OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Miguel Díaz-Canel Bermúdez. Foto: Estudio Revolución

(Übersetzung der stenografischen Version des Staatsrats)
Genosse Abgeordneter Armeegeneral Raúl Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas,

Mitbürger,

ich werde hier im Namen aller Kubanerinnen und Kubaner sprechen, die wir heute ein neues Mandat im Dienst einer Nation beginnen, deren Geschichte uns stolz macht, nicht nur diejenigen, die in diesem Land geboren wurden, sondern auch Millionen von Söhnen und Töchtern Amerikas und der Welt, die sie als ihre eigene schätzen und respektieren.

Ich tue dies mit der ganzen Verantwortung, die ein Ereignis dieser Art in sich birgt, und in dem Bewusstsein, dass wir nicht einfach nur eine neue Legislaturperiode beginnen.

Martí sagte: „Pompöse Worte sind unnötig, wenn man von erhabenen Menschen spricht“. Und um das handelt es sich heute, wenn ich geehrt und bewegt das Mandat unseres Volkes erfülle und den ersten Gedanken der historischen Generation widme, die uns mit beispielhafter Hingabe und Bescheidenheit in dieser Stunde drängender Herausforderungen begleitet, in der Kuba von uns erwartet, dass wir wie sie sein sollen, fähig, alle Kämpfe, die uns erwarten, siegreich zu bestehen.

Die Anwesenheit von Raúl, Machado, Ramiro, Guillermo und anderen Helden der Republik als Abgeordnete der Legislaturperiode, die heute beginnt, ist nicht einer Ehrung geschuldet, die sie angesichts des Werkes, das sie vollbracht haben, mehr als verdient haben. Der Armeegeneral und Erste Sekretär der Partei war der Kandidat, der bei den allgemeinen Wahlen die meisten Stimmen erhielt, so, wie auch der Zweite Sekretär und die Kommandanten der Revolution, die außerdem Helden der Arbeit der Republik Kuba sind, zu denen mit den meisten Wählerstimmen gehören.

Ihre Anwesenheit gereicht diesem Saal zur Ehre und gibt uns die Gelegenheit, indem wir sie umarmen, die lebendige Geschichte zu umarmen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert an Verleumdungen und finsterer Machenschaften, mit denen ein Bruch zwischen den Generationen und Mutlosigkeit angesichts der Schwierigkeiten erzeugt werden sollten, haben die Säulen des Tempels unserer Überzeugungen nicht niederreißen können: Die Revolution Fidels und der Generation der Hundertjahrfeier Martís durchläuft ihr 60. Jahr mit der Würde ihrer Gründer, unversehrt und größer geworden, weil sie zu jedem Zeitpunkt das zu tun wusste, was erforderlich war.

Mit der Konstituierung der IX. Legislaturperiode der Nationalversammlung der Volksmacht endet der revolutionäre Wahlprozess, in dem das kubanische Volk in den letzten Monaten eine tragende Rolle spielte, wobei es dessen eminent demokratischen Charakter bestätigte und sich gleichzeitig dessen großer historischer Bedeutung bewusst war.

Das Volk hat, indem es sein Bürgerrecht ausübte, seine Vertreter für die verschiedenen Instanzen der Regierung vorgeschlagen, nominiert und gewählt und dabei deren Verdienste und die Fähigkeiten, die Gemeinden, die sozialen Sektoren und die kollektive Interessen vertreten zu können, berücksichtigt, ohne dass öffentliche Wahlkampagnen stattgefunden haben, die von der Macht des Geldes abhängen, ohne politische Intrigen, ohne Betrug, Korruption oder Demagogie.

Die Wahl war das Ergebnis kollektiver Wünsche, ohne dass einer der Gewählten persönlich danach gestrebt hätte. Die Bürger haben bescheidene, arbeitsame Menschen als ihre authentischen Vertreter ausgesucht.

