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„Schon als Kind träumte ich davon, das Wetter vorhersagen zu können“, sagt Damara Photo: del autor

Es ist keine Angabe im Spiel, wenn Damara Calzadilla ihren Regenschirm dabei hat. Sie benutzt ihn nur, wenn es nötig ist. Sie fürchtet weder Sonne noch Regen; eher weiß sie, wie man ihnen begegnet. Ihr Büro ist voll von Dokumenten, die sie in eine Ordnung bringen muss. Einige nehmen den Raum ein, wo sie als Direktorin des Meteorologischen Zentrums von Holguín gegenzeichnet, wenn sie mit dem Gelesenen einverstanden ist.

Der Augenblick, in dem sie sich setzt, markiert den Beginn ihres Arbeitstages, wenn sie ihren Stuhl auch bald wieder verlassen wird, um sich der Sorgen ihrer Untergebenen anzunehmen.

Ihr Telefon fängt an zu klingeln und schon kann sie sich denken, wer am anderen Ende ist. „Es wird der Chef der Zuckerrohrernte der Provinz sein, der bestimmt wissen will, wie meine Wetterprognose lautet. Da muss ich drangehen“, sagt sie mir.

Sie öffnet ihre Mailbox und ist nicht überrascht zu sehen, dass viele Anfragen sich mit demselben Thema, der Zafra, beschäftigen. Sie findet kaum die Zeit, ihre Freunde im Bezirk Calixto García anzurufen, die weitere Antworten erwarten – von ihr, der Deputierten, die sie repräsentiert.  

„In fünf Minuten bin ich für dich da, Junge. Ich muss nur noch dringend das Nationale Meteorologische Zentrum anrufen. Mit denen stehe ich eigentlich ständig in Kontakt, denn in diesem Beruf müssen die Vorhersagen wahrheitsgemäß und prompt sein“, erklärt sie.

Während sie ihr Gespräch führt, schau ich mir einige ihrer Anerkennungsurkunden an: 2015 gehörte sie zu den herausragenden Persönlichkeiten ihrer Provinz; im vergangenen Jahr wurde sie ausgewählt als wichtige Leiterin unter den Mitgliedern des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Umwelt und 2018 ist schon als „Hervorragende Tochter der Stadt der Parks“ dekoriert worden.

„ … Alles klar, Miriam (Miriam Teresita Llanes, Direktorin des Prognosezentrums des Meteorologischen Instituts), wenn Sie weitere Informationen brauchen, zögern Sie nicht, mich anzurufen! Wir stehen immer zu Ihrer Verfügung“, beendet sie den Anruf.

“Stell dir vor, Junge, 68 Stationen auf nationalem Niveau. Es gibt Radaranlagen in Pinar del Rio, Havanna, auf der Insel der Jugend, in Cienfuegos, Camagüey, Granma, Santiago de Cuba und Holguín. All diese Installationen stehen in enger Verbindung. Wir zum Beispiel sind zuständig für den Einfluss des Wetters in Las Tunas … aber halt mal! Was wolltest du sonst noch wissen?“

Woher kommt die Lust daran, zu wissen, wann es regnet?

„Schon als Kind träumte ich davon, das Wetter vorherzusagen. Ich fühle mich gesegnet, mir diesen Wunsch erfüllt zu haben. Nicht viele haben das Glück, das tun zu können, was ihnen Spaß macht. Im Prä-Universitario Enrique Rosa in Campechuela, Granma, beschloss ich, einen pädagogischen Grad in Geographie anzustreben mit Schwerpunkt Meteorologie.

Später machte ich meinen Master in Wissenschaft und Technologischer Innovation.“

Wer hat Sie die Ausübung Ihres Berufes gelehrt?

„Viel verdanke ich René Quevedo, der immer an meiner Seite war, wenn ich ihn brauchte. Jorge Proenza war einer meiner besten Lehrer. Auch bin ich Ernesto Chang und José William dankbar und für das Beispiel, das mir Armando Lima (sehr beliebter Fernsehmeteorologe, der leider 2005 im Alter von nur 56 Jahren an plötzlichem Herzstillstand verstarb) gegeben hat“

José Rubiera … ?

„Eine Vaterfigur. Ein Meister. Jemand, der außergewöhnliche menschliche Qualitäten besitzt. Ein ausgezeichneter Kommunikator, sowohl uns als auch der Bevölkerung gegenüber. Er hat sich, auch mit seiner Professionalität und der Verlässlichkeit seiner Vorhersagen, die Liebe des ganzen Volkes verdient. Das Vertrauen, das er vermittelt, ist beeindruckend.

Wir haben sehr gute Meteorologen, aber die Kubaner wollen Rubiera sehen. Viele erinnern sich an den Moment, als Elier Pila ihn den Fernsehzuschauern präsentierte, damit er ihnen seine treffsicheren Erläuterungen zum Hurrikan Irma kundtat. Dafür ließ Rubiera seinen Urlaub sausen.“

Wie funktioniert Ihr Zentrum bei Hurrikan-Alarm?

„Wir müssen diesbezügliche Informationen in einem sehr eng gefassten zeitlichen Rahmen verbreiten. Das heißt, wir verfolgen das Phänomen unmittelbar. Dafür stehen wir in ständigem Austausch mit allen meteorologischen Zentren des Landes (von denen es, Holguín inklusive, 14 gibt).

Wir kommunizieren mit dem Zivilschutz, wir schicken ihm die Analysen aller Modelle und die Satellitenbilder. Unsere Informationen unterliegen einer hohen Verantwortung, weil von dem, was wir sagen, abhängt, welche Aktionen zur Evakuierung von Menschen in Gefahr oder zum Schutz von Ressourcen getroffen werden.“

Die unvorhersehbare Wolke aus der Rede Fidels in Holguín 2002 …

„Ich stimme dir zu, unvorhersehbar. Der Comandante en Jefe hatte die Prognose verlangt. Wir meldeten, dass es nicht regnen würde. Es waren sehr lokale Bedingungen, die dann jenen mysteriösen Regen hervorriefen. Auf alle Fälle verließ die Menschenmenge nicht die Plaza. Dank ihrer ist diese Rede des Historischen Führers der Revolution eine derer, die besonders gut in Erinnerung bleiben werden.“

Und wie ist die Vorhersage für den weltweiten Tag des Meteorologen am 23. März?

“Ein Kaltfront, die in Auflösung begriffen ist, in den östlichen Provinzen. Einige Schauer im Osten des Territoriums mit einem bewölkten Tagesanbruch. Im Rest der Insel: nur vereinzelte Niederschläge bei angenehmen Temperaturen.“

Der Autor dieses Textes ist Student des Journalismus an der Universität von Holguín