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Die Forsa Technologie garantiert schnelle Fertigstellung. Photo: Eduardo Palomares

Die meteorologischen Phänomene der letzten zehn Jahre haben die Insel in eine ungünstige Lage gebracht, was den Bau von Gebäuden und die Urbanisierungszonen angeht.

Kuba hat zur Wiederherstellung der Normalität verschiedene Strategien angewandt, die durchaus positive Ergebnisse erbracht haben, aber die schwere Herausforderung bleibt bestehen.

„Welche Arten der Bauweise eignen sich am besten für unser Land, das derart von meteorologischen Phänomenn bedroht wird? Über dieses Thema sprach Granma auf dem jüngsten VIII. Nationalen Kongress der Architekten und Bauingenieure Kubas (UNAICC) mit verschiedenen Spezialisten.

Der Ingenieur Camilo Velar Gutiérrez, Projektspezialist des Unternehmens Nummer 15 in Santiago de Cuba, betont die Notwendigkeit der Anwendung ausländischer Technologie beim Design von Wohnungen, da sie zur Industrialisierung des Herstellungsverfahrens tendieren, was es einfacher macht, wenn man sie erneut zu produzieren möchte.

Nach dem Durchzug des Hurrikans Sandy wurde die FORSA Technologie im Land angewandt, die führend im 3D Design ist und in der zur Zeit weltweit über 30 Milliarden Pesos beim Verkauf von Aluminiumschalungen für das Bauwesen erzeugt werden.

Die Petrohäuser bewiesen während des Durchzugs von Hurrikan Irma ihre Widerstandskraft Photo: Eduardo Palomares

Da nur wenige Einzelstücke notwendig sind, ist die Montage einfach, schnell, unkompliziert und präzise anzupassen. Wegen der Flexibilität ist dies eine gangbare Lösung für jede Art von Wohnungsprojekt, für Geschäftsgebäude, Infrastruktur und elektomechanische Montagekonzepte: Im Falle Kubas kann es zur Abstützung aller Arten von Bauten und auch als Sicherheitsgerüst für Fassaden benutzt werden.

Velar Gutiérrez führte weiter aus, dass mit dieser Technologie Paneele vor Ort gegossen werden und man innerhalb weniger Monate ein fünfstöckiges Gebäude, das erdbebenresistent konzipiert ist, errichten kann.

Zusammen mit der Schwesterrepublik Venezuela wird außerdem die Einrichtung einer Fabrik zur Herstellung von Häusern aus Polyvinylchlorid erwogen, die der Wut des Hurrikans widerstehen. Diese Technologie hat ihre Wirksamkeit während des Durchzugs von Hurrikan Irma durch Kuba gezeigt, der die Petrohäuser nicht beeinträchtigt hat. Deswegen läuft ein Schulungsprogramm, damit die Kubaner die Technik erlernen, die in Venezuela zur Herstellung von Dächern für Häuser benutzt wird.

„Wir haben die traditionelle Wohnung, aber wir versuchen, dass sich die Schwächen beim Bau, die es vorher gab, nicht wiederholen; deswegen muss man die Normen erfüllen“, fügte Velar Gutiéerz hinzu.

Der Ingenieur legt besonderen Schwerpunkt auf die korrekte Überdachung, den angemessenen Neigungswinkel, die Zusammenlegung in Zonen, die garantieren, dass man nicht extremen Winden ausgesetzt ist.

Trotzdem macht er deutlich, dass die Planer nicht für extreme Situationen konzipieren; die Nomen haben einen Durchschnittswert, denn andernfalls wären das Bauen irrational. Die Pläne werden nicht für Windstärken von 250 Stundenkilometern gemacht, sondern für Windstärken von etwa 130 Stundenkilometer, wie dies in den Normen festgelegt ist; das gleiche Prinzip gilt für Erdbeben.

Die Nutzung örtlicher Materialien liefert schnelle Lösungen. Photo: Miguel Febles Hernández

PRODUKTION MIT MATERIALIEN VOR ORT – JA ODER NEIN?

Was die Anwendung von vor Ort hergestellter Materialien beim Wohnungsbau angeht, so ist Velar Gutiérrez der Auffassung, dass diese Art des Bauens ein gangbarer Weg sein könne, immer vorausgesetzt, dass man die Dauerhaftigkeit berücksichtigt. Die Nutzung des Holzes der Palmen z.B. liefert eine Problemlösung für viele im Augenblick Betroffene.