Es ist dies eine Wahl, die aus dem Volk hervorgeht, das gleichzeitig deren Verlauf kontrolliert und so an den Entscheidungen und an der Umsetzung der verabschiedeten politischen Maßnahmen beteiligt ist. Und auch, wenn wir dies in den letzten 40 Jahren viele Male getan haben, können wir wieder einmal bestätigen, dass dieser Wahlprozess, der heute zu Ende geht, zu einem überzeugenden Sieg der Einheit des kubanischen Volkes geworden ist und Ausdruck der Verpflichtung, das revolutionäre Werk in einer Zeit zu verteidigen, in der die Mehrheit der Bewohner des Planeten in Ungewissheit lebt, weil ihre Wünsche nicht zählen, wenn eine Politik durchgesetzt werden soll, die ihre Rechte einschränkt und das bereits Erreichte beschneidet.

Es gibt nur eine Art, dem Vertrauen gerecht zu werden, das uns das Volk mit seiner Stimme gegeben hat: handeln, schaffen und ohne Unterlass arbeiten, um seinen Forderungen und Bedürfnissen zu entsprechen, in ständiger Verbindung mit unseren bescheidenen, großmütigen und noblen Menschen.

Wenn jemand Kuba in seiner Gesamtheit von Bürgern ansehen wollte, was Alter, Rasse, Geschlecht und Beruf angeht, brauchte er nur die Zusammensetzung unserer Versammlung betrachten und studieren, wie dort die Frauen, Schwarzen und Mestizen, die Jugendlichen und die Senioren vertreten sind, die Entscheidungspositionen auf höchster Regierungsebene fast im gleichen Verhältnis innehaben, wie die Statistiken die Nation definieren.

Das wichtigste ist jedoch nicht, wie sehr wir dem Land gleichen, das wir sind. Das, was wir von diesem Augenblick an keine Sekunde lang vergessen dürfen, ist die Verpflichtung, die wir gegenüber dem Volk und der Zukunft übernommen haben. Allen Abgeordneten, der Leitung der Versammlung, den Mitglieder des Staats- und des Ministerrats, uns allen ist gemein, dass unser erster Daseinszweck die systematische Verbindung mit der Bevölkerung ist. Dies verpflichtet uns dazu, die Analyse der Probleme zu vertiefen, die die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und das tägliche Leben der Kubanerinnen und Kubaner betreffen, indem wir eine bereite und ehrliche Debatte darüber führen und zu allen möglichen Wege ermutigen, die zu deren Lösung führen oder deren Auswirkungen abmildern; dabei sollen diejenigen mitwirken, die davon betroffen sind, entweder weil sie darunter leiden oder weil sie eine Lösungsmöglichkeit haben.

Mitbürger,

heute vor zwei Jahren, während der Klausur des 7. Parteitags, sagte der Armeegeneral uns, seine Generation übergebe, und ich zitiere „der neuen Generation die Fahnen der Revolution und den Sozialismus, ohne das geringste Anzeichen von Wehmut oder Pessimismus, mit dem Stolz der Pflichterfüllung, überzeugt davon, dass sie es verstehen wird, das revolutionäre Werk, für das viele Mitbürger ihre besten Energien und das Leben selbst gegeben haben, weiterzuführen und zu vergrößern“.

Das bedeutet, unter vielen Gründen, dass das vom Volk diesem Parlament erteilte Mandat darin besteht, der Kubanischen Revolution in einem entscheidenden historischen Moment Kontinuität zu verleihen, der gekennzeichnet sein wird durch all das, was wir an Fortschritten bei der Aktualisierung des sozioökonomischen Modells zu erzielen vermögen, indem wir unsere Arbeit in allen Lebensbereichen der Nation perfektionieren und verstärken.

Ich übernehme die Verantwortung, für die man mich gewählt hat, in der Überzeugung, dass wir, alle kubanischen Revolutionäre, von der Position aus, die wir einnehmen, von der Tätigkeit aus, die wir verrichten, von jedem beliebigen Arbeitsplatz, jedem Schützengraben des sozialistischen Vaterlandes aus, dem beispielhaften Vermächtnis des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, historischer Führer unserer Revolution, und auch dem Beispiel und den Lehren des Armeegenerals Raúl Castro Ruz, derzeitiger Führer des revolutionären Prozesses, treu sein werden (Beifall).

Ich nenne sie beim Namen und beschwöre Martí herauf in seiner Charakterisierung von Céspedes und Agramonte: „Der Fremde kann diese Namen ohne Beben schreiben, oder die Krämerseele oder der Ehrsüchtige. Der gute Kubaner kann es nicht.“ Fidel und Raúl, vereint durch das Blut, die Ideale und den Kampf, zeigen uns in ihrem höchsten Grad die Bedeutung des Wortes „Bruder“, so wertgeschätzt in den affektiven Beziehungen des nationalen Wesens.

