Regierung Kubas treibt Prozess des Wiederaufbaus voran › Kuba › Granma - Offizielles organ des PCC
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Photo: Estudio Revolución

Um der Überprüfung des Fortgangs beim Wiederaufbau in den Gebieten, die Ende Mai von den vom subtropischen Sturm Alberto verursachten heftigen Regenfällen betroffen waren, Kontinuität zu verleihen, sprach der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez, begleitet vom Zweiten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas José Ramón Machado Ventura und einigen Vizepräsidenten des Ministerrats am Montag erneut via Videokonferenz mit den Behörden der Provinzen von Pinar del Rio bis Ciego de Avila sowie mit verschiedenen Ministern des Landes.

Bei diesem Treffen, dem dritten dieser Art, das seit den sintflutartigen Regenfällen durchgeführt wurde, konnte man die schwierige Arbeit erkennen, die an jedem dieser Orte geleistet wird, um die Schäden so schnell wie möglich zu beheben. Diese Anstrengungen würdigte der Präsident des Staats- und des Ministerrats, der dazu aufrief, die getroffenen Maßnahmen beizubehalten und die Unterstützung der zentralen Verwaltungsorgane des Staates für die Provinzen zu verstärken.

Wie bei den vorherigen Treffen informierten die lokalen Behörden von Partei und Regierung über Beeinträchtigungen und die jeweils getroffenen Entscheidungen. Es wurde bestätigt, dass die größten Schäden in der Landwirtschaft, bei den Straßen und den Wohnungen aufgetreten seien.

In Pinar del Rio arbeitet man intensiv an der Wiedererholung des Tabaks und der Aussaat von mehr als 1.200 Hektar. Außerdem gelang es 33.000 Zentner an Produkten zu ernten. Es sind nur noch drei Straßen zu reparieren, wodurch das Passieren der Fahrzeuge jedoch nicht behindert werde.

Die Revolutionären Streitkräfte immer an der Seite des Volkes, bei der Verteidigung, den Rettungsarbeiten und, wie man hier sehen kann, auch beim Wiederaufbau nach den heftigen Regenfällen Photo: Arturo Chang

In Artemisa und Mayabeque wurde noch einmal betont, dass die Regenfälle keine großen Verluste hervorgerufen hätten und die tägliche Lieferung von Agrarprodukten an die Hauptstadt gewährleistet werden könne. Allerdings habe sich in Artemisa die Aussaat aufgrund der anhaltenden Niederschläge verzögert.

Die Behörden in Havanna gaben den aktuellen Stand über die Situation der Wohnungen bekannt, die durch die Regenfälle beschädigt wurden, wo es zu zahlreichen Einstürzen kam. Die betroffenen Personen werden sowohl von Familienangehörigen als auch in Übergangsheimen der Gemeinde betreut und man ist dabei, Alternativen in Gebäuden zu suchen, die sich für den Wohnungsbau eignen.

In der Provinz Matanzas ist weiterhin die Gemeinde Ciénaga de Zapata am schlimmsten betroffen und dort hauptsächlich Cayo Ramona, wo 205 Häuser weiterhin unter Wasser stehen, da das Wasser nur sehr langsam zurückgeht. Dort sind immer noch über 3.000 Menschen evakuiert und der Unterricht für 219 Schüler konnte noch nicht wieder aufgenommen werden.

Hier merkte Díaz-Canel an, dass man eine detaillierte Studie des Terrains vornehmen werde, um die Ursachen herauszufinden, warum mehr als zwei Wochen, nachdem die Regenfälle aufgehört haben, das Gebiet weiterhin überschwemmt sei. Er wies außerdem an, alternative Lösungen für die Schüler zu finden, die keinen Unterricht erhalten, dass sie, selbst wenn sie sich in anderen Provinzen befänden, das Schuljahr beenden könnten.

Aus Cienfuegos wurde berichtet, dass nur noch zehn Familien sich in Schutzunterkünften befänden und Wasser, Strom und Telefonverbindungen wiederhergestellt seien. Die Verluste in der Landwirtschaft werden auf 3.182 Hektar an Knollenfrüchten, Gemüse und Getreide geschätzt. Währenddessen hat man mit der Aussat von 3.800 Hektar diversen Anbaus begonnen.

Was die Bucht von Cienfuegos angehe, die durch das Auslaufen von etwa 12.000 Kubikmeter an ölhaltigem Wasser beeinträchtigt ist, so gehen dort die Sanierungsarbeiten weiter und man hat zehn Zonen eingegrenzt, in denen die Unternehmen des Gebiets zusammen mit der Bevölkerung Reinigungsarbeiten vornehmen. Auch wenn dies noch nicht genauer berechnet werden konnte, so kann man doch schon sagen, dass es zu erheblichen Schäden bei der Biodiversität des Ortes gekommen sei.

Zu den schwierigsten Bereichen in Villa Clara gehöre alles was mit dem Straßennetz zu tun habe, insbesondere die Wege im Gebirge. Man geht außerdem davon aus, dass an die 4000 Hektor Anbaufläche völlig verloren sind. Man erntet, was man kann und beginnt die Aussaat entsprechend einem Notfallplan, um die Lage der Landwirtschaft in der Provinz zu entspannen.