„Es kann äußerst schwierig sein mit Material aus Beton bestimmte abgelegene Gebiete zu erreichen und in diesen Fällen ist die Benutzung von örtlichem Material zweckmäßig. Jetzt ist es aber wichtig, dass das Land in Bauten investiert, die langlebig sind“, sagte er.

In Las Tunas greift man z. B. auf die Technik des Natursteinmauerwerks zurück. Bei dieser Bauweise verwendet man Blöcke aus natürlichen oder fast unbearbeitete Steinen. Auf diese Art wurden in Gemeinden von Manatí Häuser für vom Hurrikan Betroffene errichtet. Damit wurde eine Lösung für 4.900 von Hurrikan Ike beeinträchtigte Häuser gefunden und 9000 weitere sind noch anhängig.

Einer der Vorteile dieser Technologie ist das Einsparen von Ressourcen: Mit der Anzahl von Blöcken, die für eine Standardwohnung nötig sind, kann man drei dieses Typs bauen, die gleichermaßen sicher und komfortabel sind.

Der ingenieur Roberto Ortiz Ravelo, Fachmann für Bau und Montage, ist von der Gangbarkeit dieser Alternativen überzeugt.

Es sind Bauten, die unter bestimmten Normen und Parametern duchgeführt werden müssen, die die Fachleute kennen, um eine Reihe von Risiken zu vermeiden. Es gibt nichts widerstandsfähigeres als eine bäuerliches Bauwerk, eine starke Konstruktion aus Palmholz.

In Yaguajay wusste man so mit den entwurzelten Palmen diese natürliche Ressource aufs höchste zu nutzen.

Die Bewohner und die Behörden der Gegend versuchen die Landschaft mit der Herstellung von Dutzenden von rustikalen Bauten zu verändern, mit Wänden aus Platten von Palmholz, Dächern aus Ziegeln und Boden aus Zement,

Im Fall der Provinz von Guantánamo sind 82,8 % der 43 822 von Hurrikan Matthew beschädigten wieder hergestellt worden. Zu den Strategien zu deren Wiederherstellung gehörten die Anwendung von Holz aus Kokos und Platten aus Palmholz, sowie Dachsparren, Ziegel, Blöcke und andere Komponeneten.

Als Fachmann für Bau und Montage rief Ortiz Ravelo zu einer Alternative für die leichten Dachbedeckungen auf.

„Vor einiger Zeit setzten wir ein Programm zur Aufstellung von Dächern in Gang und wir legten bestimmte technische Normen fest, damit z.B. die Platten, die jetzt angebracht werden, genügend Festigkeit aufweisen und Winde von 250 Stundenkilometern widerstehen können.

„ In Zusammenkünften mit Wohnungsbauspezialisten zeigten wir, wie wir selbstbohrende Schrauben und Gewindeschneidschrauben in allen Dächern anbrachten, welche Maßnahmen wir durchführten, dass die Luft sich nicht unter den Dächern verfängt etc. Ein Zinkdach kann äußerst widerstandsfähig sein, wenn es technisck kontrolliert und gut fixiert ist“, sagte Ortiz Ravelo.

Dem stimmt auch der der Ingenieur Dr. Darío Candebat Sánchez zu, der sagt, dass in diesem, wie in vielen anderen Fällen, das Problem in der Respektierung der technischen Normen liegt.

„Viele glauben, dass Zinkbedeckungen anfällig sind, und dass immer wenn ein Hurrikan kommt, das Dach wegfliegt, aber dem ist nicht so. Eine Haus mit Zinkbedachung, wie wir es in Kuba machen, wenn es richtig besfestigt ist, ist durchaus eine Möglichkeit und es ist widerstandsfähig. Er wies jedoch daruf hin, dass Bauten, die gegen Erdbebeb absichern und solche, die der Kraft des Windes widerstehen sollen, ganz unterschiedlich sind.

„Das Erdbeben arbeitet mit Beharrungsvermögen und deshalb ist das Gewicht eines Gebäudes wichtig. Je mehr es wiegt und je höher es ist, um so mehr trägt es dazu bei, dass die seismische Beschleunigung größer wird. Im Fall der Hurrikane kann das wenige Gewicht wegen der starken Winde oft ein Problem sein. Wenn es darum geht in Santiago ein Gebäude zu errichten, muss man beide Elemente berücksichtigen“, fügte er hinzu.