Mehr noch. Sie geben uns, zusammen mit den Männern und Frauen, die die Revolution bis hierhin gebracht haben, den Schlüssel zu einer neuen Brüderlichkeit, geschmiedet im Widerstand und den gemeinsam geführten Kämpfen, die uns in Compañeras und Compañeros verwandelten. Die Einheit, die beim Schmieden der Nation so nötig war, ist seit 1959 ihre kostbarste und heiligste Kraft; außerordentlich und unverwundbar im Schoße unserer einen Partei, die nicht aus dem Bruch oder der Zersplitterung anderer entstand, sondern aus der Integration all jener, die sich vornahmen, ein besseres Land zu schaffen.

Für uns ist vollkommen klar, dass nur die Kommunistische Partei Kubas, die höchste Führungskraft der Gesellschaft und des Staates, die Einheit der kubanischen Nation garantiert und der würdige Erbe des Vertrauens ist, das das Volk in seine Führer legt, wie Compañero Raúl Castro Ruz am 14. Juni 2006 in seiner Rede zum 45 Jahrestag der Armee der Westregion urteilte.

Deshalb bleibt Raúl, der diesen Prozess der Generationenkontinuität mit Festigkeit, ohne an Ämtern oder Verantwortungen festhalten zu wollen, mit hohem Pflichtgefühl und Gespür für den historischen Moment, mit Gelassenheit, Reife, Vertrauen, revolutionärer Standhaftigkeit, mit Altruismus und Bescheidenheit vorbereitet, angetrieben und geführt hat, durch Legitimität und eigenes Verdienst an der Spitze der politischen Avantgarde. (Beifall).

Als die Referenz, die er für jeden kubanischen Kommunisten und Revolutionär darstellt, ist er weiterhin unser Erster Parteisekretär. Und da Kuba es braucht, wird er Ideen und Vorschläge zur revolutionären Sache beitragen, indem er Orientierung gibt auf Fehler oder Unzulänglichkeit hinweist, anleitet und stets bereit ist, dem Imperialismus bei jeglichem Versuch, das Land anzugreifen, als Erster mit seinem Gewehr im Kampf die Stirn zu bieten.

Raúl, wie ihn unser Volk liebevoll nennt, ist der Meisterschüler Fidels, aber er hat außerdem selber zahllose Werte zur revolutionären Ethik beigetragen, zur Parteiarbeit und zur Perfektionierung der Regierung.

Die unter seiner Führung geleistete Arbeit im letzten Jahrzehnt ist kolossal. Sein Vermächtnis des Widerstands gegenüber den Bedrohungen und Aggressionen und sein Streben nach Perfektionierung unserer Gesellschaft sind fundamental. Er übernahm die Leitung der Nation in einer schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Situation. Dem menschlichen Schmerz setzte er revolutionären Mut und das Pflichtgefühl voran und führte das Land ohne Pause, mit Gewissheit, mit Impetus, mit Engagement und Hingabe. In seiner Dimension als Staatsmann hat er, Konsens im Volk schmiedend, tiefe und unerlässliche strukturelle und konzeptionelle Veränderungen als Teil des Prozesses der Vervollkommnung und Aktualisierung des sozioökonomischen Modells Kubas angeführt, angetrieben und stimuliert.

Mit Geduld, Intelligenz und festen Entscheidungen, die zugleich heimlich getroffen werden mussten, gelang ihm die Freilassung unserer Fünf Helden, womit das Versprechen Fidels erfüllt wurde, dass sie zurückkehren würden (Beifall). Er hat in seinem liebenswerten eigenen Stil eine breit gesteckte und dynamische Aktivität bei internationalen Beziehungen entwickelt. Mit Festigkeit, Würde und Härte leitete er die Gespräche und Verhandlungen, die zur Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten führten. Er hatte die Pro-tempore-Präsidentschaft der Celac inne, während der er die Einheit innerhalb der Verschiedenheit verteidigte und bewirkte, dass die lateinamerikanische und karibische Gemeinschaft die Region zur Zone des Friedens erklärte.

