OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Díaz-Canel drängte darauf, dass das Land angesichts der Prognosen, die in den nächsten Tagen heftigen Regen vorhersagen, wachsam sein müsse Photo: Estudio Revolución

Um die Wiedererholung der Provinzen auszuwerten,die Ende Mai von den vom subtropischen Sturm Alberto ausgelösten heftigen Regenfällen beeinträchtigt wurden, sprach der Präsident des Staats- und des Ministerrats Miguel Díaz-Canel Bermúdez am Montag via Videokonferenz mit den führenden Mitgliedern von Partei und Regierung in den betroffenen Gebieten im Westen und im Zentrum des Landes.

Bei dem Treffen, an dem auch der zweite Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei José Ramón Machado Ventura, der erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrats Salvador Valdés Mesa und der Kommandant der Revolution, Ramiro Valdés Menéndez teilnahmen, wurde festgestellt, dass die Arbeiten zur Behebung der Schäden insbesondere bei der Landwirtschaft, den Straßen, den Wohnungen und bei der Wasserversorgung vorankommen.

Im Fall von Pinar de Rio wurde bekannt, dass die größten Schwierigkeiten sich auf den Bereich der Landwirtschaft konzentrieren, hauptsächlich beim Reis und beim Tabak. Zur Zeit arbeitet man intensiv daran, mögliche Verluste dieses Getreides auf den 500 Hektar, die noch immer überschwemmt sind, zu minimieren. Auch werden Arbeiten zur Sanierung der Tabakhäuser durchgeführt; bei den Tabakpflanzen gingen etwas über 150 Hektar verloren.

Wie die Behörden Artemisas und Mayabeques meldeten, traten dort keine großen Schäden weder in der Landwirtschaft noch bei den Wohnungen auf. Aber auch wenn sich die Aussaat auf Grund der Regenfälle verzögert hat, wurde bekräftigt, dass man die zugesicherte Menge an Lebensmitteln an die Hauptstadt liefern kann.

In Havanna führten die andauernden Niederschläge zum Zusammenbruch einiger Wohnungen besonders in den Stadtteilen Centro Habana, Habana Vieja, Diez de Octubre und Cerro, wo die schlechteste Bausubstanz der Provinz zu finden ist. Die betroffenen Personen sind entweder bei Familien, Nachbarn oder in Übergangswohnungen untergekommen.

In Matanzas ist die Lage in Ciénaga de Zapata am schwierigsten, wo acht Zonen noch immer überschwemmt sind. Aus diesem Grund konnten sechs Schulzentren in Jagüey Grande den Unterricht noch nicht wiederaufnehmen. Die Stauseen waren zu 67% gefüllt und vier von ihnen haben Wasser abgelassen.

Was Cienfuegos angeht, ist die schwierigste Lage in der Erdölraffinerie Camilo Cienfuegos, wo wegen der heftigen Regenfälle die Becken mit den Abwässern überliefen, was eine Ausbreitung ölhaltigen Wassers in der Bucht zur Folge hatte. An den Sanierungsarbeiten waren über 400 Personen beteiligt und es wurde eine 2.200 Meter lange Ölsperre ausgelegt, um das Auslaufen einzudämmen.

Außerdem erfuhr man, dass die Stauseen in Cienfuegos zu 93,3% gefüllt sind und drei immer noch Wasser ablassen. Außerdem wurden 24 Wasserversorgungssysteme beschädigt und zur Zeit der Videokonferenz waren die Schäden in zwei Fällen noch nicht behoben.

Die Behörden Villa Claras berichteten, dass zu den vom subtropischen Sturm Alberto verursachten Beeinträchtigungen, die Schäden hinzukamen, die am Sonntag ein schwerer Sturm in der Stadt Santa Clara verursacht hatte, der zu Überschwemmungen in zehn Zonen führte. Am Montag waren noch vier Gemeinden der Provinz ohne Kommunikation. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass über 200 km an Straßen beschädigt sind, vor allem in den Gebirgszonen. Die Stauseen sind zu 98% gefüllt und die schwierigste Situation, was die Wasserversorgung angeht, ist weiterhin in der Stadt Santa Clara.

Es wurde auch bekannt, dass die Talsperre Zaza 712 Millionen Kubikmeter Wasser enthält – 70% ihrer Kapazität- und das man ihre Schleusentore geschlossen hat.

Die Behörden von Sancti Spiritus wiesen auch daraufhin, dass aufgrund der Schäden auf 500 km des Straßensystems noch neun Orte ohne Verbindung sind, wobei die Situation sich an der Brücke des Flusses Zaza del Medio am schwierigsten darstellt.

Der Rhythmus der Wiedererholung wurde dadurch eingeschränkt, dass am Wochenende die Niederschläge anhielten. In diesem Territorium konnten 600 Tonnen Reis nicht geerntet werden, die noch weiter unter Wasser stehen und über 800 Tonnen Bohnen sind unbrauchbar geworden. Auf der anderen Seite gelang es 271 Tonnen Agrarprodukte zu ernten. Was die Straßen angeht, so ist die Lage äußerst schwierig besonders auf der Straße von Morón nach Turiguanó und an einigen Eisenbahnabschnitten.

