Randale im Sabina Park › Kuba › Granma - Offizielles organ des PCC
OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die Aggressionen vermochten nicht den Glanz der kubanischen Delegation in Jamaika 1962 zu überdecken (Archivfoto)

Nur wenig mehr als ein Jahr nach Gründung des INDER am 23. Februar 1961stellte sich der kubanische Heimsport dem internationalen Vergleich bei den Spielen Zentralamerikas und der Karibik von Jamaika 1962, als Kuba erst über wenige Athleten mit Auslandserfahrung verfügte.

Mitten in den schwindelerregenden Veränderungen im nationalen Leben von 1959 an ging von der Revolution das Konzept “Sport für alle” aus – Sprungbrett für eine Massivität der Entwicklung auch in Disziplinen, die man bis dahin auf der Insel kaum vom Hörensagen gekannt hatte. Die Integration wurde von Frauen und Männern befördert, die, aus der Bereitschaft heraus, sich zum Wohle ihrer Gesundheit in gewissen Sportarten zu üben, es dann dort schließlich auch zur Meisterschaft brachten.

Die Gründung der Freiwilligen Sporträte (CVD) in den Städten bis hin zu den entlegensten Winkeln Kubas sollte zu einem Wachstum beitragen, von dem der Comandante en Jefe Fidel Castro frühzeitig prophezeit hatte: „Wir sind entschlossen, den Sport um jeden Preis zu fördern und ihn so weit wie nur irgend möglich zu tragen.“

Kuba seit den Spielen von Panama 1970 als ständigen Spitzenreiter im Medaillenspiegel dieses ältesten regionalen Sportevents der Welt (gegründet 1926) zu sehen, verursacht Gram bei seinen Feinden, die, obwohl sie vor den schmutzigsten Tricks nicht zurückscheuten, es nie schafften, die Realität zu verhindern: Die Insel ist bei ihren zentralamerikanischen und karibischen Bruderländern voll integriert.

Die Reaktion der Kubaner erfolgte unmittelbar: Sie drängten die Angreifer am Ende der Tribüne in die Enge, worauf diese die Flucht ergriffen (Archivfoto)

An eine dieser offensiven und aggressiven Episoden mit dem Ziel, die Teilnahme Kubas an den Wettbewerben zu behindern, erinnern wir uns heute noch: ein Vorkommnis, das nun als Referenz für die Sportler dienen könnte, die sich in Vorbereitung auf die kommenden Spiele von Barranquilla 2018 befinden.

Schlachtfeld

Von der Ankunft der kubanischen Delegation am Austragungsort an kam es an bestimmten Stellen zu Angriffen der Konterrevolution, die anfangs noch nicht körperlicher Natur waren, aber dann …

Der Rechtshänder Modesto Verdura aus Sancti Spiritus war als Pitcher für das erste Baseballmatch gegen Puerto Rico am 14. August um 15 Uhr im Sabina Park angekündigt, ein Spielfeld mit keinen allzu guten Platzverhältnissen; fast sah es so aus, als habe man für den Klassiker improvisiert.

Berichte aus jener Zeit, die von der Tageszeitung Revolución verbreitet wurden – darunter das Verschwinden des Sportreporters und -journalisten Eddy Martin – deuteten an, dass die Stimmung an jenem Nachmittag bereits Stunden vor dem Spiel belastet war durch die Ankunft von antikubanischen Elementen im Stadion, die Sitzplätze im hohen Teil der Tribüne besetzt hatten. Der wegen des drohenden Regens graue Himmel diente ihnen als Kulisse, um ihren Hass an einem Ort zu entfesseln, wo es aufgrund der hohen Eintrittspreise kaum jamaikanische Baseballanhänger gab.

Um das Ambiente der Brüderlichkeit, das solche Wettkämpfe kennzeichnen sollte, zu vergiften, waren in den Tagen vor dem Match Flugblätter verbreitet worden, auf denen stand: „Kubaner, wenn du dich absetzen willst, dann tritt nicht zu deinem Wettkampf an und warte, bis ein Polizist dich abholen kommt!“ Weiter unten auf dem Zettel stand der Name eines Priesters, eines gewissen Edward mit seiner Telefonnummer, der bereit war zu kollaborieren.

Später während der Partie kamen weitere Mitglieder der kubanischen Delegation, Teilnehmer an verschiedenen Disziplinen, um vom unteren Teil der Tribüne aus die kubanischen Baseballspieler mit sportlichen Sprechchören zu unterstützen und so ein Gegengewicht zu den Provokateuren zu schaffen, die schließlich inmitten des Regens anfingen, Stühle, Stöcke und Schläger auf die kubanischen Schlachtenbummler zu schmeißen, ohne dass die Polizei einschritt.

Daraufhin gingen die Attackierten selbst in die Offensive. Mit denselben „Waffen“, die sie hatten verletzen sollen, antworteten sie, indem sie sie von unten nach oben auf die Angreifer zurückwarfen, worauf diese die Flucht ergriffen. Dank der Überredungskunst Manuel González Guerras, Chef des Kubanischen Olympischen Komitees, konnte vermieden werden, dass die Spieler sich in die Auseinandersetzung einmischten.

Ein wenig Statistik

Noch einige Zahlen zur Veranstaltung: 15 Länder nahmen mit insgesamt 1.559 Sportlern und Sportlerinnen an den Spielen von Jamaika teil. Kuba endete auf dem dritten Platz (mit 12 Goldmedaillen, 11 Silbermedaillen und 13 Bronzemedaillen) hinter Mexiko (37-25-26) und Venezuela (15-27-15).

In der Basketballmannschaft, die den vierten Rang belegte, spielte Manuel Permuy, während im Fechtteam Luis Morales antrat. Beide seien hier deshalb erwähnt, weil sie am selben Tag zur selben Stunde starben: Sie begleiteten als Betreuer jene Jugendfechtmannschaft, die beim berühmten Flugzeugattentat von Barbados am 6. Oktober 1976 ums Leben kam.

Am 17. August gewann die Florettfechterin Mireya Rodríguez die erste Goldmedaille für Kuba. Am selben Tag taten es ihr die Boxer Osvaldo Rivery (57 kg), Virgilio Jiménez (67 kg) und Leonardo Alcolea (71 kg) gleich.

Miguelina Cobián war die erste kubanische Sprinterin, die den Titel über die 100 m gewann (in glatten 12 Sekunden) während Bertha Díaz sich über die 80 m Hürden in 11,1 durchsetzte. Caridad Agüero holte den Sieg im Diskuswerfen mit 43,75 m und Hilda Ramírez schleuderte den Speer 40,32 m weit, was ebenfalls für Gold reichte.

Ach ja, das Baseballturnier von Jamaika 1962! Schließlich hatten wir damit begonnen. Die Dominikanische Republik holte den Titel mit vier Siegen bei einer Niederlage. Zweiter wurde Puerto Rico (3-2), Dritter Mexiko (3-2), Vierter Kuba (2-3) Fünfter und Letzter Kolumbien (1-4).