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Der Sieg von Playa Girón war die erste Niederlage des Yankee Imperialismus in Amerika Photo: Tirso Martínez Photo: Granma

Seit undenklichen Zeiten hat die Eroberung und Kolonisierung eines Volkes die militärische Besetzung des Gebiets mit sich gebracht, in dem dieses Volk siedelte. Wenn diese Besetzung nicht durch Waffengewalt erfolgte, kann man zwar nicht von Eroberung sprechen, zwischen Eroberung und Besetzung besteht jedoch eine völlige Überschneidung

Vom Standpunkt des Eroberers aus haben Belagerung, Bombardements und Blockaden ihren Daseinszweck, wenn diese zur militärischen Besetzung führen. Dies war z.B. in Afghanistan und im Irak der Fall, die von Truppen der USA und anderen imperilaistischen Mächten besetzt wurden.

In Libyen und Syrienwiederholte sich mehr oder weniger das klassische Schema. Der Unterschied bestand darin, dass die Armee der Invasoren formal nicht aus den imperialistischen Ländern stammte. Es handelte sich um Söldner diverser Herkunft im Dienste des US-Imperialismus und dessen Verbündeten im Osten.

Im Fall Libyens gelang es der einfallenden Söldnerarmee das Gebiet zu besetzen, die einheimische Regierung zu stürzen und ein Kolonialregime zu errichten. Aber in Syrien konnte diese Erfahrung nicht wiederholt werden. Der hartnäckige Widerstand des Präsidenten Bashar al-Assad und die diplomatische und militärische Hilfe Russlands, das sogar Truppen in das Gebiet sandte, verhinderten den Sturz der Regierung und eine erneute Kolonisierung Syriens.

Die Niederlage der USA in Sagion veränderte den Lauf der Geschichte Photo: Archivo

Dieser Widerstand und die diplomatische und militärische Hilfe Russlands waren entscheidende Faktoren für die Niederlage der Armee der Invasoren. Besiegt flohen die Söldnertruppen nahezu orientierunglos und konnten die Jahre zuvor begonnene militärische Besetzungt nicht erfolgreich abschließen.

Die gescheiterte Wiedereroberung und Rekolonisierung Syriens durch eine Söldnerarmee hätte, um erfolgreich zu sein, die direkte Teilnahme der Vereinigten Staaten und deren Verbündeten benötigt. Wie es scheint, bestehen für dieses Unternehmen aber nicht die minimalsten Voraussetzungen. Sie bestehen nicht , um sie erfolgreich abzuschließen und noch nicht einmal, um dies zu versuchen. Und noch weniger jetzt, da die Präsenz und die Hilfe Russlands die Stabilität der Regierung Al-Assads stützen.

Der hartnäckige Widerstand des syrischen Volkes und des Präsidenten Bashar al-Assad und die diplomatische und militärische Hilfe Russlands verhinderten den Fall der Regierung und deine erneute Kolonisierung Syrien Photo: RT

Es handelt sich um die erste große Niederlage des Yankee Imperialismus, seit dem Krieg in Vietnam, die im April 1975, vor jetzt 43 Jahren stattfand. Als die zweite Niederlage betrachten wir den kubanischen Sieg über die Söldnerarmee in Diensten der USA in Playa Girón auch in einem April, aber 1961, vor bereits 57 Jahren.

Der Sieg von Playa Girón und die Befreiung Saigons veränderten den Lauf der Geschichte. Und das gleiche kann man jetzt mehr oder weniger über den syrischen Sieg über die in Diensten der USA stehenden Invasoren sagen.

Denn die Wiedereroberung und Rekolonisierung Syriens hätte den Yankee Plänen Flügel verliehen, die unter anderem vorsehen, den Iran zurückzuerobern und zu rekolonisieren, was jetzt etwas in die Ferne gerückt und schwieriger geworden sein dürfte.

 Der Sieg Syriens über die USA bedeutet jedoch nicht, dass die Aggressionen, die Pläne für neue Invasionen, die Destabilisierungsversuche, die Finanzierung und Unterweisung einer internen Opposition, die Arbeiten für eine ökonomische Lähmung und die Verteufelung von Al-Assad und seiner Regierung ein Ende haben werden.

Aber dieser Sieg hat sich günstig auf das Kräfteverhältnis zwischen Zentrum unbd Peripherie zugunsten des Anti-Kolonialismus ausgewirkt. Und wenn der Sieg in Syrien an sich schon Quelle für Optimismus und Freude ist, so ist dies um so mehr das neue Kräfteverhältnis, das sich nach diesen historischen Ereignissen in einem anderen historischen Monat April ankündigt.

* Mexikanischer Ökonom und Professor für Politische Ökonomie. Gründer und Direktor des Studienzentrums für Ökonomie und Politik.