Die Behörden von Sancti Spiritus gaben einen Überblick über die Lage der Talsperre Zaza, die zu 76% gefüllt ist und weiterhin Wasser erhält. Hier ist ebenfalls die Wasser- und Stromversorgung und die Kommunikation wiederhergestellt. Die größten Schäden betreffen die Aquakultur mit einem Verlust von über 1000 Tonnen Fischen und die Landwirtschaft, wo 2.400 Tonnen Reis unbrauchbar geworden sind.

Was die Brücke über den Fluss Zaza angeht, die teilweise von der Strömung mitgerissen wurde, so konnte man noch nicht genau sagen, ob deren Fundamente geschädigt sind, da das Wasser immer noch trübe ist.

Inzwischen hat man begonnen, die Arbeiten durchzuführen, um die Fundamente der Eisenbahnbrücke zu stärken, die auch in einem ihrer Bügel durch die Fluten des Zaza beschädigt wurde.

In Ciego de Avila verbessert sich die Lage, die Wiedererholung der Agrarproduktion kommt voran und man hat mit einem Notfallplan begonnen, um 3.000 Hektar anzubauen. Die Behörden des Gebiets versichern, dass es beim Tabak wohl keine Schäden gebe und man alle Mangos geernet habe, die wegen des Regens gereift seien. Außerdem arbeite man an der Wiederherstellung der Straßen.

Bei dem Treffen wurde ebenfalls die Entscheidung bekanntgegeben, den Gebieten 15.000 Matratzen zur Verteilung an die Bedürftigen zur Verfügung zu stellen, da dies einer der Artikel sei, bei dem die meisten Verluste gemeldet wurden.

Der Erste Vizepräsident für Wirtschaft und Planung Alejandro Gil Fernández führte aus, dass außerdem pro Kopf zwei Pfund Kartoffeln an alle Verbraucher der Provinzen Villa Clara, Cienfuegos und Sancti Spíritus verkauft würden, die drei von den Regenfällen am meisten betroffenen Provinzen.

An diese Territorien werden nach und nach auch 1.200 Tonnen Bananen, Mais und Malanga geliefert, die aus anderen Provinzen stammen, um die Zuteilungen an die Bevölkerung zu komplettieren. Auch wird der freie Verkauf von Reis, Erbsen, Bohnen und Eiern priorisiert.

Was die Umweltschäden angeht, die der subtropische Sturm Alberto verursacht hat, sagte die Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umweltschutz Elba Rosa Pérez Montoya, dass man bis jetzt nur eine vorläufige Auswertung gemacht habe. Trotzdem habe man eine Verschlechterung der Wasserqualität, Erdrutsche, Bodenerosion sowie das völlige Verschwinden von sechs Zonen Strandes in Villa Clara feststellen können.

Sie wies ferner daraufhin, dass die Analysen der Prognosen für diese Woche zeigen, dass es weiterhin regnen werde und deswegen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssten, dem zu begegnen, da er Boden mit Wasser gesättigt sei.

Der erste Vizeminister für Landwirtschaft Julio García Pérez versicherte, dass man weiter ernte und die Produkte ansammele, um sie direkt zu den Märkten zum Verkauf an die Bevölkerung zu bringen.

Auch verfolge man genau den Reifeprozess von Reis und Tabak, die sich noch auf den Feldern befänden. Er wiederholte, dass man den Gebieten Samen und Dünger zur Verfügung gestellt habe, damit sie mit der Wiedererholung beginnen könnten.

Über die Beeinträchtigung des Schienenwegs sagte der Transportminister Adel Yzquierdo Rodríguez, dass diese sowohl bei der Nord- als auch bei der Südlinie teilweise noch bestünden, aber man mit dem Bauministerium dabei sei, sie zu beheben.

Gesundheitsminister Roberto Morales Ojeda führte aus, dass man die hygienisch-epidemiologischen Maßnahmen in den betroffenen Zonen insbesondere in der Gemeinde Cienaga da Zapata verstärkt habe und er machte deutlich, wie wichtig es sei, dabei auch in Zukunft nicht nachzulassen, da in den kommenden Monaten weiter Regen zu erwarten sei.

Die Präsidentin des Nationalen Instituts für Hydraulische Ressourcen Inés María Chapman Waugh berichtete, dass die Stauseen des Landes zu 84,4 % gefüllt seien und einige in den Provinzen Villa Clara, Cienfuegos und Sancti Spiritus noch Wasser ablassen. Sie sagte, dass alle Wasseranschlüsse wiederhergestellt seien mit Ausnahme der in Cienaga de Zapata.

Der Minister für Bauwesen René Mesa Villafaña berichtete, dass über 9 000 Arbeiter des Sektors und über 4000 Maschinen und Transportgeräte im Einsatz seien, um das hydraulische System und die Staßen wiederherzustellen.

Bis jetzt habe man 10.000 beschädigte Wohnungen ausgemacht. Er drängte darauf, dass die Gebiete alle Kräfte und Mittel einsetzen, die dort zu finden seien und die Materialproduktion vor Ort anwenden, weil man dann sofort darüber verfügen könne.