Er trug in entscheidender Weise zum Erfolg der Gespräche für den Frieden in Kolumbien bei und hat die karibischen Länder, insbesondere die immer wieder vergessenen Haiti und Puerto Rico, in allen Szenarien des regionalen und hemisphärischen Dialogs verteidigt.

Uns erschüttert immer noch seine aufgewühlte Stimme und die überzeugende Rede, die er auf dem Amerikagipfel in Panama hielt, als er die wahre Geschichte Unseres Amerikas und die Gründe für den spartanerartigen Widerstand und die unabänderliche Solidarität des kubanischen Volkes mit der gerechten Sache der Region und der Welt gegen Wind und Wetter, Bedrohungen und Aggressionen herausstellte.

Das ist der Raúl, den wir kennen, bewundern, respektieren und lieben.

Der rebellische Student Raúl, der im Januar 1953 beim ersten Fackelzug dabei war und im März desselben Jahres an der Internationalen Konferenz über die Rechte der Jugend teilnahm sowie an der Vorbereitung des Vierten Weltfestivals der Jugend und Studenten beteiligt war. Der Kämpfer Raúl, der innerhalb der Aktionen beim Angriff auf die Moncada-Kaserne mitten im Kampf das Kommando im Justizpalast von Santiago de Kuba übernahm, der auf der Isla de Pinos im Gefängnis saß, sich im Exil in Mexiko auf den Kampf gegen Batista vorbereitete, mit der Granma landete, Fidel in Cinco Palmas wiedertraf, den Kampf in der Sierra Maestra aufnahm und aufgrund seiner Verdienste und seines Mutes zum Comandante befördert wurde.

Der Militärchef Raúl, der an der II. Front im Osten Frank País mitten im Befreiungskrieg Organisationsformen und Regierungsmethoden zum Wohle der Bevölkerung entwickelt hat, die später, nach dem Sieg der Revolution, im ganzen Land ausgeweitet werden sollten.

Der Raúl, der 48 Jahre lang an der Spitze des Verteidigungsministeriums erwirkte, dass Ergebnisse in der Vorbereitung des Landes auf den Verteidigungsfall und in der Entwicklung der Doktrin des Krieges des Ganzen Volkes erreicht wurden, wobei er dieses Ministerium zum diszipliniertesten und effizientesten staatlichen Verwaltungsorgan machte, in dem sich Erfahrungen entwickelten, die später dem Land zugutekamen.

Der politische Führer Raúl, der ständig die Debatte zur Perfektionierung der Parteiarbeit förderte, verbunden mit dem Volk und mit aufnahmebereitem Ohr, und in sehr schwierigen Momenten rief er uns mit „Si se puede“ mit Nachdruck dazu auf, zu zeigen, dass es zu schaffen ist, und dann konnten das Vaterland und die Revolution gerettet werden.

Ich kenne die Beunruhigung und die Erwartungen, die ein Augenblick wie dieser logischerweise bei den Mitbürgern hervorruft, aber wir zählen auf die Stärke, Intelligenz und Weisheit des Volkes, auf die Erfahrung und Führerschaft der Partei, die Ideen Fidels, die Präsenz Raúls, begleitet auch durch den mutigen Leiter und Menschen, den Helden der Arbeit Compañero José Ramón Machado Ventura (Beifall), Zweiter Sekretär der politischen Organisation der kubanischen Kommunisten, und auf die Kraft, das Prestige, die Loyalität und die Vorbildlichkeit einer von ihnen gegründet Armee, die nie aufhören wird, ein Volk in Uniform zu sein.

Als einer, der die Gefühle des Volkes kennt, bestätige ich dieser Versammlung, dem höchsten Organ der Staatsmacht, dass der Compañero Armeegeneral Raúl Castro Ruz als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas die Entscheidungen höchster Wichtigkeit für die Gegenwart und Zukunft der Nation anführen wird (lang anhaltender Beifall).

Wir erleben eine Weltlage, die gekennzeichnet ist durch wachsende Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit, durch Interventionskriege, Gefahren für das Überleben der menschlichen Gattung und eine internationale Wirtschaftsordnung, die ungerecht und ausgrenzend ist.

