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Die Wiedererholung der vom subtropischen Sturm Alberto betroffenen Provinzen komme voran, sagte der Präsident des Staats- und des Ministerrats Miguel Díaz-Canel Bermúdez auf einer Videokonferenz Photo: Estudio Revolución

Im Rahmen einer systematischen Überprüfung der etwa zwanzig Programme, die großen Einfluss auf die Entwicklung des Landes haben, machte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez eine Bestandsaufnahme der Beschäftigungssituation und vom Stand verschiedener Investionen, die momentan in verschiedenen Teilen der Insel in Angriff genommen werden.

Wie die Ministerin für Arbeit und Soziale Sicherheit Margarita González Fernández berichtete, sind zur Zeit in der Wirtschaft 4.474 800 Personen beschäftigt, davon etwas mehr als drei Millionen im staatlichen und etwa 1.300 000 im nicht-staatlichen Sektor.

Sie führte aus, dass aufgrund des von Kuba seit dem Jahr 2009 unternommenen Prozesses der Neuordnung der Arbeitswelt, man das Personal in den aufgeblähten Unternehmen reduziert habe. Gleichzeitig sei die Beschäftigung im nicht-staatlichen Sektor gewachsen.

Auf die Prioritäten für die Beschäftigung eingehend, erwähnte sie die jungen Leute, die gerade die Universitäten oder die technische Fachausbildung abgeschlossen haben, die der Berufschulen und Förderschulen, die mit Diplom des aktiven Militärdienstes, Personen, die einer Strafe erhalten haben, die Menschen mit Behinderung und die von der Arbeitswelt Abgekoppelten.

Sie ging auch auf die Fluktuation auf dem Arbeitsplatz ein, insbesondere in den Fachrichtungen Medizin, Pädagogik, Technik und Ökonomie. Die Gründe, warum die Leute ihren Arbeitsplatz verlassen wollen, sind aus eigenem Willen, wegen der Bezahlung und der großen Entfernung des Betriebs.

Zu dem Grad der Unterbeschäftigung im Land äußerte sich der erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrats Salvador Valdés Mesa. Er sagte, es gebe Personen, die wirtschaftliche Aktivitäten ohne die dafür notwendige Lizenz ausübten und aus diesem Grunde auch keine Steuern zahlten.

Er führte aus, dass man attraktivere Beschäftigungsformen finden müsse, vor allem im Rahmen der Programme zur integralen Entwicklung der Gemeinden. Er führte als Beispiel die Mechanisierung der Landwirtschaft an, die die Arbeit auf dem Feld humanisiere.

Während des Tages machte man eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Investitionen, die in unterschiedlichen Teilen der Insel durchgeführt werden Photo: Estudio Revolución

Der Präsident des Staas- und des Ministerrats betonte wie wichtig es sei, die vom 6. Parteitag der Kommunistischen Partei beschlossene Leitlinie 143 über die Eingliederung von Personen, insbesondere von Jugendlichen,die in der Lage sind zu arbeiten in ein Beschäftigungsverhältnis zu erreichen, damit sie so einen Beitrag für die Gesellschaft leisten und ihre Bedürfnisse befriedigen könnten.

Er machte deutlich, wie wichtig es sei, dass die Organismen der zentralen Verwaltung des Staates denjenigen, die gerade ihr Diplom erhalten haben, Aufmerksamkeit zukommen lasse, damit sie, nachdem sie ihren Sozialdienst absolviert haben, an der Arbeitsstelle bleiben. Dafür sei es notwendig, dass sie ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelten, ihre Vorstellungen angehört und sie am Entscheidungsprozess beteiligt würden.

Er sah es als dringend notwendig an, dass die Organismen und Firmen sich besser um die humanen Ressourcen kümmerten, dass sie sich nicht nur mit der normalen Zuweisung der Absolventen zufrieden geben sollen, sondern Anstrengungen unternehmen müssten, um Personal anzuziehen. Man müsse Alternativen nutzen und Strategien entwerfen, um die Fachleute und Arbeiter zu bekommen, die man brauche, sagte er weiter.