Der Minister für Bauwesen René Mesa Villafaña führte aus, dass man nach vorläufiger Zählung 9.972 Schäden an Wohnungen festgestellt habe, davon 486 vollkommen eingestürzt seien und dass man begonnen habe, Ressourcen in die Provinzen zu schicken, um diese Schäden zu beheben.

Was die Straßen angehe, so sagte er, dass man über Arbeitskräfte und Mittel verfüge, um sie so schnell wie möglich wiederherzustellen. Insbesondere was die Brücke bei Kilometer 213 der Autobahn angehe, werde sie in den nächsten Stunden wieder hergestellt sein.

Die Präsidentin des Nationalen Instituts für Hydraulische Ressourcen Inés María Chapman Waugh erläuterte, dass sich das in den Stauseen befindliche Wasser nach den anhaltenden Niederschlägen auf 5 Milliarden Kubikmeter belaufe. Man habe Risse in einigen Kanälen und an den Fliesen der Verdammung festgestellt, die aber keinerlei Gefahr darstellten. Der Wasserstand in fünf Stauseen lag über den für sie konziperten Berechnungen und fünf Wasserleitungen erlitten Schäden, die nach und nach behoben würden.

Sie wies daraufhin, dass, da für die nächsten Tage heftige Niederschläge prognostiziert worden seien, das Land die strenge hydrologogische Wachsamkeit beibehalte.

Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Julio García Pérez führte aus, dass man 1.500 Hektar an Bohnen verloren habe und etwa 10.000 Hektar Knollenfrüchte beeinträchtigt worden seien. Zur Zeit sei man dabei, alles was möglich ist zu ernten und auf den Markt zu bringen.

Er fügte hinzu, dass man dem Tabakanbau besondere Aufmerksamkeit widme und alles daran setze, dass der Schimmel sich nicht ausbreite. Was die Erzeugung und Lieferung von Milch angeht, so sagte er, dass diese sich, sobald das Wetter besser wurde, diese sich stabilisiert hätten. Im spezifischen Fall von 2.200 Tonnen Dünger in der Provinz Matanzas, die feucht wurden, sicherte er zu, man werde Maßnahmen ergreifen, sie wiederzugewinnen.

Der Minister für Bergbau und Energie Alfredo López Valdés sagte, dass auch wenn es noch einige Zonen gebe, zu denen man aufgrund der Überschwemmungen noch keinen Zugang habe, die Stromversorgung wieder hergestellt habe. Er versicherte, dass genügend Fachleute und Ressourcen zur Verfügung stünden, die es ermöglichen, sobald der Wasserspiegel dies erlaube, die Stromversorgung überall herzustellen.

Was die genormte Grundversorgung mit Nahrungsmittel angeht, sagte die Ministerin für Binnenhandel Mary Blanca Ortega Barredo, dass alles rechtzeitig die Läden erreicht habe und dass die Versorgung mit Produkten auf dem freien Markt im Juni stabil sei, da man genügend Vorräte habe.

Die Ministerin der Nahrungsmittelindustrie María del Carmen Concepción González erläuterte, dass die Schäden in diesem Sektor sich hauptsächlich auf die Aquakultur der zentralen Zone konzentrierten.

Die Erziehungsministerin Ena Elsa Velázquez Cobiella wies daraufhin, dass der Schulbetrieb in allen Provinzen wieder aufgenommen worden sei und man wenn nötig, alternative Wege gefunden habe. Die 43 Schulen, die als Herberge für die Evakuierten gedient hätten, seien wieder frei geworden und dadurch konnte der Beginn des Unterrichts beschleunigt werden.

Was die epidemiologische Situation angeht, sagte Gesundheitsminister Roberto Morales Ojeda, dass alles unter Kontrolle sein und bis jetzt noch kein Krankheitsherd festgestellt worden sei. Er bestand aber darauf, die Präventivmaßnahmen zu verstärken.

Der Generalmajor im Ruhestand und Leiter des Nationalen Generalstabs der Zivilen Verteidigung Ramón Pardo Guerra sagte, dass weiterhin Daten für einen Abschlussbericht über die Schäden eingingen. Er führte aus, dass als Folge des durch den subtropischen Sturm Alberto hervorgerufenen Regen 115 Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten worden seien und 62.000 Personen geschützt wurden. Er wies daraufhin, dass am 1. Juni die Hurrikansaison begonnen habe und man daher besonders aufmerksam sein müsse.

Zum Abschluss sagte der Innenminister Vizeadmiral Julio César Gandarilla Bermejo, dass es bis jetzt acht Tote und eine vermisste Person als Folge dieses meteorologischen Events gegeben habe.

Dazu sagte Díaz-Canel Bermúdez, dass man eine genaue Fall zu Fall Analyse durchführen werde, um genau die Ursachen dieser bedauernswerten Vorfälle zu bestimmen.

Er stellte fest, dass trotz der ständigen Aufrufe zur Ordnung an die Bevölkerung, es immer noch zu Fällen von sozialer Disziplinlosigkeit und Unvorsichtigkeit komme.