In einem solchen Kontext bestätige ich, dass die kubanische Außenpolitik unveränderlich bleiben wird und wir wiederholen, dass niemandem gelingen wird, die Revolution zu schwächen oder das kubanische Volk in die Knie zu zwingen, denn Kuba macht keine Konzessionen, wenn es um seine Souveränität und Unabhängigkeit geht. Es wird auch keine Prinzipien verhandeln oder Bedingungen akzeptieren. Nie werden wir uns Druck oder Drohung beugen. Über die notwendigen Veränderungen wird weiterhin souverän das kubanische Volk entscheiden.

Ich bin mir bewusst, dass die Aufgabe, zu der man uns berufen hat, eine enorme Verantwortung vor dem Volk birgt. Darum ersuche ich um die Unterstützung aller, die Leitungspositionen auf unterschiedlichen Ebenen in den diversen Institutionen der Revolution bekleiden, aber mehr noch, um die des Volkes. Ich vertraue auf die entschiedene Unterstützung des kubanischen Volkes, ohne die es, inmitten der Bedrohungen und Herausforderungen, nicht möglich wäre, in unserer Gesellschaft voranzuschreiten. Bedrohungen und Herausforderungen gibt es viele für ein Land, das eine Revolution durchführt

Wir werden eine zunehmend kollektivere Führung und Leitung praktizieren müssen, wie stets in permanenter Verbindung zur Bevölkerung, wobei die Teilnahme des Volkes an den revolutionären Aufgaben und an der Entscheidungsfällung durch weit greifende demokratische Prozesse, die bereits untrennbarer Teil der nationalen Politik sind, ermöglicht wird.

Ich werde nichts versprechen, so wie es die Revolution in all diesen Jahren nie getan hat. Ich gehe die Verpflichtung ein, für die Erfüllung des Programms zu arbeiten, das wir uns als Regierung und als Volk mit den Leitlinien der Parteipolitik und der Revolution kurz-, mittel- und langfristig gegeben haben. Nur intensive tagtägliche Arbeit, hingebungsvoll und effizient wird zu konkreten Resultaten führen, die neue Siege des Vaterlandes und des Sozialismus sein werden, ohne dass wir jemals die Kampfbereitschaft unserer unbezwungenen Revolutionären Streitkräfte aufgeben.

Auf diese Weise werden wir uns den Bedrohungen durch den mächtigen imperialistischen Nachbarn entgegenstellen. Hier gibt es keinen Platz für einen Übergang, der das Erbe so vieler Jahre des Kampfes verkennt oder zerstört. In Kuba ist auf die Entscheidung des Volkes hin nur Raum dafür, dem Werk Kontinuität zu geben, wobei die Generationen, die in der Revolution geboren und erzogen wurden, und die Gründungsgeneration vereint sind. Wir werden uns, furchtlos und ohne zurückzuweichen, keinem Druck beugen, unsere Wahrheiten und Gründe verteidigen, ohne auf die Souveränität und Unabhängigkeit zu verzichten oder unsere Entwicklungsprogramme und Träume aufzugeben.

Wir werden immer bereit sein zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit denen, die uns ihrerseits mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen.

In dieser Legislaturperiode wird es keinen Platz geben für jene, die auf eine kapitalistische Restauration hoffen. Dieses Parlament wird die Revolution verteidigen und an der Vervollkommnung des Sozialismus arbeiten.

Um den Schwierigkeiten zu begegnen, die wir im intern erleben, ist es opportun zu betonen, dass die Prioritäten in den verabschiedeten Dokumenten des 7. Parteitags klar definiert sind, und die, nachdem sie einen ausgiebigen Prozess der Konsultation des Volkes durchlaufen hatten, durch das Parlament unterstützt wurden. In ihnen wird anerkannt, dass die politisch-ideologische Arbeit, der Kampf für den Frieden, die Einheit und ideologische Festigkeit, eng verbunden mit der Entwicklung der nationalen Ökonomie, die grundlegende Mission darstellen, wobei die bewusste, aktive und engagierte Teilhabe der Mehrheit der Bevölkerung im Prozess der Aktualisierung des sozioökonomischen Modells gewährleistet werden muss. Uns kommt es einfach zu, diese Aufgabe zu erfüllen und voran zu bringen.