Díaz-Canel sprach sich dafür aus, das Arbeitsgesetzbuch, ein fortschrittlicher corpus iuris, zu verteidigen, das im Juni 2014 verabschiedet worden sei und gelegentlich vom nicht-staatlichen Sektor verletzt werde, wenn er den Urlaub der Arbeiter nicht anerkenne oder physische Eigenschaften für bestimmte Stellen einfordere. Das müsse man heute ausfindig machen, es kontrollieren und bekämpfen, denn dafür haben wir unsere Revolution nicht gemacht, sagte er.

INVESTITIONEN MIT AUSWIRKUNGEN AUF DAS LAND

Zum Arbeitstag des Präsidenten gehörte außerdem die Überprüfung verschiedener Investitionen, die augenblicklich im Land durchgeführt werden und große Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.

Bei dieser Gelegenheit stand ein Rechenschaftsbericht über den Stand des Investitionsprozesses bei Stahlwerk Antillano de Acero in Havanna, von Acinox in Las Tunas, der Firma Cloro Sosa in Sagua la Grande sowie das Kapazitätenprogramm für die Lagerung von Treibstoff an.

Was Antillana de Acero angeht berichtete sein Direktor Miguel Ángel Solarana Reyes, dass der Investitionsprozess aus zwei Etappen bestehe. Die erste sehe die Wiederherstellung der Kapazitäten bis zu 250.000 Tonnen Flüssigstahl im Jahr vor; in der zweiten habe man vor, eine Stabilität von 420.000 Tonnen Flüssigstahl pro Jahr und 350.000 Tonnen Walzstahl aufrechtzuerhalten.

Der Direktor wies auf die Notwendigkeit hin, das dauerhafte Verbleiben der Facharbeiter zu stabilisieren, um den aktuellen Produktivprozess und die zukünftigen Investitionen zu übernehmen. Er sprach da insbeondere von einer größeren Eingliederung von Jugendlichen der Hauptstadt, die ein Diplom in diesem Fachbereich haben.

Bei dem Treffen wurde der befriedigende Fortgang des Investitionsprozesses bei Antillana de Acero festgestellt, der von der Obersten Rechnungsprüferin der Republik als akzeptabel bezeichnet wurde.

Von Acinox Las Tunas war bekannt, dass die Investitionen gedacht sind, die alte Walztechnologie 200 T durch eine aktuellere zu ersetzen, um so eine jährliche Kapazität von 150.000 Tonnen von gewellten Stäben 20.000 Tonnen Walzdraht zu erhalten.

Der Direktor des Unternhemens Eraldo González Ávila versicherte, dass trotz der Verzögerung bei der Finanzierung, der Investitionsprozess gut verlaufe. Dies wurde auch von der Obersten Rechnungsprüferin der Republik bestätigt, die ihn als akzeptabel bezeichnete. Zur Zeit arbeitet man an der Reparatur der Hallen, wo die neue Walzanlage und der Walzdrahtblock stehen soll.

Díaz-Canel betonte, wie unverzichtbar diese Investition für die vielen Bauarbeiten, die in Kuba duchgeführt würden und für den Export seien.

Als eine Investition, die keine guten Ergebnisse gebracht hat, wurde die neue Firma Cloro Sosa von Sagua la Grande eingestuft, wo die Verfügbarkeit der Finanzierung, Verzögerungen bei nationalen Lieferungen und bei Importen, Mängel bei der Absicherung und Mangel an qualifiziertem Arbeitspersonal zur Folge hatte, dass es zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme kam.

Bei dem Treffen wurden außerdem die Investitionen zur Erweiterung der Lagerkapazität von Treibstoff analysiert, wozu der Bau neuer Lager, die Wartung der bestehenden und die Wiederherstellung anderer, die bereits nicht mehr genutzt wurden, gehören. Dieses Programm wurde vom kubanischen Präsidenten als strategisch für die Entwicklung und die Souveränität des Landes bezeichnet.