staats- und des Ministerrats den Gedanken, dass der Klimawandel im Gange ist und das Leben vieler Menschen verändern könne.

Dies sei eine der Lehren, die uns besagte Ereignisse hinterlassen hätten und die wir nicht ignorieren könnten , denn die Spuren seien genauso groß oder größer wie diejenigen, die durch Hurrikane entstünden.

Deswegen schlug er eine rigorose Untersuchung der Angelegenheit vor, die Teil des Plans zur Vorbeugung und Reduzierung von Katastrophenrisiken werden solle.

„Noch immer kann man die Spuren des Wassers in einigen Höfen und Vorhallen sehen, aber das, was am meisten auffällt, ist der Mut der Leute und dass nicht ein einziges Anzeichen von Niedergeschlagenheit zu erkennen ist“, sagte die Regierungspräsidentin der Gemeinde Marisol Alonso González.

Sie brachte den Präsidenten auf den neuesten Stand und berichtete, dass ein großer Prozentsatz der betroffenen Personen Hilfe erhalte, Werkzeug und Material zu günstigen Zahlungsbedingungen.

„Wir wurden sehr gut betreut“, sagte Elizabeth Sigarrate, eine Nachbarin, die in ein Zentrum außerhalb der Gemeidne evakuiert worden war.

Díaz-Canel machte einen Rundgang durch den medizinische Behandlungsposten von Cayo Ramona, einer Filiale der in dem Hauptort der Gemeinde, in Playa Larga gelegenen Poliklinik, die Notfalldienste für 2.200 Einwohner leistet.

Kurz vor dem Betreten des Ortes taten ihm zwei Bewohner der Siedlung El Helechal ihren Unmut darüber kund, das dort keine Ultraschalldiganostik mehr durchgeführt werde.

„Wir müssen jetzt bis Playa Larga gehen, wenn ein Ultraschall gemacht werden muss und das sind sehr große Entfernungen“, sagte eine von ihnen.

Der kubanische Präsident machte eine Geste, die Verständnis ausdrückte und er erklärte ihnen sehr freundlich die Gründe, die es notwendig machten, die Gesunheitsdienste im Land zu verdichten.

Dann legte er die Hand auf die Schulter einer der beiden, um zu zeigen, dass er ihre Sorgen verstehe und sagte: „Auf alle Fälle werden wir diesen Fall überprüfen.“

Zurück auf der Straße war er umringt von den Bewohnern und er fragte sie: „Welche Probleme habt ihr noch?“

„Alles geht nach und nach, Herr Präsident“, sagte ihm einer. „Es ist besser geworden und wir kommen weiter voran.“

Das landwirtschaftliche Unternehmen Lenin ist eines der wichtigsten Produktionszentren der Provinz Photo: Estudio Revolución

IMMER HELDENHAFT WIE IN GIRÓN

Ein besonderer Moment war der Besuch im Girón Museum, eine Einrichtung, die die Geschichte jener beherbergt, die in den ruhmreichen Tagen im April 1961 das Land gegen die Söldner verteidigt haben.

Nachdem er einige der Säle besucht hatte und die neue museologische und museografische Ausrichtung des Zentrums gewürdigt hatte, wandte er sich an die Bevölkerung, die sich auf dem Bürgersteig vor dem Museum versammelt hatte und fasste die Stimmung zusammen, die er überall in diesem Gebiet angetroffen hatte.

„Immer so heldenhaft wie in Girón“, sagte er mit hoch erhobenem Arm.

Als nächste sah die Tagesordnung ein kurzes Treffen vor, an dem die Präsidentin des Nationalen Instituts für Hydraulische Ressourcen und Vizepräsidentin des Staatsrats Inés María Chapman und die Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (Citma) Elba Rosa Pérez Montoya teilnahmen, die ihn über den Fortgang der Bemühungen unterrichteten, die unternommen werden, um zu verhindern, dass noch einmal Überschwemmungen einen solchen Schaden in der Zone anrichten.

Der kubanische Präsident machte einen Rundgang durch den medizinischen Behandlungsposten von Cayo Ramona. Photo: Estudio Revolución

DIE ZITRUSPRODUKTION LEBT AUF

In Begleitung der ersten Parteisekretärin der Provinz Teresa Rojas Monzón und der Präsidentin der Provinzversammlung der Volksmacht Tania León Silveira konnte Díaz-Canel feststellen, dass das Programm, das den Zitrusfrüchten in Matanzas zu neuem Glanz verhelfen soll, vorankommt.

Der Direktor des agroindustriellen Unternehmens Victoria de Girón, Armando Perdomo García sprach über die Anstrengungen, jedes Jahr einige tausend Hektar wiederherzustellen, was es ermöglichen werde bis 2030 über etwa 18.000 Hektar zu verfügen.

Er erinnerte daran, dass die Einführung der Zitrusfrüchte in der Region eine Art produktives und menschliches Abenteuer gewesen sei, da man den Boden in einer Zone voller Steine produktiv machen musste, wobei er die Rolle Fidels beim Entstehen dieses Plans hervorhob.

Der kubanische Präsident lobte die Produktionsergebnisse des bereits konsolidierten Unternehmens, wie er sagte, und er schlug dessen Leitung vor, noch mehr das wissenschaftliche Potential zu nutzen, insbesondere das der Informatisation und Automatisierung. Das bedeute Entwicklung, stellte er fest.

Er ging auch darauf ein, wie wichtig es sei, bei der industriellen Verarbeitung Verpackung von besserer Qualität zu benutzen und die auf den Export und den nationalen Verbrauch ausgerichtete Produktion zu steigern.

Der Minister für Landwirtschaft Gustavo Rodríguez Rollero berichtete, dass man im nächsten Jahr im Industriellen Kombinat zwei neue Produktionslinien einrichten werde. Eine davon sei zur Verarbeitung von Kartoffeln in verschiedenen Formen, was dem Unternehmen, das für die Verarbeitung von Saftkonzentraten, einfachen Säften und ätherischen Ölen bekannt ist, eine größere Bedeutung verleihen werde.

Miguel Díaz-Canel besuchte außerdem das Agrarunternehmen Lenin, eines der wichtigsten Produktionszentren der Provinz und Suchel-Jovel, beide in der Gemeinde Jovellanos gelegen, und hatte ein Treffen mit Vertretern des Bildungssektors.