Unter Berücksichtigung dieser Prioritäten liegt es an uns, ihre Durchführung zu perfektionieren, Irrtümer zu korrigieren, Erfahrungen daraus zu ziehen, Improvisationen, Oberflächlichkeit, Verzögerungen und Verstöße zu vermeiden, die die Bevölkerung verärgern, Pessimismus und Mutlosigkeit verbreiten und uns von unseren zeitlich gesetzten Zielen entfernen.

In allen Organismen, Organisationen und Institutionen müssen wir ständig für die Einheit, die Disziplin, die integrale Analyse und die Anforderungen eintreten, um zu erreichen, dass das enorme in unserer Gesellschaft vorhandene Potenzial untermauert wird und sich in konkreten Wachstumsergebnissen, Entwicklung und Wohlstand äußert.

Im Namen der Compañeras und Compañeros, die in die Leitung der Nationalversammlung und in den Staatsrat gewählt wurden, sage ich Ihnen mit tief empfundenem Verantwortungsgefühl, dass wir niemals das in uns gesetzte Vertrauen enttäuschen werden.

Und denen, die aus Dummheit oder Böswilligkeit an dem Pflichtgefühl der Generationen zweifeln, die heute neue Verantwortung im kubanischen Staat übernommen haben, müssen wir ganz deutlich sagen, dass die Revolution lebt und weiterleben wird, mit einem Gefühl für den historischen Moment, alles verändert, was verändert werden muss; dass wir uns selbst aus eigener Kraft emanzipieren, die herrschenden Mächte innerhalb und außerhalb des gesellschaftlichen und nationalen Umfelds herausfordern, die Werte, an die wir glauben, zum Preis jedes Opfers verteidigen, mit Bescheidenheit, Uneigennützigkeit, Altruismus, Solidarität und Heldentum, kühn, intelligent und mit Realismus kämpfen. Mit der Verpflichtung, niemals zu lügen oder ethische Prinzipien zu verletzen, und in der tiefen Überzeugung, die uns Fidel mit seinem Konzept von Revolution übermittelt hat, dass keine Macht der Welt in der Lage ist, die Kraft der Wahrheit und der Ideen zu zermalmen. Nicht eine Sekunde lang vergessen wir, dass die Revolution Einheit und Unabhängigkeit ist und bedeutet, für unsere Träume von Gerechtigkeit für Kuba und die Welt zu kämpfen, dass sie die Grundlage für unseren Patriotismus, unseren Sozialismus und unseren Internationalismus ist.

Die Revolution verfolgt weiter ihren Kurs ohne dass ein einziger fehlt, denn sogar unsere Toten begleiten uns in entscheidenden Stunden, so wie unter anderem Céspedes, Agramonte, Maceo, Gómez und Martí in den schwersten Kämpfen immer bei uns waren.

Es sich in dem Ruhm bequem zu machen, der von ihnen ausgeht, würde bedeuten, sie zu verraten. Wir als Mitglieder dieses Parlaments sind mit den Gründern der Revolution geboren worden, mit ihnen aufgewachsen und wir haben gelernt, dass alles, von dem der Mensch träumt, erreicht werden kann, auch wenn es gegen die Vernunft zu sein scheint. „Man braucht keine Flügel um einen Traum zu verwirklichen. Dafür genügen die Hände, genügt die Brust, genügen die Beine und das Streben“, sagte der Dichter.

Dies ist auch die Gelegenheit, an die Anstrengungen und das Opfer der kubanischen Revolutionäre zu erinnern, die immer von der Poesie und dem Gesang, der Kunst und der Kritik angezogen wurden. Wir sind eine Revolution, die sich rühmen kann, von ihren Anfängen an erzählt und besungen worden zu sein, mit dem Talent und der Originalität ihrer Künstler und Kunstschaffenden, authentischen Interpreten der Volksweisheit und auch der Unzufriedenheit und der Hoffnungen der kubanischen Seele.

Und es wird weiter so sein. Intellektuelle, Künstler, Journalisten und Kunstschaffende werden uns immer in dem Bemühen begleiten, dass dieser Archipel, dem die Revolution zu einem Platz auf der politischen Weltkarte verhalf, weiterhin auch wegen seiner einzigartigen Weise, kämpfend zu singen, zu tanzen, zu lachen und zu siegen, bekannt sein wird. Wir sind Kuba, das bedeutet Widerstand, Freude, Kreativität, Solidarität und Leben.

