OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Ungläubig sprangen einige Bewohner der Insel der Jugend, Pinar del Rios, Havannas und andere südlich des Landes gelegenen Orten wie Cienfuegos aus ihren Sesseln, als ein östlich der zu Honduras gehörenden Swan Inseln und 450 km südöstlich der Insel der Jugend gelegenes registriertes Erdbeben den Boden bewegte.

Auch wenn das Beben von 7,6 Grad und 10 km Tiefe weit von Kuba entfernt stattfand, so konnte man es doch wegen seiner Intensität in großen Teilen im Westen der Insel spüren.

In einem Telefongespräch erklärte Bladimir Moreno Toiran, de Direktor des Nationalen Zentrums für Seismologische Forschungen (Cenais) gegen über Granma: „Dies war das größte in Kuba und Guatemala registrierte Erdbeben, seit es Aufzeichnungen gibt, also seit ab dem Jahr 1900 die seismologischen Stationen in der Welt begannen zu operieren.“

Der Spezialist führte weiter aus, dass das Erdbeben in der Motagua Verwerfung stattfand, die zu den Begrenzungen zweier tektonischer Platten gehöre: der Nordamerikanischen und der Karibischen, die von der Zone der Kaiman Inseln bis zum Norden Guatemalas reicht und über den südöstlichen Teil Kubas führt.

Eben diese Verwerfung rief am 4. Februar 1976 ein Erdbeben von 7,5 hervor, bei dem in Guatemala fast 23.000 Menschen ums Leben kamen., während im Mai 2009 ein Beben von 7,3 in diesem Segment in Honduras Menschenleben forderte und Sachschäden anrichtete.

TSUNAMI GEFAHR FÜR KUBA?

Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile und die Gefahr eines möglichen Tsunami stand den Bewohnern des Archipels vor Augen. Dies alles, weil, „wenn es zu einem Erdbeben dieser Stärke im Meer kommt, das Tsunami Warnsystem der Karibik automatisch eine Warnung herausgibt“, sagte der Direktor des Cenais.

Anhand eines mathematischen Modells berechnet man die Höhen der Wellen und die Zeit, bis sie die Küsten erreichen. In diesem Fall sagte das Warnzentrum, dass man an der Südküste Kubas kleine Wellen erwarte.

Aber das automatisierte System berücksichtigt nicht Variablen wie die horizontale Verschiebung der Verwerfungen von deren Verhalten es abhängt, ob es zu einem Ereignis wie einem Tsunami kommt.

Wenn die Verwerfung eine vertikale Bewegung vollziehen würde, könnte daraus ein Tsunami entstehen, aber so besteht keine Gefahr für Kuba, sagte Moreno Toiran.

Nach Meinung des Experten war das Verhalten der Personen, die das Erdbeben spürten angemessen, obwohl man im Westen an Ereignisse dieser Art nicht gewöhnt ist. „Das Gebäude zu verlassen und sich zu einem offenen Areal zu begeben, ist empfehlenswert, weil es immer zu Nachbeben kommen kann“.

Das Beben war vor allem in hohen Gebäuden spürbar, weil die vorherrschenden Wellen von niederer Frequenz sind und weiter reichten. Er fügte hinzu, dass man noch bis zu zwei Monate Nachbeben erwarten könne, die mit der Zeit abnähmen.

ACHT LÄNDER IN MITTELAMERIKA UND DER KARIBIK BETROFFEN

Mexiko, Costa Rica, Guatemala, Panama, Belize, El Salvador,  Honduras und Kuba waren die Länder, die mehr oder weniger von dem tellurischen Ereignis betroffen waren. Bis jetzt gibt es keine Berichte über Opfer und auch nicht über materielle Schäden.

Die präventive Überwachung des karibischen Meers bei Guatemala wurde gestern, nachdem das Meer bis zu vier Metern zurückgewichen war, von der Nationalen Koordinierungsstelle zur Katastrophenreduzierung (Conred) dieses Landes beibehalten.

In Mexiko wurden die Bewohner im Süden von Quintana Roo vom Beben überrascht, das man in Städten wie Cancún, Playa del Carmen, Cozumel etc. bemerkte. Nach Zeugenaussagen wurde das Beben von einer Art Rauschen begleitet, das einige mit einem vorbeifahrenden Lastwagen oder Traktor verwechselten.

Der Direktor des Nationalen Systems zur Prävention, Verminderung und Handhabung von Katastrophen Nicaraguas Guillermo González berichtete, dass in den Departements und Kreisen Komitees aktiviert worden seien und man diverse Karibikgemeinden Nicaraguas in Alarmbereitschaft gesetzt habe.

In Panama wurden die Menschen aufgerufen, Ruhe zu bewahren und in Puerto Rico rief der Bürgermeister von San Juan die Bewohner des Küstenbezirks La Perla auf, sich in höhere Stadtteile zu begeben, da es möglicherweise nach dem Beben zu starken Strömungen kommen könnte.