Kein Land hat so viele Jahre Widerstand geleistet, ohne vor der wirtschaftlichen, geschäftlichen, militärischen, politischen und medialen Belagerung zu kapitulieren, der Kuba ausgesetzt gewesen ist. Aber dieser Heldenmut entstand nicht durch ein Wunder. An erster Stelle stand dabei eine authentische Revolution, die aus dem Inneren des Volkes hervorging, eine konsequente Führung, die sich niemals über dieses Volk stellte sondern in den Stunden größter Gefahr und höchsten Risikos vor ihm stand, und einer Armee, die inmitten der Berge mit den und für die Armen der Erde geboren wurde, deren Mut und Kompetenz die Grenzen überschritten hat und die im Krieg durch Tapferkeit und im Frieden durch Kreativität geglänzt hat. Das bedeutet Notwendigkeit, Originalität, Einfallsreichtum, Mut und heroisches Schaffen wie Mariátegui es ausdrückt.

„Schaffen ist das Losungswort dieser Generation“, schrieb Martí und die Generation Fidels hat es sich zu eigen gemacht, wie es uns nun zukommt, es sich uns zu eigen zu machen, die wir die Verantwortung dafür tragen, seine Hinterlassenschaft herauszuheben.

Draußen gibt es eine Welt, die uns mit mehr Fragen als Gewissheiten betrachtet. Zu lange Zeit und auf die schlimmste Weise hat sie die falsche Botschaft erhalten, dass die Revolution mit ihren Guerilleros zu Ende gehe.

In der Ära der Kommunikation sind unsere Gegner sehr geschickt darin gewesen, zu lügen und das Werk der Revolution zu verfälschen oder zu verschweigen. Aber auch so konnten sie es nicht zerstören. Es liegt an uns, kreativer bei der Verbreitung unserer Wahrheiten zu sein. In Zeiten, in denen es nicht nur die offenen und von den Massen besuchten Tribünen gibt, die einstmals die Lautsprecher der Revolution waren, müssen wir lernen, die Möglichkeiten unserer Technologie mehr und besser einzusetzen, um die unendlichen Räume des Internetplaneten, in denen heute die Lüge herrscht, mit Wahrheiten zu überschwemmen.

Sagen wir es allen ganz genau: Die Kubanische Revolution wird weiterhin olivgrün und für alle Kämpfe bereit sein. Der erste Kampf ist der, unsere eigene Disziplinlosigkeit, unsere Irrtümer und Unvollkommenheiten zu besiegen und gleichzeitig voranzuschreiten, „ohne Hast, aber ohne Pause“, ein weiser Rat des Compañero Raúl. Voranzuschreiten hin zu einem Wohlstand, den wir uns schuldig sind und den wir früher oder später inmitten aller Turbulenzen einer Welt erobern werden müssen, die voll von Unsicherheit, Ungerechtigkeit, von den Mächtigen ausgehender Gewalt und Verachtung gegenüber den kleinen Ländern und den verarmten Mehrheiten ist.

Compañeras und Compañeros,

An einem symbolischen Tag wie heute, voll von Emotionen und Bedeutungen, an dem wir Verpflichtungen und Überzeugungen geteilt haben, lasst uns an Fidel denken, an seine Ideen, an sein eindrucksvolles, fruchtbares und unentbehrliches Erbe, um so dieses authentische Gefühl zu nähren, das für immer seine Gegenwart unter uns verewigt.

Möge jede Faser unseres revolutionären Seins vibrieren, wenn wir ausrufen: Ich bin Fidel!

Geloben wir, bis zum letzten Atemzug „diese sozialistische und demokratische Revolution der einfachen Menschen, durch die einfachen Menschen und für die einfachen Menschen“ zu verteidigen, die die historische Generation vor 57 Jahren aufrecht stehend im Sand von Playa Girón für uns gewonnen hat und die sie uns heute unbesiegt übergibt, im Vertrauen darauf, dass wir sie zu ehren wissen, indem wir sie so weit tragen und so hoch erheben, wie sie es taten, es tun und immer tun werden (Beifall).

Heute ist es unerlässlich auszurufen:

Vaterland oder Tod!

Sozialismus oder Tod!

Venceremos! (Beifall)